Edelmetalle: Bin ich verrückt ?

  • Oh ha, jetzt wird Gold schon mit Hehlerware verglichen. Auch weiss ich nicht wieso Gold pauschal ethisch bedenklich ist, nicht jede Goldmine ist mit Minderjährigen bestückt. Wo ist den die Grenze des ethisch bedenklichen? Wie hoch darf den der Anteil sein das du das Produkt guten Gewissen kaufen kannst oder in dessen Firma investierst. 5%, 20% oder gar 30%. Man kann sich auch alles schön reden.

  • Die 5-10% Empfehlung für Gold basiert auf Berechnungen. Wie sich das Vorhandensein im Depot bei Crashs als Sicherung auswirkt. Und eben nicht zuviel Gold, weil es über lange Zeit keine Rendite bringt bzw. brachte.

    Genau so ist es. :thumbup:

    Den idealen Goldanteil berechnet haben die Reisebank und das CFin – Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin: Er lag demnach bei 7,66 Prozent Goldbeimischung in den vergangenen drei Jahrzehnten laut Handelsblatt v. 1.08.2024

  • Das erste was ein Staat im Pleitefall konfisziert und mit strafbewehrten Handelsbeschränkungen belegt ist... Gold!

    Auch wenn etwas Falsches immer wiederholt wird, wird es dadurch nicht wahr.

    Es ist einfach eine Frage der Umsetzung. Will der Staat Vermögenswerte oder Teile davon einkassieren, dann achtet er ausnahmsweise mal auf Umsetzbarkeit und Effizienz. Also wird er immer an solche Dinge gehen, die gut dokumentiert sind und bei denen man die Umsetzung delegieren kann. Da fallen einem natürlich sofort Wertpapierbestände, Sichteinlagen und Immobilien ein. Da kann man einfach per Gesetz die Steuern erhöhen und die Banken zur Einziehung verpflichten. Zwangshypotheken sind ebenfalls schnell umgesetzt. Solchen Maßnahmen kann man sich kaum entziehen.

    Bei Gold sieht das schon anders aus. Als am ehesten umsetzbar würde ich das Überprüfen aller Schließfächer bei Banken sehen. Das geht mit überschaubarem Aufwand. Die immer wieder herbeiphantasierte Herausgabe der Buchhaltungsdaten bei Edelmetallhändlern dürfte niemand ernsthaft in Erwägung ziehen, da die Auswertung und Nachverfolgung zu aufwändig sein dürfte. Außerdem ist der Nachweis, dass jemand Gold in der Vergangenheit erworben hat, kein Beweis dafür, dass er es immer noch besitzt.

    Die meisten Leute, die Anlagegold besitzen, dürften eher nur kleine Mengen im Bereich kleiner 1 kg ihr eigen nennen. Das kann man leicht zu Hause verstecken und niemand wird es finden. In der Summe dürften das aber auch erhebliche Mengen sein.

    Grundsätzlich gilt: der Staat kann dieser nur das wegnehmen, von dem er weiß, dass du es hast.

  • Nach meinen Kenntnisstand gilt

    Asche auf mein Haupt, zumal es natürlich ein ETF ist und kein Font, also gleich zweimal falsch, auch ne Leustung. Von der Aufteilung 90% Aktien-ETF 10% Geldmarkt-ETF bin ich übrigens inzwischen weg. Ich halte derzeit ca. 30k im Geldmarkt, Rest ist im Welt-ETF, somit sind es weniger als 10% im Geldmarkt, eher eine fixe Summe, als Notgroschen.

  • Auch ein One Trick Pony springt nur so hoch wie es kann. ;)

    Wie ich hier gelernt habe - angefangen von meinen zugegebenermaßen "limitierten sprachlichen Fähigkeiten" über meine realistische Selbsteinschätzung als "Finanz-Laie" bin hin zur lediglich erreichten "finanziellen Unabhängigkeit" (im Vergleich zur beispielsweise "finanziellen Freiheit") - ist das Alles vielmehr "relativ" einzuschätzen ... ;)

    Apropos "One Trick": Immerhin Aktien, Immobilien, Gold, Silber, Tangible Assets, Bargeld und fremde Sorten - ist ja mehr als nur ein "Trick" - oder nur das Zwangssystem der GRV, welches zudem zusätzlich noch mit dreistelligen Milliardenbeträge der Steuerzahler am Leben gehalten werden muß... ;)


    Dir übrigens bei der Gelegenheit weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Warum du z.B. von Anlageberatern sprichst oder wieso du dir nicht vorstellen kannst, dass ein Staat im Falle eines Falles an deine Goldbarren kommen könnte? Ich verwies auf unsere unselige Geschichte, in der genau dieses bereits durchexerziert wurde. Sollte dir das nicht bewusst sein, dann schau in unsere Geschichte.

  • Wer lesen (und die Sachverhalte vollständig erfassen) kann...

    Sovereign, Mischu, sam51 Ihr könnt euer physisches Gold im Besitzverbots- bzw. Handelsverbotsfall gerne im Wald verbuddeln und das Geheimnis mit ins Grab nehmen. Als Ver- oder Absicherung taugt es euch trotzdem nicht.

    Im besten Fall erfreut es irgendwann irgendwelche Erben oder Finder.

    Wenn du nichts mehr damit anfangen kannst, kannst du es wohl weiter besitzen.

    Denkfehler erkannt?

  • Warum du z.B. von Anlageberatern sprichst oder wieso du dir nicht vorstellen kannst, dass ein Staat im Falle eines Falles an deine Goldbarren kommen könnte? Ich verwies auf unsere unselige Geschichte, in der genau dieses bereits durchexerziert wurde. Sollte dir das nicht bewusst sein, dann schau in unsere Geschichte.

    Ich kenne die Geschichten, es wird nur schwer ein Goldverbot durchzusetzen, siehe einer meiner Vorschreiber, da gibt es aktuell einfachere und lukrativere Möglichkeiten für einen Staat, vor allem sehr gut dokumentiert und einfach durchführbar . Ich schliesse nicht aus das sowas erlassen wird, aber persönlich glaube ich das es eher vorher eine Währungsreform geben würde, da sind dann andere Vermögenswerte deutlich gefährdeter.

  • Wer lesen (und die Sachverhalte vollständig erfassen) kann...

    Meine lange Familiengeschichte kann ich jedenfalls noch gerade so "erfassen": Da hatte damals jemand rechtzeitig einen Teil seiner Mittel in Gold getauscht und in die Schweiz verbracht, ein anderer ist rechtzeitig in die USA ausgewandert und wieder ein anderer hat noch rechtzeitig die wundervolle DDR verlassen, bevor die ein Mäuerchen um das Land gebaut hatte (und auf die eigenen Bürger - präziser Untertanen - hat schießen lassen, als wäre es keine Menschen sondern Hasen) ...

    Selber denken statt "Denken zu lassen" oder "gedacht zu werden", kann signifikante Vorteile haben.

    Sovereign .. Ihr könnt euer physisches Gold im Besitzverbots- bzw. Handelsverbotsfall gerne im Wald verbuddeln und das Geheimnis mit ins Grab nehmen.

    Kann natürlich nur für mich sprechen. Dein Vorstellungsvermögen diesbezüglicher Möglichkeiten scheint mir - ganz persönlich - ein sehr limitiertes.

    Als Ver- oder Absicherung taugt es euch trotzdem nicht.

    Bisher taugt es jedenfalls nahezu perfekt - das sind jetzt immerhin schon 27 Jahre. In meinem Fall wird das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch so bleiben.

    Die staatlichen Notenbanken rund um den Globus scheinen das übrigens ähnlich zu sehen, bunkern diese doch > 36.000 Tonnen an physischem Gold und einige davon kaufen in den letzten Jahren auch noch kräftig dazu.


    Oder wie es mal ein russischer Jude und sehr erfolgreicher Geschäftsmann formulierte:

    "In einem Land wie Deutschland gehört Dir nur das, auf das der Staat keinen Zugriff hat bzw. nur Du den Zugriff hast, von dem der Staat nichts weiß oder was zumindest außerhalb des Zugriffs dieses Staates gelagert ist".

    Nach meinen langjährigen Erfahrungen würde ich das Gesagte auf jeden Fall und unbedingt auf die Eurozone erweitern.


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Gold ist für "nach der Krise", nicht "während".

    Uralte Regel.

    Wenn es ganz und extrem hart kommt (da sei Gott vor), dürften "in" einer derartigen Krise beispielsweise Silbermünzen (Silberunzen), Alkohol, Zigaretten usw. die besseren "Vehikel" sein.

    "Nach" der Krise dürfte man aber mit einem soliden Anteil an Gold im Portfolio (gehalten "vor Ort" oder auch gehalten an einem anderen "Ort") einen leichteren und besseren Neustart haben, als jene ohne Gold.

    Schon deshalb sollte man dafür sorgen, daß man andere (auch den eigenen Staat) vom Zugriff auf sein Gold (oder zumindest einen relevanten Teil davon) möglichst zuverlässig ausschließt.

  • Wer lesen (und die Sachverhalte vollständig erfassen) kann...

    Sovereign, Mischu, sam51 Ihr könnt euer physisches Gold im Besitzverbots- bzw. Handelsverbotsfall gerne im Wald verbuddeln und das Geheimnis mit ins Grab nehmen. Als Ver- oder Absicherung taugt es euch trotzdem nicht.

    Im besten Fall erfreut es irgendwann irgendwelche Erben oder Finder.

    Wenn du nichts mehr damit anfangen kannst, kannst du es wohl weiter besitzen.

    Denkfehler erkannt?

    Erkenne ich hier einen Anflug von Unsachlichkeit, wenn du anderen und mir unterstellst, wir seien nicht in der Lage, Sachverhalte zu erfassen? Zu solchen Formulierungen greift man gerne, wenn einem die Argumente ausgehen.

    Es ist mir völlig egal, ob es mal ein Goldbesitz- oder Handelsverbot geben wird. Das wird mit Sicherheit nicht weltweit gelten. Daher befindet sich ein Großteil meiner Goldbestände auch nicht in der EU. Was sollte mich also daran hindern, mich an den Lagerort zu begeben, das Gold dort zu verkaufen und die lokale Währung in Euros (oder was auch immer) zu tauschen? Da müsste es schon den Antifaschistischen Schutzwall 2.0 geben.

  • Es ist mir völlig egal, ob es mal ein Goldbesitz- oder Handelsverbot geben wird. Das wird mit Sicherheit nicht weltweit gelten. Daher befindet sich ein Großteil meiner Goldbestände auch nicht in der EU.

    ... sondern in einem Land, das zwar von der EU umfangen ist, aber Wert darauf legt, bei den EU-Regulationen, die es einhalten muß, nicht mitstimmen zu dürfen (und das dann für Unabhängigkeit hält). Du hast es bereits mehrfach erwähnt.

    :)

  • ... sondern in einem Land, das zwar von der EU umfangen ist, aber Wert darauf legt, bei den EU-Regulationen, die es einhalten muß, nicht mitstimmen zu dürfen (und das dann für Unabhängigkeit hält). Du hast es bereits mehrfach erwähnt.

    :)

    In der Schweiz gab es in der Vergangenheit niemals ein Goldverbot für Privatpersonen. Ob man dort bei einem EU-weiten Goldverbot mitmachen würde, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Da würden sich die Schweizer selbst ins Knie schießen. Die Gold-Industrie ist dort kein unbedeutender Wirtschaftszweig.

    Und ob Kurantmünzen aus 900er Gold mit einem Nominal in Schweizer Franken unter ein solches, wie gesagt, sehr unwahrscheinliches Verbot fallen würden, ist noch eine andere Frage.

  • Die Frage war in #1 ja eigentlich ob es Sinn macht den Goldanteil im persönlichen Portfolio zu erhöhen, ausser Argumenten wie "ethisch Bedenklich, Gier, potenzielles Goldverbot, zu Nahe an Bitcoingesinnung usw." kamen ja wenig bis keine Sachargumente. Also gehe ich mal von persönlicher Ablehnung ohne echten finanziellen Sachbezug aus.

  • Da habe ich meine Zweifel, dass Vater Staat auf Dauer nichts davon erfährt. Gerade die Schweiz hat ihr Bankgeheimnis schon mehrfach aufgebohrt und ist damit noch nicht am Ende.

    Was genau hat die Lagerung von Edelmetallen mit dem Bankgeheimnis zu tun?

    Vor einigen Jahren kam ja ein gewisser Herr Steinbrück, seines Zeichens damals Bundesfinanzminister, auf die glorreiche Idee, der Schweiz anzudrohen, die Kavallerie dorthin zu entsenden, falls die Schweiz nicht kooperieren wolle. Soweit ich mich erinnern kann, kam diese Idee bei den Eidgenossen überhaupt nicht gut an.