Bausparvertrag Vergleich

Wann sich Bausparen lohnt

Dirk Eilinghoff
Finanztip-Experte für Bank und Börse
29. März 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei einem Bausparvertrag sparst Du zunächst etwa die Hälfte der Bausparsumme an, die andere Hälfte gibt es dann als Darlehen zu einem festen Zins.
  • Bausparen lohnt sich nur, wenn Du später einen Baukredit aufnimmst und Baukredite dann viel teurer sind als heute.
  • Jede Bausparkasse hat eigene Bauspartarife. Ein Vergleich lohnt sich.
So gehst Du vor
  • Wenn Du die staatliche Bausparförderung (wie die Wohnungsbauprämie) nutzen willst, reicht ein kleiner Bausparvertrag bis etwa 20.000 Euro.
  • Für eine Baufinanzierung solltest Du nicht nur mit einer Bausparkasse sprechen. Nutze auch einen Kreditvermittler. Finanztip empfiehlt Interhyp, Dr. Klein und Planethome.

Viele Millionen Menschen in Deutschland haben einen Bausparvertrag. Du auch? Etwas mehr als 25 Millionen Verträge waren es im Jahr 2020. Das bedeutet aber nicht, dass sich diese Verträge immer lohnen. Es gibt bestimmte Situationen, in denen ein Bausparvertrag eine sinnvolle Lösung ist – und andere, bei denen andere Verträge besser verzinsen oder kostengünstiger oder flexibler sind.

Außerdem gibt es große Unterschiede zwischen den Tarifen der Bausparkassen. Ein Vergleich von Bausparverträgen verschiedener Anbieter lohnt sich also. 

Was ist ein Bausparvertrag?

Der Grundgedanke des Bausparens ist einfach und genial. Alle Sparer zahlen in einen Topf ein. Sobald genug Geld zusammengekommen ist, kann die Bausparkasse das Geld als Kredit an die ersten Bausparer herausgeben. Da alle Sparer weiter fleißig einzahlen, können nach und nach alle bauen, und zwar schneller, als wenn jeder nur für sich sparen würde.

Heutzutage läuft dies über ein ausgeklügeltes System, bei dem die Bausparkassen genau vorausberechnen, welche Verträge ausgezahlt werden, und was an frischem Geld wieder hereinkommt.

Damit das funktioniert, werden zwei Verträge kombiniert: ein Sparplan und ein Immobiliendarlehen. In der Sparphase ist der Zins meist geringer als marktüblich. Es gibt zwar Abschluss- und Verwaltungskosten, dafür sind die Zinsen beim Bauspardarlehen meist etwas günstiger als jene Hypothekenzinsen, die Dir Banken zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bieten.

Zunächst wird die Bausparsumme festgelegt. Sie entspricht dem Betrag, den der Sparer in seine Immobilie investieren will. Nach Angaben des Verbands der privaten Bausparkassen lag die durchschnittliche Bausparsumme bei Neuverträgen im Jahr 2020 bei 56.000 Euro. Beim Kauf oder Bau einer durchschnittlichen Immobilie deckt der Bausparvertrag also nur einen Teil der gesamten Finanzierung ab.

Wie ist der Ablauf bei einem Bausparvertrag?

Zunächst muss der Kunde einen Teil der Bausparsumme ansparen, in der Regel 30 bis 50 Prozent. Nach einer gewissen Zeit – beispielsweise nach sieben oder zehn Jahren – ist der Vertrag „zuteilungsreif“. Das bedeutet, dass der Sparer das Darlehen für die Baufinanzierung abrufen kann. Dieses Geld darf er dann für sogenannte wohnwirtschaftliche Zwecke ausgeben, wie im Bausparkassengesetz festgelegt ist (§ 1 Abs. 3 BauSparkG).

Die Rückzahlung des Bausparkredits läuft dann ebenfalls wieder über einige Jahre. Bei vielen Verträgen kann der Bausparkunde wählen, über welchen Zeitraum er den Kredit zurückzahlen möchte. Dabei gilt: Je schneller die Rückzahlung erfolgt, umso niedriger ist in der Regel der Kreditzins. Anders gesagt: Den beworbenen Zins gibt es meist nur bei sehr schneller Rückzahlung.

Bei der Zuteilung eines Vertrags muss sich der Bausparer aber nicht unbedingt für das Darlehen entscheiden. Er kann auch nur die Auszahlung seines Bausparguthabens beantragen. Dann endet der Vertrag.

Es gibt auch eine dritte Möglichkeit: Der Bausparer kann nach der Zuteilung einfach weiter sparen. Dann wird das mögliche Baudarlehen im Laufe der Zeit zwar immer kleiner, gleichzeitig verzinst sich aber das Guthaben weiter. Gerade bei gutverzinsten Altverträgen ist dies für den Bausparer eine interessante Möglichkeit. Zehn Jahre nach der Zuteilung hat die Bausparkasse dann allerdings ein Kündigungsrecht.

Welche Kosten entstehen bei einem Bausparvertrag? 

Für einen Bausparvertrag fallen Kosten an, und zwar meist eine Abschlussgebühr und Kon­to­füh­rungs­ge­bühren. Die Abschlusskosten liegen allgemein zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme – bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro werden also mindestens 500 Euro fällig. Außerdem zahlst Du meist jährliche Kosten für das Konto von bis zu 24 Euro pro Jahr.

Wichtig: Nachträgliche Servicepauschalen unwirksam
Die Debeka hatte zum 1. Januar 2017 nachträglich für laufende Verträge eine Service-Pauschale in zwei Tarifen von jährlich 24 Euro und 12 Euro eingeführt. Die Gebühr in der Ansparphase ist gleich aus zwei Gründen unzulässig.

  1. Die Bausparkasse durfte ohne ausdrückliches Einverständnis keine Gebühren einführen – eine fingierte Zustimmung reicht nicht. Das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs zur einseitigen Änderung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen gilt nach unserer Einschätzung auch für Bausparkassen (BGH, Urteil vom 27. April 2021, Az 26/20).
  2. Unwirksam ist die Pauschale aber auch, weil die Bausparkasse ihren organisatorischen Aufwand nicht einfach auf die Bausparer abwälzen darf. So entschied das Oberlandesgericht Koblenz (Az. 2 U 1/19). Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig. Die Debeka zog zwar noch vor den BGH, doch kurz vor der mündlichen Verhandlung nahm sie die Revision zurück und akzeptierte das Urteil aus Koblenz.

Musterbrief Rück­for­de­rung Servicepauschale

Bist Du davon betroffen, kannst Du mit diesem Musterbrief Erstattung der Service-Pauschale verlangen.

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Welche Bauspartarife gibt es?

Der Bausparvertrag wird oft als Vertrag für fast alle Lebenslagen angeboten – geeignet sowohl für Sparer, zukünftige Finanzierer oder auch für Unentschlossene. Jede Bausparkasse hat deshalb zwei bis drei unterschiedliche Tarife oder Tarifgruppen im Angebot. Dazu kommen dann noch mal die staatlich zertifizierten Riester-Bausparverträge.

Mit dem Sparargument können die Bausparkassen heutzutage aber nicht mehr punkten. Schließlich sind sie von den sinkenden Zinsen der letzten Jahre überrascht worden. Vorteilhaft für die Kunden sind bis heute Altverträge, die vor der Finanzkrise 2008 abgeschlossen wurden. Seit dem Jahr 2011 versuchen Bausparkassen allerdings, diese gut verzinsten Verträge zu kündigen. Zum Thema Kündigung alter Bausparverträge haben wir deshalb einen eigenen Ratgeber geschrieben.

Im Vordergrund der Werbung stehen jetzt meist niedrige Zinsen für das Bauspardarlehen und die staatliche Förderung. 

Mit Blick auf die Zinsen kann es bei einem Baukredit sinnvoll sein, den Zinssatz bis zur letzten Rate zu kennen und festzulegen – insbesondere wenn man von steigenden Zinsen ausgeht. Dafür gibt es die Variante der Bausparsofortfinanzierung. Sie ist auch unter den Begriffen Kombidarlehen oder Konstantdarlehen bekannt: Dabei wird ein Bausparvertrag mit einem weiteren Darlehen kombiniert. Diese Konstruktion ist eine Alternative zu einer Baufinanzierung über die Bank und kommt zum Einsatz, wenn der Kreditnehmer sofort finanzieren möchte.

Folgende Tabelle gibt Dir eine Übersicht über die verschiedenen Varianten:

Verwendungsmöglichkeiten für Bausparverträge

VarianteKann sich lohnen, wenn …
Versicherung gegen steigende Bauzinsender spätere Immobilienerwerb fest eingeplant ist
 die Bauzinsen deutlich ansteigen
Bausparsofortfinanzierungdie Zinsen für die gesamte Baufinanzierung festgeschrieben werden sollen
 der Gesamteffektivzins niedriger ist als ein vergleichbares Annuitätendarlehen
Sparvertrages vor allem um die staatliche Förderung geht
 das Geld nicht benötigt wird
 die Sparraten genau eingehalten werden können

Warum macht die Förderung das Bausparen interessant?

Bei neuen Bausparverträgen erhältst Du praktisch keine Zinsen mehr. Zwar geben die Bausparkassen immer noch einen Guthabenzins an. Oft liegt er aber bei sympolischen 0,01 Prozent. Die Zinssätze liegen damit deutlich unter den jeweils besten Angeboten beim Tagesgeld. Dazu kommen beim Bausparvertrag die Abschlusskosten von mindestens 1 Prozent der Bausparsumme. Einziger Vorteil des Bausparvertrags: Als Ausgleich für die niedrigen Zinsen in der Sparphase können Bausparer später das Bauspardarlehen zu einem garantierten Zins beantragen.

Tagesgeld-Sparer, die später einen Baukredit benötigen, müssen dagegen ein Angebot zum aktuellen Zinsniveau anfordern. Die Zinsen können dann immer noch so niedrig sein wie aktuell, aber auch deutlich höher. Ob sich ein Bausparvertrag am Ende gelohnt hat, hängt also von der Entwicklung der Hypothekenzinsen ab. Dies zeigt beispielhaft unsere Berechnung am Ende dieses Ratgebers.

Bausparförderung als Ersatz für gute Zinsen

In dieser Bausparwelt ohne Zinsen dient die staatliche Förderung als eine Art von Ersatzzins. Allerdings gilt: Wenn der Staat über Steuern oder Zuschüsse in die privaten Finanzen eingreift, verschieben sich die Vor- und Nachteile für den Verbraucher. Beim Bausparvertrag gibt es vier Fördertöpfe: die Arbeit­nehmer­spar­zu­lage, die Wohnungsbauprämie, vermögenswirksame Leistungen und die Riester-Förderung. Ein Riester-Bausparvertrag ist die bekannteste Variante des sogenannten Wohn-Riester.

In allen diesen Fällen ist ein Bausparvertrag zumindest eine einfache und sichere Lösung. Ob es jeweils auch die beste Lösung ist, hängt davon ab, wofür der Bausparvertrag eingesetzt werden soll.

Achte in jedem Fall darauf, dass die Bausparkasse Dir einen günstigen Bausparvertrag verkauft. Günstig wird ein Bausparvertrag vor allem dann, wenn Du die Bausparsumme gering hältst.

Wenn Du die Arbeit­nehmer­spar­zu­lage, die Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen nutzen willst, reicht dafür meistens eine Bausparsumme von 10.000 oder 12.000 Euro. Mehr als 20.000 Euro sollten es nicht sein. Wähle die Bausparsumme so, dass der Vertrag ausgehend vom monatlichen Sparbetrag in sieben bis zehn Jahren zuteilungsreif wird.

Wenn Du einen passenden Sparplan suchst, unterstützt Dich der Finanztip-Sparplanrechner dabei.

Zum Rechner

Wie findest Du den passenden Bausparvertrag?

Die Tarife der einzelnen Bausparkassen unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander. Achte nicht nur auf den Darlehenszins, sondern auch auf die Verzinsung des Guthabens. Darüber hinaus gibt es weitere Eckdaten, die Du berücksichtigen solltest.

Doch selbst mit allen Daten lassen sich die einzelnen Angebote der Bausparkassen nur schwer miteinander vergleichen. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Darlehenszinsen in Kombination mit den erwarteten Anspar- und Tilgungszeiträumen. So kann ein Angebot mit einem deutlich höheren Darlehenszins manchmal die bessere Wahl sein, da etwa die Zeit bis zur Zuteilung des Darlehens kürzer ist als bei anderen Varianten. Wir empfehlen daher grundsätzlich einen Vergleich von Bausparverträgen: Hole für eine bestimmte Bausparsumme Angebote unterschiedlicher Anbieter ein.

Für einige wichtige Situationen haben wir die Vorteile berechnen können und sprechen daher eine eingeschränkte Empfehlung aus: für Sparverträge für Jugendliche, für die spätere Finanzierung einer Modernisierung und zur Nutzung der Riester-Förderung.

Die Wohnungsbauprämie verbessert die Verzinsung 

Staatliche Förderungen können die Verzinsung von Bausparverträgen verbessern. Wie sich die Förderung auswirkt, zeigt das Beispiel der Wohnungsbauprämie. Diese Förderung kannst Du direkt über die Bausparkasse beantragen. Erfüllst Du die Voraussetzungen – wichtig sind hier besonders die Einkommensgrenzen und ein Mindestalter von 16 Jahren – schreibt die Finanzverwaltung dem Vertrag seit 2021 maximal 70 Euro gut (bei Einzelpersonen). Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern ist es das Doppelte, also 140 Euro.

Für die Maximalförderung müssen Singles ab 2021 einen Betrag von 700 Euro pro Jahr einzahlen, Ehepaare 1.400 Euro (vorher waren es 512 oder 1.024 Euro). Mit diesen zusätzlichen Beträgen steigt die Gesamtverzinsung des Vertrags auf ein akzeptables Niveau.

Da Sparer nur eine Maximalprämie von 70 Euro im Jahr erhalten, bringt eine höhere Sparrate keine extra Förderung. Eine höhere Sparsumme lohnt sich somit nicht und der Sparbetrag bleibt nach sieben bis acht Jahren überschaubar. Für eine wohnwirtschaftliche Nutzung lohnt sich das meist nicht.

Bausparvertrag als Sparvertrag für Jugendliche

Etwas anders verhält es sich bei Jugendlichen. Sie haben den Vorteil des Bausparprivilegs. Wer zwischen 16 und 25 Jahren alt ist, kann die Wohnungsbauprämie erhalten, ohne sie wohnwirtschaftlich nutzen zu müssen: Sie können einen Bausparvertrag als reinen Sparvertrag abschließen und staatliche Förderung erhalten. 

Zur Wohnungsbauprämie erhalten junge Leute bei vielen Bausparkassen spezielle Bonuszahlungen. Beides zusammen erhöht die Gesamtverzinsung des Vertrags auf ein akzeptables Niveau. Während also ein Bausparvertrag für die Meisten keine sinnvolle Lösung mehr ist, können Jugendliche ab 16 Jahre mit dem Bausparvertrag für junge Leute eine annehmbare Rendite erzielen und die Summe frei nutzen. Ansonsten bieten gut verzinste Tages- und Festgeldkonten deutlich höhere Renditen.

Bausparvertrag zum Modernisieren

Für diesen Zweck einen Bausparvertrag einzusetzen, ist meist einfacher als einen Immobilienkredit über wenige Zehntausend Euro bei einer Bank zu beantragen. Denn bei einem Finanzierungsbedarf unterhalb von 50.000 Euro machen viele Banken überhaupt kein Angebot, oder nur ein schlechtes.

Für Bausparkassen gehören diese Darlehenssummen dagegen zum täglichen Geschäft. Darüber hinaus können sie Darlehen unter 30.000 Euro auch ohne Grundschuld vergeben. Gerade wenn eine Modernisierung absehbar ist, hilft ein Bausparvertrag, diese Finanzierung vorzubereiten. Denn die Kosten – und häufig auch der Zeitpunkt – für die Modernisierung lassen sich gut abschätzen. Bausparsumme und Spardauer stehen also fest, und die Eckdaten des Bausparvertrags lassen sich genau einstellen.

Wer also für eine Modernisierung eine mittlere Finanzierungssumme über 15.000 bis 50.000 Euro benötigt, sollte sich die Angebote der Bausparkassen näher ansehen. Dies gilt umso mehr, wenn Du die Voraussetzung für die staatliche Förderung erfüllst und davon ausgehst, dass die Zinsen in den kommenden Jahren wieder steigen.

Mit dem Bausparvertrag die Riester-Förderung nutzen

Wer sich dafür entschieden hat, die Riester-Förderung zu nutzen, kann zwischen verschiedenen Vertragsformen wählen: Es gibt zum Beispiel die Riester-Rentenversicherung, den Riester-Fondssparplan, den Banksparplan oder den Bausparvertrag als Wohn-Riester. Sofern ein Bausparvertrag grundsätzlich infrage kommt – etwa weil Du später einen Kauf, den Bau oder eine Modernisierung planst –, kann der Riestervertrag eine sinnvolle Lösung sein.
 

Wann solltest Du (nicht) mit der Bausparkasse finanzieren?

Wenn Du Dich für den Kauf oder Bau einer Immobilie entschieden hast, solltest Du neben Bausparkassen auch mit Banken reden. Dies gilt auch dann, wenn Du bereits einen Bausparvertrag bei einer Bausparkasse abgeschlossen hast.

Gerade bei der Erstfinanzierung ist der Bausparvertrag und das darin enthaltene Bauspardarlehen meist deutlich kleiner als die Gesamtfinanzierung. Das liegt daran, dass Bausparverträge im Durchschnitt eine Bausparsumme von gerade einmal 56.000 Euro haben. Wenn Du dann aber 300.000 Euro benötigst, musst Du weitere 244.000 Euro finanzieren: entweder über die Bausparkasse oder über eine Bank.

Für den noch offenen Teil oder den Gesamtbetrag ist aber ein Baukredit von der Bank häufig günstiger als die komplizierten Modelle der Bausparkassen. Gerade wenn Du eine größere Darlehenssumme benötigst, solltest Du Dich also auch an einen Kreditvermittler oder an eine Bank wenden. Wir empfehlen Dir die Zusammenarbeit mit einem der folgenden, unabhängigen, bundesweit tätigen Anbieter, die vornehmlich Baufinanzierungen vermitteln.

Dr. Klein
Allfinanzvermittler, spezialisiert auf Baufinanzierung
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  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 500 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
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  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 220 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
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Wie sicher sind Bausparverträge?

Grundsätzlich sind Einlagen bei Bausparkassen ähnlich sicher wie Sparkonten bei Banken für Tagesgeld und Festgeld: Dein Guthaben ist bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert. Die zehn privaten Bausparkassen sind Mitglieder in der Ent­schä­di­gungs­ein­rich­tung deutscher Banken GmbH (EdB). Die Schwäbisch Hall gehört als Bausparkasse der Volks- und Raiffeisenbanken deren Einlagensicherung an. Die Landesbausparkassen (LBS) sind an den Haftungsverbund des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes angeschlossen, der Einlagen in unbegrenzter Höhe absichert.

Unser Podcast zum Thema

Was solltest Du noch über den Bausparvertrag wissen?

Wer sich das erste Mal mit einem Bausparvertrag beschäftigt, wird auf eine Reihe von Fachwörtern treffen, die einer Erklärung bedürfen. Wir haben die wichtigsten Begriffe eines Bausparvertrags zusammengestellt:

Bausparkollektiv - Bausparen beruht auf einem Kollektivgedanken. Die Bausparwilligen schließen sich zu einer Bauspargemeinschaft zusammen. Sie besteht aus den Einzahlern, die Guthaben in ihre Verträge sparen und aus den Darlehensnehmern, die die eingezahlten Beträge als Darlehen in Anspruch nehmen. Das kann zu folgendem Problem führen: Gibt es nicht genug Sparer, die in das Kollektiv einzahlen, können nicht allen Darlehensnehmern die entsprechenden Kredite zugeteilt werden.

Bausparsumme - Die Bausparsumme ist die wichtigste Kenngröße des Vertrags. Sie gibt die Höhe an, über die der Vertrag abgeschlossen wird. Der Betrag setzt sich zusammen aus dem angesparten Guthaben und dem nach einigen Jahren aufgenommenen Darlehen. Wenn Du eine Immobilie finanzieren willst, kannst Du also die Höhe der Bausparsumme in Deine Finanzierung einplanen.

Bewertungszahl - Die Bewertungszahl gibt Aufschluss darüber, wann Dir das Darlehen zugeteilt werden kann. Überschreitet Deine Bewertungszahl die von der Bausparkasse festgelegte Zielbewertungszahl, kannst Du das Darlehen in Anspruch nehmen. Die Bewertungszahl wächst im Laufe der Ansparphase an – zu Beginn nur recht langsam, nach einiger Zeit umso schneller. Sie ist umso höher, je mehr Geld Du eingezahlt hast, je geringer die Höhe und je kürzer die Laufzeit des vereinbarten Darlehens ist.

Kosten - Für einen Bausparvertrag fallen Kosten an, und zwar meist eine Abschlussgebühr und Kon­to­füh­rungs­ge­bühren. Die Abschlusskosten liegen allgemein zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme – bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro werden also mindestens 500 Euro fällig. Die Abschlussgebühr wurde von vielen Gerichten bereits für zulässig erklärt. Es handelt sich dabei nicht um pauschale Kreditbearbeitungsgebühren, die mittlerweile unzulässig sind. Außerdem zahlst Du häufig Gebühren für die Kontoführung, die bei etwa 10 bis 20 Euro pro Jahr liegen.

Mindestsparguthaben - Um ein Darlehen zu erhalten, musst Du einen bestimmten Teil der Bausparsumme angespart haben. Dieses Mindestsparguthaben beträgt je nach Vertrag meist 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme.

Regelsparbeitrag - In jedem Bausparvertrag ist eine Regelsparrate oder ein Regelsparbeitrag festgelegt. Er richtet sich nach der Höhe der Bausparsumme. Bei Standardtarifen beläuft er sich auf 4 bis 5 Prozent der Bausparsumme. Der Bausparer erreicht so nach etwa sechseinhalb bis siebeneinhalb Jahren das zur Zuteilung erforderliche Mindestsparguthaben. Monatliche Sonderzahlungen darf er meist mit Zustimmung der Bausparkasse leisten. Achtung: Auch wenn Du seit längerem eine höhere Rate als die Regelsparrate einzahlst, kann die Bausparkasse die Rate auf den Regelsparbetrag reduzieren. Diese Art der Sonderzahlung darf sie immer ablehnen, wenn dadurch ein Ungleichgewicht im Tarif entsteht. Die Bausparkassen versuchen damit, auf die Niedrigzinsphase zu reagieren und ihre Zinslast zu verringern.

Was ist besser: Bausparvertrag oder Baukredit von der Bank?

Im folgenden Beispiel vergleichen wir einen Bausparvertrag mit einer Kombination aus Tagesgeld und Bankdarlehen. Dabei gehen wir davon aus, dass der Kunde acht Jahre lang monatlich 150 Euro sparen kann und Guthaben und Darlehen anschießend für den Kauf oder die Modernisierung seiner Immobilie einsetzen möchte. Der Sparer erhält keine staatliche Förderung und zahlt keine Kapitalertragsteuer.

Für eine Modellrechnung nutzen wir den Bausparrechner der BHW Bausparkasse, Tarif Wohnbausparen.

Eckdaten Bausparvertrag

Bausparsumme37.000 €
Spardauer8 Jahre (96 Monate)
Sparrate pro Monat150 €
Guthabenverzinsung0,1 %
Abschlussgebühr1,6 % der Bausparsumme / 592 €
Jahresentgelt12 €
Einzahlungen14.400 €
Guthaben nach Ansparzeit13.752 €
Höhe Bauspardarlehen23.248 €
Höhe Darlehenszins (effektiv)2,83 %
Darlehensrate pro Monat288 €
Laufzeit des Darlehen7 Jahre, 4 Monate (88 Monate)

Quelle: BHW Bausparkasse, Rechner Bausparen, Finanztip-Berechnung (Stand: 29. März 2022)

Auf den ersten Blick ist bereits zu sehen: In der Ansparphase lohnt sich der Bausparvertrag nicht: Einzahlungen von insgesamt 14.400 Euro steht am Ende der Sparphase ein Guthaben von lediglich 13.752 Euro gegenüber. Die mickrige Basisverzinsung von 0,1 Prozent wird also von den hohen Kosten (von insgesamt 700 Euro) aufgefressen. Von "Sparen" kann da keine Rede mehr sein.

Vergleich von Bausparvertrag mit dem Tagesgeldkonto

Die Zahlungen des Bausparvertrags vergleichen wir mit der zweistufigen Lösung: Der Sparer zahlt seine monatliche Rate zunächst auf ein Tagesgeldkonto ein. Nach derselben Zeit wie beim Bausparvertrag nimmt er dann ein Darlehen auf, um ebenfalls auf 37.000 Euro zu kommen. Dabei untersuchen wir drei verschiedene Zinsniveaus.

Das Ergebnis: Bei einem Anstieg der Bauzinsen auf 4,3 Prozent pro Jahr (als effektiver Jahreszins) sind beide Lösungen gleich gut (Szenario 2). Bleiben die Zinsen auf dem aktuellen Niveau (Szenario 1), schneidet der Bausparer um etwa 1.100 Euro schlechter ab als der Tagesgeld-Sparer. Im Wesentlichen liegt das an der Abschlussgebühr des Bausparvertrags. Für den Fall, dass die Bauzinsen etwas mehr ansteigen (Szenario 3), spielt der Bausparvertrag seinen Vorteil beim Darlehenszins aus. Gut 260 Euro spart der Bausparer bei den Zinsen.

Ein Bausparvertrag ist also eine Versicherung gegen steigende Zinsen. Wenn Du Planungssicherheit willst und befürchtest, dass die Zinsen in den nächsten Jahren um deutlich mehr als zwei Prozentpunkte zulegen, lohnt sich der Bausparvertrag. Du solltest Dir jedoch zusätzlich sicher sein, dass Du das Baudarlehen auch in Anspruch nimmst. Ansonsten lohnt sich das kostenlose Sparen mit dem Tagesgeldkonto deutlich mehr. Aktuelle Entwicklungen der Zinsen findest Du auch in unserer Zinsprognose.

Modellberechnung: Bausparvertrag oder Tagesgeldkonto plus Baukredit

 Szenario 1: Zinsen bleiben auf aktuellem NiveauSzenario 2: Kein Vorteil oder NachteilSzenario 3: deutlicher Zinsanstieg
Tagesgeld plus Darlehen   
Tagesgeld Zins0,1 %0,1 % / 1,5 %0,1 % / 1,5 %
Guthaben nach Ansparzeit14.457 €15.236 €15.236 €
Höhe Darlehen22.542 €21.764 €21.764 €
Darlehenszins pro Jahr (nom./eff.)2 % / 2 %4,2 % / 4,3 %4,5 % / 4,6 %
Darlehensrate pro Monat276 €288 €291 €
Gesamtaufwand24.255 €25.328 €25.592 €
Aufwand Bausparvertrag25.328 €25.328 €25.328 €
    
Vorteil/Nachteil Bausparvertrag- 1076 €0 €+ 264 €

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 29. März 2022), Zinsanstieg beim Tagesgeld bei Szenario 2 und 3: von 0,1 Prozent pro Jahr auf 1,5 Prozent pro Jahr nach 24 Monaten.

Im Video: Bausparen einfach erklärt

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