Was sagt ihr zu den geplanten Einschränkungen beim Bargeldverkehr?

  • ...wenn ich einen Döner bestelle und dieser, im Gegensatz zu größeren Bestellungen anderer Kunden nicht in die Kasse eingetippt wird und meine Bargeldzahlung nicht in der Kasse, sondern im Portemonnaie landet, dann ist doch alles klar.

    Zustimmung. Aus meiner persönlichen Erfahrung auch eher die Regel. Zumal Kasse/Schublade oft auch entsprechend schlecht sichtbar platziert sind. Eine Bon-Annahmepflicht würde sicher einiges transparenter machen. Im Imbiss den Beleg zu verlangen, wäre vielleicht eine Idee... 8)

  • Zustimmung. Aus meiner persönlichen Erfahrung auch eher die Regel. Zumal Kasse/Schublade oft auch entsprechend schlecht sichtbar platziert sind. Eine Bon-Annahmepflicht würde sicher einiges transparenter machen. Im Imbiss den Beleg zu verlangen, wäre vielleicht eine Idee... 8)

    Das (also Belegpflicht samt Bon-Annahmepflicht des Kunden) gibt es in zig Länder Europas bzw. der EU längst (wie m. W. in Österreich, Portugal, Belgien, Tschechien, Frankreich etc. - nur aus der Erinnerung; ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

    Aus meiner Zeit beispielsweise in Italy: Da ist mir nicht ganz selten der Besitzer vom Schreibwarenladen (Mailand) oder dem Kiosk (Rom) hinterhergekommen präziser hinterhergerannt (bis auf die Straße), um mir den Beleg unbedingt mitzugeben (man könnte auch sagen aufzudrängen). Gleiches nach einem Espresso in der Bar. Und das war Ende der 90er Jahre ... eingeführt wurde das Ganze ("Scontrino") als gesetzliche Pflicht m. W. bereits Mitte bis Ende der 90er Jahre (1997 ?). Könnte auch noch früher gewesen sein (dann als Empfehlung und noch nicht als gesetzliche Pflicht). Wie auch immer ...

    Als Kunde mußte man den Beleg in einem gewissen Radius vom Geschäft mit sich führen und vorzeigen können (meine, bis zu 100 Meter Entfernung vom Ort des Kaufvorgangs). Vor der sog. Finanzpolizei (Guardia di Finanza) herrschte damals großer Respekt. Nicht zuletzt wegen der Strafen angefangen von Bußgelder bis zur Geschäftsschließung im Wiederholungsfall. Die wirklich kriminellen Milieus in Italien sollen sich damals schon schief gelacht haben ...

    Und nur am Rande aber genau in dem Kontext: Italien hat schon lange eine viel niedrigere Barzahlungsobergrenze samt Barzahlungsverbot als es die jüngste EU-Regulatorik (10.000 €) verordnet (das ging m. W. mal runter bis auf nur noch max. 1.000 €, wurde dann wieder auf 2.000 und aktuell wieder auf 5.000 € erhöht - immer aber nur noch die Hälfte der EU-Vorgabe).

    So viel Realitätsbezug sollte aber sein: Nach allem was ich zu Italy höre (habe da immer noch ein paar alte Freunde) haben aber weder die Belegpflicht noch die drastisch abgesenkten Grenzen beim Bargeldverbot beispielsweise der sizilianischen Cosa Nostra, der Camorra um Neapel, der Ndrangheta in Kalabrien, der Sacra Corona Unita in Apulien etc. pp. den geringsten Abbruch getan ... 8)

    Nur einige kleine Kioske, Imbisse, Restaurants, Bars von Einzelkämpfern und Kleinstunternehmern etc. sind damals "über die Wupper" gegangen. Für die kriminellen Profis in Bella Italia galt und gilt "Business as usual".

  • Hallo,

    vielleicht passend zum Thema:

    Neues Nationales Bargeldforum gegründet
    Das Bargeld als effizientes und allgemein verbreitetes Zahlungsmittel in einer sich verändernden Zahlungslandschaft zu erhalten, ist laut Bundesbankvorstand…
    www.bundesbank.de

    Für mich ist Bargeld nicht interessant und ich zahle auch meinen Döner mit Kreditkarte (auch wenn er dafür dann eine andere Preisliste hat). ;)

    Ich stehe sogar oft vor dem Problem, dass ein Laden nur Bargeld akzeptiert und ich dann keines dabei habe, daher bin ich eher für eine Verpflichtung neben Bargeld- auch Kartenzahlungen anbieten zu müssen.

    Trotzdem würde ich nicht für eine Abschaffung des Bargelds plädieren, da es ja offensichtlich auch genügend Menschen gibt, welche gern und aus unterschiedlichsten Gründen mit Bargeld zahlen wollen.

    Die Herabsetzung der Grenze hat wahrscheinlich auch keine einschneidenden Erlebnisse bei 99% der Bargeldnutzer zur Folge, da auch davon die wenigsten in dieser Größenordnung mit Bargeld zahlen. Ich sehe allerdings auch das Argument, dass wieder ein Stück ihrer Freiheit (Möglichkeiten) beschnitten wird, daher muss man aus meiner Sicht zwangsläufig irgendwann mit einer weiteren Herabsetzung aufhören, als Nicht- bzw. Wenig-Bargeldnutzer fühle ich mich aber aus Mangel an Erfahrung nicht berufen hier einen sinnvollen Vorschlag zu machen.

  • vielleicht passend zum Thema:

    Aus meiner Sicht unbedingt passend zum Thema. Mir sind Hunderte von Ökonomen, Fachleuten, Professoren, Fachjournalisten etc. pp. bekannt, die sich für den Erhalt des Bargeldes aktiv einsetzen. Es dürfte kein Zufall sein, daß die Deutsche Bundesbank (nach meiner Erfahrung ist da reichlich Wissen und Kompetenz vorhanden) nun mit dieser Initiative (Bargeldforum) auch selbst aktiv wird.

    Dazu hatte ich mir erlaubt (Bundesbank-Studie) hier schon was etwas in einem anderen Strang zu schreiben (Thema "sicheres Handling der Bezahlung für Privatverkäufe teurer Fahrzeuge; Nr. 31); siehe hier

    Übrigens nicht Sovereign - sondern die Deutsche Bundesbank ...

    ... mahnt in einer aktuelle Bundesbank-Studie gemeinsame Anstrengungen zum Erhalt von Bargeld an. Und zwar auf Basis von Szenarien-Analysen für das Bezahlen im Jahr 2037. Die Bundesbank-Analysten kommen in zwei von drei angenommenen Szenarien zum dem Schluß, daß "der Zugang zu Bargeld und dessen Akzeptanz nicht voll gewährleistet wäre". "Damit wäre die Wahlfreiheit praktisch nicht gegeben und die Stabilisierungsfunktion von Bargeld in Krisenzeiten (Anmerkung von mir: Also seit Euroeinführung und dem Umgang der EU mit den eigenen EU-Verträgen den Euro betreffend ...) gefährdet. Unsere Studie zeigt, daß "der Erhalt und die breite Verwendung des Bargeldes keine Selbstläufer sind" - sagt Bundesbank Vorstand Burkhard Balz. In einer Umfrage gaben darin 93 Prozent der Teilnehmer an, daß sie auch in Zukunft selbst entscheiden wollen möchten, ob sie bar oder unbar zahlen. "Hier seien alle Akteure des Bargeldkreislaufs und die Politik gefordert, (Anmerkung von mir: Hört, hört ... !!!) diesem Wunsch gerecht zu werden" sagte Balz weiter.

    Die deutsche Politik (insbesondere die Regierung) scheint dem Thema wenig bis kaum Bedeutung zuzumessen. Sicherlich einer der Gründe, warum die Deutsche Bundesbank nunmehr selbst aktiv wird.

    Für mich ist Bargeld nicht interessant und ich zahle auch meinen Döner mit Kreditkarte (auch wenn er dafür dann eine andere Preisliste hat).

    So sieht das eben jeder anders. Für meinen Teil habe ich noch nie mit irgendeiner Karte bezahlt. Schon allein, um dieser Entwicklung durch mein Verhalten nicht auch noch Vorschub zu leisten.

    Ich stehe sogar oft vor dem Problem, dass ein Laden nur Bargeld akzeptiert und ich dann keines dabei habe, daher bin ich eher für eine Verpflichtung neben Bargeld- auch Kartenzahlungen anbieten zu müssen.

    So - nur umgekehrt - würde es mir nun im ÖPNV hier vor Ort beispielsweise im Bus ergehen. Es wird in den Bussen der Stadtwerken nur noch unbare Zahlung akzeptiert. Für eine Verpflichtung auch Bargeldzahlung anzubieten wäre ich daher im Sinne der freien Wahlmöglichkeit auch.

    Trotzdem würde ich nicht für eine Abschaffung des Bargelds plädieren,

    Das Bargeld wird seitens der EU, EU-Kommission, EZB usw. wohl kaum explizit also expressiv verbis und sozusagen "offiziell" mit Stichtag "abgeschafft" werden - man wird es eher sukzessive regulatorisch-bürokratisch mit immer weitergehenden Ein- und Beschränkungen sowie Verboten versehen - bei gleichzeitig schleichend immer weiter abgesenkten Grenzen - bis sein Gebrauch immer schwieriger, umständlicher, aufwändiger, seltener und so "verdächtiger" usw. und damit immer weiter zurückgedrängt wird. Statt einem "offiziellen Verbot" (das würde für ziemliche Wellen sorgen wie ein "Kopfschuss" oder "Todesstoß") scheint mir die Variante langsames "Austrocknen" bzw. Rahmenbedingungen schaffen, die zum "Aushungern" des Bargeldes führen die schlauere präziser listigere Vorgehensweise. So würde ich jedenfalls vorgehen, wenn eine Welt ohne Bargeld meine Intention wäre ...

    Ich sehe allerdings auch das Argument, dass wieder ein Stück ihrer Freiheit (Möglichkeiten) beschnitten wird, daher muss man aus meiner Sicht zwangsläufig irgendwann mit einer weiteren Herabsetzung aufhören

    Das mit dem "wieder ein Stück Freiheit beschnitten wird" ist nur die eine Seite der Medaille - die andere ist eine potentielle massive Ausdehnung der Macht des Staates, der staatlichen Notenbank, der Banken sowie der Unternehmen. Das finde ich noch deutlich schlimmer und gefährlicher.

    als Nicht- bzw. Wenig-Bargeldnutzer fühle ich mich aber aus Mangel an Erfahrung nicht berufen hier einen sinnvollen Vorschlag zu machen.

    Als ausschließlich Bargeldnutzer habe ich ein gewisses Maß an Erfahrung. Aus meiner Sicht aber viel bedeutsamer: Bezüglich der EU und ihrer Vorgehensweise aber (leider) ziemlich langjährige Erfahrungen und auch halbwegs fundierte Kenntnisse. Der sinnvollste Vorschlag kann daher - aus meiner Sicht - nur lauten sich als Bürger für den Erhalt des Bargeldes in der real existierenden EU und Eurozone aktiv einzusetzen.

    In dem Kontext finde ich meinen Beitrag in dem Strang hier (Nr. 12) besonders instruktiv:

    Damit - sprich den Zitaten von Herrn Juncker - ist eigentlich auch diesbezüglich alles gesagt ...

  • So viel Realitätsbezug sollte aber sein: Nach allem was ich zu Italy höre (habe da immer noch ein paar alte Freunde) haben aber weder die Belegpflicht noch die drastisch abgesenkten Grenzen beim Bargeldverbot beispielsweise der sizilianischen Cosa Nostra, der Camorra um Neapel, der Ndrangheta in Kalabrien, der Sacra Corona Unita in Apulien etc. pp. den geringsten Abbruch getan ... 8)

    (...)
    Für die kriminellen Profis in Bella Italia galt und gilt "Business as usual".

    Bekanntermaßen operiert ist die organisierte Kriminalität italienischen Ursprungs auch über ihre Ländergrenzen hinaus und es ist kein Geheimnis, dass auch gerade Deutschland für die Geldwäsche der Mafia-Organisationen gerne genutzt wird.

    Nur ein Beleg von vielen: https://www.tagesschau.de/investigativ/m…-mafia-100.html

  • lieberjott

    Bin (nahezu) überzeugt und auch (fast) begeistert. Mit den EU-Bargeldbeschränkungen, Bargeldverboten etc. - auch und insbesondere in Deutschland - wird dann höchstwahrscheinlich auch endlich die Kriminalität samt Mafia verschwinden. Hierzulande aber natürlich auch überall sonst. Wenn das kein lohnenswertes Ziel ist ...

    Umso unverständlicher, warum das die ganzen "Querulanten" (eventuell sogar schon "Querdenker" ...?!), "Verschwörungstheoretiker" etc. pp. noch nicht eingesehen haben.

    Amerika hat es ja so auch geschafft, die Kriminalität aus den USA zu verbannen, indem die großen Geldscheine abgeschafft wurden ... :/ (die werden seit Ende der 60er Jahre (1969 ?) nicht mehr gedruckt und ausgegeben; sind aber m. W. weiter gesetzliches Zahlungsmittel ... sind aber inzwischen ausnahmslos in der Hand von Sammlern (einen "Madison" hatte ich auch mal; freu ... :), den habe ich aber vor ewigen Zeiten an einen Sammler verkauft ;( ; auch wenn der Papiergeld Dollar massiv devaluiert hat (gegen Gold beispielsweise), diese großen Dollarscheine (vom Nominal gesehen) waren extrem wertbeständig und sind heute ein kleines Vermögen wert; vermute mal siebenstellig pro Scheinchen bei den größeren Nominalen). Zum Bezahlvorgang werde die nicht bzw. längst nie mehr verwandt. Aus der Erinnerung der 500 Dollarschein (William Mc Kinley), der 1.000 Dollarschein (Grover Cleveland), der 5.000 Dollarschein (James Madison) sowie der 10.000 Dollarschein (Salmon. P. Chase). Einen 100.000 Dollarschein (Woodrow Wilson) gab es auch, der kam aber nie in den Umlauf, war kein gesetzliches Zahlungsmittel und der legale Besitz ist (im Gegensatz zu den anderen Scheinen) nicht möglich.

    Ein "Madison" spielt übrigens in dem unnachahmlichen Roman "The long Goodbye" (1954, von Raymond Chandler) eine Art Hauptrolle ...

    Fast noch schlimmer, daß nun auch noch hierzulande die Deutsche Bundesbank mit dem nationalen Bargeld-Forum für den Erhalt des Bargeldes kämpft. Hoffentlich stecken die nicht mit der Mafia unter einer Decke ... :/


    Für leicht ironische, sarkastische oder zynische Tendenzen bitte ich um Verständnis und vorauseilend um Verzeihung bzw. Entschuldigung - manches wird so leichter ertragbar bzw. ist - für mich jedenfalls - so überhaupt nur noch auszuhalten. Nichts für ungut also.

  • Man ist auch gut beraten, in "guten Zeiten" nicht die technischen Rahmenbedingungen zu schaffen, die in "schlechten Zeiten" zu Problemen führen oder sogar missbraucht werden können.

    Soll heissen:

    Wenn das Bargeld abgeschafft wird, dann hängt jeder einzelne vollständig von dem jederzeitig verfügbaren "Anschlusss" am elektronischen Zahlungsverkehr ab.

    Ich will nur mal daran erinnern, dass es vor einiger Zeit ein Problem mit Kartenzahlungen gab, weil massenhaft POS-Terminals ausgefallen sind. Da war man froh, wenn man seine Lebensmittel stattdessen in bar bezahlen konnte.

    Weiter: nehmen wir mal an, eine Bank hat ein Sicherheitsproblem und sieht sich gezwungen, alle Verbindungen nach aussen zu kappen, um illegalen Geldabfluss zu stoppen. Ohne Bargeld als Puffer ist man dann ebenfalls sofort nicht mehr in der Lage, irgendwelche Einkäufe zu machen oder andere finanzielle Transaktionen abzuwickeln.

    Ferner: Mal angenommen, die Abhängigkeit vom elektronischen Zahkungsverkehr würde rein technisch auch die Möglichkeit bieten, jemanden einzelnen gezielt vom Zahlungsverkehr per Knopfdruck auszuschliessen - aber unsere Regierung würde so etwas niemals tun. Aber dann fällt der Regierung ein, dass zur Verfolgung Krimineller und auch nur nach richterlichem Beschluss eine solche technische Möglichkeit die Verfolgung von Straftätern wesentlich erleichtern und weiteren Schaden verhindern kann, den der Täter anrichten könnte. Also wird die ursprünglich nur theoretisch mögliche technische Option auch praktisch umgesetzt, aber mit erheblichen Auflagen und Sicherungssystemen versehen.

    Wer garantiert mir, dass diese Sicherungssysteme nicht doch eine Lücke haben, die von dritten ausgenutzt werden kann?

    Wer garantiert mir, dass nicht irgendwann eine andere Regierung an die Macht kommt, die weniger demokratisch gesinnt ist, und dann diese technischen Mittel, die ihr mit an die Hand gegeben wurden, für ganz andere Zwecke missbraucht?

    Soll heissen: bei allem, was man macht und was man in die Welt setzt, sollte man sich bewusst sein, dass sich die Rahmenbedingungen ändern können und diese Dinge anders eingesetzt werden können, als man vorgesehen hat. Da nützt dann auch die gute Absicht nix.

  • Der Puffer von 10.000,00 € pro Bargeldtransaktion deckt gerade so meinen täglichen Bedarf. Leider reichen meine Bargeldreserven nur zu 50 Transaktionen.😭

    Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass Bargeld unbegrenzt aufbewahrt und eingezahlt werden darf. Was für eine absurde Diskussionen, die nicht einmal 1 % der Privatpersonen in Deutschland betreffen dürfte.

  • Der Puffer von 10.000,00 € pro Bargeldtransaktion deckt gerade so meinen täglichen Bedarf. Leider reichen meine Bargeldreserven nur zu 50 Transaktionen.😭

    Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass Bargeld unbegrenzt aufbewahrt und eingezahlt werden darf. Was für eine absurde Diskussionen, die nicht einmal 1 % der Privatpersonen in Deutschland betreffen dürfte.

    Ja, was für absurde Diskussionen, an die sich die Verbraucherzentrale da beteiligt:

    Bargeldforum gegründet - Bargeld als Zahlungsmittel erhalten
    Der Zugang der Menschen in Deutschland zu Bargeld scheint schwieriger geworden zu sein. Das legen nach Angaben von Verbraucherschützern Ergebnisse einer…
    www.sueddeutsche.de

    </ironie>

  • Ja, was für absurde Diskussionen, an die sich die Verbraucherzentrale da beteiligt:

    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ver…240216-99-12979

    </ironie>

    Was hat der Artikel mit dem Thema "Was sagt ihr zu den geplanten Einschränkungen beim Bargeldverkehr?" zu tun? Keine inhaltliche Auseinandersetzung mit meinem Post.

    Vielleicht habe ich ja etwas überlesen, aber irgendwie geht es in dem Beitrag über den Abbau/ Sicherung von Geldautomaten und das Ablehnen von Bargeld in Geschäften. Außerdem muss man jetzt anstatt 3 km vielleicht 5, 6 oder ??? km zum nächsten Geldautomaten fahren. Also "weinen" ETF-Anleger in diesem Forum darüber, dass der Markt effizient arbeiten möchte?

    Ich muss mich aber tatsächlich korrigieren. Noch absurder als das Thema an sich sind die angeblichen Gründe der Freiheitskämpfer. Eigentlich habe ich nichts gegen Bargeld, aber nach dieser Diskussion kommen mir doch erhebliche Zweifel zur Kosten-Nutzen-Rechnung bei Bargeld. Liegt aber nicht am Bargeld und dessen eigentlichen Funktion.

  • Hallo zusammen,

    hier ein interessanter Beitrag von FT

    Ist nur Bares Wahres? (#83)
    Sollte Bargeld abgeschafft werden? Saidi wägt Für und Wider der recht radikalen Argumente ab und leitet daraus Erkenntnisse und Tipps für Deinen alltäglichen…
    www.finanztip.de

    Auch im DLF gab es etwas dazu. Ich finde den Beitrag gerade nicht.

    Fiskalisch gesehen braucht es Bargeld.

    Praktischer ist es ohne.

    Bei der jetzigen Regierung geht es ohne Bargeld.

    Da wir nicht wissen was alles sein kann… geht es letztlich nicht ohne. Sicher ist sicher.

    LG

  • Ich denke, dass eine (digitale) Volkswirtschaft im 21. JH sich die überdimensionalen (Milliarden) Kosten (und Verluste) für Bargeldvorhaltung mit allem drum und dran, staatlich wie Privatwirtschaft, nicht mehr leisten kann. Angesichts des geringen Bargeldumlaufs im Innenland (7 %, Deutsche Bundesbank 02/23), sind sie bezogen auf das überwiegende Interesse der Bevölkerung („Ausgabenkontrolle“, DB 2023) nicht mehr gerechtfertigt und zudem ungerecht verteilt. Denn Bargeld wird hauptsächlich als Wertaufbewahrungsmittel (42 %) genutzt, ungleichmäßig verteilt, und der überwiegende Teil der in D ausgegebenen Banknoten (51 %) ist im Ausland im Umlauf.

    Ich sehe die Digitalisierungshast zwar aktuell allgemein skeptisch, weil die hauptsächlich privaten Softwareschmieden für ÖD und PW mit Aufträgen, zeitgerechten und optimalen Ausführungen, und Fachkräften nicht mehr hinterher kommen, aber Konten ist es egal, wieviele Stellen sie dokumentieren.

    Eine Einschränkung von Bargeld und dessen Umlauf ist schon in diesen Hinsichten mehr als gerechtfertigt.

  • Ich denke, dass eine (digitale) Volkswirtschaft im 21. JH sich die überdimensionalen (Milliarden) Kosten (und Verluste) für Bargeldvorhaltung mit allem drum und dran, staatlich wie Privatwirtschaft, nicht mehr leisten kann. Angesichts des geringen Bargeldumlaufs im Innenland (7 %, Deutsche Bundesbank 02/23), sind sie bezogen auf das überwiegende Interesse der Bevölkerung („Ausgabenkontrolle“, DB 2023) nicht mehr gerechtfertigt und zudem ungerecht verteilt. Denn Bargeld wird hauptsächlich als Wertaufbewahrungsmittel (42 %) genutzt, ungleichmäßig verteilt, und der überwiegende Teil der in D ausgegebenen Banknoten (51 %) ist im Ausland im Umlauf.

    Ich sehe die Digitalisierungshast zwar aktuell allgemein skeptisch, weil die hauptsächlich privaten Softwareschmieden für ÖD und PW mit Aufträgen, zeitgerechten und optimalen Ausführungen, und Fachkräften nicht mehr hinterher kommen, aber Konten ist es egal, wieviele Stellen sie dokumentieren.

    Eine Einschränkung von Bargeld und dessen Umlauf ist schon in diesen Hinsichten mehr als gerechtfertigt.

    Die Softwareentwickler sind ausgelastet, deswegen sollten wir vom Bargeld weg?

    Habe ich da einen Zwischenschritt verpasst?

  • Einstmals gab es (Stichwort: Gold - um nur ein einziges Beispiel aus ganz vielen zu nennen) keinerlei Einschränkungen und Begrenzungen (wie Obergrenzen, Identifikations- bzw. Legitimationspflichten, Archivierungspflichten) beim Erwerb mit Bargeld. Später wurde dann eine Obergrenze von 30.000 DM eingeführt. Mit Euroeinführung wurde diese auf von 15.000 € umgerechnet. So weit, so gut und noch halbwegs nachvollziehbar. Seitdem aber die EU die Richtung vorgibt wurde diese Grenze (2017) auf 10.000 € abgesenkt und erst vor wenigen Jahren (2020) nochmals drastisch abgesenkt auf nur noch 2.000 €. Schaut man allein auf die Inflation hätte die Grenze über die Jahre vom Nominal her zwingend immer weiter steigen müssen - stattdessen ist sie immer weiter und zuletzt drastisch abgesenkt worden ... ?! Das ist "absurd" - und auch irgendwie sehr komisch ... ?! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ... :D Warum sollte das (typische EU-Salamitaktik) ausgerechnet bei den allgeneinen Bargeldobergrenzen anders laufen ? Ist eine Grenze erst einmal implementiert, kann und wird diese einfach immer weiter abgesenkt (siehe oben). By the way: Dem Europäischen Parlament beispielsweise ist die erst jüngst beschlossene Grenze (EU-Barzahlungsverbot 10.000 €) schon jetzt noch viel zu hoch angesetzt ... =O

    Was für eine absurde Diskussionen

    Diese Deine ganz persönliche Meinung bleibt Dir doch völlig unbenommen.

    Dazu gibt es aber auch Meinungen, die sich von Deiner signifikant unterscheiden: Angefangen von der Deutschen Bundesbank (Gründung Nationales Bargeldforum) über Datenschützer, Verbraucherschützer und den Verbraucherzentrale Bundesverband (Letzterer hat dazu jüngst eine repräsentative Befragung in Auftrag gegeben - Verbraucherschutzchefin Ramona Pop setzt sich übrigens schon länger aktiv gegen die permanente Zurückdrängung des Bargeldes ein; mit Argumenten wie dem unbedingtem "Erhalt der Bargeldinfrastruktur, da Bezahlen mit Bargeld einfach und anonym ist, keine Daten hinterläßt und universell einsetzbar ist") bis hin zu Initiativen wie "Rettet unser Bargeld" (um jeder, immer mehr zu den Usancen gehörenden, Diskreditierung vorzubeugen - erinnere mich an einen Tenor wie für das Bargeld zu kämpfen sei "rechts" - zu den Gründungsmitgliedern dieser Initiative gehört - neben Professoren, Politikern, Journalisten, Fachleuten, Finanzexperten usw. - auch (unter anderen) die Politikern Sarah Wagenknecht).

    Ganz offensichtlich gibt es dazu also von Deiner Haltung abweichende Einschätzungen. So empfinde beispielsweise ich ganz persönlich Deine Haltung als eine "absurde" hier von einer "absurden" Diskussion zu sprechen - allein schon beim Blick auf die Vorgehensweise der EU und EZB der letzten 20 Jahre. Für meinen Teil beobachte ich das seit sehr langer Zeit - und habe mich schon vor sehr vielen Jahren gegen die permanenten und zunehmenden Bestrebungen der EU gewandt, das Bargeld immer weiter einzuschränken und zurückzudrängen. Die damalige Aktion (2016) der EZB (Abschaffung 500 Euroschein) war für mich nur ein kleines Steinchen im großen Puzzle.

    Bei der Zurückdrängung des Bargeldes war es bezüglich der EU bestellt wie in diversen anderen Bereich auch - meine (schlimmsten) Befürchtungen wurden meist von der Realität eingeholt oder sogar von dieser noch überholt sprich übertroffen. Warum sollte das also ausgerechnet bei dem sensiblen Thema Bargeld anders sein ?

    Wenn nun nach so vielen Jahren (aus meiner Sicht endlich (!)) auch immer mehr Professoren, Ökonomen, Datenschützer, Fachjournalisten, Politiker usw. aber sogar auch die Deutsche Bundesbank, Verbraucherzentrale Bundesverband, Initiativen wie Rettet unser Bargeld etc. pp. aktiv werden, dann fühle ich mich in meiner schon damaligen Einschätzung mehr als bestätigt.

    Bei allem gebotenen Respekt: Wenn in der Retrospektive meine damalige Haltung nun unter die der Deutschen Bundesbank oder unter die von Prof. Starbatty oder unter die der Verbraucherzentrale zu subsumieren ist - dann fühle ich mich damit nicht nur subjektiv und emotional deutlich wohler sondern auch objektiv und rein sachlich-fachlich deutlich besser abgebildet - als wenn meine Meinung nun unter diejenige einer Erdnuss! eingeordnet werden müßte.

  • Ich denke, dass eine (digitale) Volkswirtschaft im 21. JH sich die überdimensionalen (Milliarden) Kosten (und Verluste) für Bargeldvorhaltung mit allem drum und dran, staatlich wie Privatwirtschaft, nicht mehr leisten kann.

    Hoffentlich kann sich "eine (digitale) Volkswirtschaft im 21. JH" und zwar "staatlich wie Privatwirtschaft" die Bürger überhaupt noch leisten ?

    Wobei sich mir - als zugegebenermaßen Laie in volkswirtschaftlichen Belangen - die Frage stellt, wie ein Staat ohne steuerzahlende Bürger funktionieren und finanziert werden könnte und eine Privatwirtschaft ohne arbeitende und konsumierende Bürger funktionieren könnte und wie ein Staat wiederum ohne funktionierende Privatwirtschaft am laufen gehalten werden könnte. Solche Fragen sind vermutlich in der digitalen Welt reine Petitessen ...

    Eine Einschränkung von Bargeld und dessen Umlauf ist schon in diesen Hinsichten mehr als gerechtfertigt.

    Das ist Deine ganz persönliche Meinung.

    Aus meiner Sicht bedeutet Bargeld (stark eingedampft sprich in Kurzform)

    1. Gelebter Datenschutz

    2. Schutz vor Negativzinsen

    3. Schutz vor staatlicher Willkür

    4. Zwingt das Finanzsystem zu mehr Solidität (Stichwort: Bank-Runs - nur als ein Beispiel)

    5. Verhindert leichte Gewinne (Monopolstellung) von Finanzdienstleistern (wie Kreditkarten)

    6. Sicherheitsanker in Krisenfällen

    Wie sollten vor diesem Hintergrund die "Einschränkung von Bargeld und dessen Umlauf mehr als gerechtfertigt sein" ... ?

    Aber auch vor dem Hintergrund dieser Tatsache: Eine jüngste Studie der Deutschen Bundesbank ergab, daß 93% (!) der Bundesbürger selbst entscheiden wollen, ob sie bar oder digital zahlen ... ?

  • Die Softwareentwickler sind ausgelastet, deswegen sollten wir vom Bargeld weg?

    Habe ich da einen Zwischenschritt verpasst?

    Das war bezogen auf die Bezeichnung „digitale“ Volkswirtschaft; um zusätzliche Kontroversen zu dem Thema Digitalisierungshast, reale Möglichkeiten und „D ist zu langsam in der Umsetzung“ zu vermeiden.

  • In der Fragestellung des Threaderstellers geht es um die Einschränkung des Bargeldverkehrs, nicht um die Aufhebung.

    Anders dargestellt:

    Warum muss Lieschen Müller (hier stellvertretend für Millionen Menschen in D), die keine nennenswerten Banknoten unter dem Kopfkissen lagert und den größten Teil des Budgets für Miete, Nebenkosten, Versicherungen und Kommunikation bargeldlos transferiert, die unverhältnismäßig hohen Kosten für (hohe) Bargeld(bestände weniger anderer) mittragen (teurere öffentliche und private Dienstleistungen und Waren)?

    ->

    Geldautomaten auffüllen, Echtheitsüberprüfungen von Scheinen sowie Wechselkassen in unzähligen Betrieben mit hohem Aufwand inclusive Zeit.

    Herstellung von Bargeld, Ausgaben für Nachttresore bei Banken, Transport, Sicherheit (öffentliche Bereiche und Privatwirtschaft), Versicherungen, Schäden durch Geldfälschungen.

    Dazu Zinsverluste und Bargeldverlust.

    Ein insgesamt enorm hoher Milliardenaufwand für die öffentliche Hand und die Privatwirtschaft. Zudem bezogen auf die tatsächliche Nutzung (nur 7 % der von der DB ausgegebenen Banknoten werden für einen Bargeldtransfer im Innenland genutzt) kostenmässig sehr ungerecht verteilt (da hauptsächlich als Wertaufbewahrungsmittel genutzt).

  • Es ist komisch, dass es jahrzentelang kein wahnsinniges Kostenproblem war, Bargeld für die Bevölkerung verfügbar zu machen. Warum ist es heutzutage ein Problem?

  • Hallo zusammen,

    Kosten sollten immer im Blick sein. Bargeld ist teuer.

    Praktischer ist es i.d.R. bargeldlos zu bezahlen.

    Was wenn ein totalitärer Staat in einem bargeldlosen System die Konten einfriert.

    Was wenn im sogenannten Dritten Reich kein Bargeld vorhanden gewesen wäre.

    Zur Zeit hätte ich da keinerlei Bedenken.

    Aus Sicherheitsgründen sollten wir es vorhalten und die Kosten tragen.

    Demokratie kostet Geld.

    Das ich selbst kein Bargeld mag ist der Bequemlichkeit geschuldet.

    Bargeld macht uns unabhängig von staatlichen Übergriffen.

    Zur Zeit ist es natürlich undenkbar.

    Sicherungsmaßnahmen kosten. Ist es uns das wert?

    Wie wäre es 1933 gewesen? Ohne Bargeld.

    LG