Zuteilung Bauspardarlehen zu spät

  • Hallo zusammen,

    für unseren Hausbau mussten wir einen recht hohen Kredit von 408.000,00 EUR aufnehmen. Aufgeteilt haben wir den in ein Annuitätendarlehen iHv 188.000,00 EUR und ein Bauspardarlehen iHv 220.000,00 EUR.

    Annuitätendarlehen für 10 Jahre und das Bauspardarlehen für 15 Jahre.

    Wir tilgen das A-Darlehen mit 520 EUR/Monat, Zahlen 293 EUR Zinsen für die abgetretenen 220.000,00 EUR und besparen das Bauspardarlehen mit 418 EUR.

    Wir hatten uns zu Corona-Zeiten dazu entschieden um die relativ geringen Zinsen langfristig zu sichern.

    Der Plan ist also, dass Annuitätendarlehen bis 2031 weg zu haben, was wir maximal hälftig schaffen werden und nach nachfinanzieren müssen.

    Die Summe des Bausparers muss dann Mitte 2036 an den Geldgeber (ehem. DSL Bank) abgetreten werden. Unsere Restsumme, die dann bis zum Schluss bleibt, ist für uns stemmbar, sofern das A-Darlehen weg ist.

    Nun zu meinen Sorgen, abgesehen von dem offenbleibenden A-Darlehen.

    Zum letzten Kontoauszug des Bausparers habe ich gesehen, dass die Zuteilung für das erste Quartal 2037 vorgesehen ist. Nicht, wie ursprünglich vereinbart, zu Mitte 2036. Eine Mail an die BHW hatte ergeben, dass ich doch 2000,00 EUR einzahlen soll, damit die Zuteilung Mitte 2036 von statten gehen kann. Auf die Sonderzahlung haben wir erstmal verzichtet, weil wir alle möglichen finanziellen Mittel für jährliches Sondertilgungen des A-Darlehens sparen.

    Gestern Abend habe ich mal reingeschaut und musste feststellen, dass die Zuteilung mittlerweile erst zum 01.09.2037 vorgesehen ist, also nochmal später.

    Nun habe ich natürlich Angst, dass, wenn die Zeit ran ist, die BHW nicht, wie vertraglich vereinbart, zu Mitte 2036 "übernimmt" und ich dann Probleme mit der DSL-Bank bzw. Deutschen Bank bekomme.

    Meine Frage: Ist das rechtens? Ich habe eine hohe Summe Geld geborgt und zwischen beiden Institutionen abgestimmt (Abtretungserklärung), dass zum Zeitpunkt X das Darlehen abgelöst wird. Nun scheint der Zeitraum sich immer weiter nach hinten zu schieben.

    Auch wenn noch Zeit ist, bereitet mir der Gedanke schlaflose Nächte. Hat jemand eine Idee, ob das so richtig ist? Wer hat denn bitte in der Finanzierung tausende Euro extra übrig, damit der Zeitraum nach vorn korrigiert wird?

  • Warum sich die Zuteilung angeblich immer verschiebt, kann ich mir nicht erklären und ist dem so, ist das auch ärgerlich, aber schlaflose Nächte darf das niemals verursachen, denn selbst wenn kein Cent mehr eingezahlt wird, wird der Großteil der benötigten Summe nach Ermäßigung auch zum entscheidenden Zuteilungszeitpunkt mit einem ganz kleinen, überschaubaren Delta zugeteilt.

    Zu dem kann die ursprünglich beabsichtigte Zuteilungssumme auch zum beabsichtigten Zuteilungszeitpunkt durch eine Vorfinanzierung/Zwischenfinanzierung vorzeitig/vorab durch die Bausparkasse ausgezahlt werden oder die Restschuld bis zum Zuteilungszeitpiunkt kurzfristig variabel bei dem derzeitigen Darlehensgeber prolongiert werden.

  • Die Zuteilung bei einer Bausparkasse ist nie im voraus sicher zu terminieren.

    Es hängt von einigen Variablen ab.

    Daher ist es normal, dass sich das verschieben kann.

    Und ja, klar kann man den Betrag mit einer Ermäßigung anpassen oder durch Sonderzahlung die Zuteilung vorziehen.

    Interessant wäre zu wissen ob die Zinsfestschreibung des Vorausdarlehens bis zur Zuteilung festgeschrieben ist.

    Das ist beim BHW früher üblich gewesen.

  • Warum sich die Zuteilung angeblich immer verschiebt, kann ich mir nicht erklären und ist dem so, ist das auch ärgerlich,

    Ich mir schon. Viele Bausparer nehmen ihr Darlehen mit den niedrigen Zinsen in Anspruch und dadurch steigt die benötigte Bewertungszahl.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Zu dem kann die ursprünglich beabsichtigte Zuteilungssumme auch zum beabsichtigten Zuteilungszeitpunkt durch eine Vorfinanzierung/Zwischenfinanzierung vorzeitig/vorab durch die Bausparkasse ausgezahlt werden

    Wenn die wirtschaftliche Tragfähigkeit gegeben ist - es läuft bereits eine Annuität und ein BSV.

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    Grover Norquist

  • Tja, das zeigt wieder einmal die grossen Probleme des Bausparens, die es laut Der Buhmann angeblich ja nie gibt...

    https://hartmutwalz.de/bauspar-vorausdarlehen/

    https://hartmutwalz.de/bauspar-vorausdarlehen-teil2/

    Ich habe die großen Probleme aber auch relativiert, eben mit der Möglichkeit der Zwischenfinanzierung oder der kurzweiligen Prolongation der Restschuld nach Zinsbindungsende.

    Prognostizierte Zuteilungstermine - so man sich an die Bedingungen der Berechnung/Vorgaben gehalten hat - sind in der Regel von den Bausparkassen in der Vergangenheit relativ zuverlässig eingehalten worden.

    Sollte Bausparen einen Vorteil für den jeweiligen Verbraucher ergeben haben, wurde dieser Vorteil in der Regel durch eine kurzweilige Zwischenfinanzierung nicht zu Nichte gemacht.

  • Im beschriebenen Fall ja aber gerade nicht. Da läuft schon eine Vorfinanzierung.

    Noch mal, die Zwischenfinanzierung löst den Baustein Vorfinanzierung/endfälliges Darlehen ab.

    Es gibt bei einer Vorfinanzierung/Zwischenfinanzierung zum Auslauf der Zinsfestschreibungszeit (endfälliges Darlehen) oder Vorfinanzierung keinen dritten zu zahlenden Posten in dem Baustein.

  • Tja, das zeigt wieder einmal die grossen Probleme des Bausparens, die es laut Der Buhmann angeblich ja nie gibt...

    https://hartmutwalz.de/bauspar-vorausdarlehen/

    https://hartmutwalz.de/bauspar-vorausdarlehen-teil2/

    Ich verweise mal auf diesen Beitrag:

    Der Buhmann
    27. April 2026 um 15:47
    Zitat

    Wann haben renommierte Kassen wie Wüstenrot, Schwäbisch Hall, Signal, BKM, LBS, aber auch bereits fusionierte oder liquidierte Kassen wie Leonberger Bausparkasse, Deutsche Bauspar AG, Aachener Bauspar AG und Dresdner Bauspar AG jemals prognostizierte Zuteilungen in der Geschichte (90 Jahre, bestens der jüngsten Geschichte der letzten 50 Jahre) des Bausparens nicht einhalten können? Welche Kasse, wann?!?

    Wird doch nicht besser, wenn man immer wieder Totschlagargumente benennt/anführt, die einfach jeglicher Grundlage entbehren!

    Was für ein Zufall, dass er erste Fall seit 90 Jahren seinen Weg hier ins Forum findet.

    Dayvit Leider ist das rechtens, was die Bausparkasse macht (jedenfalls Stand heute). Die Bausparkassen dürfen die Zuteilung zum Zeitpunkt X überhaupt nicht garantieren, weil sie es nicht können (weil das zur Zuteilung verfügbare Geld von diversen Variablen abhängt, unter anderem davon, wie viele andere Bausparer zum Zeitpunkt X Geld ausgezahlt haben möchten).

    Deshalb ist das letztlich nur eine unverbindliche Prognose. So wird es natürlich nicht beworben, siehe auch die Beiträge des gewerblichen Vermittlers Der Buhmann hier im Forum, aber ich bin mir sicher, irgendwo im Kleingedruckten eures Bausparvertrags wird stehen, dass die Zuteilung von allen möglichen Dingen abhängt und nicht fix zugesagt werden kann. Und ich bin mir ebenso sicher, der Verkäufer dieses Produkts hat euch vor Abschluss Dinge gesagt wie "das hat bisher noch immer geklappt", "ja, das muss da so stehen aus rechtlichen Gründen, aber das ist eine reine Formsache".

    Es ist wohl häufig so, dass dann nur eine (teure!) Zwischenfinanzierung bleibt.

    In aller Regel sind Bausparkonstrukte nachteiliger als ein ganz normales 08/15-Annuitätendarlehen (komplexer, teurer, höhere Opportunitätskosten, weniger Sicherheit durch die ungewisse Zuteilung usw...). Die günstigen Zinsen hättet ihr euch auch über ein Annuitätendarlehen sichern können, das wäre mit aller Wahrscheinlichkeit deutlich kostengünstiger gewesen (selbst wenn man die sich immer weiter verschiebende Zuteilung und vermutlich teure Zwischenfinanzierung außer Acht lässt). Ihr zahlt für 220.000 EUR Darlehen über 50.000 EUR Zinsen über 15 Jahre lang, und dann fangt ihr erst abzuzahlen. Das ist für eine zu Niedrigzins-Zeiten abgeschlossene Baufinanzierung absurd!

    Es lässt sich jetzt bei euch leider nicht mehr ändern, aber ich hoffe, dass möglichst viele Leute, die kurz vor einem Immobilienkauf stehen, solche Threads finden und die Finger von Bausparkonstrukten (insbesondere Tilgungsaussetzer-Darlehen) lassen.

  • wurde dieser Vorteil in der Regel durch eine kurzweilige Zwischenfinanzierung nicht zu Nichte gemacht.

    „Kurzweilig“ ???

    Eine „Nichte“ ???

    Also eine „vergnügliche“ Zwischenfinanzierung mit der Nichte ?


    Wir sollten diesen Thread nutzen:

    WARNUNG !!!

    Bausparverträge sind nicht lustig können schlaflose Nächte bereiten.

    Es lässt sich jetzt bei euch leider nicht mehr ändern, aber ich hoffe, dass möglichst viele Leute, die kurz vor einem Immobilienkauf stehen, solche Threads finden und die Finger von Bausparkonstrukten (insbesondere Tilgungsaussetzer-Darlehen) lassen.

    Unbedingt !!!!

  • Noch mal, die Zwischenfinanzierung löst den Baustein Vorfinanzierung/endfälliges Darlehen ab.

    Es gibt bei einer Vorfinanzierung/Zwischenfinanzierung zum Auslauf der Zinsfestschreibungszeit (endfälliges Darlehen) oder Vorfinanzierung keinen dritten zu zahlenden Posten in dem Baustein.

    Schon verstanden. Trotzdem wird eine neue Kreditprüfung gemacht und die neue Zwischenfinanzierung hat höhere Konditionen. Und wenn die Bausparkasse jetzt ablehnt ist der Supergau da.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Noch mal:

    „In den vergangenen Jahrzehnten wurden prognostizierte Zuteilungstermine von deutschen Bausparkassen überwiegend eingehalten, sofern der Bausparer die vorgesehenen Sparleistungen erbracht hat. Eine rechtliche Garantie für den Zuteilungstermin bestand jedoch nicht.“

    Punkt!

    Dein Zitat: Es ist wohl häufig so, dass dann nur eine (teure!) Zwischenfinanzierung bleibt.

    Das stimmt einfach doppelt (häufig und teure) so nicht und wenn ich mir vereinzelt für ein paar Monate eine Zwischenfinanzierung leisten musste, hat das nicht zwingend den Vorteil zu nichte gemacht, so sich ein Vorteil durch Bausparen ergeben hat!

    Wenn das Bauspardarlehen (so ich konservativ und sicherheitsorientiert eingestellt bin/investiert sein will) zu 2,35% zugeteilt wird, während der Markt bei 5% liegt, so kann das Bauspardarlehen auch trotz einer kurzzeitigen Zwischenfinanzierung günstiger sein, als der Prolongations- oder Anschlusszinssatz zu 5%!

  • Schon verstanden. Trotzdem wird eine neue Kreditprüfung gemacht und die neue Zwischenfinanzierung hat höhere Konditionen. Und wenn die Bausparkasse jetzt ablehnt ist der Supergau da.

    Wenn die Bausparkasse ablehnt, lehnt in der Regel eine Bank auch ab.

    Die Zwischenfinanzierung kann einen höheren Zinssatz nach sich bringen, keinen Bausparvertrag zu haben, aber ebenfalls!

  • Wenn die Bausparkasse ablehnt, lehnt in der Regel eine Bank auch ab.

    Ok, ich erkläre nochmal langsamer:

    TE hat zwei Verträge:

    - klassisches Annuitätendarlehen und

    -BSV mit Vorausdarlehen.

    Beide wurden während der Niedrigzinsphase abgeschlossen und sind bereits risikogeprüft.

    Jetzt haut der BSV nicht mehr hin, TE benötigt ein neues Vorausdarlehen.

    TE und seine Frau sind mittlerweile Rentner, haben also weniger Einkommen. Das Vorausdarlehen, das neu benötigt wird, dürfte einen höheren Zinssatz haben und es gibt eine neue Risikoprüfung.

    Klar kann man jetzt sagen, er würde ja auch kein normales Darlehen bekommen. Das ist aber nicht der Punkt. Das Bauspardarlehen würde er nämlich bekommen und es gäbe kein Problem, wenn rechtzeitig zugeteilt würde.


    Was ich jetzt tun würde: Dringend mit der finanzierenden Bank sprechen.

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    Grover Norquist

  • Dein Zitat: Es ist wohl häufig so, dass dann nur eine (teure!) Zwischenfinanzierung bleibt.

    Das stimmt einfach doppelt (häufig und teure) so nicht und wenn ich mir vereinzelt für ein paar Monate eine Zwischenfinanzierung leisten musste, hat das nicht zwingend den Vorteil zu nichte gemacht, so sich ein Vorteil durch Bausparen ergeben hat!

    Wenn das Bauspardarlehen (so ich konservativ und sicherheitsorientiert eingestellt bin/investiert sein will) zu 2,35% zugeteilt wird, während der Markt bei 5% liegt, so kann das Bauspardarlehen auch trotz einer kurzzeitigen Zwischenfinanzierung günstiger sein, als der Prolongations- oder Anschlusszinssatz zu 5%!

    Es gab aber zu Corona-Zeiten Annuitätendarlehen zu 0,xx% Zinsen auf 10-15 Jahre, selbst auf 20, 25, 30 Jahre gab es Zinsen in der Größenordnung 1,0% bis 1,5%. Ich weiß das, weil ich zu dieser Zeit selbst eine Immobilie gekauft habe und diverse Angebote für Annuitätendarlehen eingeholt habe. Und zwar ganz ohne Abschlusskosten, ohne Opportunitätskosten (0,01% Habenzins über 15 Jahre...), ohne spätere Zwischenfinanzierung, mit Sicherheit bis zum Ende und ohne schlaflose Nächte.

    220.000 EUR zu 5% zwischenfinanzieren sind fast 1.000 EUR im Monat Zinskosten, 11.000 EUR im Jahr. Aktuell verzögert sich beim Threadstarter die Zuteilung um ca. 15 Monate. Das macht Kosten von 13.750 EUR (bei 5% Zins für die Zwischenfinanzierung, vielleicht ist es noch mehr bis 2036, wer weiß).

    Egal wie Du es drehst und wendest, das war - sorry - einfach ein Scheissdeal für den Threadstarter. Er wäre mit einem ganz normalen Annuitätendarlehen mit 1,x% Zinsen über 25 oder 30 Jahre soviel besser gefahren, hätte sich damit noch niedrigere Zinsen gesichert und müsste jetzt keine schlaflosen Nächte haben.

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