Anschlussfinanzierung

Beste Zinsen für den neuen Baukredit

Dirk Eilinghoff Stand: 13. Mai 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Anschlussfinanzierung benötigst Du, wenn der Festzins Deines Baukredits ausläuft und Du der Bank noch Geld schuldest.
  • Die Anschlussfinanzierung ist eine gute Gelegenheit, die Monatsrate an Deine aktuelle finanzielle und persönliche Situation anzupassen.
  • Wer die Angebote verschiedener Banken vergleicht, kann – je nach Restschuld und Zinskondition – mehrere Tausend Euro sparen.
  • Wichtig ist es, bei der Anschlussfinanzierung nicht unter Zeitdruck zu geraten.
So gehst Du vor
  • Warte nicht auf das Angebot Deiner Bank, sondern such selbst frühzeitig nach günstigen Angeboten.
  • Bereits 36 Monate vor dem Ende der Zinsbindung kannst Du Dir die aktuellen Zinsen mit einem Forward-Darlehen sichern.
  • Spätestens drei Monate vor Ende der Zinsbindungsfrist solltest Du Angebote vergleichen und mit Deiner Bank sprechen.
  • Bietet die Bank kein konkurrenzfähiges Angebot, solltest Du den Hauskredit zu einer anderen Bank umschulden.
  • Nutze den Marktüberblick der großen Kreditvermittler. Unsere Empfehlungen sind Dr. Klein, Interhyp und Planethome.

In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Du Deine Baufinanzierung umschulden kannst. Wenn Du nach Wegen suchst, einen Ratenkredit umzuschulden, hilft Dir unser Ratgeber Ratenkredit umschulden weiter.

Wann benötigst Du eine Anschlussfinanzierung?

Du benötigst eine Anschlussfinanzierung, wenn Du für Dein Haus oder Deine Wohnung einen Baukredit aufgenommen hast und der Bank am Ende der Zinsbindung noch Geld schuldest. Die Zinsbindung ist die Zeit, für die der Zinssatz bei Abschluss des Vertrags festgeschrieben wird. Typische Zinsbindungen sind zum Beispiel fünf, zehn oder fünfzehn Jahre. Ist diese Zeit verstrichen, schickt Dir die Bank üblicherweise eine neue Zinsvereinbarung – und Du musst entscheiden, ob Du unterschreibst.

Die neue Zinsvereinbarung ist nötig, weil die Zinsbindung bei den meisten Baukrediten kürzer ist als die errechnete Zeit bis zur letzten Rate, also die Laufzeit. Wie lange es dauert, bis das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist, lässt sich bei einem Baukredit mit fester Monatsrate (einem sogenannten Annuitätendarlehen) aus nur zwei Angaben berechnen: dem Zinssatz und dem anfänglichen Tilgungssatz.

Ein Beispiel: Bei einem Zinssatz von 2 Prozent und einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent dauert es knapp 35 Jahre, bis Du den Baukredit vollständig zurückgezahlt hast. Wenn Du also eine erste Zinsbindungsfrist von zehn Jahren mit Deiner Bank vereinbart hast, musst Du Dich rein rechnerisch dreimal um die Anschlussfinanzierung kümmern.

In der Praxis geht es meist deutlich schneller. Grund dafür sind Gestaltungsmöglichkeiten bei der Rückzahlung und zusätzliches Vermögen oder Einkommen. Eigenheimbesitzer nutzen Sondertilgungen, Gehaltserhöhungen, Erbschaften und wegfallende Ausgaben, etwa für Kinder, die irgendwann aus dem Haus sind, um den Baukredit schnell zurückzuzahlen.

Statt der errechneten 35 Jahre dauert es dann nur 15 oder 20 Jahre. Der Kunde muss dann vielleicht nur ein einziges Mal eine Anschlussfinanzierung berechnen.

Anschlussfinanzierung ist auch für Bausparer ein Thema

Hast Du bei der Baufinanzierung nicht auf eine Bank oder Versicherung gesetzt, sondern auf eine Bausparkasse, ist der Zinssatz meist für die gesamte Laufzeit festgelegt. Im Prinzip ist das Thema Anschlussfinanzierung dann für Dich bereits erledigt, denn Deine Immobilie ist „durchfinanziert“.

Allerdings kannst Du auch in diesem Fall häufig noch sparen, etwa, wenn die Hypothekenzinsen seit Deiner Erstfinanzierung gesunken sind: Bei einem Bausparvertrag kannst Du das Bauspardarlehen jederzeit kostenfrei tilgen. Ist der Zinssatz höher als bei einem Kredit von der Bank, lohnt es sich also, das Bauspardarlehen umzuschulden.

Wie funktioniert eine Anschlussfinanzierung?

Grundsätzlich kannst Du die Anschlussfinanzierung auf zwei Arten regeln: Entweder gehst Du den kurzen Weg, indem Du das Darlehen bei der alten Bank belässt und einfach eine neue Zinsvereinbarung schließt. In der Sprache der Banken heißt dieses Vorgehen Prolongation. Bei einem normalen Baukredit von einer Bank oder Versicherung kommt die Bank in diesem Fall spätestens drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung auf Dich zu und bietet Dir eine neue Zinsvereinbarung an. Wenn Du die neue Zinsvereinbarung allerdings sofort unterschreibst, weißt Du nicht, ob der angebotene Zinssatz günstig ist.

Die zweite Möglichkeit ist es, für einen besseren Zins zu einer anderen Bank zu gehen. In diesem Fall spricht man von einer Umschuldung der Baufinanzierung. Ob sich das Umschulden lohnt, erfährst Du erst, wenn Du Angebote für eine Anschlussfinanzierung vergleichst. Bevor Du damit anfängst, solltest Du allerdings überlegen, wie viel Geld Du für den nächsten Abschnitt der Finanzierung benötigst.

Die beste Anschlussfinanzierung besteht also aus drei Schritten:

  1. Vorbereitung,
  2. Vergleich von Angeboten,
  3. Umschuldung oder Verbleib bei der alten Bank.

Wie bereitest Du die Anschlussfinanzierung am besten vor?

Die beste Vorbereitung für die Anschlussfinanzierung ist ein kurzer Blick auf die eigene Lebenssituation und ein neuer Kassensturz:

  • Hast Du neben dem Baukredit noch Geld angespart? Oder bekommst Du bis zum Ende der Zinsbindung noch eine größere Summe (zum Beispiel als Erbschaft oder Schenkung)?
  • Haben sich Deine Einnahmen oder Ausgaben geändert (zum Beispiel, weil Du Nachwuchs bekommen oder den Job gewechselt hast)?
  • Erwartest Du in absehbarer Zeit Veränderungen bei der Arbeit oder Familie, die Einfluss auf Deine finanzielle Situation haben?

Die Antworten auf diese Fragen bestimmen, wie die passende Anschlussfinanzierung für Dich aussieht:

Neue Kreditsumme - Die Summe, die Du der Bank am Ende der Zinsbindung noch schuldest (die Restschuld), kannst Du in dem Moment grundsätzlich ganz oder teilweise zurückzahlen. Anders als bei einer vorzeitigen Kündigung wird keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig.

In der Praxis kannst Du dies mit Deiner alten Bank besprechen, wenn diese sich mit der neuen Zinsvereinbarung bei Dir meldet. Dann ist es in der Regel kein Problem, zusätzliche Zahlungen bei der Anschlussfinanzierung zu berücksichtigen. Rein rechtlich ergibt sich diese Möglichkeit aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 489 Abs. 1 BGB). Demnach kannst Du den Darlehensvertrag zum Ende der Zinsbindung mit einer Frist von einem Monat kündigen.

Geld, das Du in der Zwischenzeit angespart oder etwa geerbt hast, kannst Du also der Bank auf den Tisch legen und damit die Kreditsumme für den nächsten Abschnitt der Finanzierung verringern. Das bedeutet: Du sparst ordentlich Zinsen.

Neue Monatsrate - Deine bisherige Monatsrate kannst Du ebenfalls verändern. Das ist immer dann sinnvoll, wenn sich Deine Einnahmen und Ausgaben geändert haben. Mit einer höheren Monatsrate zahlst Du den Baukreditschneller zurück – immer vorausgesetzt, die Zinsen sind nicht gestiegen. Es kann aber auch vorkommen, dass die alte Monatsrate für Deine aktuelle finanzielle Situation zu hoch ist. Dann solltest Du mit der Bank darüber sprechen und die Rate anpassen.

Neue Zinsbindung - Es kann sein, dass sich Deine Lebensumstände absehbar verändern, etwa, weil Du voraussichtlich in eine andere Stadt ziehst. Dann kann es sinnvoll sein, eine eher kurze Zinsbindung (zum Beispiel fünf Jahre) zu wählen, damit Du keine hohe Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen musst, wenn Du Dein Haus verkaufst.

Vielleicht rechnest Du aber auch mit steigenden Zinsen und möchtest Dir die niedrigen Zinsen sichern. In diesem Fall solltest Du eher eine lange Zinsbindung wählen. In jedem Fall lohnt es sich, die verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen.

Insgesamt ist es ratsam, die neue Finanzierung so einzustellen, dass Du spätestens zum Renteneintritt schuldenfrei bist.

Wie findest Du eine günstige Anschlussfinanzierung?

Spätestens wenn Du das Angebot der Hausbank erhalten hast (also spätestens drei Monate vor Ende der Zinsbindung), solltest Du selbst aktiv werden. Hilfreich ist es, zunächst mit einem Hypothekenrechner die neue Baufinanzierung zu berechnen. Für das beste Angebot benötigst Du dann einen Marktüberblick über die aktuellen Zinskonditionen.

Diesen Überblick erhältst Du am einfachsten bei einem der großen Vermittler von Baufinanzierungen. Die Vermittler haben Zugriff auf die Angebote von Hunderten von Kreditgebern und können so ermitteln, welche Bank auf ihrer Plattform gerade das beste Angebot macht. Wir empfehlen einen Zinsvergleich bei einem der folgenden Kreditvermittler.

Dr. Klein
Allfinanzvermittler, spezialisiert auf Baufinanzierung
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Planethome
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Wie verhandelst Du mit Deiner Bank?

Meistens möchte Deine bisherige Bank Dich für die Anschlussfinanzierung behalten. Die Gründe dafür sind recht einfach:

  • Die Bank hat deutlich weniger Bearbeitungsaufwand als bei der Erstfinanzierung. Alle Unterlagen liegen vor und wurden seinerzeit geprüft.
  • Die Bank hat ein geringeres Ausfallrisiko, denn Du hast über Jahre gezeigt, dass Du die Raten pünktlich bezahlst.
  • Die Bank hat deutlich höhere Sicherheiten, denn durch die Tilgung während der vorhergehenden Zinsbindungsfrist hat sich die Restschuld – und damit die Höhe des neuen Baukredits – verringert.

Wenn sich die Geschäftspolitik der finanzierenden Bank oder Versicherung nicht grundlegend geändert hat, macht sie in der Regel ein Angebot für die Verlängerung (Prolongation) des Darlehens.

Die Hausbank führt meist Konditionen für unterschiedliche Zinsbindungsfristen auf – und eine kurz gehaltene Frist für die Annahme des Angebots. So entsteht bei Kunden schnell das Gefühl von Zeitdruck. Gleichzeitig genügt in diesem Augenblick eine einfache Unterschrift unter die Vereinbarung, um das Thema rasch und ohne weiteren Aufwand zu regeln.

Auch wenn es in diesem Moment verführerisch einfach ist: Statt einfach zu unterschreiben, solltest Du prüfen, ob das Angebot der alten Bank konkurrenzfähig ist. Einschätzen kannst Du das (wie oben beschrieben) spätestens nach dem Gang zum Kreditvermittler. Vielfach reicht eine unverbindliche Zinsberechnung eines Vermittlers bereits aus, damit die finanzierende Bank ihr Angebot verbessert.

Lässt der bisherige Darlehensgeber nicht mit sich reden, solltest Du die Baufinanzierung zu einer anderen Bank umschulden.

Wie funktioniert eine Umschuldung der Baufinanzierung?

Beim Umschulden gehst Du für den nächsten Abschnitt der Finanzierung zu einer neuen Bank. Damit die Umschuldung reibungslos funktioniert, reichst Du als Erstes aktuelle Unterlagen zum Objekt und zu Deiner persönlichen finanziellen Situation beim Baufinanzierungsvermittler ein. An dieser Stelle musst Du also etwas Zeit investieren. 

Der Rest ist dann Routine: Der Vermittler erledigt die Vorprüfung der Unterlagen und reicht diese dann in Absprache mit Dir bei der Bank mit dem günstigsten Zinssatz ein. Ergeben sich keine Nachfragen, so liegt die Darlehenszusage innerhalb weniger Tage vor, und Du kannst den neuen Darlehensvertrag unterschreiben.

Anschließend nimmt die neue Bank Kontakt mit Deiner bisherigen Bank auf und informiert sie darüber, dass der Kredit am Ende der Zinsbindung abgelöst wird. Am Tag der Umschuldung der Baufinanzierung überweist die neue Bank den offenen Darlehensbetrag an Deine bisherige Bank und übernimmt eine noch bestehende Grundschuld. Ab diesem Zeitpunkt läuft Deine Baufinanzierung über die neue Bank.

Welche Kosten bei der Umschuldung entstehen

Die Kosten für ein solches Umschulden betragen in der Regel nur einen Bruchteil der Ersparnis, die Du durch den günstigeren Zinssatz erreichst: Weder die bisherige noch die neue Bank verlangen für diesen Wechsel Gebühren. Es entstehen lediglich die Kosten für die Grundschuldabtretung: Im Grundbuch tritt die neue Bank an die Stelle der alten. Die Kosten dafür liegen je nach Höhe der Grundschuld bei 0,1 bis 0,2 Prozent des Grundschuldbetrags, für eine Grundschuld von 100.000 Euro also bei gerade einmal 200 Euro.

Wie viel kannst Du bei der Anschlussfinanzierung sparen?

Aus den Merkmalen des Annuitätendarlehens ergibt sich, dass Du bei der ersten Anschlussfinanzierung am meisten sparen kannst: Die Restschuld ist noch relativ hoch, und ein verbessertes Finanzierungskonzept oder ein günstigerer Zinssatz wirkt sich stark auf den nächsten Finanzierungsabschnitt aus. Das zeigt ein Blick auf den Stand der Restschuld nach zehn Jahren.

Restschuld nach zehn Jahren

Zinssatz

anfänglicher

Tilgungssatz

Restschuld
4 %1 %88 %
2 %1 %89 %
2 %2 %78 %

2 %

3 %67 %

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 24. April 2019)

Bei einem Kredit von 200.000 Euro sind also etwa bei Zins- und Tilgungssätzen von jeweils 2 Prozent nach zehn Jahren noch knapp 156.000 Euro übrig. Bleibt es nun bei der alten Rate von 667 Euro pro Monat und dem bisherigen Zinssatz von 2 Prozent, so liegt der anfängliche Tilgungssatz der Rate bei 3,1 Prozent.

In den meisten Fällen wird sich das Zinsumfeld aber ändern. Bei einem Anstieg der Zinsen auf 3 Prozent sinkt der Tilgungsanteil um 1 Prozentpunkt. Die Finanzierung dauert also länger als ursprünglich geplant. Wer in dieser Situation eine etwas günstigere Bank findet (zum Beispiel mit einem Zinssatz von 2,8 Prozent), kann in den folgenden zehn Jahren etwa 3.000 Euro an Zinsen einsparen und seine Restschuld um diesen Betrag verringern. Eine solche Verbesserung des Angebotszinses um 0,2 Prozentpunkte dürfte problemlos zu erzielen sein. Ist der Zinsunterschied größer, liegen die Einsparungen sogar noch höher.

Einsparpotenzial bei Anschlussfinanzierung mit günstigem Zins

Rate

Sollzinssatz

Tilgungssatz

Restschuld

667 €3 %2,1 %117.000 €
667 €2,8 %2,3 %114.000 €

Ursprüngliche Kreditsumme: 200.000 Euro, Restschuld Anschlussfinanzierung: 155.760 Euro.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 24. April 2019)

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anschlussfinanzierung?

Bisher sind wir davon ausgegangen, dass Du (wie sehr viele Häuslebauer) mit der Anschlussfinanzierung wartest, bis Deine Bank auf Dich zukommt. Statt allerdings auf die Angebote des bisherigen Geldgebers zu warten, kannst Du auch selbst die ersten Schritte unternehmen. Dieses Vorgehen empfiehlt sich besonders, falls Du erwartest, dass die Hypothekenzinsen bis zum Ende der Zinsbindung noch steigen.

So fängst Du ein Jahr früher an

Etwa ein Jahr vor dem Ende der Zinsbindung lassen sich ein neues und ein altes Darlehen übergangslos aufeinander abstimmen. Dazu musst Du nur darauf achten, dass Du mit der übernehmenden Bank eine ausreichend lange Zeit ohne Bereitstellungszinsen vereinbarst.

Zwölf Monate dürften die Obergrenze für die bereitstellungsfreie Zeit sein, sechs Monate ein problemlos zu erzielender Wert. Wenn Du von der Zinssituation keine Eile siehst, bist Du also mit einem halben Jahr Vorlauf auf der sicheren Seite.

Falls Du so früh anfängst, solltest Du zunächst bei Vermittlern die aktuellen Zinssätze in Erfahrung bringen. Anschließend kannst Du Deine bisherigen Darlehensgeber auffordern, Dir ebenfalls ein Angebot zu machen.

Mit einem Forward-Darlehen noch früher handeln

Sofern Du Dir Sorgen um die Zinsentwicklung machst, kannst Du bis schon einige Jahre vor dem Ende der Zinsbindungsfrist loslegen und ein Forward-Darlehen abschließen. Im Grundsatz sicherst Du Dir damit den aktuellen Zinssatz für die Anschlussfinanzierung.

Allerdings lässt sich die neue Bank den langen Vorlauf bis zur Ablösung des alten Darlehens bezahlen. Sie verlangt für die Zeit ab Auszahlung einen Zinsaufschlag (Forward-Aufschlag) auf die aktuelle Zinskondition.

Einige Banken bieten ein solches Forward-Darlehen bereits mehr als 60 Monate vor dem Ende der Zinsbindung an. Allerdings ist das Angebot dann überschaubar und der Forward-Aufschlag hoch. Ein guter Zeitpunkt, um die Zinssituation und Angebote für Forward-Darlehen zu prüfen, ist etwa 36 Monate vor Ende des Festzinses.

Als künftiger Kreditnehmer machst Du ein gutes Geschäft, falls die Zinsen beim Ablösen über dem vereinbarten Zinssatz liegen. Bei dem vereinbarten Zinssatz bleibt es allerdings auch dann, wenn die Zinsen nicht ansteigen: Du musst den Baukredit zu den vereinbarten Konditionen bedienen – kündigen kannst Du nur gegen eine Nichtabnahmeentschädigung.

Der Zinsanstieg ist allerdings nicht das einzige Risiko bei einem Forward-Darlehen. Auch andere Veränderungen der persönlichen Situation können das bereits abgeschlossene Darlehen zum Problem machen: Wer sich etwa von seinem Ehepartner trennt oder die Immobilie nach einem Wegzug verkaufen möchte, muss sich nicht nur mit dem bisherigen Darlehensgeber auseinandersetzen, sondern auch mit dem künftigen.

Falls Du das Forward-Darlehen in solch einer Situation dann gar nicht mehr nutzen willst, ist dieser neue Darlehensvertrag ein Problem. Möchtest Du also grundsätzlich Risiken vermeiden, solltest Du auch bei einem drohenden Zinsanstieg noch ein oder zwei Jahre abwarten, bis das Ende der Zinsbindungsfrist weniger als zwölf Monate entfernt ist.

Längerfristige Zinsbindungen nach zehn Jahren beenden

Auf der Suche nach Zinssicherheit haben viele Baufinanzierungskunden in den vergangenen Jahren Darlehensverträge mit längerfristiger Zinsbindung abgeschlossen. In diesen Fällen ermöglicht der Gesetzgeber den Kunden einen vorzeitigen kostenlosen Ausstieg nach zehn Jahren (§ 489 I Nr. 2 BGB).

Liegen die Zinsen zu diesem Zeitpunkt niedriger als bei Abschluss des Darlehens, kannst Du ordentlich sparen, entweder mit einer niedrigeren monatlichen Rate oder einer verkürzten Laufzeit, sofern Du die alte Rate beibehältst.

Die Möglichkeit, das Darlehen zu kündigen, besteht erstmals zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate. Das alte Darlehen endet also nicht zehn Jahre nach Beginn der Zinsbindungsfrist, sondern – je nach Ablauf der Auszahlung – deutlich später.

Ein Beispiel: Du hast im Dezember 2008 einen Darlehensvertrag abgeschlossen. Die letzte Auszahlung war am 31. August 2009. Dann kannst Du das Darlehen ab dem 1. September 2019 mit einer Frist von 6 Monaten kündigen.

Das neue Darlehen kannst Du aber auch früher vereinbaren. In diesem Fall gilt es ebenso darauf zu achten, dass die Ablösung des alten Darlehens und die bereitstellungsfreie Zeit des neuen aufeinander abgestimmt sind.

Was solltest Du bei der Anschlussfinanzierung noch beachten?

Die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Anschlussfinanzierung hast Du vor allem dann, wenn sich Deine finanzielle Situation seit Abschluss des Darlehensvertrags verbessert hat (oder zumindest nicht verschlechtert hat). Ist Dein Einkommen dagegen gesunken oder verteilt sich das vorhandene Einkommen auf eine größere Anzahl von Personen (weil Du etwa Nachwuchs bekommen hast), kann es sein, dass Du bei der Anschlussfinanzierung gar keine große Auswahl hast.

So wichtig ist Deine Kreditwürdigkeit

Die Möglichkeit, Deinen Baukredit zu einer anderen Bank umzuschulden, hast Du nur dann, wenn die neue Bank nach der Prüfung Deiner Unterlagen zu dem Ergebnis kommt, dass Du die Monatsrate langfristig aufbringen kannst. Diese Prüfung Deiner „Kreditwürdigkeit“ hat nur wenig damit zu tun, wie Du Deine finanzielle Lage selbst einschätzt: Vielleicht wirtschaftest Du sparsam und kommst mit Deinem Einkommen (einschließlich der alten Rate) gut über die Runden. Die Bank rechnet für ihre Beurteilung dagegen mit Pauschalbeträgen. Jedes zusätzliche Familienmitglied „verbraucht“ also auch einen Teil des Haushaltseinkommens.

Ob es voraussichtlich mit der Finanzierung klappt oder nicht, kann der Kreditvermittler für Dich prüfen. Wird es zu knapp, musst Du wohl oder übel bei der alten Bank bleiben – denn die prüft bei einer Anschlussfinanzierung die Kreditwürdigkeit nicht erneut.

Auch bei Bauspar-Kombi-Krediten kannst Du umschulden

Wer sein Haus oder seine Wohnung über einen Bausparvertrag finanziert, schließt häufig gleich zwei Verträge ab: Ein Vorausdarlehen dient zum sofortigen Kauf oder Hausbau und ein Bausparvertrag zur Ablösung dieses Darlehens nach einer festgelegten Zeit. Fachleute sprechen auch von einer Bauspar-Sofortfinanzierung.

Wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, kannst Du auch in diesem Fall überlegen, ob Du das Darlehen überhaupt annehmen willst. Da die Bausparkasse die Konditionen für das zweite Bauspardarlehen bereits zu Beginn der Finanzierung festschreibt, bieten sich auch bei diesem Finanzierungsmodell Gestaltungsmöglichkeiten an.

Liegt das aktuelle Zinsniveau unter dem festgelegten Zinssatz, kannst Du auf die Annahme des Bauspardarlehens verzichten. Du verwendest dann nur das Guthaben aus dem Bausparvertrag und vereinbarst für die verbleibende Restschuld ein Annuitätendarlehen mit einer Bank.

Eine weitere Möglichkeit ist es, nach dem Wechsel auf das „normale“ Bauspardarlehen dieses nach einiger Zeit abzulösen. Bei einem Bausparvertrag ist diese Ablösung jederzeit kostenfrei möglich.

Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung

  • Mit der passenden Baufinanzierung sparen Häuslebauer schnell Tausende Euro.
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Zum Ratgeber

Autor
Dirk Eilinghoff

Stand: 13. Mai 2019


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