Sicherheitsbaustein Renten ETF

  • Ja, der ist marginal teurer. Aber die Performance muss nahezu identisch sein. Dort geht es aber auch nicht um Performance sondern um Sicherheit. Das sind in beiden ETFs die gleichen ultrakurzlaufenden Bundesanleihen. Diese sind der Inbegriff des „risikofreien Zinses“.

    Wenn du Kosten sparen willst kommt noch der Direktkauf der Bundesanleihen in Frage. Immer Kauf einer die in knapp einem Jahr ausläuft und dann sofortige Wiederlanlage. Mehr macht der ETF eigentlich auch nicht.

    Alternativ eben DBX0A2.

    Ok, danke!

  • Danke! ich habe mich unter Annahme der Ratschläge hier im Forum schon auf einen einzigen ETF (FTSE all world) heruntergeschraubt, mein geplanter Rendite Baustein fand nicht so viel Anklang hier. Den All world gibt es ja auch als ETF inklusive Small Caps, darauf habe ich dann aber doch verzichtet, aufgrund der Befürchtung einer vielleicht höheren Volatilität. Und ja, du hast vollkommen recht, meinen Sicherheitsbaustein habe ich auf ein bis zwei ETFs (einen overnight Geldmarkt und einen auf deutsche Staatsanleihen mit 0 bis 1 Jahr Laufzeit) reduziert. Nächste Woche werde ich dann anfangen alles umzusetzen, ich bin auch wegen der vergleichsweise kurzen Ansparphase von nur ein paar Jahren und der dann geplanten Entnahmephase von thesaurierenden zu ausschüttenden ETFs umgestiegen, auch in Umsetzung der Ratschläge hier.

    Ich werde auch nicht alles, was ich jetzt investieren kann (250k) in das oben genannte pantoffel-portfolio stecken, sondern 50k in den vanguard life strategy 60%.

    Super Plan. Das hört sich sehr strukturiert an und macht es dir einfach das auch sauber durchzuhalten.

  • Im Prinzip ja, aber da bei einem Geldmarktfonds fast keine Gewinne angesammelt werden im ETF, spielt das praktisch keine große Rolle. Die Steuern auf die Gewinnanteile werden in der Regel sehr niedrig sein. Bleibt lediglich der höhere Kapitalbedarf zum Jahresanfang als Minuspunkt. Daher habe ich mich für einen Ausschütter entschieden, den A0F426 DWS ESG EURO MONEY MARKET FUND INH.ANT. O.N., den ich bei meiner Bank ohne Kauf-/Verkaufsspesen handeln kann.

    Danke!

  • Super Plan. Das hört sich sehr strukturiert an und macht es dir einfach das auch sauber durchzuhalten.

    Hatte noch vergessen: im Rendite Baustein im pantoffelportfolio sind nur 80% FTSE all world geplant, und 20% euvax 2 Gold als Stabilisator. Damit folge ich dem Konzept der möglichen 20% Beimischung im Renditebaustein (Konzept von Finanztest). Im Moment ist Gold ja eher ein Renditebooster, mir geht es aber langfristig darum, dass diese Beimischung mit etwas Glück ein zu starkes Absinken bei fallenden Aktienkursen verhindern kann, weil Gold ja wohl in der Vergangenheit dann schon mal gegenläufig in solchen Zeiten an Wert gewonnen oder ihn zumindest nicht verloren hat. Über die letzten 30 Jahre hat eine Goldbeimischung in Verbindung mit dem MSCI World die Rendite meines Wissens nicht gemindert, man weiß natürlich nicht wie das zukünftig sein wird.

    Wie auch immer, lässt mich diese Kombination jedenfalls ruhiger schlafen, ich hoffe, es ist eine gute Idee, bin natürlich auch hier für Kritik offen

  • Nö, alles gut. Das mit dem Gold ist ja so ein Gefühlsding. Und wenn das für dich passt, dann passt es.

    Worüber ich mir auch Gedanken mache ist das zuletzt überall oft thematisierte Klumpenrisiko beim MSCI World und auch noch beim FTSE all world. Deshalb hatte ich ja in meiner ursprünglichen Idee auch den MSCI World Ex USA dazu genommen, das hätte dann zwar ein rebalancing zwischen drei Bausteinen anstatt wie jetzt zwischen zwei Baustellen im Rendite Teil erfordert, aber dafür hätte ich weniger Klumpenrisiko gehabt als jetzt. Aber gut, die Sache einfach zu halten ist natürlich auch ein Argument, dass vieles für sich hat, hoffentlich nicht auf Kosten der Performance

  • Ich traue mich mal, ein paar Gegenmeinungen zu schreiben:

    Ich folge eigentlich dem Konzept des Pantoffel-Portfolios von Stiftung Warentest, dieses ist für Anfänger gedacht.

    Ich halte die Grundidee für richtig, nicht nur für Anfänger. Der Anteil des Risikobausteins hängt von der persönlichen Risikotragfähigkeit und -freude ab. Je jünger man ist, desto größer darf der Risikoanteil sein, denn langfristig sind Aktien die renditeträchtigste Assetklasse. Jedoch eben mit großen Schwankungen. M.E. sollte man andere Assetklassen nicht vernachlässigen. Im Depot habe ich auch etwa 50:50, wobei ich noch einen großen Risikobaustein außerhalb des Depots habe.

    Früher wurde 50:50 mit 50% Aktien + 50% Anleihen definiert. In der Nullzinsphase hat auch Finanztest aus Anleihen Tagesgeld gemacht. Diese Phase ist aber beendet! Daher würde ich nicht nur Tagesgeld/Geldmarktfonds für die zweiten 50% nutzen, denn diese bieten bei einer normalen Zinsstrukturkurve eben die schlechteste Verzinsung. Ein Geldmarktfonds (oder Kurzläufer-Anleihefonds) ist optimal als Reservepuffer, aber m.E. keine Langfristanlage.

    Bei den Anleihen bedeutet dies, dass die Anleihen nicht die Aufgabe haben, eine positive Realrendite zu erwirtschaften.

    Bei mir schon. Mit Anleihen hast Du langfristig eine positive Realrendite, das rechnet sogar Kommer vor. Die hier häufig anzutreffende Angst vor Anleihen kann ich nicht nachvollziehen. Die Welt ist nicht nur schwarz/weiß.

    Aggregate und Corporate würde ich da rausnehmen.

    Die gehören für mich selbstverständlich in ein diversifiziertes Anleihedepot. Ich bezweifele etwas, dass Staatsanleihen generell sicherer, als Unternehmensanleihen sind. Mit nur "sicheren" Kurzläufern kann man wohl kaum keine positive Realrendite erreichen.

    Du bist offenkundig im Moment voller Gestaltungsdrang.

    Ob Du nun 4-6 ETFs oder nur 1 ETF im Portfolio hast, halte ich für zweitrangig. Der gefährliche Gestaltungsdrang beginnt nach der Erstinvestition, wenn das Portfolio ständig weiter optimiert werden soll. Also treffe bitte eine Entscheidung und grübele dann nicht mehr darüber nach. Was einmal gekauft ist, bleibt im Depot. Nachjustierungen (Rebalancing) möglichst nur durch Neuanlagen, sonst Deine Strategie bitte durchhalten.

    Zum Thema Gold: Das kann man gut als "Versicherung" (physisch) beimischen. Es stabilisiert auch ein Depot durch Diversifizierung. Alleine auf Grund der hohen Volatilität ist es m.E. aber klar ein Risikobaustein, wie ein breitgestreuter Aktien-ETF.

  • Mit dem FTSE All World (63 % USA) hast Du schon ein kleineres Klumpenrisiko als mit einem MSCI World (72 % USA). Mit dem Immobilienverkauf wird in einiger Zeit zusätzliches Geld ins Depot kommen und natürlich kann man auch eine kleine Schippe vom MSCIW World ex USA hinzunehmen, um den US Anteil in Richtung 50 % zu drücken. Lass das ganze ein wenig sacken und wenn Du weitere Schwerpunkte setzen willst, kannst Du das immer noch ohne gleich das ganze Depot auf den Kopf zu stellen. Denn hin und her macht Taschen leer.

  • mir schon. Mit Anleihen hast Du langfristig eine positive Realrendite, das rechnet sogar Kommer vor. Die hier häufig anzutreffende Angst vor Anleihen kann ich nicht nachvollziehen. Die Welt ist nicht nur schwarz/weiß.

    Ui, jetzt machst du aber das ganz große Fass auf ^^

    Ja, ich bin grundsätzlich bei dir. Aber das geht eben alles zu Lasten der Beherrschbarkeit für einen Privatanleger. Die Idee, das Portfolio nur über die Gewichtung zwischen Aktien und bspw. Geldmarkt- und oder Kurzläufer-ETF zu steuern ist maximal einfach und intuitiv. Die Anleihewelt hingegen ist komplex und überfordert die große Masse der Anleger, insbesondere Anfänger. Daher halte ich die hier gewählte Strategie weiterhin für die richtige. Und es ist am Ende ohnehin der Kampf um die Nachkommarendite ;)

  • Mit Anleihen hast Du langfristig eine positive Realrendite, das rechnet sogar Kommer vor. Die hier häufig anzutreffende Angst vor Anleihen kann ich nicht nachvollziehen. Die Welt ist nicht nur schwarz/weiß.

    Die gehören für mich selbstverständlich in ein diversifiziertes Anleihedepot. Ich bezweifele etwas, dass Staatsanleihen generell sicherer, als Unternehmensanleihen sind. Mit nur "sicheren" Kurzläufern kann man wohl kaum keine positive Realrendite erreichen.

    Ja, du hast da schon einen Punkt. Wir behandeln hier ja der Einfachheit halber Anleihen oft pauschal als risikoarm/renditeschwach und meinen damit aber nur Kurzläufer. Mit Langläufern oder zum Beispiel Schwellenländeranleihen kann man natürlich nennenswert Geld verdienen, aber dann im risikoreichen Teil des Portfolios. Und mit dieser Differenzierung könnte es dann bei Tipps für Anfänger etwas zu komplex werden. Denn Anleihen sind ja in ihrer Gesamtheit nicht weniger kompliziert als Aktien, eher ist das Gegenteil der Fall.

  • Die Anleihewelt hingegen ist komplex und überfordert die große Masse der Anleger, insbesondere Anfänger.

    Dieser Aussage stimmen hier vermutlich viele Leser zu, aber ich definitiv nicht. Das bestätigt genau die Angst vor Anleihen, die ich meine.

    Wer sich nicht mit Einzelanleihen beschäftigen möchte, kann ja einfach einen Anleihen-ETF nehmen, z.B. Xtrackers II EUR Corporate Bond. Das ist m.E. nicht komplex und überfordernd.

  • Wer sich nicht mit Einzelanleihen beschäftigen möchte, kann ja einfach einen Anleihen-ETF nehmen, z.B. Xtrackers II EUR Corporate Bond. Das ist m.E. nicht komplex und überfordernd.

    Na ja. Das entspricht in etwa den alten Ratschlägen der Stiftung Warentest. Wer dem folgte und sich nicht weiter drum kümmerte, stand 2022/23 mit minus 20 Prozent da. Dass das viele verschreckt hat, ist nachvollziehbar, oder?

  • M.E. sollte man andere Assetklassen nicht vernachlässigen.

    :thumbup: Bezogen auf das eigene Portfolio.

    Im Depot habe ich auch etwa 50:50, wobei ich noch einen großen Risikobaustein außerhalb des Depots habe.

    Vermute mal Real Estate (in Form vermietete Wohnimmobilien) im Portfolio ... ?

    In der Nullzinsphase hat auch Finanztest aus Anleihen Tagesgeld gemacht. Diese Phase ist aber beendet!

    :thumbup: Allerdings.

    Auch bzw. besonders ist zuletzt der Markt für 30-jährige Staatsanleihen so stark in Bewegung geraten, wie lange nicht mehr. Die Rendite von Bundesanleihen mit Fälligkeit in 30 Jahren stieg in den vergangenen Tagen (nach meinem bescheidenen Kenntnisstand) auf rund 3,5%. Das ist so hoch wie seit 2011 nicht mehr.

    Das war damals übrigens die Zeit der Staatsschulden bzw. Staatsanleihenkrise im Euroraum, in der viele am Fortbestand der Währungsunion (samt Einheitswährung) zweifelten. Von vergleichbarer Dramatik ist die aktuelle Situation zwar nicht - es dürfte aber darauf hindeuten, daß die Märkte die Staatsschulden und deren Entwicklung in so machen Ländern kritischer hinterfragen, als noch vor einigen Jahren und demzufolge höhere Risikoprämien einfordern.

    Natürlich werden im Ernstfall die Zentralbanken versuchen auch die Zinsen "am langen Ende" runter zu prügeln ("Whatever it takes" halt ...). Auch das gibt es aber nicht umsonst im Sinne von kostenfrei (Nebenwirkungen bzw. Kollateralschäden - Finanzrepression, sinkendes Vertrauen in die staatlichen Währungen sprich das staatliche Papiergeld, Anstieg der Vermögenspreise, Setzung von Fehlanreizen usw.).

    Ein Geldmarktfonds (oder Kurzläufer-Anleihefonds) ist optimal als Reservepuffer, aber m.E. keine Langfristanlage.

    Sehe ich ebenso - jedenfalls vor dem Aspekt einer schlichten 60/40 oder 50/50 Aufteilung (sprich das Portfolio limitiert nur auf die beiden Anlageklassen Aktien und Renten/Bonds im Depot).

    Die Welt ist nicht nur schwarz/weiß.

    Die Welt und insbesondere die Anlagewelt aber für so manche schon.

    Die gehören für mich selbstverständlich in ein diversifiziertes Anleihedepot.

    Diverse Corp. Bonds beispielsweise würde ich, ganz persönlich, vielen Gov. Bonds vorziehen.

    Ich bezweifele etwas, dass Staatsanleihen generell sicherer, als Unternehmensanleihen sind.

    :thumbup: Same here.


    Last but not least:

    Zum Thema Gold: Das kann man gut als "Versicherung" (physisch) beimischen. Es stabilisiert auch ein Depot durch Diversifizierung.

    :thumbup:

    Aus meiner Sicht des Finanz-Laien:

    "If you don´t hold it, then you don`t own it"

    Aus Sicht eines Protagonisten, der sich damit aus eher wissenschaftlicher Sicht beschäftigt:

    "Ein Berechtigungsschein auf ein Rettungsboot ist etwas andere als das Rettungsboot selbst"


    Dir weiterhin viel Erfolg mit Deinen privaten Finanzen !

  • Dieser Aussage stimmen hier vermutlich viele Leser zu, aber ich definitiv nicht. Das bestätigt genau die Angst vor Anleihen, die ich meine.

    Wer sich nicht mit Einzelanleihen beschäftigen möchte, kann ja einfach einen Anleihen-ETF nehmen, z.B. Xtrackers II EUR Corporate Bond. Das ist m.E. nicht komplex und überfordernd.

    Du bist aber vermutlich nicht einen, sondern fünf Schritte weiter im Verständnis. Ein Anfänger versteht ja nicht einmal die Grundlagen wie bspw. das Zinsänderungsrisiko und dessen Auswirkungen auf einen solchen ETF. Zeig denen mal den Kursverlauf dieses ETF in 2022 ;)

    Wer sich für Anleihen interessiert dem empfehle ich die zweiteilige Reihe von Prof. Walz:

    Anleihen-ETFs als Allheilmittel? - Prof. Dr. Hartmut Walz
    Das Interesse an Anleihen-ETFs ist groß. Ebenso wie der Frust über erlittene Kursverluste aufgrund gestiegener Zinsen.
    hartmutwalz.de
  • Anleihen sollten vor allem in einem defensiv ausgerichteten Depot eine Rolle spielen. Clueless66 dürfte derzeit damit aber noch überfordert sein. Für die erste grobe Aufstellung mit der man wenig verschenkt, reicht der Geldmarktfonds. Erst wenn das Wissensfundament breiter wird, kann man sich auch Anleihen zuwenden. Je nach Depotgröße kann man Euro-Staatsanleihen als Anleihenleiter selbst abbilden. Bei Corporate Bonds sind ETFs die bessere Lösung für die meisten. Fremdwährungsanleihen greife ich nach ein paar negativen Erfahrungen nicht mehr an. Daneben gibt es noch einige Nischenprodukte.

    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt, wer gleich versucht zu fliegen, fliegt leicht auf die Fresse.

  • Spannend, welche Interessen Menschen haben und wie sie dazu gekommen sind.

    Gibt’s bei diesem Interesse und Deinem Interesse an Geldanlagen evtl. einen gemeinsamen Nenner - Interesse an Umgang mit „Crashs“?

    Es geht darum, einen anderen Menschen ohne Sicht auf die entscheidungsrelevanten Umstände ohne Schaden zu seinem Ziel zu geleiten. Dabei hat der Helfer quasi keine Augen (die er eigentlich braucht), die muß der Hilfesuchende ihm ersetzen. Der Helfer fragt nach entscheidungsrelevanten Details und der Hilfesuchende muß ihm schnelle, gute, vollständige Auskunft geben, wenn das etwas werden soll.

    Stell Dir einfach vor, Du hättest lediglich eine Sprechverbindung zu einem Menschen, der in einem Auto sitzt, der nicht fahren kann, den Du aber dennoch anleiten sollst, eine gewisse Strecke zu fahren (meinetwegen auch nur, ein mitten in der Fahrbahn liegengebliebenes Auto an den Straßenrand zu fahren). Das ist aus Sicht des Helfers horrend schwierig!

    Jemandem in Sachen Geldanlage aus der Ferne zu beraten ist an sich viel einfacher, weil entscheidend weniger komplex, die übliche Vorgabe: Ich habe hier 200.000 €, wie soll ich die am sinnvollsten anlegen? ist aber dennoch viel zu wenig Information. Wie soll man nur anhand dessen sinnvoll beraten können?

    Unsere aktuelle TE bezeichnet sich als Anfängerin (sie hat ja auch ihren Namen entsprechend gewählt). Eine Wertpapierorder hat sie nach eigenem Bekunden noch nie aufgegeben. Allerdings hat sie in den letzten 14 Tage mächtig Investmentporno gelesen und wirft mit Begriffen um sich, die sie sich angelesen hat. Dieser Thread ist mit fast 100 Postings schon ganz schön lang. Wenn Du ihn durchliest, stellst Du fest, daß er sehr ins Detail geht, die Basics aber offensichtlich vorausgesetzt werden, beispielsweise die fundamentale Verteilung der Assets. Ist denn das gegeben? Zwischen den Zeilen hat die TE mal preisgegeben, daß sie selbständig sei, privat krankenversichert, einen kleinen Rentenanspruch hat (was auch immer das bedeuten mag) und schätzungsweise 8 Jahr vor dem Ruhestand steht. Sie verdiene so wenig, daß sie sich keinen Sparplan leisten könne (was auch das bedeuten mag). In dieser Situation frage ich doch erstmal nach den Grundlagen und nicht danach, ob ich für 20.000 € Euwax-Gold ins Portfolio nehme, von dem ich mir eine Stabilisierung verspreche (was auch immer das bedeuten mag).

    Für die Portfolio-Struktur ist es ein entscheidendes Argument, ob das Portfolio Add-On ist oder Grundversorgung. Ist es Sahnehäubchen, kann sich der Ruheständler-Anleger leisten, daß der Aktienteil des Portfolios temporär einknickt. Dann gibt es halt eine Weile kein Sahnehäubchen, bis das Depot sich erholt hat. Wenn der Anleger die Erträge des Depot aber für den laufenden Lebensunterhalt braucht, kann er sich dieses Vorgehen nicht leisten. Dann sollte er sich sinnvollerweise defensiver aufstellen. Wie die diesbezügliche Lage ist, muß ein Ratgeber aber wissen, sonst kann er keinen guten Rat geben.

    Mag sein, daß Ihr alle, die meine Nachfragen regelmäßig kritisiert, das besser könnt als ich, nämlich auch ohne Hintergrundinformation tragfähige Ratschläge geben. Aber ich kann es eben nicht. Ich brauche einen möglichst vollständigen Einblick in die Sachlage, sonst kann ich nicht mit gutem Gewissen raten.

  • Wenn du Kosten sparen willst kommt noch der Direktkauf der Bundesanleihen in Frage. Immer Kauf einer die in knapp einem Jahr ausläuft und dann sofortige Wiederlanlage. Mehr macht der ETF eigentlich auch nicht.

    Wie macht man das denn am besten? Wenn ich die Anleihe über den Broker kaufe, kostet das doch auch Geld, im Zweifelsfall sogar mehr, als wenn ich mit Sparplan und länger unterwegs wäre.

  • Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!

    Ich habe noch eine grundsätzliche Frage zum Sicherheitsbaustein, das war auch eine meiner Eingangsfragen gewesen, die aber glaube ich noch nicht beantwortet wurde:

    Angenommen, man hätte im Sicherheitsbaustein einen Geldmarktfond und einen Rentenfonds mit Anleihen gemischter Laufzeit, und angenommen, dieser wäre jahrelang gut gelaufen, sagen wir mal mit 4%. Dann passiert eine plötzliche Anhebung der Zinsen, und dieser Rentenfonds rutscht ab, so ist es ja vor ein paar Jahren passiert. In diesem Fall weiß man oder kann man zumindest vermuten, dass es Jahre dauern wird, bis sich so ein Fond mit unterschiedlich langen Laufzeiten wieder erholt hat, er wird mehrere Jahre im Minus sein. Wie würde man dann im Sicherheitsbaustein reagieren, würde man sich von diesem Fond trennen und ihn in einen Fond mit Anleihen kurzer Laufzeit umschichten? Im renditebaustein würde man ja antizyklisch vorgehen und bei sinkenden Kursen nachkaufen im Sinne eines rebalancings, würde man sich bei verschiedenen Anleihenklassen im Sicherheitsbaustein anders verhalten, und versuchen, die Anleihenzusammensetzung so zu variieren, dass man immer eine möglichst rentable etf-Auswahl dort liegen hat? Oder würde man im Falle einer Zinswende die Verlierer trotzdem liegen lassen, weil sie in einem Jahr einigen Jahren wieder rentabel sein dürften? Ich hoffe, ich habe meine Frage verständlich formuliert. Ich habe im Internet leider keine Informationen zu dieser Frage gefunden.

  • Wie macht man das denn am besten? Wenn ich die Anleihe über den Broker kaufe, kostet das doch auch Geld, im Zweifelsfall sogar mehr, als wenn ich mit Sparplan und länger unterwegs wäre.

    Das hängt natürlich sehr stark von der Anlagesumme und den individuellen Gebühren des Brokers ab. Und wenn man Anleihen direkt kauft und bis zu Endfälligkeit hält, hat man ja nur die Anschaffungs- bzw. Wiederanlagegebühren. Nicht jedoch die Verkaufsgebühren. Aber wir sind hier im Bereich der Mikropotimierung. Ich selbst bilde Anleihen über ETFs ab, auch Bundesanleihen.

  • Also erstmal zum Begriff Stabilisator bezüglich der Goldbeinmischung: ich habe diesen Begriff gewählt, weil in den letzten 30 Jahren ein 50/50 Portfolio, das im Rendite Baustein zu 80% mit dem MSCI World und zu 20% mit Gold belegt war, bei gleicher bzw streckenweise etwas höherer Rendite nur einen maximalen Verlust von 15% gemacht hat, während der MSCi world alleine einen maximalen Verlust von 23% gemacht hätte, bei diesen Zahlen wird der Sicherheitsbaustein mit einbezogen, sonst wären die Verluste natürlich höher gewesen. Die Zahlen sind von Stiftung Warentest.

    Ich bin selber in einem beratenden Beruf tätig und kann dir nur zustimmen, natürlich kann man jemanden insbesondere bei komplexen Fragestellungen nur richtig beraten, wenn man entsprechende Hintergrundinfos hat, und wenn man einen Beratungsauftrag für eine komplexe Fragestellung hat, muss man diese Hintergrundinfos auch erfragen. Bei der Gelegenheit fällt mir allerdings ein, dass du in deinen Kommentaren nicht allzu viel gefragt hast, du kannst dir ja deinen ersten Kommentar noch mal durchlesen, der bestand in erster Linie aus Schlussfolgerungen, die du aus den Triggerworten "zwei Wochen" und "Anfänger" gezogen hast.

    Das ganz entscheidende ist aber, auch zu bedenken, was der Fragende eigentlich für ein Ziel hat. Ich hatte geschrieben, dass ich in Geldanlagen Anfängerin bin und das kann bedeuten, dass ich mir überhaupt keine oder zu wenig Gedanken dazu gemacht habe, wie meine wirtschaftliche Situation ist und und welches Risiko bei Geldanlagen ich tragen kann und will. Es kann aber auch bedeuten, dass ich mir darüber bereits Gedanken gemacht habe, und tatsächlich nur Fragen zur Zusammensetzung des Sicherheitsbausteins habe. Es schließt auch nicht aus, dass ich mich mit den Grundlagen der Asset Allocation bereits vertraut gemacht habe, selbst wenn ich dennoch dumme Anfänger Fragen habe.