Rentenpaket - Pläne zur Rentenreform 2026 - Einbeziehung weiterer Einkunftsarten zur RV

  • Ah, ich hatte Rentenbeiträge als KV Beiträge gelesen. Falscher Dampfer, sorry. :)

    Oder auch nicht: Wenn man die Sparer als Cashcow entdeckt hat, zahlen die demnächst 25% KapSt, 25% GKV-Beitrag, 5% PV und 20% RV-Beitrag auf alle Kapitalerträge und Kursgewinne. Dann bleibt noch 25% für den Sparer übrig. Was dem Arbeitnehmer recht ist, soll dem Sparer bilig sein.

    Es sei denn, man möchte wiedergewählt werden ...

  • Es gibt einige Leute, die ein gepflegtes SPD-Bashing betreiben.

    Enttäuschte Hoffnungen gehören zu den schlimmsten ...

    Unter denen ("SPD-Bashing" Betreibenden - nur um Deine Formulierung aufzugreifen und damit jede Kritik als "Bashing" zu diskreditieren) dürften nicht wenige sein, die den Niedergang der früheren SPD ernsthaft bedauern. Für diese Partei und das Land.

    Das war mal die Schutzmacht der kleinen Leute aber auch die Partei der Arbeit und auch des Versprechens Aufstieg durch Bildung bei parallel entsprechenden ernsthaften eigenen Anstrengungen. Heute ist die SPD eine Partei der akademischen Linken und eine Partei des Öffentlichen Dienstes geworden. Unser Bundesfinanzminister (Lars Klingbeil (SPD)) beispielsweise hat meines Wissens keinen einzigen Tag Arbeit in einem "Brotberuf" hinter sich ... - sprich außerhalb der Politikblase gearbeitet (Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal sozusagen). Inzwischen gilt vielen in der SPD Anstrengung als Zumutung und man kümmert sich bevorzugt um die Bedürftigen und/oder Minderheiten - statt die Menschen ins Zentrum der Bemühungen zu stellen, die den Laden am laufen halten und die ganze Veranstaltung tragen und finanzieren. Wo die SPD regiert schneiden Schüler in den Bildungsstudien besonders schlecht ab. Ihre Sozialpolitik fördert (via Anreizsetzung bzw. Setzung von Fehlanreizen) nicht die Arbeit sondern eher Arbeitslosigkeit. Daneben kümmert sich die SPD mit Hingabe um allerlei Nebensächlichkeiten im Land (in Berlin macht man semantisch aus Clan-Kriminalität eine "familienbasierte außerrechtliche Aktivitäten") - und vernachlässigt die Mehrheit, die im Gegenzug längst die SPD vernachlässigt (um die 16% bei der letzten Bundestagswahl ... und inzwischen weniger Mitglieder als ein Fußballverein FC Bayern München ...).

    Genauso wie man sich bei einigen nervenden Beamten-Bashern fragt, warum sie nicht Beamte wurden.

    Was "man" sich in dem Kontext fragt, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Für meinen Teil wäre mir zum einen als Beamter (Staatsdiener) die Bezahlung (deutlich) zu mau gewesen und zum anderen die eigenen Handlungs- und Gestaltungsspielräume (deutlich) zu klein.

    War sonst noch was ... ? Ach ja ... In dem Kontext und dem ersten Satz "Enttäuschte Hoffnungen" (siehe oben):

    Hinweis: Ich bin und war nie Beamter. SPD-Mitglied bin ich auch nicht.

    Same here.

    Für meinen Teil habe ich aber selbst schon SPD gewählt - das war unter Helmut Schmidt. Ein Politiker mit diesem Format und Realitätsbezug samt Realitätssinn ist bei der SPD selbst unter Zuhilfenahme einer Lupe und mit Goodwill schon lange nicht mehr zu finden.


    Dir weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen (und/oder denen Deiner Familie) !

  • Hier äußert sich ein Arzt zu den theoretischen Auswirkungen einer Erhöhung des Renteneintrittsalters.

    Für uns sind die Zahlen keine Überraschung, weil wir wissen, dass Lebenserwartung, Gesundheitsvorsorge und Altersvorsorge sehr viel mit den individuellen Gegebenheiten zu tun haben.
    Wenn über 50 % der Menschen quasi außer ihrer Arbeitskraft, ihres Auto und ihrer Wohnungsausstattung gar nichts haben, braucht man sich nicht wundern.

    Die soziale Rentenkluft: Rentenreform trifft vor allem die Armen
    Die Ärmeren arbeiten härter und sterben früher. Sie schaffen es schon jetzt kaum bis zum offiziellen Renteneintrittsalter. Eine Anhebung träfe sie doppelt.
    taz.de
  • Hier äußert sich ein Arzt zu den theoretischen Auswirkungen einer Erhöhung des Renteneintrittsalters.

    Die "taz" halt ...

    Herr Lauterbach (SPD) predigt das Gleiche, Herr Prof. Butterwege (seines Zeichens u. a. "Armutsforscher") ohnehin etc. pp.


    Zum Realitätsbezug:

    Meines Wissens basiert die Gesetzlichen Rente (GRV) in Deutschland zum einen (leider) immer noch nur auf einem Umlageverfahren - hier wäre schon vor 35 Jahren der sukzessive Einbezug kapitalgedeckter Elemente indiziert gewesen, aufgrund der lange zuvor absehbaren, für ein solches Umlagesystem besonders negativen, demographischen Entwicklung - und zum anderen auf dem Äquivalenzprinzip. Eingedampft: Wer lange und viel einzahlt erhält mehr Rente als jemand, der kürzer und/oder weniger einzahlt.

    Eine (deutliche) Umverteilung ist jedenfalls innerhalb der GRV strukturell nicht vorgesehen oder angelegt.

    Für Umverteilung ist hierzulande vielmehr die Melange aus dem progressiv ausgestalteten Steuersystem (Steuertarife) in Verbindung mit dem hierzulande ebenfalls weit ausgebauten Sozialstaat zuständig.

    Der prinzipiell richtige (und frühere) Grundsatz - selbst einer SPD - lautete "Fordern und Fördern". Dahinter verbergen sich nicht nur Realitätssinn und Gesunder Menschenverstand, sondern auch Praxiserfahrungen sowie der Grundsatz der Sozialen Marktwirtschaft und der katholischen Soziallehre. Danach ist zwar jedermann für sein Leben selbst verantwortlich, aber niemand wird von der Gesellschaft allein bzw. fallen gelassen, der dazu nachweislich nicht in der Lage ist (Stichwort: Solidarität).

    Systembedingt sollte daher Hilfe und Umverteilung via Steuersystem und Sozialstaat erfolgen und nicht (schwerpunktmäßig) via der Gesetzliche Rentenversicherung. Diese sollte so ausgestaltet sein und reformiert werden, daß sie möglichst für sich gesehen (über)lebensfähig bleibt (beispielsweise ohne allzu stark steigende GRV-Beiträge mit dann negativen Folgen für den Arbeitsmarkt (Standort Deutschland, Wettbewerbsfähigkeit, Fehlanreize Richtung Abwanderung aus der GRV oder gleich Vermeidung der Mitgliedschaft in der GRV) und beispielsweise auch so ausgestaltet sein, daß nicht immer mehr Steuerzuschüsse (aktuell schon um die 120 Mrd. € p. a. oder mehr ... ?) seitens des Bundes erforderlich werden (mit dann ebenfalls negativen Folgen für den Standort und dessen Wettbewerbsfähigkeit, ggf. Steuererhöhungen, Abwanderung von Unternehmen und Kapital usw.).


    Eine davon unabhängige Thematik dürfte das in der GRV praktizierte "Gießkannenprinzip" sein, bei dem Reformen in Richtung Ausbau der Leistungen insbesondere (meist bis nur) den ohnehin Gutverdienenden, Besserverdienenden, ohnehin schon finanziell gut Versorgten etc. pp. zugute kommen.


    Last but not least: Ohne eine zumindest halbwegs florierende und prosperierende wirtschaftliche Entwicklung und ebensolche Wirtschaft (Arbeitsmarkt, Beschäftigung, Einzahler) hat es ein solches Umlagesystem ohnehin generell schwer. Um einen angestellten Kfz-Meister in Sachen Gesetzliche Rente zu zitieren:

    "Mir sind 40% von einem großen Kuchen lieber als garantierte 50% von einem kleinen oder immer weiter schrumpfenden Kuchen".

    Mir ist es daher schon lange ein Rätsel, warum sich die Politik nicht (endlich) intensiv um wenigstens etwas mehr wirtschaftliches Wachstum in Deutschland bemüht (durch das Setzen von Rahmenbedingungen (Ordnungspolitik), die an der Angebotsseite ansetzen und diese verbessern - und zum anderen nicht (endlich) Rahmenbedingungen schafft, die Deutschland nicht nur für illegale (oder irreguläre) Migration interessant macht (mit der - teilweise bis erheblichen - Zuwanderung in die Sozialsysteme), sondern insbesondere auch für die (weltweit begehrte) sog. "qualifizierte Zuwanderung" attraktiv aufstellt.

    Einmal editiert, zuletzt von Sovereign (30. November 2025 um 13:03)

  • In diesem Fall ist es besonders albern.

    Ja, weil bei einer ordentlich vom Kapitalmarkt gepufferten Rentenkasse alle schon traditionell komplett versagen.

    Wenn dann aber gleichzeitig jemand sich scheut, Kapitalerträge des Staates in die Rentenkasse fließen zu lassen, während man andererseits dann Kapitalerträge der vorsorgenden Bürger als verlässliche zusätzliche Beitragsquelle ansieht, wird das Spielchen nochmal eine Spur blödsinniger, als es bisher (durch den Einbezug des Kapitalmarktes in andere kostenintensive Staatsausgabenbereiche) eh schon ist.

  • Mit die schlimmsten Stimmen sind die Enthaltungen. Entweder stimme ich dafür oder dagegen. Wie kann es da noch Enthaltungen geben?

    Die Frage könntest du dir leichter beantworten, wenn du die Debatte verfolgt, die Argumente angehört hättest und verstündest, dass es sich um ein Paket, bestehend aus mehreren Teilen handelte.

    Die Wirkung der Enthaltungen durch die Linke, im Vorfeld angekündigt, war nämlich das der Regierung helfende Signal, dass das Paket durchkommt. Dass die Kanzlermehrheit erreicht wird, war offenbar erst einen Tag vor der Abstimmung sicher - erreicht mit Methoden, die na ja zu hinterfragen sind.

    Aus Linkensicht sollte zumindest für die nächsten 6 Jahre die 48%-Haltelinie zugunsten der insbesondere armen Rentner (die es in diesem Forum wohl eher weniger bis nicht gibt) abgesichert werden. Für die Mütterrente waren übrigens die Linke und AfD auch.

    Man sollte sich schon mit Details solch eines Vorgangs befassen und Argumente der politischen 'Gegenseite' anhören können.

  • Dann hätten sie wenigstens ganz konkret Farbe bekannt und erklären müssen, warum sie gegen eine Rentenerhöhung sind.

    Wie oben geschrieben, 3 Teile. Beim wichtigsten "Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis 2031" ging es nicht um Rentenerhöhung, sondern Vermeidung von Absenkung.

  • ...erreicht mit Methoden, die na ja zu hinterfragen sind.

    Das ist (mal wieder) der Punkt, der für mich am meisten wiegt. Die eigentlichen Gesetzesänderungen sind zwar in den Gesamtbeträgen vielleicht gravierend, für den einzelnen Rentner oder Zahler aber zunächst mal gar nicht so in dem Maße, wie es dieser ganze Politzirkus drumherum vermuten lassen würde. Und auch die Stunden hinterher zeigen mal wieder: Politik findet auf der Ebene weitestgehend in einer eigenen Welt statt, mit einer eigenen Sprache und einem ganz eigenen Interpretationsstil dessen, was man mal gesagt hat oder haben will. Das war mal wieder eine Paradedebatte zur Förderung von Politikverdrossenheit und den extremen Rändern, zu denen wieder einige Wähler gehen werden, denen man dieses Schauspiel als wahre Demokratie verkauft. Die kommenden Sonntagsfragen werden, wenn man nicht gerade den Blauen anhängt, wohl eher grausam.

    Und mit dieser Arbeitsweise, mit diesem Schauspiel (und den nun vorgeblich schon festen Rahmenbedingungen) geht man dann 2026 in eine "ganz große Rentenreform", wie es nun diverse Progagonisten ankündigten? Ein "ganz neues System", Zitat Bas. Hahaha... Das wird doch erst das richtige Drama.

    So, wie die letzten Tage um die Rente rumpolitisiert wurde, wird dann die SPD selbst weite Teile der verbliebenen eigenen Wählerschaft quasi mit der Schubkarre zur AfD fahren, die CDU ist das dann Schuld, und alle stehen irgendwie blöd da, während Alice komischerweise das ungewohnte Grinsen nicht mehr losbekommt. Und das mehr wegen der Art und Weise der Politik, erst nachranging durch die Positionierung bei Sachthemen. Ein Wahnsinn, dieser Bundestag.

  • Wie oben geschrieben, 3 Teile. Beim wichtigsten "Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis 2031" ging es nicht um Rentenerhöhung, sondern Vermeidung von Absenkung.

    Jetzt betreibst du Framing. Die Absenkung durch den Nachhaltigkeitsfaktor ist der Status Quo (zumindest theoretisch, denn praktisch setzt man den ja immer aus...) und damit ist die Vermeidung der Absenkung eine Erhöhung.

  • Jetzt betreibst du Framing. Die Absenkung durch den Nachhaltigkeitsfaktor ist der Status Quo (zumindest theoretisch, denn praktisch setzt man den ja immer aus...) und damit ist die Vermeidung der Absenkung eine Erhöhung.

    Nette Kurvendiskussion. Die x-te Ableitung einer fallenden Kurve kann natürlich ein Anstieg sein - und andersherum. 😉

    Dann warten wir mal die Entwicklung zu einem neuen praktischen Status Quo ab. Wird schwierig im nächsten Jahr mit vielen Wahlen und eigentlich grundsätzlich erforderlichen Veränderungen.