Auch wenn ich nicht Planschkuh bin ...
Ist das Dein persönliches Bauchgefühl, oder hast Du dazu auch ne Quelle?
(Diese Sprache "ne Quelle" erinnert mich an diverse Politiker des linken Spektrums - wenn diese Volksnähe dokumentieren oder simulieren wollen ...)
Zum Thema einer hohen oder höheren "Staatsverschuldung" und deren Folgen - sprich, wer trägt hauptsächlich deren Kosten - auch für die "Vermögenskonzentration" (*) übrigens, hat erst jüngst ein Ökonom (Moustafa Chatzouz) ein lesenswertes Arbeitspapier des "Internationalen Währungsfonds" (IWF) vorgelegt. Hat aus meiner Sicht auch deshalb besondere Bedeutung, weil der IWF schon länger nicht mehr im Verdacht steht, eine Filiale der ordoliberalen Schule zu sein.
(*) Für die politische Linke und ihre Vordenkenden ist die Studie auch diesbezüglich ernüchternd bis verheerend, denn diese politische Richtung begründet (noch) höhere Staats-Verschuldung seit vielen Jahren mit sozialer Gerechtigkeit. Der typische Einwand wird nun lauten, der Staat müssen dann eben bei Kapitalerträgen, Erbschaften und Vermögen kräftiger zugreifen. Die Studie dämpft diese Hoffnung empirisch in doppelter Hinsicht. Kapital- und Erbschaftssteuern spielen (aus Gründen) als Einnahmequelle in allen Industrieländern nur eine (absolute) Nebenrolle, getragen werden die Industriestaaten von den Steuern auf Arbeit, selbst am oberen Rand der Einkommen. Überdies bleibt die effektive Belastung der großen und größten Vermögen regelmäßig hinter den nominalen Sätzen zurück, da es Gestaltungs- und Verlagerungsmöglichkeiten gibt (ebenso wie professionelle Beratung und Betreuung). Eine Binse und Sachgesetzlichkeit außerdem: Kapital ist ein scheues Reh und zudem weltweit mobil. Immer schärfere Substanzsteuern werden die Verteilungswirkung der Schulden kaum bis gar nicht ändern sprich korrigieren. Dafür treffen sie private Investitionen, die Arbeitsplätze schaffen oder sichern (zur Erinnerung: Auf die lange Sicht stammen 88% aller Investitionen hierzulande von privater Seiten und 12% von staatlicher Seite).
Grundsätzlich: Ansonsten sollte jedem halbwegs an ökonomischen Zusammenhängen Interessiertem klar sein (Sachgesetzlichkeiten), daß "Politik auf Pump" (sprich via hoher und/oder weiter steigender Staatsverschuldung) ...
... erstens Politiker zur Gegenwartspräferenz motiviert präziser verführt (u. a. mit dem "Kauf von Wählerstimmen"). Verwendung der zusätzlichen Mittel (via Schulden generiert) bevorzugt für konsumtive statt für investive Zwecke. Gerne werden auf diese Weise auch dringend benötigte strukturelle Reformen vertagt und/oder zunächst mit den zusätzlichen Mittel die Probleme "zugeschüttet" (narkotisiert).
... zweitens verdrängt eine solche schuldenfinanzierte staatliche Nachfrage private Investitionen über knappe Kapazitäten ebenso wie über den Kapitalmarkt.
... last but not least engt perspektivisch - früher oder später; nicht selten früher als erhofft - der erforderliche Schuldendienst die Entscheidungsfreiheit folgender Regierungen aber auch künftiger Generationen ein. Neben der Begleitmusik höherer Zinsen an den Kapitalmärkten auf die Staatsanleihen solcher Länder, zeigt ein Blick in die lange Geld-, Finanz- und Währungsgeschichte, daß höhere Inflation (und u. a. Monetarisierung der Staatsschulden durch Ankauf derselben durch die eigene Notenbank, um die Zinsen zu drücken und die Schuldentragfähigkeit zu sichern) zu den typische Folge einer solchen (Schulden)Politik zählt.
Die Bedeutung einer eventuellen Rating-Abstufung Deutschlands für die Eurozone -
konzeptionell (hoch) fragile Konstruktion mit diversen Konstruktionsmängeln" (angefangen von dem Auseinanderfallen der Geldpolitik (zentral und supranational bei der EZB) und der Fiskalpolitik (dezentral auf nationaler Ebene verblieben) bis zur "Einheitswährung" mit 21 (teilweise sehr heterogenen) Ländern) und diversen Problem-Kandidaten (Stichwort: Frankreich - um nur ein Beispiel zu nennen)
- bei der Thematik "Staatsverschuldung" hierzulande ganz außen vor gelassen. Das wäre ein eigenständiges Thema.
Dir, Newb , weiter ne glückliche Vorgehensweise mit Deinen privaten Finanzen ... !