Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung

So bekommen Sie ein höheres Nettogehalt am Monatsende

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Freibeträgen bei der Lohnsteuer sichern Sie sich ein höheres Nettoeinkommen schon ab dem nächsten Monat – durch einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung.
  • Steuerpflichtige können individuelle Freibeträge beantragen, die zwei Jahre gültig sind.
  • Ein höheres Nettogehalt kann Ihnen bei Sozialleistungen wie dem Elterngeld finanzielle Vorteile bringen. Sie müssen dafür bestimmte Fristen beachten.
  • Haben Sie einen Freibetrag eintragen lassen, dann müssen Sie im Folgejahr fast immer eine Steuererklärung abgeben.

So gehen Sie vor

  • Den „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ stellen Sie bis spätestens Ende November beim Finanzamt auf einem amtlichen Vordruck. Dann profitieren Sie beim Dezembergehalt vom gesamten Jahresfreibetrag.
  • Bei einem neuen Antrag müssen Sie für die meisten Aufwendungen einen Betrag von mindestens 600 Euro nachweisen. Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen zählen hingegen ab dem ersten Euro.
  • Im Hauptvordruck ist der vereinfachte Antrag integriert. Dieser genügt, wenn sich nur der steuerfreie Jahresbetrag ändert oder die Zahl der Kinderfreibeträge. Sie müssen dem Hauptvordruck noch die entsprechende Anlage beifügen, zum Beispiel die Anlage Werbungskosten.
  • Haben Sie einen Freibetrag, der nach einer Zeit nicht mehr gerechtfertigt ist, müssen Sie das dem Finanzamt mitteilen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Mit einem Freibetrag sinkt Ihr zu versteuerndes Einkommen und Ihr Arbeitgeber muss weniger Lohnsteuer einbehalten. Dadurch erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen. Um die Vorteile des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens zu nutzen, beantragen Sie beim Finanzamt einen Freibetrag. Ausgaben, die Ihre Steuerlast mindern, werden sofort berücksichtigt und nicht erst, nachdem Sie im Folgejahr Ihre Steuererklärung abgegeben haben.

Den Antrag können Sie noch bis Ende November des laufenden Jahres stellen – Sie profitieren dann ab dem kommenden Monat von den geringeren Abzügen. Besonders interessant ist es für diejenigen, die Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld erhalten – meist mit dem Novembergehalt. Diejenigen Arbeitnehmer sollten bis spätestens Ende Oktober den Freibetrag beantragen, damit sie bereits mit der Novemberauszahlung davon profitieren können. Der Kauf von Weihnachtsgeschenken lässt sich so entspannter angehen. Gesetzlich geregelt ist das Verfahren in Paragraf 39a Einkommensteuergesetz.

Für welche Ausgaben gibt es einen Freibetrag?

Sie können sich einen Freibetrag für die Werbungskosten aus Ihrer Arbeitnehmertätigkeit, für Sonderausgaben oder für außergewöhnliche Belastungen eintragen lassen.

Beispiele für Werbungskosten:

Beispiele für Sonderausgaben:

Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung berücksichtigt der Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug bereits mit der Vorsorgepauschale. Deshalb zählen sie beim Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung nicht.

Beispiele für außergewöhnliche Belastungen:

Generell gelten individuelle Freibeträge maximal zwei Steuerjahre. Ausnahmen hiervon sind ein Behinderten- oder Hinterbliebenenpauschbetrag. Sobald der Pauschbetrag als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert ist, muss er nicht neu beantragt werden. Diese beiden Freibeträge führen nicht automatisch dazu, dass Sie eine Steuererklärung erstellen müssen.

Daneben ist die Eintragung eines Freibetrags auch möglich für:

Die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in Privathaushalten zählen bei der Berechnung eines Freibetrags ab dem ersten Euro. Sie können in Höhe des vierfachen Betrags der sich daraus ergebenden Steuer-Ermäßigung als Freibetrag berücksichtigt werden. Das gilt, soweit sie nicht von dritter Seite (wie einer Versicherung) erstattet werden. Bei Handwerkerleistungen beträgt die maximale Steuerermäßigung 20 Prozent der tatsächlichen Ausgaben, begrenzt auf 1.200 Euro; als Freibetrag werden dann höchstens 4.800 Euro festgesetzt. Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ist die Steuerermäßigung auf 510 Euro begrenzt und der Freibetrag somit auf 2.040 Euro (= 4 x 510 Euro).

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Welche Fristen gelten?

Ihren Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung für 2018 können Sie noch bis zum 30. November 2018 stellen. Dieser gilt grundsätzlich bis zum Jahresende. Das kann sich insbesondere dann für Sie lohnen, wenn Sie zum Jahresende Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld erwarten.

Der Freibetrag wird ab dem 1. des Folgemonats zu einem Ihrer Merkmale auf der elektronischen Variante der Steuerkarte, genannt Elstam (kurz für Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale). Generell beginnt das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren im Oktober des Vorjahres, für den der Freibetrag gelten soll. Seit Oktober 2018 können Sie einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung für 2019 stellen, der bis Ende 2020 gültig sein kann.

Sie können einen Freibetrag für zwei Jahre statt nur für ein Jahr beantragen. Dies spart etwas Arbeit. Der Freibetrag ist ein Jahresbetrag und wird auf die der Antragstellung folgenden Monate verteilt.

Beispiel: Freibetrag 1.200 Euro, beantragt am

  • 30. Oktober 2018 für 2018 = für November und Dezember 2018 jeweils 600 Euro,
  • 30. November 2018 für 2018 = für Dezember 2017 die gesamten 1.200 Euro,
  • 30. November 2018 für 2018 und 2019 = im Dezember 2018 1.200 Euro und für Januar 2019 bis Dezember 2019 jeweils 100 Euro,
  • 1. Oktober 2019 für 2019 und 2020 = Oktober bis Dezember 2019 jeweils 400 Euro und Januar bis Dezember 2020 jeweils 100 Euro.

Eine Besonderheit gilt für den Fall, dass Sie den Antrag im Januar 2019 stellen: Dann wird der Freibetrag rückwirkend zum 1. Januar 2019 gebildet.

Falls sich bei Ihnen im Dezember 2018 etwas ändert und Sie deshalb erst nach dem 30. November 2018 Ihren Antrag stellen, werden diese Änderungen nicht mehr im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren des laufenden Jahres berücksichtigt. Eine Steuerermäßigung können Sie dann nur noch im Rahmen Ihrer Steuererklärung für 2018 geltend machen.

Sie können sich Ihre Elstam auf Antrag vom Finanzamt für Ihre Unterlagen ausdrucken lassen. Ihrem Arbeitgeber brauchen Sie den Ausdruck aber nicht vorzulegen, weil er die Freibeträge und alle weiteren Änderungen Ihrer Besteuerungsmerkmale in einem elektronischen Abrufverfahren erfährt.

Wenn Sie Ihren Freibetrag beispielsweise erst Ende November für das laufende Jahr beantragen, können Sie auf Nummer sicher gehen und der Lohnbuchhaltung Ihres Arbeitgebers mitteilen, dass diese in der Lohnabrechnung für Dezember den Freibetrag anwenden soll. 

Wie überwinden Sie die Antragsgrenze?

Damit Ihnen das Finanzamt einen Freibetrag einträgt, müssen grundsätzlich Ihre Aufwendungen 600 Euro übersteigen. Um diese Grenze zu ermitteln, zieht die Behörde bei den Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro (beziehungsweise 102 Euro bei Versorgungsbezügen) ab. Wenn Sie also allein Werbungskosten geltend machen, dann müssten diese insgesamt mindestens 1.600 Euro betragen.

Bestimmte Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art sowie Unterhaltszahlungen an Ehegatten und andere Angehörige sind Aufwendungen, die für die Berechnung der Antragsgrenze herangezogen werden. Bei den Sonderausgaben berücksichtigt das Finanzamt mindestens den Pauschbetrag von 36 Euro bei Singles und 72 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren sowie Lebenspartnerschaften. Bevor Sie den Antrag stellen, sollten Sie überschlägig berechnen, ob Sie über die 600-Euro-Grenze kommen.

Diese Antragsgrenze gilt nicht für haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerkosten, Haushaltshilfen, Verlustvorträge, einen Verlust (beispielsweise aus Vermietung), den Behindertenpauschbetrag und den Hinterbliebenenpauschbetrag. Hier zählt jeder Euro für einen Freibetrag. 

Fiktives Beispiel - Variante 1:
Der Angestellte Peter Müller aus Berlin stellt im Oktober 2018 bei seinem Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung. Er ist kirchensteuerpflichtig, ledig, hat Steuerklasse I und erhält monatlich ein Bruttogehalt von 3.500 Euro. Mit dem Novembergehalt wird ihm ein Weihnachtsgeld in gleicher Höhe ausbezahlt. Weil er mehr als 1.600 Euro Werbungskosten nachweisen kann, beantragt er einen Freibetrag. Allein für die Fahrt zur Arbeit kann er als Entfernungspauschale geltend machen: 220 Tage mal 20 Kilometer (einfache Entfernung Weg Wohnung zum Arbeitsplatz) mal 0,30 Euro gleich 1.320 Euro. Und er hat noch weitere Werbungskosten, weil er folgende berufsbezogenen Kosten selbst getragen hat und nicht vom Arbeitgeber erstattet bekommen hat. Beispielsweise Arbeitsmittel wie Computer, Handy oder Werkzeuge, die beruflich genutzt werden.

Hier die Übersicht:

Freibetrag wird im Oktober beantragt

Entfernungspauschale  1.320 €
Fortbildungskosten  1.500 €
Fachliteratur  200 €
Arbeitsmittel  300 €
= Werbungskosten 2018  3.320 €
- Arbeitnehmer-Pauschbetrag  -1.000 €
= Freibetrag 2018  2.320 €
Freibetrag für November und Dezember jeweils  1.160 €
Gehaltsabrechnung November 2018: 7.000 €
mit Freibetrag ohne Freibetrag
Lohnsteuer: 1.340,00 € 1.827,25 €
Solidaritätszuschlag (5,5 %): 73,70 € 100,49 €
Kirchensteuer (9 %): 120,60 € 164,45 €
Gesamtsteuerabzug: 1.534,30 € 2.092,19 €
Differenz (mehr netto): 557,89 €
Gehaltsabrechnung Dezember 2018: 3.500 €
mit Freibetrag ohne Freibetrag
Lohnsteuer: 211,58 € 557,25 €
Solidaritätszuschlag (5,5 %): 11,63 € 30,64 €
Kirchensteuer (9 %): 19,04 € 50,15 €
Gesamtsteuerabzug: 242,25 € 638,04 €
Differenz (mehr netto): 395,79 €
Ergebnis für November und Dezember: 557,89 € + 395,79 € = 953,68 €

Quelle: Finanztip-Berechnung vom 6. November 2018 mit dem Rechner des Bundesfinanzministeriums

Variante 2:
Herr Müller beantragt seinen Freibetrag erst im November 2018, so dass der Jahresfreibetrag von 2.320 Euro bei seinem Dezembergehalt von 3.500 Euro berücksichtigt wird:

Freibetrag wird erst im November beantragt

Gehaltsabrechnung Dezember 2018:mit Freibetragohne Freibetrag
Lohnsteuer: 0 € 557,25 €
Solidaritätszuschlag (5,5 %): 0 € 30,64 €
Kirchensteuer (9 %): 0 €50,15 €
Gesamtsteuerabzug Dezember: 0 € 638,04 €
Ergebnis für Dezember: 638,04 €

Quelle: Finanztip-Berechnung vom 6. November 2018

Ergebnis: Herr Müller hat immerhin ein um 638,04 Euro höheres Nettogehalt, weil er den Freibetrag im Dezember nutzt. Da er diesen aber nicht schon Ende Oktober beantragt hat (siehe Variante 1), gibt er dem Finanzamt de facto einen unverzinsten Kredit in Höhe von 315,64 Euro. Dieses Geld kann er sich erst mit der nächsten Einkommensteuererklärung zurückholen

Ab 2019 ergeben sich wegen des veränderten Steuertarifverlaufs geringfügig andere Zahlen.

Auf die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge wirkt sich ein Freibetrag nicht aus.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung müssen Sie auf einem Papierformular bei dem Finanzamt stellen, in dessen Bezirk Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung wohnen. Haben Sie mehrere Wohnungen, ist das Finanzamt jenes Wohnsitzes zuständig, an dem Sie sich vorwiegend aufhalten. Bei Ehegatten oder Lebenspartnern mit mehreren Wohnsitzen ist das Finanzamt zuständig, an dem sich die Familie vorwiegend aufhält.

Je nachdem, ob Sie erstmals einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen oder ob Sie Ihren bestehenden Antrag ändern wollen, müssen Sie unterschiedliche Formulare ausfüllen. Sie können das benötigte Formular im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung herunterladen.

  • Wenn Sie erstmals einen Freibetrag für das Kalenderjahr 2018 beantragen oder sich Ihr für das vergangene Kalenderjahr gültiger Freibetrag erhöht, verwenden Sie den amtlichen Vordruck „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“. Den Antrag für die Jahre 2018/2019 können Sie noch bis Ende November 2018 stellen.
  • Für Anträge ab 2018 gibt es neu gestaltete Formulare, die jetzt ähnlich gestaltet sind wie die für die Steuererklärung. Sie müssen den Hauptvordruck und nur die Anlagen ausfüllen, die Sie für den Antrag benötigen. Es gibt die Anlage Kinder, Anlage Werbungskosten und die Anlage Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen. Machen sowohl Sie als auch Ihr Ehegatte Werbungskosten für den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung geltend, dann benötigen Sie zwei Anlagen Werbungskosten.
  • Den Antrag müssen Sie auf der ersten Seite des Hauptvordrucks unterschreiben.
  • Wollen Sie 2018 höchstens den Freibetrag beantragen, der für das Kalenderjahr 2017 ermittelt wurde? Oder möchten Sie nur die Zahl der Kinderfreibeträge ändern lassen? Dann brauchen Sie nur den Hauptvordruck auszufüllen. Ihre Angaben machen Sie unter „Lohnsteuer-Ermäßigung im vereinfachten Verfahren“.
  • Wenn Sie als Ehepaar die Steuerklassen ändern möchten, können Sie das grundsätzlich einmal im Jahr beantragen. Dafür müssen Sie den „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ ausfüllen und gemeinsam unterschreiben. Ab 2018 kann jedoch ein Partner mit der Steuerklasse III oder V auch alleine einen Wechsel in die Klasse IV beantragen. Das gilt dann für beide Partner. Falls Sie als Ehepaar die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wünschen, beantragen Sie ebenfalls einen Steuerklassenwechsel.

Alleinerziehende

Alleinerziehende können einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro bekommen. Berücksichtigt wird dieser in der Steuerklasse II. Ab dem zweiten Kind steht Alleinerziehenden ein Zuschlag zum Entlastungsbetrag von 240 Euro je Kind zu. Sie können den Entlastungsbetrag und den Erhöhungsbetrag als Freibetrag in der Anlage Kinder zum Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag beantragen. Alternativ holen Sie sich den kompletten Entlastungsbetrag, indem Sie in Ihrer Steuererklärung die entsprechenden Felder in der Anlage Kind ausfüllen.

Zieht ein Partner in die Wohnung ein, führt dies dazu, dass die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag wegfallen. Dies müssen Sie dem Finanzamt mitteilen.

Formulare beim Finanzamt abgeben

Die Formulare können Sie direkt am Bildschirm ausfüllen oder sich als leere PDF-Datei herunterladen. Beachten Sie bitte, dass Sie das Formular unterschreiben müssen. Daher können Sie es nicht einfach per E-Mail schicken.

Das Finanzamt akzeptiert folgende drei Möglichkeiten, damit das ausgefüllte, ausgedruckte und unterschriebene Formular korrekt ankommt: Entweder Sie versenden es per Post oder Sie gehen beim Finanzamt vorbei und erledigen die Sache persönlich. Alternativ können Sie einen Bevollmächtigten schicken, der sich ausweisen muss und dem Sie vorher schriftlich eine formlose Vollmacht erteilt haben. Bei Ehepaaren und Verpartnerten muss bei einer persönlichen Antragstellung nur einer von beiden Partnern anwesend sein, wenn beide den Antrag unterschrieben haben.

Wer den Antrag zum ersten Mal stellt, muss seine Angaben glaubhaft machen und – soweit vorhanden – entsprechende Nachweise (zum Beispiel den Ausbildungsnachweis eines Kindes) vorlegen. Beim vereinfachten Antrag verlangt das Finanzamt nicht erneut Nachweise über Ihre Aufwendungen, wenn Sie versichern, dass sich nichts Wesentliches geändert hat.

Müssen Sie mit einen Freibetrag eine Steuererklärung abgeben?

Wenn das Finanzamt Ihnen aufgrund Ihres Antrags einen Steuerfreibetrag gewährt, müssen Sie für das abgelaufene Jahr unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung abgeben. Von dieser Verpflichtung gibt es drei Ausnahmen:

1. Sie haben den Behinderten- oder Hinterbliebenenpauschbetrag beantragt.

2. Nur die Zahl Ihrer Kinderfreibeträge hat sich geändert.

3. Ihr im Kalenderjahr insgesamt erzielter Arbeitslohn übersteigt 2017 nicht 11.200 Euro (bei zusammenveranlagten Ehepaaren/Lebenspartnern 21.250 Euro). 

Mitteilungspflicht bei Änderungen

Wenn die genehmigte Lohnsteuer-Ermäßigung nicht mehr der Realität entspricht, dann sind Sie verpflichtet, dies dem Finanzamt mitzuteilen. Das gilt beispielsweise, falls Sie nach einem Jobwechsel eine geringere Entfernungspauschale haben, Sie die doppelte Haushaltsführung aufgeben oder Sie keinen Unterhalt mehr zahlen müssen. Auch wenn der Freibetrag für auswärts wohnende Kinder in der Ausbildung oder der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende Ihnen nicht mehr zusteht, müssen Sie das dem Finanzamt unverzüglich mitteilen.

Freibeträge für Menschen mit Behinderungen und Hinterbliebene

Beeinträchtigte Menschen können wegen der mit ihrer Behinderung zusammenhängenden erhöhten Aufwendungen einen nach dem Grad der Behinderung gestaffelten Pauschbetrag als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend machen (§ 33b Absatz 3 EStG). Alternativ können sie die Pauschbeträge im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer ansetzen. Auch die Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene fließen in die Elstam ein.

Den Freibetrag für behinderte Menschen müssen Sie deshalb nur dann neu beantragen, wenn der Gültigkeitszeitraum abgelaufen ist oder sich der Grad der Behinderung geändert hat. Falls ein solcher Pauschbetrag Ihrem Kind zusteht und auf Sie übertragen werden soll, setzt auch das einen neuen Antrag voraus.

Pauschbeträge für Behinderte

Grad der BehinderungPauschbetrag
25-30310 €
35-40430 €
45-50570 €
55-60720 €
65-70890 €
75-801.060 €
85-901.230 €
95-1001.420 €
Hilflose und Blinde3.700 €

Quelle: § 33b Absatz 3 Einkommensteuergesetz, Stand: 6. November 2018

Beträgt Ihr Grad der Behinderung weniger als 50, aber mindestens 25, steht Ihnen der jeweilige Pauschbetrag unter diesen weiteren Voraussetzungen zu:

  • Sie haben wegen einer Behinderung einen gesetzlichen Anspruch auf Rente (zum Beispiel Unfallrente, nicht aber aus der gesetzlichen Rentenversicherung) oder andere laufende Bezüge.
  • Oder Ihre Behinderung hat zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt oder beruht auf einer typischen Berufskrankheit.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Diese Papiere reichen Sie ein

Als Nachweise akzeptiert das Finanzamt:

  • bei einem Grad der Behinderung von 50 oder mehr: Schwerbehindertenausweis oder Bescheid des Versorgungsamts.
  • bei einem Grad der Behinderung von zwischen 25 und 50: Bescheinigung des Versorgungsamts oder Rentenbescheid.

Besonderheiten für blinde und hilflose Menschen

Blinde (BI) und dauernd hilflose behinderte Menschen (H) erhalten – unabhängig vom Grad ihrer Behinderung – einen Pauschbetrag von 3.700 Euro jährlich. Als Nachweise erkennt die Finanzverwaltung entweder einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen Bl oder H an. Beim Merkmal H reicht ab 2017 auch ein Bescheid über die Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5.

Außergewöhnliche Belastungen

Der Pauschbetrag für behinderte Menschen soll nur die laufenden und typischen Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, für die Pflege sowie für einen erhöhten Wäschebedarf abgelten. Das sind Aufwendungen, die behinderten Menschen erfahrungsgemäß durch ihre Krankheit beziehungsweise Behinderung entstehen und deren alleinige behinderungsbedingte Veranlassung nur schwer nachzuweisen ist. Alle übrigen behinderungsbedingten Aufwendungen (etwa Operationskosten sowie Heilbehandlungen, Kuren, Arznei- und Arztkosten, Fahrtkosten) kann der Steuerpflichtige daneben als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigen lassen – auch wenn er einen Pauschbetrag als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend macht (R 33b Einkommensteuer-Richtlinien).

Der Pauschbetrag für Hinterbliebene beträgt 370 Euro jährlich. Davon profitieren Menschen, denen laufende Hinterbliebenenbezüge bewilligt worden sind, zum Beispiel nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Wirkt sich der Freibetrag auf Lohnersatzleistungen aus?

Falls bei Ihnen im Lohnsteuerabzugsverfahren ein Freibetrag berücksichtigt wird, kann sich das aufgrund Ihres höheren Nettogehalts auch positiv auf staatliche Leistungen wie das Elterngeld auswirken. Für das höhere Elterngeld müssen Sie jedoch den Steuerklassenwechsel spätestens sieben Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt, beantragen. 

Wer absehen kann, dass er arbeitslos werden wird, sollte rechtzeitig eine günstigere Steuerklasse wählen und/oder sich einen Freibetrag eintragen lassen. Wenn die Änderung spätestens mit Wirkung ab dem 1. Januar eingetragen ist, bekommen Sie dadurch ein höheres Arbeitslosengeld.

Auch für andere sozialen Leistungen wie den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, Kurzarbeitergeld und Krankengeld müssen Sie die jeweiligen Fristen einhalten.

Sollen wir Sie
zu wichtigen Steuerfragen
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

* Was der Stern bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

 

Artikel verfasst von

Sabine Himmelberg

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie arbeitete nach ihrem Studium beim Deubner Verlag, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt. Sie leitete dort mehrere Jahre die Redaktion Steuern.

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.