Deutschland -> Land der armen Schlucker "keine 2000 Euro als Notgroschen"

  • Wann ist man Überreich in Deutschland?
    Mein Vorschlag dazu:

    Mit Eigentum / Haus oder ETW = 2,5 Mio EUR Cash bzw. Anlagevermögen, ohne Rente oder Pensionsansprüche.

    Ohne Eigentum = 750 000 EUR Cash bzw. Anlagevermögen, ohne Rente oder Pensionsansprüche.

    Überreichenabgabe = 1%. Und nun?

  • Es kommt natürlich sehr darauf an welche Definition man dafür nutzt. Die Definition des IW mit den reichten 1% finde ich zu deutlich niedrig angesetzt. Das wären 777k freies vermögen (ohne wohneigentum) sowie knapp 13k monatsnetto. Ich vermute damit wird selbst genutztes Wohneigentum gemeint sein und nicht die xyz mehrfamilienhäuser in besitz. Das ist sicherlich reich aber für mich weit weg von überreich.

    Es gibt da ganz verschiedene Ansätze aber ich würde in die Richtung gehen, das man das Geld das man realistisch nicht mehr ausgeben kann. Ich finde derzeit die Grenze von 100 Millionen schon sehr gut, jedoch inklusive allem. Also wohneigentum und firmenanteilen.

    Spätestens bei der Milliarde ist das meines Erachtens unzweifelhaft zu viel Einfluss den man nehmen kann.

  • Dazu empfehle ich nochmal Gabriel Zucman der eine _globale_ Vermögenssteuer von mindestens 2% empfiehlt auf Vermögens oberhalb 100 Millionen Dollar.

    Jetzt bitte nicht wieder damit kommen das die Steuer nichts bringt da der Verwaltungsaufwand zu hoch ist.

    Der Zoll treibt Biersteuer für (selbst)gebrautes Bier ein, das ab 250l steuerpflichtig ist. Das ist bei einer Biersteuer von 9.4 Cent pro Liter nichtmal das Papier wert auf dem man die Rechnung schreibt. Denke da kann man für 2 Millionen und mehr schonmal etwas Aufwand betreiben.

  • Der Zoll treibt Biersteuer für (selbst)gebrautes Bier ein, das ab 250l steuerpflichtig ist. Das ist bei einer Biersteuer von 9.4 Cent pro Liter nichtmal das Papier wert auf dem man die Rechnung schreibt. Denke da kann man für 2 Millionen und mehr schonmal etwas Aufwand betreiben.

    Es sind 500 Liter steuerfrei... Aber ich verstehe deinen Punkt und stimme dir voll und ganz zu.

    Es gibt eine Menge unnötiger Bürokratie - Stichwort Bauordnungen mit vorgeschriebener Dachziegelfarbe. Ebenso könnte man auch Apps wie weg.li verbieten und damit Ordnungsbehörden entlasten. Beleidigung könnte straffrei sein und nur noch auf dem Privatklageweg verfolgt werden, bei vielen Gesetzen könnte man komplizierte Ausnahmen streichen. Das würde einiges an Verwaltungskosten einsparen und man bräuchte nicht ständig über neue Steuern nachdenken.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das ist aber bereits heute gängige Praxis.

    Dennoch muss sich ja vorher ein Staatsanwalt und die Polizei damit beschäftigen.

    Und nein, wenn es im Wege der Privatklage verfolgt werden kann, ist es ja gerade nicht straffrei.

    Privatrechtliche Forderungen sind keine Strafen.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Es sind 500 Liter steuerfrei... Aber ich verstehe deinen Punkt und stimme dir voll und ganz zu.

    Es gibt eine Menge unnötiger Bürokratie - Stichwort Bauordnungen mit vorgeschriebener Dachziegelfarbe. Ebenso könnte man auch Apps wie weg.li verbieten und damit Ordnungsbehörden entlasten. Beleidigung könnte straffrei sein und nur noch auf dem Privatklageweg verfolgt werden, bei vielen Gesetzen könnte man komplizierte Ausnahmen streichen. Das würde einiges an Verwaltungskosten einsparen und man bräuchte nicht ständig über neue Steuern nachdenken.

    Uns lange nicht mehr gebraut und es war seit paar Jahren die zollanmeldung nicht mehr nötig. Ganz verpasst das die freimenge von 200 (250 hatte ich im kopf) auf 500 angehoben wurde. Muss ich den kessel malnwiedee glühen lassen.

    Zum Rest, absolut. Gibt viel das man vereinfacht könnte. Es gibt ja auch genug Prozesse über die die Bearbeiter unglücklich sind weil sie zu kompliziert bzw. sperrig sind.

  • Dennoch muss sich ja vorher ein Staatsanwalt und die Polizei damit beschäftigen.

    Richtig, das müssen sie wohl. Wer soll sonst feststellen, dass es sich überhaupt um eine Beleidigung und ein Privatklagedelikt handelt?

    Privatrechtliche Forderungen sind keine Strafen.

    Ich glaube, Du verwechselst da zivilrechtliche Schadensersatzforderung mit Privatklagen. Bei letzterem gibt es richtige Strafen. Der Unterschied ist nur, dass der Staatsanwalt durch den Geschädigten ersetzt wird.

  • Dazu empfehle ich nochmal Gabriel Zucman

    Mit seiner Kernkompetenz "Umverteilung" könnte der Mann (m. W. Franzose) eine Kooperation mit dem DIW hierzulande anstreben.

    Dazu empfehle ich

    Realitätsbezug.

    globale_ Vermögenssteuer von mindestens 2% empfiehlt auf Vermögens oberhalb 100 Millionen Dollar.

    Viel Erfolg und gute Reise auf der globalen Ebene bei diesbezüglichen Verhandlungen mit Ländern wie den USA, China usw.).


    Nach meiner Erinnerung war es im Jahr 2017 ausgerechnet Frankreich, welches seine bis dahin erhobene Vermögenssteuer abgeschafft hatte ... ? Und zwar um die "Wirtschaft zu beleben" und "Reiche und Kapital zur Rückkehr ins Land zu bewegen" (aus den damaligen französischen diesbezüglichen Presseberichten).

    Eine Art der Vermögensbesteuerung findet in Frankreich m. W. nur noch über Immobilien statt. Aller Wahrscheinlichkeit aus dem typischen Grund ("nomen est omen"), da Immobilien nicht so schnell ausweichen können wie Kapital, Unternehmen, Tangible Assets usw.


    In dem Kontext

    Nicht wenige Kommunen haben in den letzten Jahren beispielsweise heftig an den Hebesätzen der Grundsteuer gedreht. Machen Politiker gerne, da man im Gegensatz zur Gewerbesteuer (Unternehmen können glücklicherweise meist recht flexibel und schnell ihren Standort wechseln; da sind deshalb die Einnahmen für die Kommune dann wegen der Abwanderung nicht selten niedriger als vor der Erhöhung der Gewerbesteuer) dies bei Immobilieneigentümern kaum oder gar nicht zu befürchten hat.

    Um einen dieser politischen Protagonisten wörtlich zu zitieren: "Die können ja ihr Häuschen nicht auf dem Buckel wegschleppen" ...

  • Das ein Ungleichheitsforscher Franzose ist hat natürlich einen direkten (Realitäts-)Bezug zum Handeln der französischen Regierung.

    Es ist ein sinnvoller Vorschlag, auch wenn die Chance auf Umsetzung eher als gering einzustufen ist. Warum aber immer nur das realistische Szenario überhaupt zur Auswahl steht finde ich beängstigend. Denn die politisch realistischen Szenarien würden bei mir eher auswandern nahelegen. Da habe ich immernoch die (realitätsferne) Hoffnung das sich das ganze doch anders entwickelt als es realistisch erscheint.

    Hoffe das ist dir mal genug Realitätsverlust.

  • Das ein Ungleichheitsforscher

    Gabriel Zucman hat 2013 bei Thomas Piketty promoviert - womit die Richtung schon vorgegeben und klar sein dürfte.

    (Realitäts-)Bezug zum Handeln der französischen Regierung.

    In Frankreich war ich bezüglich mehrere Projekte jahrelang berufsbedingt engagiert. Das Land hat nach meinen Erfahrungen eine zentralistische, etatistische in Teilen sozialistische Ausrichtung - mit einer der höchsten mir bekannten Staatsquoten überhaupt. Mit einer Melange aus extrem hoher Staatsverschuldung, schwachem Wirtschaftswachstum und seit vielen Jahren lähmender Reformunfähigkeit bis hin zur Reformverweigerung hat die Grande Nation meines Erachtens "beste" Voraussetzungen Auslöser der nächsten Eurokrise zu werden.

    Es ist ein sinnvoller Vorschlag, auch wenn die Chance auf Umsetzung eher als gering einzustufen ist.

    Inwieweit ein "Vorschlag" (präziser Illusion) "sinnvoll" sein kann, dessen Chance auf Realisierung nach meinen Erfahrungen bei Null liegt (Nr. 350), ist eine eigenständige Frage, die ich mit "Nein" beantworten würde.

    Warum aber immer nur das realistische Szenario überhaupt zur Auswahl steht finde ich beängstigend.

    Was hilft es Szenarien in die Auswahl zu nehmen, die ohnehin nicht umsetzbar sind ... ?

    Denn die politisch realistischen Szenarien würden bei mir eher auswandern nahelegen.

    Ähnliche Gedanken bei mir. Aber diesbezügliche Schritte bzw. Vorkehrungen hatte ich längst eingeleitet ...

    Das Verhalten dieses Landes bzw. seiner Regierungen - diverse Themenfelder betreffend - hatte mich schon vor rund 15 Jahren (schweren Herzens) veranlasst mich um einen alternativen Standort (Tribünenplatz) zu kümmern, diesen einzurichten und prophylaktisch vorzuhalten.

    ... wenn vermutlich auch aus anderen Gründen als Du.


    Die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt.

    Das dürfte vermutlich für uns beide gemeinsam gelten - auch wenn die Hoffnungen unterschiedliche sein dürften.

  • Außer die Gegenfrage auf meine Frage kann ich glaube ich mit 5-6 mal ja antworten.

    Welche Richtung jemand wählt ist immer von den Leuten abhängig von denen man sich umgibt. Erklärt weiterhin nicht den Zusammenhang zwischen Staat und Einzelperson.

    Und zur Auswahl des Tribünenplatzes bin ich leider mit großem Abstand zu arm. Würde auch unsere unterschiedlichen Positionen erklären. Die Sicht von Oben ist eine Andere als die von Unten. Beide wären interessant zu erleben für die 'Gegenseite'

  • Selfmade-Millionär, aufs Sparen kommt es an.

    https://web.de/magazine/wirts…haefer-42013634

    Der junge Mann nimmt sich wieder mal vor, sein Depot auszumisten. 5 Titel haben schon über 50 % , Netflix fast 20 %…

    Mir fielen zwei Sachen auf: der Hinweis auf den FTSE All-World Sparplan und dass man schon für die Kinder sparen solle, DAMIT die weitersparen.

    Ich tippe mal zwei Sachen: der Typ hat keine Kinder (zumindest keine, die mit ihm zusammenleben müssen. Und Single ist er auch. Stichwort: Fahrscheine auf dem Boden suchen.

    Seine drei ETF haben unglaubliche 4 % am Depot. VOO, SPTM, VEU….wir kennen ja die Amerikaner:inen…“VEU“ ? Das ist schon fast Landesverrat…

  • Verflixt….jetzt kann ich meinen Beitrag nicht mehr ändern….


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  • Würde auch unsere unterschiedlichen Positionen erklären. Die Sicht von Oben ist eine Andere als die von Unten.

    Klingt ganz stark nach der zentralen These von Karl Marx und Friedrich Engels ("Das Sein bestimmt das Bewußtsein" - oder so ähnlich). Stammt doch aus der Quelle ... ?

    Die These würde ich eher bezweifeln oder zumindest in der Allgemeingültigkeit so nicht stehen lassen. In meinem Fall gilt es ohnehin nicht.

    Vor dem persönlichen Hintergrund

    Wurde als Kind und Jugendlicher mit finanziell prekären Verhältnissen konfrontiert und hatte daher schon als Kind angefangen für Geld zu arbeiten (Zeitungen austragen, Autos waschen, Rasen mähen, Besorgungen für Nachbarn usw.).

    hatte ich nach einigen Jahren eigener Recherchen (ökonomische Gegebenheiten und Zusammenhänge aber auch die Geld-, Währungs- und Finanzgeschichte betreffend) ein ähnliches Bild (Big Picture neudeutsch) wie heute. Damals war ich eher noch mittellos. Um Deine Formulierung zu verwenden also mit der "Sicht von Unten" (wobei ich das aber nur für das Finanzielle und beispielsweise nicht für das Intellektuelle gelten lassen würde).


    Dir weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen ... !

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