Bitcoin wird "Status eines Gold-Ersatzes" erreichen

  • Die Geldentwertung des FIAT Geldes hat auch nix mit rationaler Kapitalanlage zu tun.

    Trotzdem rennen Millionen von Kleinanlegern jedem noch so kleinen Zinsangebot hinter her und belassen ihr Geld in der Inflation.

    Verstehe ich auch nicht, da diese Menschen bestimmt nicht gewinnen können.

    Ist das so? :/

    Ich denke, dass rund um dieses Thema viel Halbwissen verbreitet ist. Grundsätzlich sehe ich kein großes Problem darin, inflationssicher zu investieren. Was jedoch auffällt, ist, dass ein Großteil der Bitcoin-Anleger real Verluste erlitten hat. Von einem wirksamen Inflationsschutz kann daher bislang kaum die Rede sein. Wie sich Bitcoin in Zukunft entwickeln wird, lässt sich derzeit nicht verlässlich beurteilen.

  • Ja, schau dir doch einfach mal an wieviel Geld in Sichteinlagen steckt.

    Ich sage nicht, dass Geld auf Sichteinlagen eine gute Investition ist oder dass Privatanleger immer rational investieren. Ich sage lediglich, dass Bitcoin kein Problem löst. Die Rendite kurzlaufender Staatsanleihen bester Bonität schlägt die Inflation vor Steuern. Schon immer. Nach Steuern ist sie meist negativ. Das spielt jedoch keine Rolle, weil Sichteinlagen ohnehin nicht dazu gedacht sind, Vermögen aufzubauen.

    Ein globaler Aktienkorb hingegen erzielt seit jeher eine deutlich positive reale Rendite. Mehr als diese beiden Anlageklassen braucht man daher nicht, um sowohl Vermögen real zu bilden als auch kurzfristige Verpflichtungen zu bedienen.

    Was soll Bitcoin da lösen? Und kann es das überhaupt? Bisher haben fast alle Anleger damit Verluste erlitten. Ist das ein Inflationsschutz? Nein. Kann es langfristig einer werden? Ja. Wissen wir, dass es so kommen wird? Nein. Also mache ich es nicht.

    Es gibt Möglichkeiten, die nachweislich eine systematisch positiv Realrendite bringen. Warum sollte man davon nicht Gebrauch machen und zu wetten anfangen?

  • Es gibt Möglichkeiten, die nachweislich eine systematisch positiv Realrendite bringen. Warum sollte man davon nicht Gebrauch machen und zu wetten anfangen?

    So ist das!

    Deswegen halte ich beides: breitgestreutes Aktien (ETF) Portfolio und Gold (Diverse Edelmetalle).

    Damit habe ich das Beste aus beiden Welten und immer wieder spannend zu sehen: wenn die Börse mal wieder kalte Füße kriegt, steigt der Wert meiner Edelmetalle.
    Findet die Börse wieder zum Business zurück steigt mein Aktienportfolio.

    Natürllich unterliegt beides den "handelsüblichen" Schwankungen, aber unterm Strich ist es eine echte Win/Win-Situation.

    Und falls ich ab und an mal ein wenig Gold veräußere, brauche ich nicht mal irgendwelche Steuern zu zahlen, denn Gewinne sind nach 12 Monaten steuerfrei!

    Schon nicht schlecht für'n reines Spaßportfolio, dessen einziger Zweck es ist, die Inflation zu schlagen.

  • Zitat

    Entlang der Nettovermögensverteilung zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich des Anlageverhaltens. Bei den vermögensärmeren Haushalten dominieren Anlagen mit niedrigen Renditen und geringem Risiko wie Guthaben auf Spar- und Girokonten oder Festgeld. Zu diesen kommen dann mit zunehmenden Vermögen risikoreichere Anlageformen wie Wertpapiere und stille Beteiligungen an Unternehmen hinzu. Mit diesen lassen sich in der Regel höhere Renditen erzielen. Allerdings summiert sich der Wert an Wertpapieren und stillen Beteiligungen selbst bei den oberen 10 % der Haushalte auf nur etwa 43 % des gesamten Finanzvermögens. Generell legen die Haushalte in Deutschland also einen Großteil Ihres Finanzvermögens liquide und risikoarm an.


    [Blockierte Grafik: https://publikationen.bundesbank.de/caas/v1/media/955406/data/0307231657b7b00922b1bdce70e5b262/6x0016.svg]

  • Trotzdem rennen Millionen von Kleinanlegern jedem noch so kleinen Zinsangebot hinter her und belassen ihr Geld in der Inflation.

    Verstehe ich auch nicht, da diese Menschen bestimmt nicht gewinnen können.

    Bei Bitcoin besteht zumindest die Möglichkeit.

    Die Möglichkeit lediglich im Kopf Weniger. Niemand kann mit Bitcoin irgenwas im Alltag anfangen. Am Ende geht es nicht um Gewinnen sondern das reale Leben.

  • Was können denn Menschen mit Gold anfangen?

    Naja, Zähne und Schmuck sind ja schon mal ein guter Anfang und nicht zu vergessen, dass Gold ein Zahlungsmittel ist, das weltweit benutzt werden kann. Nachdem König Krösus die ersten genormten Münzen aus Elektron (eine Legierung aus Gold und Silber) als Zahlungsmittel seines Reiches aus der Taufe gehoben hat, war Gold (in Reinform oder als Legierung) über Jahrtausende DAS Zahlungsmittel der Wahl. Selbst bis in die späten Siebziger Jahre war der sog. "Goldstandard" noch die Stütze vieler Währungen (Brit. Pfund, US-Dollar, ...)

    Bis Bitcoin soweit ist, könnten also noch gerne mal ein- bis zweitausend Jahre ins Land gehen. 😉

  • Naja, Zähne und Schmuck sind ja schon mal ein guter Anfang und nicht zu vergessen, dass Gold ein Zahlungsmittel ist, das weltweit benutzt werden kann. Nachdem König Krösus die ersten genormten Münzen aus Elektron (eine Legierung aus Gold und Silber) als Zahlungsmittel seines Reiches aus der Taufe gehoben hat, war Gold (in Reinform oder als Legierung) über Jahrtausende DAS Zahlungsmittel der Wahl. Selbst bis in die späten Siebziger Jahre war der sog. "Goldstandard" noch die Stütze vieler Währungen (Brit. Pfund, US-Dollar, ...)

    Bis Bitcoin soweit ist, könnten also noch gerne mal ein- bis zweitausend Jahre ins Land gehen. 😉

    Was war, ist doch irrelevant, es gab Zeiten da wurde mit Muscheln gezahlt, dann tausende Jahre mit Kupfermünzen oder Silbermünzen.

    Und die Behauptung, dass man im Gegensatz zu Gold mit BC garnichts anfangen kann, passt auch nicht. Es gibt ja schon die Möglichkeit damit zu zahlen, zwar nur vereinzelt und nicht alltagstauglich aber das ist es bei Gold ja auch nicht.

  • Ich sehe schon die Vorzüge von Bitcoin, genau wie zb Einundzwanzig . Nur, das hilft nichts, wenn wir alleine damit bleiben. Es müssten genug andere diese Vorzüge erkennen.

    Und hier wird BTC einfach zur Glaubenssache: Der eine glaubt daran, dass sich BTC durchsetzen wird, der andere nicht.

    Ab hier ist es dann die selbe nutzlose Diskussion wie diejenige darüber, ob Gott oder Allah das Rennen machen wird - ein Glaubens"krieg".

    Ich halte es wie einige hier: ich habe mich für sowohl als auch abgesichert.

  • Du denkst, das ginge besser mit BTC und du denkst, dass irgendwann auch der Rest der Menschen das erkennen wird. Jetzt müssen die anderen Menschen nur noch mitspielen.

    Es geht de facto besser. Und ja, die Adoption in der Gesellschaft muss noch weiter voranschreiten, so wie es auch bei anderen technologischen Innovationen der Fall war (siehe Internet). Bitcoin befindet sich dabei aber auf einem guten Weg und adoptiert sogar schneller als das Internet.


    Mit rationaler Kapitalanlage hat das aber nichts zu tun.

    Doch, aus meiner Sicht kann das sehr wohl rational sein.

    Bitcoin ist für mich ein Gegenentwurf zum bestehenden Geldsystem. Es ist eine asymmetrische Wette darauf, dass die aktuellen Strukturen – dauerhaft steigende Geldmengen, immer höhere Staatsverschuldung, zunehmende Eingriffe in Märkte – langfristig nicht stabil so weiterlaufen können wie bisher. Wenn alles so bleibt wie es ist, mag Bitcoin unnötig wirken. Wenn sich die Spannungen jedoch weiter aufbauen, gewinnt ein alternatives, nicht manipulierbares System an Relevanz.

    Bitcoin bietet die Möglichkeit, sich außerhalb staatlicher oder institutioneller Eingriffe zu positionieren. Nicht als Ersatz für alles, sondern als Option. Und genau diese Option hat einen Wert.

    Für diese Einschätzung brauche ich keine komplexen Modelle. Wenige langfristige Statistiken reichen mir: die stetige Ausweitung der Geldmenge und die strukturell steigende Staatsverschuldung. Mehr muss ich nicht wissen, um zu erkennen, dass dieses System nicht unbegrenzt linear fortgeschrieben werden kann.

    (Staatsverschuldung USA)


    (Staatsverschuldung EU)


    (Anteil am gesamten Haushaltsvermögen – die reichsten 1% vs. die ärmsten 90%)


    (Geldmengenausweitung)


    Ich halte es wie einige hier: ich habe mich für sowohl als auch abgesichert.

    Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen erscheint es mir sinnvoll, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Diversifikation war noch nie ein Fehler. Dazu kann durchaus auch ein Asset gehören, das außerhalb bestehender Strukturen funktioniert und sich gerade gegen diese absichert.

    Ich gehe davon aus, dass immer mehr Menschen und Institutionen im Rahmen von Risikomanagement und Diversifikation zu einem ähnlichen Schluss kommen werden – und dass Bitcoin langfristig zumindest als Beimischung seinen Platz in vielen Portfolios finden könnte.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ich weiß. Das kann ich aus all deinen Beiträgen herauslesen. Du denkst, dass du die Lösung für Probleme kennst, die die Mehrheit der Menschen nicht kennen. Das ist per Definition ein overconfidence bias.

    Zu sagen, dass ich keine komplexen Modelle brauche, heißt nicht, dass ich glaube, ich hätte eine exklusive Wahrheit erkannt, die „die Mehrheit nicht versteht“. Es heißt lediglich, dass ich bestimmte Entwicklungen – etwa Geldmengenausweitung oder Verschuldungsdynamik – für strukturell problematisch halte und daraus eine Anlageentscheidung ableite.

    Für die „Mehrheit der Menschen“ gilt übrigens folgendes:

    Ergo: Die Mehrheit hat überhaupt keinen Schimmer.

    Overconfidence wäre es zu behaupten: „Ich weiß sicher, dass Bitcoin gewinnen wird“. Das tue ich nicht. Ich sage nur: Wenn ich eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit sehe, dass das bestehende System Spannungen erzeugt, dann halte ich es für rational, einen Teil meines Kapitals in eine Alternative zu parken.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Zu sagen, dass ich keine komplexen Modelle brauche, heißt nicht, dass ich glaube, ich hätte eine exklusive Wahrheit erkannt, die „die Mehrheit nicht versteht“....

    Ergo: Die Mehrheit hat überhaupt keinen Schimmer.

    Du hast einen Denkfehler. Die Mehrheit des Kapitals wird von professionellen Investoren verwaltet. Die sehen in Bitcoin nicht was du in ihm siehst. Du denkst, dass diese besser informierten Investoren erst lernen müssen was du schon weißt. Es spielt auch keine Rolle, ob du dir sicher bist. Du legst so an, also gehst du davon aus.

    Das ist ein overconfidence bias.

  • Du hast einen Denkfehler. Die Mehrheit des Kapitals wird von professionellen Investoren verwaltet. Die sehen in Bitcoin nicht was du in ihm siehst. Du denkst, dass diese besser informierten Investoren erst lernen müssen was du schon weißt. Es spielt auch keine Rolle, ob du dir sicher bist. Du legst so an, also gehst du davon aus.

    Das ist ein overconfidence bias.

    Genau – und gerade daran sieht man doch, dass sich professionelle Investoren inzwischen langsam an Bitcoin herantasten. Die Wall Street ist faktisch erst seit rund 1–2 Jahren ernsthaft dabei, Bitcoin existiert aber seit 17 Jahren. Die ersten anderthalb Jahrzehnte war das Thema im Wesentlichen retail-getrieben.

    Warum kommen Institutionen und professionelle Anleger erst jetzt? Nicht, weil sie plötzlich „erleuchtet“ wurden, sondern weil sich Rahmenbedingungen geändert haben – Regulierung, Infrastruktur, Verwahrmöglichkeiten, ETF-Strukturen. Profis sind eben nicht allwissend und vollkommen frei in ihren Entscheidungen. Sie sind an Risikomodelle und regulatorische Grenzen gebunden.

    Institutionelles Kapital bewegt sich langsam. Es braucht Rechtssicherheit, Produkte, Prozesse. Dass es jetzt Schritt für Schritt einsteigt, ist weniger ein Beweis gegen Bitcoin – eher ein Zeichen dafür, dass ein vormals randständiges Asset allmählich in akzeptable Bahnen für große Kapitalverwalter rückt.

    Als Beispiel:

    https://www.blackrock.com/us/financial-p…diversifier.pdf

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Außerhalb staatlicher Eingriffe? Es bedarf nur eines einfachen Gesetzes, um den Handel mit Bitcoin zu verbieten.

    Das wäre natürlich möglich. Gleichzeitig wäre es aber auch recht einfach, dieses Kapital aus dem betroffenen Land zu bringen. Du musst dir halt 12-Wörter merken, oder sie irgendwo notieren. – Darüber hinaus wären solche Verbote sehr wahrscheinlich nur von temporärer Dauer, da sich ein Land, im Vergleich zu Ländern, in denen kein Verbot existiert, benachteiligen würden.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Institutionelles Kapital bewegt sich langsam. Es braucht Rechtssicherheit, Produkte, Prozesse. Dass es jetzt Schritt für Schritt einsteigt, ist weniger ein Beweis gegen Bitcoin – eher ein Zeichen dafür, dass ein vormals randständiges Asset allmählich in akzeptable Bahnen für große Kapitalverwalter rückt.

    Das liegt wohl eher daran, dass die Bitcoin-Lobby es in den USA geschafft hat, die Regierung dazu zu bewegen, Wertpapiere auf Bitcoin-Basis zuzulassen. Das macht es eben für den Normalanleger deutlich einfacher, in Bitcoin zu investieren. In der Folge stieg der Bitcoin-Kurs natürlich an.

    Ich finde es schon interessant zu beobachten, wie auf der einen Seite in missionarischer Weise versucht wird, Bitcoin als das Gute zu verkaufen, um die Leute einzuwickeln und auf der anderen Seite knallharte Geschäftspolitik betrieben wird, um den Kurs zu pushen.