Roman Reher, Bitcoin-Prediger - ich bin jedes mal entsetzt von seinen Aussagen.

  • Solchen Leuten würde ich nicht mal ansatzweise über den Weg trauen.

    Er ist natürlich den Linken näher als den Rechten, das ist klar.

    Tipp: Lass dich mal auf seine Argumente ein, mal unter der Annahme, dass das vielleicht in sich stimmig sein könnte. Mit dieser Grundhaltung kann man durchaus auch auf der anderen Seite zum eigenen Meinungsspektrum etwas Gewinnbringendes holen. Ist zwar anfänglich anstrengend, aber man kann davon profitieren!

    Übrigens kritisiert Maurice auch immer wieder linke Grundsätze, z.B. wenn ein Jan van Aken bei Hart aber fair über die Vermögenssteuer spricht, dann übt Maurice da heftige Kritik dran:

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    (Zeitstempel ist Absicht, weil er da kurz Einblick gewährt in die Zeit als Berater im Bundestag, ab ca. 11:00 dann die heftige Gegenrede, zunächst mit einer Aufklärung darüber, was eine Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel wirklich bewirken würde und ab ca. 16:50 dann die Kritik an der Vermögenssteuer als Gegengewicht zur wegfallenden Mehrwertsteuer). Ist jetzt natürlich nur ein Beispiel, aber das ist mir gerade einfach eingefallen.

    Was mir an Maurice gefällt ist, dass er seine Argumente ständig mit Daten von z.B. Statista untermauert. Seine Interpretation könnte natürlich teilweise auch anders ausfallen, das ist klar, aber andere Ökonomen, die ähnlich öffentlichwirksam arbeiten wie Maurice und die ich bisher so gesehen habe, tun das eher nicht, sondern stellen nur Thesen auf. Diese Thesen können in sich so schlüssig sein, wie sie wollen, aber wenn sie den Daten widersprechen, dann taugt das scheinbar schlüssigste Argument halt nicht!

    Also, mein Appell: Trau ihm über den Weg! Raus aus der eigenen Blase, das tut oft gut!


    edit: Sorry für OT, hier geht es ja eigentlich weniger um Maurice, sondern eher um Roman Reher.

  • Ich schätze Maurice Höfgen sehr, bin auch politisch links/grün, aber bei Bitcoin ist er auf dem Holzweg und reitet auf toten Argumentationspferden (siehe Mazens Beiträge dazu).

    Deswegen wundert mich es so, dass er da so dermaßen daneben liegt. Ich habe den Eindruck, dass er sich da irgendwie festgebissen hat.

  • Ich hatte mir letztes Jahr auch ein paar seiner Videos angesehen und mich auf seiner Webseite rum getrieben.

    Ich finde die Argumente und guten Eigenschaften eines Geldes, die Bitcoin mitbringt schon einleuchtend. Andererseits machte er sich in einem seiner Videos z.B. um die deutsche Wirtschaft keine Sorgen, weil es hierzulande ja genug Bitcoiner gibt.... Häää? Auch propagierte er, dass man frei sein wird (von Arbeit), wenn man Bitcoin kaufen würde. Auch seine Aussagen, dass unsere Nachfahren im Jahr 2140 so und so reich sein werden, wenn man jetzt investiert, irritierten mich.

    Aber das "wtf happened in 1971" ist interessant, wobei das glaube ich nicht von ihm kommt, sondern unter Bitcoinern allgemein bekannt ist. Oder auch seine Artikel Reihe zum Thema, was bei Kriegen mit Fiat-Geld passiert(e).

    In seinem Forum hatte mich das hier entsetzt: Damals wollte sich ein mutmaßlich junger Mensch mit wenig oder keinem Einkommen 100k€ von seinen Eltern leihen und diese in Bitcoin investieren. Ich hoffe die Eltern haben das nicht mitgemacht.

    Florian Bruce Boyce finde ich sympathischer, auch wenn ich mir von ihm auch nur wenige Videos angesehen habe.

  • Hier vielleicht noch ein anderes interessantes Video mit Roman und einem Goldexperten (?):

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  • Krall ist vor ein paar Jahren bei Degussa rausgeflogen weil er mit seinen rechten Verschwörungstheorien nicht mehr tragbar war, seit dem prophezeit er auf YT den Untergang. Wenn Du Maurice magst, dann ist Krall das krasse Gegenteil, BTC mögen beide aus unterschiedlichen Gründen nicht.

  • Das Video und auch der Channel wurden mir von youtube vorgeschlagen, nachdem ich das Video von Maurice gesehen hab. Gold und rechtes Spektrum scheint mir ne gewisse Konstante zu sein. Kettner ist ja auch ein gutes Beispiel. Krall hat in dem og Video tatsächlich grds gut argumentiert, bis es zum Verständnis und der Reproduzierbarkeit von Bitcoin ging. Da war sein sprachliches Talent den Fragen auszuweichen deutlich besser, als seine Reflexionsfähigkeit. 😉

  • Einfach an Wirecard denken, eine Woche vor dem Zusammenbruch. Kommste selbst drauf.

    Natürlich gab's auch bei Wirecard Gewinner, zumindest zeitweise. Wie bei jedem Schneeballsystem. Die Kunst ist, rechtzeitig auszusteigen. Von daher: mögen die Bitcoin Crash Propheten sich gerne noch gaaanz laaange irren.

    Aber du willst doch nicht Wirecard mit Bitcoin vergleichen ... :/

    "If you don't believe it and you don't get it, I can't make you believe it."

    – Satoshi Nakamoto

  • Danke für den Input, aber die Phase habe ich bereits hinter mir :) – An dieser Stelle möchte ich gerne mit einem Zitat und einem Augenzwinkern antworten, nimm es mir bitte nicht übel:

    Wer als 20-Jähriger kein Linker ist, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch ein Linker ist, hat keinen Verstand. – Winston Churchill

    Ein bisschen Spaß muss sein ;)

    "If you don't believe it and you don't get it, I can't make you believe it."

    – Satoshi Nakamoto

  • Hallo Fuchs73

    ich sehe das auch so. Hatte den Blocktrainer damals genutzt um die Technik hinter Kryptowährungen und die tiefergehende Idee des Bitcoin zu verstehen.

    Sobald man sich aber volkswirtschaftlich mit dem Bitcoin auseinandersetzt, wird es sehr schwierig. Für mich stellt sich dann u.a. die Frage, ob ein hartes Geld mit einer demokratisch, sozialen Ordnung funktionieren kann.

    Was man feststellt ist, dass Bitcoin soziale Ungleichheit verschärft bzw. sie verstetigt. Die Idee die Macht des Staates durch die Macht der Coins im Mantel einer scheinbar demokratischen Idee von 1 Node = 1 Stimme zu ersetzen, kann mich nicht überzeugen.

    Wer viele Coins hat, kann einfach abwarten. Mächtig ist also der Reiche mit einer niedrigen Zeitpräferenz und er wird in diesem System belohnt. Damit wird nur die maximale ökonomische Ungleichheit zementiert.

    Allerdings hatte Bitcoin nach meinem Verständnis auch nie den Ansatz sozial gerecht zu sein oder Ungleichheit aufzulösen. Daher entspricht das alles der Systemlogik und ist per se kein Systemfehler.

    Für mich ist Bitcoin, Stand heute, daher höchst undemokratisch und unsozial. Es geht nicht um mitentscheiden. Es geht um mitmachen oder gehen.

    Roman Reher treibt die Bitcoin-Idee extrem voran. Er hat keine Antworten auf volkswirtschaftlich relevante Fragen aber die braucht er auch nicht, da es für sein Weltbild nicht relevant ist. Die "Schwachen" haben in seiner Welt ohnehin verloren, da sie im Zweifel ja auch die Polizei nicht bezahlen könnten.

    Ob man das gut oder schlecht findet, muss man natürlich selbst entscheiden. Allemal ist es extrem radikal.

  • Problematisch an Bitcoin ist ja schon allein die Tatsache, dass verlorene Bitcoins nicht ersetzt werden können und damit auf ewig die verfügbare Geldmenge reduzieren. Eine Attacke auf das System kann also ganz anders aussehen, als Attacken auf FIAT Geld.

    Die Blockchain Technologie hat nicht nur Vorteile, sie bringt auch ganz eigene Nachteile mit sich. Zwar sind einzlne Transaktionen sicher, aber je mehr Transaktionen pro Zeiteinheit abgewickelt weden müssen, umso problematischer wird es durch den stetg steigenden Speicherbedarf und Verarbeitungsaufwand. Bitcoin als Weltwährung wäre einfach anders kacke als FIAT Geld. Die Nachtteile werden gerne übersehen.

  • Männer machen die verrücktesten Dinge bevor sie eine Therapie in Erwägung ziehen.

    Na, na, na ... - darf man so etwas denn in diesen hoch gutmenschlichen Zeiten von Wokemania, Gendersprech-Gaga usw. einfach (ungestraft) raushauen, ohne sich einer Geschlechterdiskriminierung schuldig zu machen ... ? Einerseits.

    Der besagte Herr (Reher ?) ist mir unbekannt. Sollte er aber ggf. ein "alter weißer Mann" sein, könnte es selbst in diesen hoch gutmenschlichen Zeiten weder eine Geschlechter- noch eine Altersdiskriminierung darstellen ... ? Andererseits.

    :D=O<X


    Nur am Rande aber in dem "geschlechtsspezifischen" Finanz-Kontext:

    Mußte mir - auf ausdrücklichen Wunsch einer jungen Dame - beispielsweise einmal kurz "Madame Moneypenny" (Natascha Wegelin - oder so ähnlich zumindest) und ihr kostenpflichtiges Angebot (inkl. Ihrer "Bildungseinrichtung GmbH", Berlin) ansehen ("reinziehen" trifft es präziser)- fast könnte man sagen, daß sich mir da auch die Frage nach einer "Therapie" (nur um Deine Terminologie zu übernehmen) aufgedrängt hatte. Obwohl sie kein Mann sondern eine Frau ist. Und zwar sowohl für die Madame als auch (erst recht) für ihre zahlenden Kundinnen ...


    Reden wir von dem Maurice Höfgen?

    Zu dem Kandidaten und seinem Trommeln für die MMT (Modern Monetary Theory) hatte ich hier an ein oder zwei anderen Stellen schon mal geschrieben. In dem ganzen Finanz-Bereich kann man durchaus viel Stuss lesen - Maurice Höfen samt MMT dürfte aber nach meinem Dafürhalten wirklich extrem schwer zu toppen sein. Mit der Geld-, Währungs- und Finanzgeschichte - inkl. der Historie von Währungsunionen - hatte ich mich immerhin ein bißchen beschäftigt.


    Wie immer, überall und stets gilt aber auch in dem Kontext

    "It takes two to tango"

    Und zum Glück greift

    "Paragraph Eins - jeder macht Seins"

  • Was man feststellt ist, dass Bitcoin soziale Ungleichheit verschärft bzw. sie verstetigt.

    Was "man" feststellt, entzieht sich meiner Kenntnis.

    "Ich" konnte jedenfalls feststellen, daß seit Beginn des Experiments "Europäische Einheitswährung" samt Rettung derselben seit 2010 ff ("Whatever it takes" - inkl. u. a. Anleihekäufe in Billionenhöhe, einer Ära von Niedrig-, Null- und schließlich Negativzinsen und massiver Erhöhung der Geldmenge) es für den braven Sparer und/oder konservativ-defensiven Anleger eher sehr bis extrem schlecht gelaufen ist, dafür aber die "Geldflut" meine "Boote" (Aktien, Immobilien, Gold, Tangible Assets - deutlich Kundigere als meine Wenigkeit sprechen von Vermögenspreisinflation (im Unterschied zur Verbraucherpreisinflation)) kräftig und automatisch mit angehoben hat ... Nicht gerechnet in Bitcoin sondern in herkömmlichem Papiergeld (in dem Fall in €) ausgedrückt. Verteilungseffekte scheint es also nicht nur bei BTC zu geben ...


    Daneben fällt mir in dem Kontext auch noch ganz generell der sog. Cantillon-Effekt ein.

  • Ob man das gut oder schlecht findet, muss man natürlich selbst entscheiden. Allemal ist es extrem radikal.

    Vielleicht ist Bitcoin zukünftig einfach digitales Gold. Darauf könnte ich mich einigen. Gold ist auch viel volatiler als manche denken und weniger rentabel als viele behaupten. Der jetzige hype beim Gold ist ja nicht die Regel und wird sich bald wieder ausmitteln. Auch das wird langfristig beim Bitcoin passieren, die großen Gewinnspannen werden sich ähnlich Gold auf Werterhalt ausmitteln.

  • Gold ist auch viel volatiler als manche denken und weniger rentabel als viele behaupten.

    Jede(r), der (die) sich auch nur ganz rudimentär einmal ein bißchen mit dem Thema Gold beschäftigt hat, weiß sowohl um dessen Volatilität als auch um um dessen äußerst geringe Rentabilität.

    Auf sehr lange Sicht scheint sich der Goldpreis - wenn auch spiralierend - um die stetig wachsende Geldmenge herum mit nach oben zu schaukeln. Kommen (temporär) zusätzliche Faktoren hinzu (orchestrierte "Finanzielle Repression" mit ins Negative gedrückten Realzinsen, Sorge vor zu hoher Staatsverschuldung, Inflationsängste, politische Krisen, geopolitische Spannungen, Kriege etc. pp.) kann oder kommt es auch zu (temporären) zusätzlichen Preisaufschlägen beim Gold.

    Über (sehr) lange Zeiträume hinweg gesehen schafft Gold aber immerhin einen Kaufkrafterhalt.

    Eine Unze Gold reichte im alten Rom für eine gute Toga mit Gürtel und Schuhen - für 3.850 € bekomme ich auch heute noch ein zumindest passables zeitgemäßes Outfit. Ein solcher Transport der Kaufkraft über derart lange Zeiträume ist ziemlich beachtlich.

    Zudem geht Gold nicht unter (wie so manchmal Währungen - insbesondere beispielsweise solche auf staatlichem Papiergeld beruhenden (Fiat-Money-System)), muß auch nicht ("Whatever it takes") gerettet werden (wie beispielsweise das Experiment einer Einheitswährung (Euro)) und kann auch nicht seitens der Notenbanken beliebig aus dem Nichts geschöpft sprich vermehrt und damit im Wert verwässert werden (wie beispielsweise mittels Billionen schwerer Anleihekäufe einer Zentralbank wie der EZB der Euro).


    Deshalb subsumieren die jedenfalls mir bekannten Halter von physischem Gold dies eher unter ihre "Versicherungen" - als unter ihre "Anlagen" oder gar "Investments".