Risikovoranfrage bei der BU

Kranke sollten anonym eine Versicherung anfragen

Julia Rieder Stand: 10. Mai 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer bereits wegen einer Erkrankung in Behandlung war oder einem riskanten Beruf oder Hobby nachgeht, hat womöglich Probleme, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.
  • Mit der sogenannten anonymen Risikovoranfrage können Sie die Chancen auf eine Versicherung ausloten, ohne einen negativen Eintrag in die HIS-Wagnisdatei zu riskieren. Darin tauschen Versicherungen Informationen über ihre Kunden aus.
  • Auf diesem Weg verschiedene Angebote zu vergleichen lohnt sich. Denn Versicherer bewerten Vorerkrankungen, Hobbys und Berufe sehr unterschiedlich.
  • Auch vor Abschluss einer Risikolebens-, Pflegezusatz- oder privaten Krankenversicherung kann eine Risikovoranfrage sinnvoll sein.
So gehen Sie vor
  • Eine Risikovoranfrage sollte immer ein spezialisierter Makler oder Versicherungsberater für Sie vornehmen. Für die Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlen wir die Makler Hoesch & Partner, BUForum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung sowie P&F. Der Makler schwärzt im Versicherungsantrag alle persönlichen Informationen und schreibt die Anbieter an.
  • Beantworten Sie in der Voranfrage alle Gesundheitsfragen ehrlich, sonst bekommen Sie kein reales Bild davon, wie Versicherer Sie einschätzen und welche Kosten auf Sie zukommen.
  • Wer eine Erkrankung hat, erhält oft ein Angebot mit Ausschlussklauseln für bestimmte Leiden oder soll einen Risikozuschlag zahlen. Welche Variante die bessere ist, sollten Sie mit Ihrem Berater abwägen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen ist nicht immer ganz leicht. Die Anbieter versuchen abzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie tatsächlich berufsunfähig werden. Wer körperlich arbeitet, eine abenteuerliche Sportart betreibt oder Vorerkrankungen hat, gilt oft als gefährdet. Hält der Anbieter es für riskant, Sie abzusichern, kann er höhere Beiträge verlangen oder bestimmte Leiden vom Schutz ausschließen. Um auszuloten, bei welcher Versicherung Sie Berufsunfähigkeitsschutz zu den besten Bedingungen bekommen, gibt es die sogenannte anonyme Risikovoranfrage.

Wie funktioniert die Risikovoranfrage?

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) teuer machen oder sogar dazu führen können, dass die Versicherung einen Interessenten ablehnt. Neben Krankheiten gehören dazu auch gefährliche Hobbys wie Tauchen und Klettern oder sogar der Beruf – eben alles, was Versicherungen als riskant empfinden.

Was ein erhöhtes Risiko darstellt, schätzen die verschiedenen Anbieter allerdings unterschiedlich ein. Es kommt vor, dass Kunden, die ein Unternehmen aufgrund einer Vorerkrankung oder eines Hobbys abgelehnt hat, bei einem anderen zu Normalbedingungen unterkommen. Häufig wollen Versicherer im Vertrag bestimmte Leiden vom Versicherungsschutz ausschließen oder einen Risikozuschlag vereinbaren. Deshalb ist es ratsam, mehrere Angebote zu vergleichen und sich dazu beraten zu lassen, welche Variante das kleinere Übel darstellt.

Mit der anonymisierten Risikovoranfrage fragt der Versicherungsmakler oder -berater bei verschiedenen Anbietern nach, zu welchen Konditionen diese Sie versichern würden. Das Besondere dabei ist, dass persönliche Angaben wie Name, Anschrift und Geburtsdatum in dieser Anfrage geschwärzt sind. Somit kann kein Unternehmen Sie identifizieren.

Allerdings weigern sich einige Versicherer, anonyme Voranfragen zu bearbeiten. In solchen Fällen reichen manche Makler und Berater eine mit Namen versehene Anfrage ein, sofern der Anbieter versichert, die Daten nicht an andere Unternehmen weiterzugeben. Die Alternative ist, eine Risikovoranfrage mit falschem Namen zu verschicken, also unter Pseudonym.

Mittlerweile gibt es außerdem Computerprogramme, mit denen Makler bei leichten Fällen direkt online eine Voranfrage starten können. Das Votum der Versicherung, zu welchen Bedingungen ein BU-Schutz möglich wäre, erhalten Sie dann sofort. Allerdings nehmen an diesem Verfahren bisher nicht alle Unternehmen teil.

Warum ist eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll?

Verschicken Sie Risikovoranfragen mit Hilfe eines spezialisierten Maklers oder Versicherungsberaters. So können Sie anonym bleiben und sicherstellen, dass die Versicherungen weder Ihren Namen noch Ihre Adresse speichern. Persönlich bei vielen Anbietern anzuklopfen, kann zum Eigentor werden.

Lehnt ein Anbieter den Vertragsschluss ab, kann er das in der HIS-Wagnisdatei der Versicherer vermerken. In dieser zentralen Datei sammeln viele Versicherungsunternehmen Informationen über ihre Kunden und tauschen sie aus. So kann zum Beispiel ein Rückenleiden, das Sie beim Abschluss einer anderen Versicherung angegeben haben, später den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung verhindern. Eine anonymisierte Anfrage mag aufwendig erscheinen. Doch es ist der sicherste Weg, möglicherweise negative Einträge in der HIS-Datei zu vermeiden.

Welche Rolle spielen Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag?

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen, müssen Sie in der Regel umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten. Angeben müssen Kunden Erkrankungen und Behandlungen, nach denen der Anbieter konkret in Textform fragt. Fragt die Versicherung also nach „ärztlich behandelten Erkrankungen und Leiden“, brauchen Sie demnach keine Beschwerden zu nennen, derentwegen Sie nicht in ärztlicher Behandlung waren.

Seien Sie auf jeden Fall ehrlich, wenn es um Ihren Gesundheitszustand geht. Kann der Anbieter nachweisen, dass Sie vor Abschluss des Vertrags falsche oder unvollständige Angaben gemacht haben, muss er im schlimmsten Fall keine BU-Rente zahlen. Auch bei einer anonymisierten Risikovoranfrage sollten Sie alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Schließlich wollen Sie eine realistische Einschätzung bekommen.

Damit Sie im Gesundheitsfragebogen nichts vergessen oder falsch bezeichnen, sollten Sie zunächst Ihre Patientenakten anfordern, und zwar von allen Ärzten, bei denen Sie im gefragten Zeitraum in Behandlung waren. Bei guten Verträgen sind das maximal die vergangenen fünf Jahre für ambulante Behandlungen und zehn Jahre bei Krankenhausaufenthalten.

In den Unterlagen der Ärzte finden sich manchmal falsche Diagnosen oder Einträge, von denen Sie gar nichts wissen. Fallen Ihnen Fehler auf, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und bitten Sie um Korrektur. Denn die Versicherung kann die Krankenakten noch zehn Jahre lang heranziehen, um die Leistung zu verweigern.

Wenn Sie sich für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung interessieren und eine Risikovoranfrage stellen wollen, empfehlen wir diese Makler:

Hoesch & Partner
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 1983
  • 30 beratende Makler
  • 8 Standorte (Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Berlin, Köln, Hannover)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten auch Honorarberatung und Nettotarife an
BUForum24
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 2003
  • 4 beratende Makler
  • 1 Standort in Neudorf (Schleswig-Holstein)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
Nur beim Anbieter abschließbar
Zeroprov
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2012
  • 3 beratende Makler
  • 1 Standort in Schkölen (Thüringen)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten vorrangig Honorarberatung und Nettotarife an
Nur beim Anbieter abschließbar
Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2005
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Köln
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten auch Honorarberatung und Nettotarife an
Nur beim Anbieter abschließbar
P&F
Beratung zu BU
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2001
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Hövelhof (Nordrhein-Westfalen)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • keine nachgewiesene Erfahrung mit BU-Alternativen
Autor
Julia Rieder

Stand: 10. Mai 2019


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