Von 200k zur Million in 10 Jahren?

  • Die Amis sprechen gern mal von "educated guess".

    ich meinte eher sowas wie eine Vision oder Ambition. Teile Deine Einschätzung, dass hier noch recht wenig educated ist... (ich wollte einfach ein wenig nett sein)


    Noch sind es sehr wenige einzelne, die

    Ja, jmd hat mal gesagt, dass er Angst bekam, als man in der Bildzeitung unter den Hausfrauentipps (sorry, keine Diskriminierung; springe hier gerade zwischen Herd und PC...) Aktienempfehlungen (Telekom & Co) las... Ich hoffe nicht, dass wir wieder da sind. Obwohl BTC in die Richtung geht und auch die Wörter "ETF" und "70:30" geht bald so weit... Gepaart mit einer guten Portion Nachplappern (oder empörter Kritik). Denken wir für Bernd positiv - hier kommen ja gute Kommentare & Tipps und er wird hoffentlich mitlesen und was mitnehmen.

  • Microsoft ist halt im Business extrem groß und kaum wegzudenken, das ist echt kein Vergleich zu Nokia.

    alle Vergleiche hinken und Geschichte wiederholt sich nicht. Für uns heute ist das schwierig, weil man im Nachhinein immer alles weiss - mein Punkt war, sich mal in die Situation 1999 oder so zurückzudenken. Damals war Nokia rieisg und schien unantastbar. Für die, die noch älter sind, finde ich immer wieder dieses Video mit den Top 10 oder 20 des S+P über die letzten Jahrzehnte interessant. Da sieht man lange Zeit Firmen ganz vorne, die man heute kaum noch kennt....

    P.S. ich finde auch, dass MS heute ein anderes Unternehmen ist, als Nokia damals; Stichwörter Burggraben, Diversifikation und Platformökonomie. Aber vlt aus gleichem Grund ist MS vlt nicht der Tenbagger mehr. Egal, das ist Spekulation und Meinung. Das ist ja gerade ein Punkt.


    Wie hoch seht ihr denn das Risiko bei dieser Strategie und hohen Aktienquote?

    Auch wenn die Unternehmen nicht gut performen sollte ich doch eher nicht die ETF Rendite fallen oder groß ins Minus kommen, oder? Also realistisch gesehen, klar könnten die 3 Firmen theoretisch auch alle Pleite gehen aber das ist halt nicht realistisch.

    Ein Crash oder eine Korrektur kann 20 % sein oder 85 (DJ 1923). Und der Index kann sich sehr schnell wieder erholen (der eher untypische Corona-Crash) oder sehr langsam (die berühmte Periode 2000 bis 2013, wo eine Krise die nächste jagte, dot com, 11.9. , irgendein Bilanzskandal, Finanzkrise, EUR usw). Von letzterem kommen die berühmten "spätestens nach 12/13 Jahren hast du positive Renditen". Vorsicht bei Sparplänen, die verschieben das logischerweise.

    Warum ist das nicht realistisch? Was wenn z.B. die Regulierung zuschlägt bzw. Unternehmen erschlägt? Man weiss es eben nicht und deshalb ist das Stichwort: Diversifikation.

    "Auch wenn die Unternehmen nicht gut performen sollte ich doch eher nicht die ETF Rendite fallen oder groß ins Minus kommen, oder?"

    Aber natürlich passiert das.

  • Wie hoch seht ihr denn das Risiko bei dieser Strategie und hohen Aktienquote?

    Auch wenn die Unternehmen nicht gut performen sollte ich doch eher nicht die ETF Rendite fallen oder groß ins Minus kommen, oder? Also realistisch gesehen, klar könnten die 3 Firmen theoretisch auch alle Pleite gehen aber das ist halt nicht realistisch.

    Ich glaube die Fragen musst du dir selbst beantworten und dann die Entscheidung treffen.



    Bezüglich realistisch/ nicht realistisch werfe ich mal in den Raum, dass bei der erwarteten Rendite dieser Aktien jetzt nicht unbedingt die Frage ob in 10 Jahren Microsoft und Apple Produkte noch gekauft werden relevant ist, sondern ob es diese Firmen schaffen ihre Gewinne zu erhöhen (Margen, Produkte, Kundenzahl) und/oder neue Geschäftsfelder zu erschließen.


    Als Beispiel vielleicht mal: was hättest du Ende der 90er, als PCs aufkamen massentauglich zu werden, über die weitere Entwicklung von Intel gedacht? Kurs seit 1990 verzwanzigfacht und Intel Prozessoren in jedem PC. Mit Intel hat man seitdem zwar schon Gewinne gemacht, aber eben keine 20%p.a.

  • Also mit Apple kenn ich mich schon recht gut aus, da ich hier täglich sehr viel lese und mich informiere, da kann ich den Aktienkurs auch besser einschätzen. Ist halt für Privatleute. Microsoft ist halt im Business extrem groß und kaum wegzudenken, das ist echt kein Vergleich zu Nokia.

    Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst.

    Mich erinnern Deine Sprüche an das, was anno 2000 überall zu lesen war.


    Aktuell stehen Apple und Microsoft auf KGVs über 30. Das heißt: Sie verdienen pro Jahr etwa 3% dessen, was die Aktien kosten. Das ist schon sportlich. Ich traue mir nicht zu, die Gewinnentwicklung von Apple oder Microsoft vorauszusagen, ob ich nun täglich darüber lese oder nicht.

  • Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst.

    Ich wusste nicht, dass Du Schlager Fan bist Achim Weiss aber Respekt.


    Ich liebe auch die Musik von Juliane Werding - am Tag als Conny Kramer starb ist ein Evergreen.



    Das Lied mit dem Texte „Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst.“ hat eher mit Zockerei zu tun

  • Wie hoch seht ihr denn das Risiko bei dieser Strategie und hohen Aktienquote? Auch wenn die Unternehmen nicht gut performen sollte ich doch eher nicht die ETF Rendite fallen oder groß ins Minus kommen, oder? Also realistisch gesehen, klar könnten die 3 Firmen theoretisch auch alle Pleite gehen aber das ist halt nicht realistisch.

    Wahrscheinlich werden diese drei Unternehmen nicht alle drei pleite gehen in den nächsten Jahren. Wahrscheinlich noch nichtmal eins davon. Aber bin ich mir da sicher? Nö. Man weiß es schlicht nicht. Manchmal reicht schon ein Skandal, eine regulatorische Änderung, ein neuer Konkurrent, der was ähnliches besser und günstiger anbietet oder ein grundlegend neues Geschäftsmodell hat, das das vorhandene obsolet macht, damit es richtig bergab geht. Nicht unbedingt pleite, aber Absturz um 50-80% wäre ja auch schon ziemlich ungünstig.


    Und natürlich können diese drei Unternehmen, selbst wenn sie grundsätzlich ihren Kurs steigern, in den nächsten zehn Jahren auch deutlich schlechter performen als ein MSCI-World-ETF. Die Wahrscheinlichkeit schätze ich sogar ziemlich hoch ein. Denn wäre es so einfach, drei Unternehmen rauszupicken, die mit großer Wahrscheinlichkeit den Index deutlich schlagen, würde das doch jeder machen.


    Ich finde den Ansatz, sich hohe Ziele zu setzen, ja grundsätzlich nicht verkehrt, aber auf gerade mal DREI einzelne Unternehmen zu setzen beim Vermögensaufbau wäre mir einfach viel zu riskant. Und dann auch noch zu glauben, damit den Markt zu schlagen und schlauer zu sein als alle anderen, ist einfach nur sehr naiv.

  • Bei dem, was geschrieben wird, über das, was man als engagierter und sich informierender Anleger schaffen kann, teils auch deutlich über der durchschnittlichen Marktrendite, oder was jemand bereits geschafft hat:


    Es gibt immer welche, die besser sind als der Durchschnitt. So wie es immer welche gibt, die schlechter sind als der Durchschnitt. Und alle zusammen sind - der Durchschnitt. Gefährlich wird es nur, wenn die zufälligen Erfolge der Vergangenheit als Ausweis besonderen Könnens gefeiert werden … für das ganze Bild müsste man auch die hören, die genauso zufällig gescheitert sind, die melden sich aber weniger gerne zu Wort.

  • genau TamInvest ! Man hört immer wieder diese Geschichten, "ich kenne da einen, der kennst sich so richtig aus, der hat anno 1878 Apple oder BTC gekauft und fährt jetzt Tesla oder Yacht" in Variationen... Kann sein, kein Neid, aber dass der "Checker" einfach Glück hatte oder das Korn gefunden hat bleibt unerwähnt. Von den anderen 99,99% hört man komischerweise nie was, auch nichts von den Portfolios im Koma, weil mal angefangen und dann aufgegeben.

    Die, die wirklich was wisssen, wissen in erster Linie mal, dass sie nichts wissen. Klar, es gibt die (wenigen), die wirklich viel Geld gemacht haben und wo auch Können oder Wissen da ist. Keiner hier gehört dazu würde ich mal sagen. Im WPF gibt es ab und zu ein paar Leute, die ihre Depot-Performance offenlegen und ab und zu jmd, der ehrlich sein Core und sein Satelite zeigt... Sieht nie so richtig gut aus...

    Dazu muss man ja auch sagen, dass Stocks wie Apple, MS, Tesla sowas von Mainstream sind. Wenn jmd damit als Abkürzung zu Mio kommt weiss man, wie wenig Vorwissen da ist. Als nächstes kommt dann Palantir und dann "ICH leb von Dividenden", dann Containerbeteiligungen... Wenn es doch so simpel wäre ;)

  • Ich bin mehr als überrascht, wieviele hier der Meinung sind den Markt zu schlagen, für mich zählt da der alte Spruch Gier frisst Hirn. Bei allen Ideen die ich hatte und Tipps von „Spezialisten“ habe ich mit ganz wenigen Ausnahmen unter meiner Anlage zum MSCI World gelegen. Aber nur zu, ist nicht mein Geld.

  • Microsoft ist halt im Business extrem groß und kaum wegzudenken, das ist echt kein Vergleich zu Nokia.

    Wie alt bist du?

    In meiner Jugend (kurz vor den ersten Smartphones) war Nokia die Handyfirma schlechthin. Deutlich dominanter als Apple heute. Keiner hätte gedacht, dass die Firma in weniger als 10 Jahren quasi komplett vom Markt verschwindet. Too big to fail gibt es höchsten für Banken.

    Auch Microsoft war schon mehrfach auf dem sinkenden Ast, da sich die Geschäfte vom PC weg auf Mobilgeräte bzw. die Cloud verlagert haben.

  • Es hatte zwar jeder ein Nokia Handy aber Nokia war nie das reichte Unternehmen der Welt (Apple) und hatte eben nur Handys, das ist kein Vergleich zur durchdringenden Marktmacht von MS und wie sehr das in der gesamten Weltwirtschaft drin hängt, der Privatuser interessiert da überhaupt nicht.


    Es ist doch so, jeder glaubt und hofft auf eine Aktie, wie es sich entwickelt kann eh Niemand vorhersehen. Weder der Noob der das Unternehmen nicht mal kennt, noch der Finanzprofi.

  • ich bin schuld an Nokia... Ich hatte ja gesagt jeder Vergleich hinkt. Das Diskutieren, ob das vergleichbar ist oder nicht hilft Dir doch nicht weiter.

    Mein Punkt war: versetze Dich zurück in die 2000er Jahre und zwar OHNE Dein Wissen von heute. Damals waren EM.TV, mobilcom und intershop mehr Wert als der old economy DAX zusammen (oder so). Wenn Du damals darüber geschmunzelt hast, warst Du ein absoluter Reaktionär und ohne jegliche Ahnung von der neuen Welt usw. Damals galten vlt Daimler, Exxon oder IBM als das was MS heute ist. Der Rest ist Geschichte...

    Was wir hier diskutieren und versuchen Dir zu sagen ist, dass MS vlt nicht die Aktie ist, die Dich in 10 Jahren auf die Mio bringt. Es gibt eher ein Risiko, dass sie underperformen werden - aber das sollte ich nicht schreiben - denn, man weiss es einfach nicht & es klingt nicht nach einer besonders reflektierten und durchdachten Wette. Man könnte sagen, dass MS ein solides Basisinvestment ist (und ja nicht umsonst in der Top 10 des MSCI World und Co.)

  • Was passiert wenn der Quantencomputer in den nächsten drei Jahren mit völlig neuen System fast alle Microsoft Produkte überflüssig macht und in 10 Jahren wird MS abgewickelt?


    Alles kann passieren, sogar das Gegenteil.


    Im Markt und den Kursen sind alle Informationen eingepreist. Was du Zukunft bringt weiß keiner…….

  • genau Horst Talski - ich kenne da aus eigener Erfahrung eine Firma mit weit über 100000 Accounts, die von MS Office inkl. Outlook zu einem anderen Produkt gewechselt ist. Ich fand das sehr befreiend. Sogar mein NAS-Hersteller bietet mittlerweile ein Office an und auf diesem Rechner hier läuft nix von MS. Libre Office geht auch. Mein Surface steht im Regal und war irgendwie ein Fehlkauf und bing mit chatGPT habe ich nur 2mal ausprobiert...

  • Ich bin mehr als überrascht, wieviele hier der Meinung sind den Markt zu schlagen, für mich zählt da der alte Spruch Gier frisst Hirn.

    Ich bin auch übergerascht ;) Weniger wegen 'Gier frisst Hirn', und viel mehr über Produktdiskussionen. Mit fundierten Kenntnissen, frei verfügbarem Geld (für intelligente Investitionen), ausreichend freier Zeit und einer sehr begrenzten Gier (!!!) lässt sich schon eine Handelsstrategie entwickeln... und umsetzen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei nicht nur im Einsatz von Geld, sondern mMn in der Kombination aus effizienter Arbeit und dem Einsatz von Geld. Letztlich führt dies zu einem 'intelligent organisierten Handel', wobei die Handelswaren nicht unbedingt (nur) Aktien sein müssen. Mit physischen Handelswaren lassen sich, dies nur mal am Rande angemerkt, je nach Umschlaghäufigkeit und natürlich von der Produkt- und Servicequalität, sowie der Vermarktung und der Nachfrage abhängig, locker auch 2- oder gar 3-stellige 'Renditen' (p.a.) erzielen. Für 'ne one-horse-show gibt's logischerweise limits; gewisse Erfolgsgaranten lassen sich leider nicht beliebig skalieren. Und schon wandern wir wieder zu Aktien, also zu Beteiligungen an (hoffentlich längerfristig) erfolgreichen Unternehmen. In diesem Bereich ist die nahezu beliebige Skalierbarkeit des Bizz, zumindest für uns 'Kleinanleger-Individuen' (im Vergleich zu institutionellen Anlegern zu sehen), gegeben.


    In einem absehbaren Zeitraum, hier einer kurzen Spanne von rund 10 Jahren, möchten viele Leute sicherlich gerne die sprichwörtliche Mio zur Verfügung haben. Ganz abgesehen davon stellt die Million in der heutigen Zeit und vermutlich auch in der nahen Zukunft nicht mehr den 'gewissen Reichtum' dar, der landläufig unterstellt wird. Aber nur wenige Leute wollen es wirklich. Beim 'Wollen' stellt sich dann die Frage nach der Konsequenz... Und dazu gehören, auch wenn ich mich wiederhole, Zeiteinsatz zur Informationsbeschaffung und konsequenter Zeiteinsatz für die Umsetzung der individuellen Handesstrategie.

  • Hallo Bernd123,


    ich würde überlegen, ob ein ETF, der den MSCI World Information Technology Index nachbildet, für dich eine Alternative ist. Dieser bildet den Informationstechnologie-Sektor in den Industrieländern (zur Zeit 161 Firmen) nach. Durch die Struktur dieses speziellen Sektors hast du natürlich auch ein Klumpenrisiko bei den ersten 10 Positionen, aber du hast den Vorteil nicht auf einzelne Firmen zu setzen, sondern in den Sektor zu investieren.


    Ich kann deinen Ansatz durchaus nachvollziehen, würde dann aber komplett auf den Sektor setzen und nicht auf Einzelaktien + MSCI World ETF.


    Viel Erfolg und einen schönen Tag!

  • Hallo liebe Forumsfreund

    zu diesem lustigen Thema mus sich auch noch meinen Senf beisteuern.

    Als ich das erste Mal meine erste Million auf dem Konto gesehen habe war das ein interessantes Gefühl

    Allerdings merkt man sehr schnell, dass sich das Leben DAVOR und DANACH nicht verändert.

    Entweder man ist ein solider Mensch, sparsam und dennoch mit einem gewissen Lebensstandard.

    Der Charakter eines Menschen ändert sich nicht ob derKontostand 900.000 Euro oder 1,1 Mio. ist. Dis liegt auch daran, dass diese Vermögensentwicklung ganz langsam und schleichend vor sich geht und man daher sich an die Beträge langsam aber sicher gewöhnt.

    Kein Mensch wird sein Leben ändern wenn der Kontostand das erste Mal 7-stellig ist.

    Kleiner Hinweis:

    Bei mir war die 1. Mio noch leicht erreichbar weil ich in DM-Zeiten aufgewachsen bin.

    Kurz nach Erreichen dieser Million war der Kontostand dann plötzlich nur noch halb so hoch weil der EURO eingeführt wurde. Dahe habe ich damals den Euro eher gehasst.

    Ein Betrag von 1 Mio. EURO ist für Menschen die in anderen Währungregionen leben nur ein hoher Betrag ohne den symbolischen Wert von 1 Mio.

    Anders ist die Situation wenn Menschen plötzlich 1 Million oder mehr im Lotto gewinnen oder überraschend erben.

    Da ändert sich oft das Leben erheblich, leider nicht immer zum Besseren.

    Schöne Grüße aus Stuttgart von McProfit

    Die meisten Vermögensmillionäre zumindest hier im Schwabenland haben das Vermögen nicht mit AKTIEN sondern mit IMMOBILIEN erzielt. Dort gibt es jedoch keinen Kontostand und daher gibt es viele Millionäre die es gar nicht wissen oder sich zumindest gar nicht so fühlen.

    Bei den meisten Vermögensmillionären sind die laufenden Kapitalerträge (Miete, Dividende) wichtiger weil sie das VERMÖGEN meist nicht ausgeben sondern eher vererben.