Wie reagiert ihr mit euren Geldanlagen auf Trumps Mega Zölle?

  • Trump setzt alles daran, die Zinsen niedrig zu halten. Im Mai wird er einen Notenbankchef nach seinem Gusto einsetzen. D.h. die Inflation wird, auch dank der Zölle, ordentlich angeheizt – vermutlich, um die enormen Staatsschulden auf diese Weise zu tilgen. Die einfachen Menschen sind Trump ohnehin egal. Die müssen die Zeche dafür natürlich bezahlen, bzw. können sie nicht mehr zahlen. Zumal die Chance hoch ist, dass sie dank KI ihren Job verlieren. Ach ja, die Aktienkurse – das ist es ja, was hier interessiert – werden natürlich weiter steigen. ABER: da der Dollar sehr schwach werden wird, kommt davon bei uns im WELT-ETF nichts an. Sehe ich das für die nächsten 5 bis 10 Jahre richtig? Die Konsequenz müsste dann doch sein, USA reduzieren, mehr EM (die profitieren ja vom schwachen Dollar), mehr Europa und Japan.

    Oder was meint ihr?

  • Ach ja, die Aktienkurse – das ist es ja, was hier interessiert – werden natürlich weiter steigen. ABER: da der Dollar sehr schwach werden wird, kommt davon bei uns im WELT-ETF nichts an. Sehe ich das für die nächsten 5 bis 10 Jahre richtig? Die Konsequenz müsste dann doch sein, USA reduzieren, mehr EM (die profitieren ja vom schwachen Dollar), mehr Europa und Japan.

    Oder was meint ihr?

    Ich meine, wer Rendite machen will, sollte besser günstig kaufen und teuer verkaufen, nicht andersrum.

  • Goldmicha

    Wenn du dir mal so einen typischen Emerging Markets ETF raussuchst z.b.

    A0HGWC

    und du guckst dir mal die Länder an

    und stellst dir vor China macht mit Taiwan ernst, und die USA guckt nicht einfach zu.

    Dann ist China / Taiwan nicht mal mehr handelbar (von anderen wirtschaftlichen Schäden mal abgesehen).

    Außerdem betreibt China massive Wirtschaftsmanipulation und Wettbewerbsverzerrungen.

    Und möchte man unbedingt die China mit seinen Ersparnissen fördern?

    Mitunter ist der Dollar ja jüngst im vergleich zum Euro wieder etwas gestiegen.

  • Ich meine, wer Rendite machen will, sollte besser günstig kaufen und teuer verkaufen, nicht andersrum.

    Richtig. Das Dumme ist nur, dass Du erst später beim Verkauf weißt, ob Du günstig gekauft hast. Da sind wir wieder mal bei der berühmten Glaskugel.

  • Ich warte noch bis morgen früh, ob der Kongress ernsthafte Versuche unternimmt, Trump’s Grönland- und Zollwahn zurück zu rufen.

    Falls nicht, werde ich alle meine US-Anleihen abstoßen und mittelfristig auch alle übrigen auf USD lautenden Anleihen auf andere Währungen umschichten.

    Bei den Aktien beträgt mein US-Anteil noch rund 1/3. Neues Geld würde ich da nicht mehr anlegen. Verkaufen würde ich auch nicht, aber evtl. kaufe ich mal wieder eine Put-Option auf den SP500 zur Risikobegrenzung.

    Mein Eindruck ist, dass Trump die USA und den Dollar gegen die Wand fahren wird, wenn niemand ihm Einhalt gebietet. Der Rest der Welt wird sich dann von den USA abwenden oder versuchen, notfalls ohne sie zusammenzuarbeiten.

    Der große Wettbewerbsvorteil der USA (Rechtssicherheit, stabile Institutionen, kulturelle Attraktivität) droht zunehmend verloren zu gehen.

  • Der Rest der Welt wird sich dann von den USA abwenden oder versuchen, notfalls ohne sie zusammenzuarbeiten.

    Das wäre vermutlich sinnvoll. Aber wie war das, als er das erst Mal die ganze Welt mit seinen Zöllen verprellt hat? Jeder hat für sich versucht, mit den USA einen Deal auszuhandeln und alle waren schwach. Warum sollte das jetzt besser sein?

    Bitte vergesse auch nicht, dass wir alle von den USA stark abhängig sind, die Globalisierung die Länder eng verknüpft hat. Der Richter, der am IStGH das Urteil gegen Natanyahu gesprochen hat, wurde auf eine US-Terroristenliste gesetzt. Kein US-Unternehmen darf mit ihm handeln, er hatte plötzlich keine Kreditkarte und kein Microsoft mehr. Was ist, wenn Donald der I. das mit ganz Deutschland macht? Von heute auf morgen? Es gibt viele Mafia-Methoden. Auch unsere Wehrfähigkeit hängt entscheidend von US-Technik ab, vielleicht bekommt er noch ein Kickback von Freund Putin?

  • Von den USA abwenden? Ich versuche mir gerade die Welt ohne Microsoft (Windows, Anwendungen, Cloud), Apple (Smartphone, Betriebssystem, Anwendungen), Amazon (Einkaufen, Cloud), Google (Smartphone), Cisco (Netzwerk, Internet), GPS (Navigation), diverse Rüstungslieferanten etc. etc. vorzustellen. Das wird sehr interessant.

  • Das wäre vermutlich sinnvoll. Aber wie war das, als er das erst Mal die ganze Welt mit seinen Zöllen verprellt hat? Jeder hat für sich versucht, mit den USA einen Deal auszuhandeln und alle waren schwach. Warum sollte das jetzt besser sein?

    Bitte vergesse auch nicht, dass wir alle von den USA stark abhängig sind, die Globalisierung die Länder eng verknüpft hat. Der Richter, der am IStGH das Urteil gegen Natanyahu gesprochen hat, wurde auf eine US-Terroristenliste gesetzt. Kein US-Unternehmen darf mit ihm handeln, er hatte plötzlich keine Kreditkarte und kein Microsoft mehr. Was ist, wenn Donald der I. das mit ganz Deutschland macht? Von heute auf morgen? Es gibt viele Mafia-Methoden. Auch unsere Wehrfähigkeit hängt entscheidend von US-Technik ab, vielleicht bekommt er noch ein Kickback von Freund Putin?

    Er hat es auch mit Brasilien versucht - mit Strafzöllen und Sanktionen gegen brasilianische Richter - und ist damit grandios gescheitert!

    Brasilien hat contra gegeben und vor allem nicht nachgegeben. Es hat sogar Visa-Pflicht für US-Bürger eingeführt. Trump hat klammheimlich die meisten Zölle und Sanktionen wieder kassiert und seinen Freund Bolsonaro fallen gelassen, der jetzt im Gefängnis sitzt.

    Will sagen - die USA sind nicht halb so mächtig wie sie tun und wären vor allem ohne Verbündete ganz allein.

    Es stimmt auch nicht, dass alle übrigen Staaten sich gebeugt hätten. Neben Brasilien haben auch China, Kanada und Indien nicht nachgegeben.

    Kanada rückt näher an die EU und hat gerade ein Handelsabkommen mit China geschlossen.

    Die EU hat gestern ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten unterzeichnet und verhandelt mit Indien und zahlreichen weiteren Staaten über weitere Abkommen. Island will über einen EU-Beitritt abstimmen und auch Großbritannien will sich der EU wieder stärker annähern. Ebenso Japan, Australien, Korea, Mexiko u.v.a.

    Wenn die USA den Dollar als Waffe selbst gegen Verbündete einsetzen, wird er seinen Status als Weltwährung über Nacht verlieren. Der Großteil der Stärke der USA beruhte und beruht darauf, dass andere sie als Führungsmacht anerkannt und unterstützt haben. Allein werden die USA wie China oder Russland sein, wobei China von allen dreien derzeit am geschicktesten agiert und profitieren dürfte.

  • Die EU hat gestern ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten unterzeichnet

    Nach nur einem Vierteljahrhundert an Verhandlungen und internen Streitereien ... =O

    Der Rest der Welt wird sich dann von den USA abwenden oder versuchen, notfalls ohne sie zusammenzuarbeiten.

    Dabei wünsche ich schon jetzt "dem Rest der Welt" - aber insbesondere Deutschland mit seiner unnachahmlichen Hard Power aus wirtschaftlicher Dynamik und militärischer Stärke - viel Glück.


    So wie Dir selbstverständlich auch viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Also ich überlege bei meinem einen Depot, wo Transaktionen nur 1€ kosten morgen was umzuschichten bzw. erstmal liquide zu halten (da gibt es eh Beträge die nur die Jahresendrally mitnehmen sollten).

    Ich weiß bloß noch nicht ob ich in Zettel-Gold umschichte oder wirklich erstmal flüssig halte.

    Betrifft auch nur 2,5% von meinen ETF/Aktien

  • Hallo zusammen,

    passiv investieren heißt für mich: immer mehr üben, immer weniger Meinung haben.
    Nicht, weil ich blind durch die Märkte fliege, sondern ganz bewusst.
    Genau so komme ich langfristig an meine rund 6 % p.a. Rendite. Das ist eine Verdoppelung des Vermögens ca. alle 12 Jahre - was will ich noch mehr.

    Nicht, weil ich klüger bin als der Markt – sondern weil ich akzeptiere, dass der Markt im Durchschnitt besser ist als mein Können, mein Wissen und meine spontanen Eingebungen.

    Die eigentliche Herausforderung beim passiven Investieren ist nicht die Auswahl des ETFs.
    Es ist das Raushalten.
    Nichts ist schwerer, als nichts zu tun, wenn es ruckelt, kracht oder die Schlagzeilen wieder „jetzt aber wirklich!“ schreien.
    Mentale Disziplin ist die wahre Königsdisziplin – und leider nicht als Sparplan erhältlich.

    Finanztip bringt es sinngemäß auf den Punkt: Wer breit streut, günstig investiert und lange durchhält, gewinnt nicht durch Aktion, sondern durch Geduld.
    Oder anders gesagt: Der größte Feind der Rendite sitzt nicht an der Börse, sondern zwischen unseren Ohren.

    Mein persönlicher Motivationssatz in turbulenten Zeiten:
    Nicht handeln ist auch eine Handlung – und oft die beste.

    Also: Sparplan laufen lassen, Kaffee trinken, Kurs-App schließen. Der Markt arbeitet. Wir dürfen Feierabend machen.

    LG

  • Ich rühre meinen MSCI ACWI in dem ich 80% meines Kapitals habe auch nicht an, allerdings kann ich es mir nicht verkneifen in turbulenten Zeiten ein bisschen mit spezialisierten Etfs rum zu probieren😄