Edelmetalle: Bin ich verrückt ?

  • Kurzlaufende europäische Staatsanleihen?

    ???

    Für meinen Teil jedenfalls ein äußerst schwer verdaulicher Vorschlag - hatte ich doch meine Goldquote erhöht (siehe Nr. 33), um mich gerade vor dieser (mit signifikanten Konstruktionsmängeln behafteten) Einheitswährung (Euro) zu schützen ...

    Europäische Staatsanleihen ? Von Frankreich ? Von Italien ? ...

    Oder in der Hoffnung oder Gewissheit, daß eine EZB im Fall der Fälle für die Schuldentragfähigkeit einzelner hoch- bis überschuldeter Euroländer "sorgt" sprich die jeweiligen Staatsanleihen mit frischem aus dem Nichts geschaffenen Geld aufkauft und in die EZB-Bilanz "verklappt" - auch, wenn Art 123 AEUV ("Verbot der monetären Staatsfinanzierung durch die Notenbank" im "Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union") das genaue Gegenteil normiert ... ?

  • Sovereign du meinst als so eine europäische Staatsanleihe ist so was wie ein Silvesterböller, kostet viel, man hat kurze Zeit Spass und Freude dran und dann löst sich alles in Rauch auf ? Da hat Gold doch mehr Vorteile, wirft man in den Himmel, leuchtet schön und kommt unbeschadet wieder runter.

  • doch meine Goldquote erhöht (siehe Nr. 33), um mich gerade vor dieser (mit signifikanten Konstruktionsmängeln behafteten) Einheitswährung (Euro) zu schützen ...

    Ach je, ich habe es geahnt, Gold und Bitcoin liegen auch von der Ideologie nah beieinander. 8o

    Im Euroraum kann kein Land "pleite" gehen, siehe damals Griechenland. Aus meiner Sicht sind Euro-Staatsanleihen-ETFs daher genau so sicher wie deutsche Staatsanleihen, nur mit etwas mehr Rendite.

  • Bin nicht so der Hobbypsychologe und kann mit deinem Fachbegriff nicht viel anfangen, nur soviel, in Edelmetalle investiere ich seit 15 Jahren , also Erfahrung ist nicht nur aus jüngster Vergangenheit. Du darfst aber gerne auch direkt Fragen

    Viel direkter ging es wohl kaum. Du begehst elementare Anlegefehler und bist nicht bereit Dich damit auseinander zu setzen. So einfach ist das.

    Auf meine Frage zum Rebalancing gehst Du nicht mal ansatzweise ein.

    Am Ende ist es Dein Geld aber bleib mir vom Pelz, wenn der Katzenjammer kommt.

  • Sovereign du meinst als so eine europäische Staatsanleihe ist so was wie ein Silvesterböller, kostet viel, man hat kurze Zeit Spass und Freude dran und dann löst sich alles in Rauch auf ? Da hat Gold doch mehr Vorteile, wirft man in den Himmel, leuchtet schön und kommt unbeschadet wieder runter.

    Leuchtet nur, solange es von extern bestrahlt wird, hat kein eigenes Licht.

    Und wenn es abstürzt kann es Dich umbringen.

    Hach, tolle Bilder haben wir hier. ^^

  • Ich habe weder Edelmetall noch Bitcoin und auch nur die wichtigsten Versicherungen. Warum ich eine Versicherung in Form von Edelmetall für meine Bank- und Börsenaktivitäten halten soll, erschließt sich mir nicht. Und NEM würde ich als Normen Europäischer Modellbahnen übersetzen.

  • Ob du verrückt bist? Sicher nicht, wenn du einen relativ hohen Edelmetall-Anteil in deinem Portfolio hast. Für ein bisschen verrückt halte ich es allerdings schon, eine solchen Thread in diesem Forum zu eröffnen, der schon in seiner Fragestellung die Erzeugung veritablen Gegenwindes impliziert.

    Die überwältigende Mehrheit hier ist fast ausschließlich in Aktien(ETF), Anleihen, Geldmarkfonds und Tages-/Festgeld investiert. Einige auch in Immobilien. Das Thema Edelmetalle ist eher eine Randerscheinung. Was wohl auch damit zu tun hat, dass der Betreiber dieses Forum wie auch andere Influencer aus dem Finanzbereich dogmatisch diese "max. 10% Gold" predigen. Nun, Aktien und Co. sind eben ein deutlich ergiebigeres Thema als die schnöden Edelmetalle, die man mit 1-2 Videos abhandeln kann.

    Wenn du nun den MSCI World und Co. Investierten explizit von den hohen Anstiegen bei Edelmetallen in diesem Jahr (Gold 50%, Silber 140%) berichtest, dürfte die Wahrscheinlichkeit, hierfür Beifallsstürme zu ernten, wohl sehr gering sein. Besonders vor dem Hintergrund, dass die üblichen ETF-Invests gerade mal die üblichen um die 7-8% abgeliefert haben.

    Ich halte deine Frage nach den 5-10% für Goldanteil im Portfolio für durchaus berechtigt. Mir erscheint diese Zahl eher willkürlich. So als ob die mal jemand in die Welt gesetzt hätte und jeder übernimmt sie. Das erinnert ein wenig an diese 10000 Schritte, die man jeden Tag machen soll, um gesund zu bleiben. Auch dafür existiert keinerlei Grundlage. Diese vermeintliche Regel ist nichts anderes als eine Marketing-Erfindung eines japanischen Herstellers von Schrittzählern zu dem Olympischen Spielen 1964 in Tokio.

    Aber zum Glück ist es ja jedem selbst überlassen, wie er sein Portfolio strukturiert. Auch mein Portfolio enthält deutlich mehr als 10% Edelmetalle.

  • Sovereign du meinst als so eine europäische Staatsanleihe ist so was wie ein Silvesterböller, kostet viel, man hat kurze Zeit Spass und Freude dran und dann löst sich alles in Rauch auf ?

    Mischu, nur um in Deinem Sujet zu bleiben:

    Eher, wie ein angezündeter aber zuvor feucht gewordener China-Kracher, der mit einem leichten "Pppffff"-Geräusch glimmt, alle stehen drum herum und hoffen, der zündet und es kommt noch was. Dann erlischt er einfach geräuschlos ...

  • Das erste was ein Staat im Pleitefall konfisziert und mit strafbewehrten Handelsbeschränkungen belegt ist... Gold!

    Ein Blick in die Geschichte reicht.

    Wie man angesichts der historischen Evidenz glauben kann, Gold tauge exakt in diesem Szenario als Versicherung, entzieht sich komplett meinem Verständnis.

    Gold ist nur für Staatengebilde eine Absicherung, für Einzelpersonen ist es ein Spekulationsobjekt.

  • Die 5-10% Empfehlung für Gold basiert auf Berechnungen. Wie sich das Vorhandensein im Depot bei Crashs als Sicherung auswirkt. Und eben nicht zuviel Gold, weil es über lange Zeit keine Rendite bringt bzw. brachte. Jetzt ist es eine Wette, wer sagt, dass diese hohen Werte Bestand haben?

  • Ach je, ich habe es geahnt, Gold und Bitcoin liegen auch von der Ideologie nah beieinander. 8o

    Bei so manchen scheinen auch Kulinarik und Finanzen "nah beieinander zu liegen" ...

    Hallo liebes Forum,

    ich bin 50 Jahre alt und meine Anlagesituation sieht wie folgt aus:

    ...

    10% Geldmarktfond

    Nach meinen Kenntnisstand gilt

    Fond auch Grundbrühe oder Bodensatz genannt, ist eine Flüssigkeit, die beim Braten, Dünsten oder Kochen von Gemüse, Fisch, Geflügel, Wild und Knochen von Schlachttieren entsteht und als Grundlage für Saucen und Suppen dient.

    Auch einen (Singular) Geldmarktfonds schreibt sich mit einem "s" am Ende ...

  • Das erste was ein Staat im Pleitefall konfisziert und mit strafbewehrten Handelsbeschränkungen belegt ist... Gold!

    Ein Blick in die Geschichte reicht.

    Wie man angesichts der historischen Evidenz glauben kann, Gold tauge exakt in diesem Szenario als Versicherung, entzieht sich komplett meinem Verständnis.

    Gold ist nur für Staatengebilde eine Absicherung, für Einzelpersonen ist es ein Spekulationsobjekt.

    .....das muss der Staat auch erst mal finden...

    Das mit der Versicherung kommt übrigens oft von Anlageberatern, daher auch meine Eingangsfrage wie ihr das seht.

  • Die 5-10% Empfehlung für Gold basiert auf Berechnungen. Wie sich das Vorhandensein im Depot bei Crashs als Sicherung auswirkt. Und eben nicht zuviel Gold, weil es über lange Zeit keine Rendite bringt bzw. brachte. Jetzt ist es eine Wette, wer sagt, dass diese hohen Werte Bestand haben?

    Auch ein ETF ist eine Wette ob er dauerhaft die Inflation schlägt, das ist jetzt keine exclusive Eigenschaft von Edelmetallen.

  • .....das muss der Staat auch erst mal finden...

    Das mit der Versicherung kommt übrigens oft von Anlageberatern,

    Wir werden jetzt kein Weltuntergangsszenario für dich entwickeln, aber die deutsche Geschichte zeigt, dass dies sehr wohl möglich ist.

    Wer sich in die Hand von "Anlageverkäufern" begibt, kann sein Geld auch gleich an mich senden. Kontonummer gibts via PN. :P

  • Das erste was ein Staat im Pleitefall konfisziert und mit strafbewehrten Handelsbeschränkungen belegt ist... Gold!

    Das kann (muß aber natürlich nicht) auch schon dann passieren, wenn es für einen Staat finanziell eng oder gar bedrohlich wird. In aller Regel kommen da erst andere Vehikel zum Einsatz (Stichwort: Kapitalverkehrskontrollen und/oder Einschränkungen - um nur ein Beispiel zu nennen).

    Ein Blick in die Geschichte reicht.

    Nö.

    Der "Blick in die Geschichte" (nur um Dich zu zitieren) zeigt, daß diese Vorgehensweise überwiegend nicht von Erfolg gekrönt war.

    Trotz schwerster Strafandrohungen (sehr hohe Geldstrafen (inflationsbereinigt um die 250.000 $) bis Haftstrafen zu 10 Jahren) haben beispielsweise beim damaligen Goldbesitzverbot der USA für die Bürger - nicht für die amerikanische Notenbank natürlich ... ^^ - nur eine Minderheit der Menschen ihr privat gehaltenes Gold für den amtlich festgesetzten Niedrigpreis (nach meiner Erinnerung 20 $ pro Unze) bei der Obrigkeit abgeliefert.

    Wüßte ohnehin nicht, wie das flächendeckend umgesetzt werden sollte ? Kommt da die staatliche Goldpolizei in jedes Haus und jede Wohnung ? Werden da Gärten umgegraben ? Wie kommt ein Staat an in anderen Staaten (andere Jurisdiktion) gelagertes privates Gold heran ? Die Liste ließe sich leicht verlängern.

    Wie man angesichts der historischen Evidenz

    Eine solche "historische Evidenz" existiert nicht (siehe oben).

    Wie man angesichts der historischen Evidenz glauben kann, Gold tauge exakt in diesem Szenario als Versicherung, entzieht sich komplett meinem Verständnis.

    Wie man an eine solche Allmacht des Staates Glauben kann, entzieht sich komplett meiner Kenntnis.

    Dazu kommt: Einem solchen Staat würde ich auf jeden Fall versuchen mich (temporär oder dauerhaft) gänzlich zu entziehen - nicht nur mein privat gehaltenes Gold.

  • Da hast du was falsch verstanden, ich erkläre meine Sichtweise nicht zur Maxime, auch bin ich nicht arrogant, eher das Gegenteil, stellte hier auch erst mal nur eine Frage und erklärte wie ich das mache.

    Doch, das machst Du indem Du sagtst wie Du es machst und gefolgt von der rhetorischen Frage, ob das nicht die Standardempfehlung sein sollte:
    "Ich selber hatte schon immer einen Anteil von mindestens 30% EM" [...] Also meine Frage an euch, wird es nicht mal Zeit die in die Jahre gekommene Empfehlung von 5-10% im Portfolio mal zu überdenken und mal Empfehlungen in Richtung 30% zu geben."

    Wenn dir Edelmetalle und deren Gewinnung ethisch Fragwürdig sind, dann mach dir mal Gedanken wo alles Gold und vor allem Silber (auch Platin) eingesetzt wird, dann sind Aktien auch nix für dich.

    Es macht für mich einen Unterschied, ob ich in Firmen investiere, deren Produkte zum Teil ethisch fragwürdige Materialien enthalten oder halt in absolut fragwürdige Materialien. Stell es Dir so vor, als könntest Du in einem Gebrauchtwarenladen einkaufen, bei dem auch mal 'nen Objekt Hehlerware sein könnte - oder in einem Laden, in dem jeder (der es wissen will) weiß, dass es dort nur Hehlerware gibt. Für mich ist das eine einfache Frage, aber ich erwarte nicht, dass es für alle gleich ist.