Risikovoranfrage bei der BU

Eine Ver­si­che­rung anonym anfragen

Barbara Weber
Finanztip-Expertin für Recht

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei bestimmten Vorerkrankungen, riskanten Berufen oder gefährlichen Hobbys kann es schwierig werden, eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung (BU) zu bekommen.
  • Mit einer anonymen Risikovoranfrage kann ein Makler für Dich die Chancen auf eine Ver­si­che­rung ausloten, ohne einen negativen Eintrag in die HIS-Wagnisdatei zu riskieren. Darin tauschen Ver­si­che­rungen Informationen über ihre Kunden aus.
  • Auch vor Abschluss einer Risikolebens-, Pflegezusatz- oder privaten Kran­ken­ver­si­che­rung kann eine Risikovoranfrage sinnvoll sein.

So gehst Du vor

  • Eine Risikovoranfrage sollte immer ein spezialisierter Makler oder Ver­si­che­rungsberater für Dich vornehmen. Für die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung empfehlen wir die Makler Hoesch & Partner, BUForum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung sowie P&F.
  • Der Makler schwärzt im Ver­si­che­rungsantrag alle persönlichen Informationen und schreibt die Anbieter an.
  • Beantworte in der Voranfrage alle Gesundheitsfragen ehrlich, sonst bekommst Du kein reales Bild davon, wie Versicherer Dich einschätzen und welche Kosten auf Dich zukommen.

Eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abzuschließen ist nicht immer ganz leicht. Die Anbieter versuchen abzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Du tatsächlich berufsunfähig wirst. Wer körperlich arbeitet, eine abenteuerliche Sportart betreibt oder Vorerkrankungen hat, gilt oft als gefährdet. Hält der Anbieter es für riskant, Dich abzusichern, kann er höhere Beiträge verlangen oder bestimmte Leiden vom Schutz ausschließen. Um auszuloten, bei welcher Ver­si­che­rung Du Be­rufs­un­fä­hig­keitsschutz zu den besten Bedingungen bekommst, gibt es die sogenannte anonyme Risikovoranfrage.

Wie funktioniert die Risikovoranfrage?

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung (BU) teuer machen oder sogar dazu führen können, dass die Ver­si­che­rung einen Interessenten ablehnt. Neben Krankheiten gehören dazu auch gefährliche Hobbys wie Tauchen und Klettern oder sogar der Beruf – eben alles, was Ver­si­che­rungen als riskant empfinden.

Was ein erhöhtes Risiko darstellt, schätzen die verschiedenen Anbieter allerdings unterschiedlich ein. Es kommt vor, dass Kunden, die ein Unternehmen aufgrund einer Vorerkrankung oder eines Hobbys abgelehnt hat, bei einem anderen zu Normalbedingungen unterkommen. Häufig wollen Versicherer im Vertrag bestimmte Leiden vom Ver­si­che­rungs­schutz ausschließen oder einen Risikozuschlag vereinbaren. Deshalb ist es ratsam, mehrere Angebote zu vergleichen und sich dazu beraten zu lassen, welche Variante das kleinere Übel darstellt.

Mit der anonymisierten Risikovoranfrage fragt der Ver­si­che­rungsmakler oder -berater bei verschiedenen Anbietern nach, zu welchen Konditionen diese Dich versichern würden. Das Besondere dabei ist, dass persönliche Angaben wie Name, Anschrift und Geburtsdatum in dieser Anfrage geschwärzt sind. Somit kann kein Unternehmen Dich identifizieren.

Allerdings weigern sich einige Versicherer, anonyme Voranfragen zu bearbeiten. In solchen Fällen reichen manche Makler und Berater eine mit Namen versehene Anfrage ein, sofern der Anbieter versichert, die Daten nicht an andere Unternehmen weiterzugeben. Die Alternative ist, eine Risikovoranfrage mit falschem Namen zu verschicken, also unter Pseudonym.

Mittlerweile gibt es außerdem Computerprogramme, mit denen Makler bei leichten Fällen direkt online eine Voranfrage starten können. Das Votum der Ver­si­che­rung, zu welchen Bedingungen ein BU-Schutz möglich wäre, erhältst Du dann sofort. Allerdings nehmen an diesem Verfahren bisher nicht alle Unternehmen teil.

Warum ist eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll?

Persönlich bei vielen Anbietern anzuklopfen, kann zum Eigentor werden. Lehnt ein Anbieter den Vertragsschluss mit Dir ab, kann er das im Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherer, kurz HIS-Wagnisdatei vermerken. In dieser zentralen Datei sammeln viele Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Informationen über ihre Kunden und tauschen sie aus. So kann zum Beispiel ein Rückenleiden, das Du beim Abschluss einer anderen Ver­si­che­rung angegeben hast, später den Abschluss einer Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung verhindern.

Daher ist es sinnvoll, bei Vorerkrankungen und gefährlichen Berufen im Vorfeld eine Risikovoranfrage mit Hilfe eines spezialisierten Maklers oder Ver­si­che­rungsberaters zu stellen. So kannst Du anonym bleiben und sicherstellen, dass die Ver­si­che­rungen weder Deinen Namen noch Deine Adresse speichern. Eine anonymisierte Anfrage mag zwar aufwendig erscheinen. Doch es ist der sicherste Weg, möglicherweise negative Einträge in der HIS-Datei zu vermeiden.

Welche Rolle spielen Gesundheitsfragen im Ver­si­che­rungsantrag?

Wenn Du eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung beantragst, musst Du in der Regel umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten. Angeben müssen Kunden Erkrankungen und Behandlungen, nach denen der Anbieter konkret in Textform fragt. Fragt die Ver­si­che­rung also nach „ärztlich behandelten Erkrankungen und Leiden“, brauchst Du demnach keine Beschwerden zu nennen, derentwegen Du nicht in ärztlicher Behandlung warst.

Sei auf jeden Fall ehrlich, wenn es um Deinen Gesundheitszustand geht. Kann der Anbieter nachweisen, dass Du vor Abschluss des Vertrags falsche oder unvollständige Angaben gemacht hast, muss er im schlimmsten Fall keine BU-Rente zahlen. Auch bei einer anonymisierten Risikovoranfrage solltest Du alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Schließlich willst Du eine realistische Einschätzung bekommen.

Damit Du im Gesundheitsfragebogen nichts vergisst oder falsch bezeichnest, solltest Du zunächst Deine Patientenakten anfordern, und zwar von allen Ärzten, bei denen Du im gefragten Zeitraum in Behandlung warst. Bei guten Verträgen sind das maximal die vergangenen fünf Jahre für ambulante Behandlungen und zehn Jahre bei Krankenhausaufenthalten.

In den Unterlagen der Ärzte finden sich manchmal falsche Diagnosen oder Einträge, von denen Du gar nichts weißt. Fallen Dir Fehler auf, sprich mit Deinem Arzt und bitte um Korrektur. Denn die Ver­si­che­rung kann die Krankenakten noch zehn Jahre lang heranziehen, um die Leistung zu verweigern.

Wenn Du Dich für den Abschluss einer Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung interessierst und eine Risikovoranfrage stellen willst, empfehlen wir diese Makler:

Hoesch & Partner
Beratung zu BU und Alternativen
Nutzer-Erfahrungen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 1983
  • 30 beratende Makler
  • 8 Standorte (Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Berlin, Köln, Hannover)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
Zum Anbieter
BUForum24
Beratung zu BU und Alternativen
Nutzer-Erfahrungen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2003
  • 4 beratende Makler
  • 1 Standort in Neudorf (Schleswig-Holstein)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
Zeroprov
Beratung zu BU und Alternativen
Nutzer-Erfahrungen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2012
  • 3 beratende Makler
  • 1 Standort in Schkölen (Thüringen)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten vorrangig Honorarberatung und Nettotarife an
Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung
Beratung zu BU und Alternativen
Nutzer-Erfahrungen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2005
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Köln
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten auch Honorarberatung und Nettotarife an
P&F
Beratung zu BU
Nutzer-Erfahrungen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2001
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Hövelhof (Nordrhein-Westfalen)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • keine nachgewiesene Erfahrung mit BU-Alternativen
Zum Anbieter
Autor
Julia Rieder

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