Wie hebt Ihr den Wert Eures Vermögens?

  • Das Ziel ist eine 30fache Vervielfachung binnen 8 Jahren (inkl. Zuflüsse). Aus heutiger Sicht vollkommen realitätsfern. Aber es hält mich davon ab, noch dümmere Sachen zu machen...

    Es gab den thread von x auf x Millionen in x Jahren von Irving. Die Strategie dahin war KISS mit einem ausführlich besprochenem ETF.

    Deine Strategie ist wohl komplizierter, wäre aber gerade deshalb interessant zu lesen.

  • Gerade in jungen Jahren kann die Investition mit moderatem Hebel sinnvoll eingesetzt werden bei entsprechender Risikobereitschaft. Mit Ende 50 drängt sich das jetzt nicht wirklich auf. Daher ein paar Fragen:

    Wann willst Du in Rente gehen und benötigst Du das Depot für eine Rentenlücke? Ist das Depot groß genug für diesen Zweck oder hast Du Torschlusspanik? Ein paar mehr Infos zum warum könnten helfen die Frage sinnvoll zu beantworten.

    Wenn Du bei Corona gehebelt hast, wann genau und wie stark?

    Vielen Dank für Deine Antwort bzw. Fragen.

    Ich bin 58, gerade arbeitslos geworden. Die Jobaussichten sind extrem mau. Ich rechne nicht mehr mit einem adäquaten Job. Aktuell habe ich ein gut bezahltes Ehrenamt, eventuell noch einen Minijob, aberes wird wohl Rente werden. Das Depot ist sehr groß. Die staatliche Rente wird auch sehr gut sein, dazu noch entsprechende sonstige sehr gute betriebliche Renten. Ich werde als Rentner höhere Einnahmen haben, wie als Angestellter.

    Bei Corona hatte ich mein Depot mit ca. 70% Kredit gehebelt. Klar mußte ich dort etwas aus dem Bestand verkaufen. Allerdings bekomme ich auch gute Dividendenzahlungen, um die Kreditraten zu stemmen. Aktuell bin ich bei ca. 50 % Kredit.

  • ThomasPfister ich sehe, Du hast Deine Erfahrung noch nicht gemacht. Zur Erläuterung, solche Mechanismen laufen üblicherweise nach diesem Prinzip ab:

    • Aktien stark gestiegen.
    • Aktien wurden als Sicherheit für Kredite genutzt.
    • Teilweise wurden mit diesen Krediten weitere Aktien gekauft oder private Ausgaben/Investitionen finanziert.
    • Aktie fällt stark.
    • Bank fordert zusätzliche Sicherheiten.
    • Können diese nicht gestellt werden, wird zwangsverkauft.
    • Der Zwangsverkauf drückt den Kurs zusätzlich — und kann weitere MarginCalls auslösen.

    Der gefährliche Punkt ist: Bei einem normalen Aktieninvestment kann man theoretisch aussitzen. Bei kreditfinanzierten Aktien entscheidet irgendwann nicht mehr der Anleger, sondern die Bank oder der Broker, wann verkauft wird.

    Viel Glück mit Deinen künftigen Finanzentscheidungen.

    Danke für die Erklärung, doch das ist mir bekannt und hatte ich auch schon.

  • Ich will eben alles haben, eine sinnstiftende Geldanlage, ein sinnstiftendes Ehrenamt - habe ich schon und auch ein sinnstiftendes Privatleben - habe ich auch schon. Ich bin ein Leistungesmensch durch und durch, ein Perfektionist, nach meinen Maßstäben oder für andere, vielleicht auch ein Spinner.

  • ThomasPfister Ich denke in jungen Jahren mit einem sehr langen Anlagehorizont ist ein gehebeltes Aktienportfolio durchaus denkbar. Aber Hebel auch dann nur sehr moderat. Wenn man bereits eine Aktienquote von 100% hat und will mehr, halte ich es jedenfalls für rationaler, das allgemeine Aktienmarktrisiko zu hebeln, als es über andere Risiken wie Wetten in Einzelaktien oder Themen- und Sektorwetten zu versuchen.

    Der Kanal "Notgroschen" hat solche Lombard-Strategien simuliert. Bspw. in Was passiert, wenn du Kredite in ETF investierst? Er hat aber auch viele neuere Analysen zu gehebelten ETFs. Vielleicht helfen dir diese.

    Ich selbst mache das jedoch nicht, wäre auch zu alt dazu. Die allermeisten hier - mich eingeschlossen - haben vermutlich nicht mal annähernd einen Hebel von 1,0, sondern irgendwas darunter. Sprich, sie haben nicht mal eine Aktienquote von 80, 90 oder gar 100%.

    Hinzu kommt, dass nach meinem Verständnis solche Lombard-Strategien bei moderaten Aktienmarkt-Bewertungen und gleichzeitig niedrigem Zinsniveau eher funktionieren. Beides ist m.E. derzeit aber nicht gegeben. Somit halte ich einen Kredithebel von 50% im Alter von 58 für hochriskant. Kann natürlich trotzdem gut gehen. Ich drücke dir die Daumen.

    PS: eine PV-Anlage hab ich übrigens auch keine. Meine Excel Tabelle hat mein Bauchgefühl und die geschönte Rechnung des Anbieters überstimmt. Es ist in meinem Fall leider billiger, einfach den Strom aus der Steckdose zu kaufen :rolleyes:

  • In dem man das Gebundene Kapital, teilweise in freies bzw. liquides kaptial tauscht.

    um einige der Förderungen zu bekommen benötigt es keinen Kredit. zumal "zinsgünstig" schon seit längerem wider vorbei ist.

    Verkauft man Wertpapierpositionen muß man das Geld entweder verkonsumieren oder es liegt meist schlecht verzinst herum. Das kann nicht die Lösung sein. Ein etwas extrem Beispiel: Die Lindt & Sprüngli-Aktie liegt bei etwa 100.000,- Euro. Selbst wenn ich sage ich will als Rentner 1.000,- Euro aus meinem Vermögen entnehmen, habe ich damit ein Problem.

    Noch größeres Problem stellen Immobilien dar. Ich kenne durchaus Fälle aus dem privaten Umfeld: Großes Haus, das sicher auch etwas wert ist, dafür ein bescheidener Lebensstil, weil man nur eine kleine Rente hat, sprich das ganze Geld steckt im Haus. Dann kommen Aussagen wie, "Ja, später im Heim, wenn wir das Haus verkauft haben, haben wir genügend Geld." Klar kann man sagen, wir verkaufen einen Streifen Land an den Nachbarn oder man vermietet ein Zimmer, um an flüssiges Geld ranzukommen. Doch, ob das eine so gute Lösung ist, wage ich zu bezweifeln.

    Staatl. Förderungen und zinsgünstigen Kredit sind kein Muß. Es gibt natürlich bei der KfW oder bei einigen Banken speziell für gewisse Umbauten entsprechend günstigere Kredite. Muß man sich natürlich immer im Einzelfall genau anschauen und durchrechnen.

  • Vielleicht wieder ein Ö/D Sprachproblem…aber wie kann etwas ein Ehrenamt und gleichzeitig gut bezahlt sein….schließt nicht das eine das andere per definitionem aus?

    Ich bin ehrenamtlicher Trainer und bekomme für 1,5 Stunden 80,- Euro. Im Jahr liege ich damit im Rahmen der steuerfreien Ehrenamtspauschale. Nach meiner Rechnung. 80,- Euro netto sind, zumindest bei mir, hoher Steuersatz, brutto ca. 150,- Euro. Sprich ich komme auf einen Stundenlohn von ca. 100,- Euro. Und das ist ein sehr guter Stundelohn. Zusätzlich macht das Ehrenamt Spaß und ist irgendwie ungezwungener, wie ein normaler Job.

  • Das interessiert mich. Wie geht das als Privatperson?

    Für Tipps sage ich scon mal vielen Dank.

    Für Wertpapierleihe und Leerverkäufe braucht man einen leistungsfähigen Broker.

    Mit Optionen und Hebelprodukten hat das nichts zu tun.

    Man spekuliert auf fallende Kurse.

    Habe beispielsweise SAP leer verkauft, weil ich die Aktie für überbewertet hielt.

    1 % Leihgebühren und die Kauf- und Verkaufskosten wurden mir berechnet. Das Geld bekommt man auf das Konto. Das Depot wird also beliehen. Es ist ein sehr günstiger Kredit.

    Jetzt kann man mit dem Geld spekulieren oder auch (konservativ) einen Geldmarktfond kaufen.

    Als SAP gefallen war, habe ich die Aktie gekauft, die Leihe beendet und so einen Gewinn realisiert.

    Bei der Brokerwahl kommt es darauf an, mit welchen Aktien man diese Geschäfte machen möchte.

    Wie immer: IB kann alles.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Ich bin 58, gerade arbeitslos geworden.

    Dann hast du noch 9 Jahre bis zum Renteneintritt? Da sollte doch noch Arbeit, ggf. Veränderung im nahen/mittleren Bereich möglich sein, oder? Bindet dich die Immobilie für etwas größere Entfernungen? Ich weiß, ist keine reizvolle Vorstellung. Aber vielleicht gibt es ja eine Art Kompromiss.

  • Ein Hebel von 1,5 halte ich auch für sehr riskant. Kannst Du es Dir leisten, Dein Depot komplett aufs Spiel zu setzen im Krisenfall? Klar kann es auch gut gehen, weil in den nächsten Jahren keine große Krise kommt, aber wenn, dann hast Du kein Humankapital mehr um das auszugleichen. Dann müsste Dir Rente, betriebliche Altersvorsorge und ggf. Nebenjob reichen zum Leben.

    Ich würde Dir empfehlen, dich tiefer in das Thema einzuarbeiten. Die Rahmenbedingungen (Zins- und Aktienniveau) sprechen nicht dafür, dass man das ausgerechnet jetzt machen sollte. Der Corona Crash war vergleichsweise harmlos. Leider hast Du nicht geantwortet, wann genau Du gehebelt hast. Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du das Fremdkapital in den letzten Jahren noch nicht durch Ausschüttungen zurück zahlen können.

    Ich selbst habe bisher nur 2008 gehebelt investiert allerdings nicht mit einem so hohen Hebel. Ich habe den Kredit anschließend auch über die Erträge des Depots allmählich abgetragen, war aber auch noch voll im Beruf zu der Zeit und hätte notfalls Geld zuschießen können. Ich habe die Beleihungsgrenze meiner Bank noch nicht annähernd zur Hälfte genutzt gehabt. Im Crash ist das bei entsprechender Risikobereitschaft durchaus eine Möglichkeit für eine Zusatzrendite, aber es ist für mich ganz etwas anderes wenn man das in einer Phase macht, wenn die Kurse nahe dem All Time High stehen und womöglich steigende Zinsen drohen. Dann noch die Jobsituation. Das kann viel schneller zu einem Margin Ruf (auf englisch) führen als einem lieb ist.

  • Dann hast du noch 9 Jahre bis zum Renteneintritt? Da sollte doch noch Arbeit, ggf. Veränderung im nahen/mittleren Bereich möglich sein, oder? Bindet dich die Immobilie für etwas größere Entfernungen? Ich weiß, ist keine reizvolle Vorstellung. Aber vielleicht gibt es ja eine Art Kompromiss.

    Vorgezogen kann ich mit 63 Jahren mit Abschlägen in Rente gehen. Ab 60 kann ich förderunschädlich auf meine betrieblichen Renten zugreifen. Die Stellenangebote, die mir vorliegen, liegen ca. 40% unter meinem letzten Gehalt, somit auf Arbeislosen-Niveau. Dann würde ich noch mein Ehrenamt und die Pflegetätigkeit, die mir zumindest Rentenpunkte bringt, verlieren.

    Ein Umzug macht somit keinerlei Sinn. Außerdem hat meine Frau noch einen sehr gut bezahlten Job am Wohnort.

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