Risikolebensversicherung und die Gesundheitsfragen

  • Hi zusammen,

    Ich werde Ende Oktober heiraten und wir bekommen im Dezember ein Baby. Beide 37 Jahre alt. Freundin hat eine Immobilie im Wert von 280.000 Euro. Restfinanzierung ca. 150.000 Euro.

    Problem ist, daß ich gerne eine Risikolebensversicherung abschließen möchte und 2 f Diagnosen habe. Ich habe Chat gpt das mal auflisten lassen. Sorry sehr lange.

    DatumICD-CodeDiagnose / BehandlungsgrundRelevanz für RLV

    ca. 2021 (vor ~5 Jahren)F41.2 Erstdiagnose: Angst und depressive Störung, gemischtHoch

    Vorjahre (2021–2025)M54.2 / M62.88Wiederkehrend: Zervikalneuralgie & MuskelverspannungenMittel

    24.11.2025E73.9 / T78.1Laktoseintoleranz & NahrungsmittelunverträglichkeitMittel

    24.11.2025J06.9Akute Infektion der oberen AtemwegeKeine

    10.12.2025F41.2Angst und depressive Störung, gemischt (inkl. Betablocker)Kritisch

    10.12.2025M54.2 / M62.88Zervikalneuralgie & MuskelkrankheitenMittel

    10.12.2025J06.9Akute Infektion der oberen AtemwegeKeine

    27.01.2026–Zahnärztliche Untersuchung, Reinigung, PSI-CodeKeine

    09.03.2026 J06.9Akute Infektion der oberen AtemwegeKeine

    10.03.2026 F52.8Sexuelle Funktionsstörung, nicht organischKritisch

    10.03.2026Z31.6Beratung im Zusammenhang mit Fertilisation (Kinderwunsch)


    Habe ich da überhaupt eine Chance? Bzw. was soll ich tun? Ich verstehe auch nicht warum der Urologe mir eine f Diagnose gegeben hat.

    Grüße 👋🏻

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  • Du könntest über einen Makler eine annonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherungen machen lassen.

    Die Provisionen sollten bei diesen Versicherungen erträglich sein.

    Denkt an die "über Kreuz" Verträge, damit keine Steuer fällig werden.

  • Hi zusammen,

    Ich werde Ende Oktober heiraten und wir bekommen im Dezember ein Baby. Beide 37 Jahre alt. Freundin hat eine Immobilie im Wert von 280.000 Euro. Restfinanzierung ca. 150.000 Euro.

    Ich verstehe das so, dass deine Partnerin Eigentümerin der Immobilie ist. Folglich ist sie auch Schuldnerin bei der finanzierenden Bank und scheint bisher auch gut mit der Belastung klar gekommen zu sein.

    Was ist jetzt deine Rolle in der Geschichte? Vermutlich wohnst du zusammen mit deiner Partnerin in der Immobilie und du musst (solltest) ihr eine Miete zahlen.
    Oder willst du die Raten übernehmen? Wenn ja, dann ist das eine Schenkung und Schenkungen unter Nichtverheirateten könnten steuerlich ein Problem verursachen.

    Wozu benötigst du jetzt eine RisikoLebensversicherung. Wen willst du damit absichern?
    Deine Partnerin oder dein (euer) Kind?

    Beim Abschluss einer Risikoversicherung werden immer "einfache" Gesundheitsfragen gestellt, ab einer bestimmten Größenordnung werden die Vorerkrankungen bis ins "Kleinste" abgefragt. Schummeln sollte man dabei lieber nicht, will man nicht den Versicherungsschutz riskieren.

  • Soweit ich das als medizinischer Laie beurteilen kann, ist keine der aufgelisteten Diagnosen lebensbedrohlich. Depressionen können schon ein erhöhtes Suizidrisiko mit sich bringen, aber in dem Falle zahlt eine RLV sowieso nicht. Warum also sollte bei diesen Diagnosen eine Versicherung dich ablehnen?

  • Ich stelle noch mal die Frage: wer soll denn eigentlich abgesichert werden?

    Es hört sich zwar etwas komisch an, aber die Mutter des Neugeborenen sollte eigentlich eine ordentliche Risikolebensversicherung abschließen..

    Denn wenn sie sterben sollte, kommen erhebliche Betreuungskosten auf den Kindsvater zu. Außerdem muss sie schließlich den Kredit zurückzahlen.

  • Eine Überkreuzversicherung macht eigentlich fast immer Sinn bei einer jungen Familie. Sowohl der Tod des Ernährers als auch der Mutter sind eine psychische und finanzielle Herausforderung zugleich. Schuldenfreiheit würde schon helfen das ganze leichter zu bewältigen.

    Such Dir einen spezialisierten Makler. Sehe das auch nichts aussichtslos solange Du keine BU machen willst. Die würde zwar auch Sinn machen, aber da wird es ganz sicher schwieriger.

    Beim Urologen nachfragen und um Korrektur der Diagnose bitten wäre zu klären.

  • Habe ich da überhaupt eine Chance? Bzw. was soll ich tun? Ich verstehe auch nicht warum der Urologe mir eine f Diagnose gegeben hat.

    Die f-Diagnose klingt nach dem sog. Upcoding. also in der Patientenakte z.B. einen "Verdacht auf X" zu einem "Vorliegen von X" hochzujubeln.

    Hinter dieser seit etwa 2009 verbreiteten Masche, zu der sich leider manche Ärzte motivieren lassen, steckt die eigene Krankenkasse mit dem Ziel, entsprechend mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds abzugreifen, in erster Linie zu Lasten anderer Kassen, die sich des Upcodings eben nicht systematisch befleißigen.

    In zweiter Linie aber eben auch zu Lasten ihrer Versicherten, wenn die nämlich hinterher eine Versicherung mit Gesundheitsfragen abschließen wollen oder ohne Kenntnis des vorherigen Upcodings bereits abgeschlossen haben.

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

  • Hallo Neu1988 , zu Ihrer Frage nach den Chancen: Sie stehen vermutlich besser, als Sie denken. Ein direkter Antrag ist aber der falsche Weg. Hier ein paar Tipps - manches davon wurde ja auch schon von anderen angesprochen.

    1) Erst klären, was wirklich dokumentiert ist. Die ChatGPT-Liste ist keine Grundlage. Lassen Sie sich vom Hausarzt und vom Urologen eine Kopie der Akte geben (Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO). Es macht einen Unterschied, ob eine F-Diagnose als gesichert oder nur als Verdacht kodiert wurde. Eine Korrektur geht nur, wenn die Kodierung tatsächlich falsch ist. Die Gesundheitsfragen müssen Sie immer vollständig und wahrheitsgemäß beantworten.

    2) Zeitfenster beachten. Üblich sind Fragen nach ambulanten Behandlungen der letzten ca. fünf Jahre, bei psychischen Erkrankungen und Psychotherapie oft auch zehn Jahre. Das unterscheidet sich je nach Versicherer. Die Angst-/Depressionsdiagnose seit 2021 liegt also im Fenster und ist für die Risikoprüfung meist relevanter als die Funktionsstörung.

    3) Anonyme Risikovoranfrage über einen Makler. Dabei fragt der Versicherungsmakler ohne Ihren Namen bei mehreren Versicherern an. Mögliche Ergebnisse sind Annahme, Zuschlag, Ausschluss, Rückstellung oder Ablehnung. Ein abgelehnter Antrag kann in Hinweissystemen landen und spätere Anträge erschweren.

    4) Wen Sie absichern, bestimmt die Summe. Bei ca. 150.000 € Restschuld und einem Baby ist der Hauptverdiener der Kern der Absicherung. Eine Überkreuz-Konstruktion (Versicherungsnehmer ist nicht die versicherte Person) vermeidet erbschaftsteuerliche Probleme, wie Musa schon angedeutet hat.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
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