Wie eine Immo als Anlage bewerten?

  • Hallo, ich tu mir gegenwärtig noch etwas schwer das Konzept Immobilie als Investment gut genug zu verstehen um in meinen Gedanken weiter zu kommen.

    Ich habe mir in verschiedenen Regionen die für mich persönlich in Frage kommen Kaufpreise und Mietpreise angesehen und etwas gerechnet und Recherchiert. In vielen der Regionen kann das Immo-Investment nur ein "zocken" auf Wertsteigerung sein da die Mieteinnahmen die Kreditrate nur unterstützen aber erstmal kein positiven Cashflow erzeugen. Für mich damit nicht interessant.

    In einer Region die wohl in das C-Level eingeordnet werden muss sieht die Sache anders aus.

    Als Beispiel hierzu ein Fall der mit KI zusammengefasst ist:

    Kennzahlen & Rendite

    • Kaufpreis: 320.000 €
    • Wohnfläche: 335 m² (6 Einheiten: 32 m², 42 m², 2x 91 m², 47 m², 32 m²)
    • Kaufpreis pro m²: 955 €/m²
    • Mieteinnahmen (Ist): 20.940 € p.a. (ca. 5,21 €/m² Kaltmiete)
    • Bruttomiethrendite: 6,54 %
    • Kaufpreis-Faktor: 15,28-fache Jahreskaltmiete

    Vorteile

    • Solide Rendite: Eine Bruttomietrendite von über 6,5 % ist im aktuellen Zinsumfeld ein positiver Cashflow-Treiber.
    • Günstiger Quadratmeterpreis: Mit unter 1.000 €/m² ist die Substanz im Einkauf preiswert.
    • Modernisierungen erfolgt: Dach neu gedeckt, Fassade verputzt/gestrichen, Fenster erneuert und Gaseinzelthermen schrittweise ausgetauscht.
    • Guter Energieverbrauch: 77 kWh/(m²*a) (Klasse C) ist für Baujahr 1926 ein hervorragender Wert.
    • Risikostreuung: Durch 6 Wohneinheiten verteilt sich das Leerstandsrisiko deutlich besser als bei wenigen großen Einheiten.

    Risiken & Einwände

    • Miethöhe / Steigerungspotenzial: Die Ist-Miete von ~5,20 €/m² Spanne spiegelt das eher strukturschwache Mietniveau wider. Große Sprünge bei Mietsteigerungen sind oft nur schwer durchzusetzen.
    • Gaseinzelthermen: 6 getrennte Heizthermen bedeuten 6 Wartungsverträge und mittelfristig 6 Einheiten, die bei einem Technologiewechsel (z. B. auf Wärmepumpe) aufwendig umgerüstet werden müssen.
    • Kaufnebenkosten & Makler: Die Nebenkosten liegen bei ca. 10,26 % (Kaufpreis 320.000 € -> Gesamtkosten ca. 352.800 € inklusive 4,76 % Courtage).
    • Standort : Zwar solide Infrastruktur, aber historisch eher stagnierende Bevölkerungs- und Mietpreisentwicklung. Fokus liegt hier rein auf dem laufenden Cashflow, weniger auf Spekulation auf Wertsteigerung.

    Kalkulationsbeispiel (Beispielrechnung)

    PostenBetrag
    Kaufpreis320.000 €
    Erwerbsnebenkosten (~10,26 %)32.832 €
    Gesamtkosten352.832 €
    Eigenkapital (z. B. Nebenkosten + 15 % KP)80.832 €
    Fremdkapital (Bankkredit)272.000 €
    Mieteinnahmen p.a.20.940 €
    Zins & Tilgung (~5,5 % Annuität auf Kredit)-14.960 €
    Instandhaltungsrücklage & Nicht umlegbare VK (~20 %)-4.188 €
    Geschätzter Cashflow vor Steuern p.a.+1.792 €

    Was ich hier nicht so richtig verstehe. Nach Abzug der Kosten und Kreditrate bleiben mir am Ende die genannten 1792€ übrig. Das ist ja quasi was man eigentlich will. Man leiht sich Geld investiert dieses auf lange Zeit und am Ende bleibt dabei etwas übrig was man für sonstiges Ausgeben kann und das wäre so ja schon ab Jahr 1.

    Nur mir scheint das irgendwie zu einfach, übersehe ich etwas? Steuer etc. muss ich noch mit rein nehmen, aber kann damit ggf. auch absetzen?

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  • Also, wenn du die Frage stellen musst, dann eigenen sich Immobilien eher nicht für Dich. Und ganz richtig: Mehrzahl. Mit einer kommst du nicht weit.

    Relevant ist vor allem: wieviele Jahresmieten brauchst du, damit die Bude abbezahlt ist. 10 gut, 20 normal, 30 ups

  • Danke für euren input. Dass wegen dieser Frage die immo nicht geeignet ist stimmt vielleicht jetzt. Ich hatte aber schon gehofft genug wissen aufzubauen das zu ändern :)


    In der besagten C-Region wären es ca. 15-20 Jahresmieten.

    Also wäre hier ein nötiger Schritt die kommenden Kosten und Problem zu sichten und das einzugreifen. Stichwort Wärmepumpen oder ähnliches.

  • Vermutlich ist ein Wertpapierdepot stressfreier.
    Kleine Einheiten, häufiger Wechsel?? Wer managed diese jedes Mal? Standort hört sich nicht so toll und zukunftssicher an? Was ist, wenn die Hälfte irgendwann mal leer steht und das Gebäude niemand mehr haben will? Wer "verwaltet" das Ganze bei Handwerkerterminen, Notfällen, Hausgeldabrechungen, etc.??

    Und 6% vor Steuern sind vermutlich auch mit einem MSCI World; ACWI, etc. auf lange Sicht drin (wenn die historischen Werte übertragbar sind).

  • Vorneweg: Ich bin kein Vermieter, habe aber schon öfters mit dem Gedanken gespielt und das ein oder andere Objekt gerechnet.

    Also der Multiplikator ist sehr gut. So einen hab ich bei uns in der Lage noch nicht gesehen . Mit Abstand. Damit müsste sich ein positiver Cash-Flow und eine hohe bis sehr hohe Eigenkapitalrendite abbilden lassen.

    Mir erscheint das zu gut.

    - Folgende Gedanken: Bei so einem geringen m2 Preis sind die Instandhaltungskosten im Verhältnis zur Investitionssumme recht hoch.

    - Bist Du sicher, dass Du die Wohnungen nachhaltig in der Lage vermietet bekommst?

    - Mir scheint hier die ein oder andere Überraschung im Objekt zu liegen. Bist Du sicher, dass hier in der nächsten Zeit keine größere Maßnahme ansteht?

    - Zur Gas-Etagenheizung würde ja schon was geschrieben.

    - Wenn Du das Immogame spielen willst, ist so eine Immobilie die Chance. Mir wäre das zu heiss. Aber deswegen werde ich wohl auch nie über ein Immobilienimperium verfügen ;).

    Und 6% vor Steuern sind vermutlich auch mit einem MSCI World; ACWI, etc. auf lange Sicht drin (wenn die historischen Werte übertragbar sind).

    6% bei Immobilien sind nicht zu vergleichen mit 6% bei Aktien, da Du hier das Eigenkapital Hebeln kannst. Mit allen Vor- und insbesondere auch Nachteilen.

  • Vermutlich ist ein Wertpapierdepot stressfreier.

    Zumal man ja Wertpapiere nicht auf Kredit kauft, um mit der Rendite den Kredit abzubezahlen.

    Wenn das Geld oder die Immobilie aus Erbschaft oder anderen Quellen vorhanden sind, kann sich eine Immobilie lohnen. Aber bitte nur Neubauten nach 1995, sonst wird die energetische Sanierung ein Faß ohne Boden.

  • Vermutlich ist ein Wertpapierdepot stressfreier.
    Kleine Einheiten, häufiger Wechsel?? Wer managed diese jedes Mal? Standort hört sich nicht so toll und zukunftssicher an? Was ist, wenn die Hälfte irgendwann mal leer steht und das Gebäude niemand mehr haben will? Wer "verwaltet" das Ganze bei Handwerkerterminen, Notfällen, Hausgeldabrechungen, etc.??

    Verwaltung und Management mach ich natürlich selber. sass sas wertpapierdepot besser ist kann sein muss aber nicht am ende geht es auch Diversifikation.

  • also beim gezeigten Beispiel weis ich nicht mehr wie derzeit im Exposé steht.

    Man muss/sollte aber einen fiktiven Wert zur Berechnung ansetzen der Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt, z.b. wie die Gasheizungen

    Ansonsten, ob man die Wohnungen dauerhaft nachhaltig vermieten kann? ich denke ja aber natürlich ist es auch ein Risiko. Eben ein anderes Risiko wie beim Etf

  • Hmm, mich schrecken die unter 1000€ pro qm ab, warum verkauft einer so billig. Entweder ist ein großer Modernisierungs- und Instandhaltungsstau vorhanden, oder ein Vermietungsproblem. Wenn ich so einen Preis ansetze will ich das ganze so schnell wie möglich loswerden, was anderes erschließt sich mir nicht.

  • Hmm, mich schrecken die unter 1000€ pro qm ab, warum verkauft einer so billig. Entweder ist ein großer Modernisierungs- und Instandhaltungsstau vorhanden, oder ein Vermietungsproblem. Wenn ich so einen Preis ansetze will ich das ganze so schnell wie möglich loswerden, was anderes erschließt sich mir nicht.

    In einer ostdeutschen Großstadt wie Chemnitz sind solche Preise nicht ungewöhnlich

  • Ist eben eine C-Region. Die sind eben spürbar günstiger und natürlich riskanter. Du kannst mit deiner Aussage recht haben, es kann aber auch anders kommen und aus der C-Region wird eine B-Region.

    Habe mal geguckt, was als C-Region definiert wird.

    Das ist doch alles Schwachsinn.

    Jeder Region/Stadt hat Stadtteile, die besser oder auch schlechter sind.

    War B-Region nicht Bremen und Essen? Ich bekomme einen Lachkrampf.

    Schreib doch mal, um welche Stadt es sich handelt.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen, Krankenkassenbeiträge zu senken und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

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