Edelmetalle: Bin ich verrückt ?

  • Passt vielleicht nicht ins Weltbild, aber: Ist nicht die Steuerfreiheit von Goldgewinnen ein historischer Anachronimus?

    Genau so wie die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte.

    Nein, es ist wohl eher eine Sache der Umsetzbarkeit. Gold kann man auch an privat verkaufen. Wie soll der Staat das mitbekommen? Selbst bei Edelmetallhändlern dürfte das sehr aufwändig werden. Selbst wenn die alle Ankäufe an das Finanzamt melden müssten, wie sollte da der Gewinn ermittelt werden? Im Zweifel fährt man über eine Grenze und verkauft dort.

  • (S+) Tumulte nach Bankeinbruch in Gelsenkirchen: »Wir wollen rein!«
    Der Goldschmuck für die Hochzeit der Kinder, das Ersparte der Mutter: Nach dem Einbruch in eine Sparkasse wollen Hunderte Kunden wissen, ob ihre Schließfächer…
    www.spiegel.de

    Auch ein Grund, warum ich kein Gold habe, in Gelsenkirchen hatten sicher einige Leute ihr Gold im Schließfach. Ob man das dann auch immer entsprechend versichert? Kann man nur hoffen.

  • Genau so wie die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte.

    Nein, es ist wohl eher eine Sache der Umsetzbarkeit. Gold kann man auch an privat verkaufen. Wie soll der Staat das mitbekommen? Selbst bei Edelmetallhändlern dürfte das sehr aufwändig werden. Selbst wenn die alle Ankäufe an das Finanzamt melden müssten, wie sollte da der Gewinn ermittelt werden? Im Zweifel fährt man über eine Grenze und verkauft dort.

    Naja, auch auf Gewinne bei Privatkrediten muss man Steuern zahlen. Das Finanzamt schaut da auch im Zweifel genau hin.

    Ist mir persönlich auch nicht SO wichtig. Ich finde es nur etwas kurios, wie schnell gerade Goldbesitzer vom übergriffigen Staat sprechen, obwohl doch ihr Investment Von genau diesem Staat privilegiert wird.

  • Ich hab auch keinen Fernseher zu Hause. Könnte mir ja geklaut werden ^^

    Die Zeiten sind wohl vorbei. Früher gabs das mal. Wenn der Fernseher nicht von B&O ist, klaut den heute keiner mehr. Auch die CDs läßt der Einbrecher im Regal liegen, er schmeißt sie allenfalls herunter, weil er Bargeld sucht.

  • Die Zeiten sind wohl vorbei. Früher gabs das mal. Wenn der Fernseher nicht von B&O ist, klaut den heute keiner mehr.

    Stimmt. Deswegen kauf ich mir jetzt einen schönen großen OLED. Passend zum Thema kostet der soviel wie eine Unze Gold. Die Anekdote bzgl des Werterhalts von Gold stimmt also. Egal ob heute oder damals im antiken Rom: Für eine Unze Gold bekommt man einen guten TV :)

  • Stimmt. Deswegen kauf ich mir jetzt einen schönen großen OLED. Passend zum Thema kostet der soviel wie eine Unze Gold. Die Anekdote bzgl des Werterhalts von Gold stimmt also. Egal ob heute oder damals im antiken Rom: Für eine Unze Gold bekommt man einen guten TV :)

    Ja, ja. Ich erinnere mich da an die Geschichte, in der ein Beduine den fast verdursteten Sultan in der Wüste fand, ihm zu trinken gab und ihm somit das Leben rettete. Zum Dank füllte der Sultan den Wasserschlauch (damals: zusammengenähtes Ziegenfell) mit Gold, woraufhin der Beduine hocherfreut und leichten Fußes zu seinen Leuten zurückeilte.

    So wie der Einbrecher bei Dir, der locker flockig den OLED in seinen Rucksack steckt und dann abhaut.

    :)

  • Ich denke eine Gleichbehandlung mit ähnlichen Einkünften macht Sinn. Außerdem muss irgendeiner die Rente bezahlen.

    Aha, also: „Wenn ich blute, sollen die anderen auch bluten.“ – Das ist ehrlich gesagt eine ziemlich krude Logik. Nur weil deine Aktien besteuert werden, sollen gefälligst auch alle anderen Vermögenszuwächse besteuert werden. – Wie deutsch willst du sein? ^^

    Statt sich dafür einzusetzen, dass Kapitalerträge generell weniger oder gar nicht besteuert werden und Bürger mehr Eigenverantwortung behalten dürfen, forderst du, dass der Staat noch mehr abschöpft – obwohl wir alle wissen, wie ineffizient und kurzsichtig diese Mittel eingesetzt werden. Das löst kein einziges strukturelles Problem, sondern verschiebt es nur.

    Ich mach mal einen verrückten Vorschlag: Alle Kapitalerträge steuerfrei lassen und den Bürger selbst für seine Altersvorsorge verantwortlich machen. Wer spart, investiert und vorsorgt, wird belohnt statt bestraft.

    Rente ist kein Einnahmenproblem, sondern ein Strukturproblem – ein Fass ohne Boden. Und das löst man meiner Meinung nach nicht, indem man noch mehr Sparen und Vermögensbildung unattraktiv macht.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Genau so wie die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte.

    Steuern werden ohne konkrete Zweckbindung erhoben, ihnen steht auch anders als bei Gebühren oder Beiträgen keine konkrete Leistung gegenüber. Auch wenn gerne bei Einführung oder Erhöhung einer Steuer eine konkrete Begründung bzw. ein Ziel für die zusätzlichen Mittel genannt wird, so bleiben Steuern einfach Haushaltsdeckungsmittel.

  • Steuern werden ohne konkrete Zweckbindung erhoben, ihnen steht auch anders als bei Gebühren oder Beiträgen keine konkrete Leistung gegenüber. Auch wenn gerne bei Einführung oder Erhöhung einer Steuer eine konkrete Begründung bzw. ein Ziel für die zusätzlichen Mittel genannt wird, so bleiben Steuern einfach Haushaltsdeckungsmittel.

    Das ist selbst mir - als Finanz-Laie - in etwa so präsent. Vermutlich leitet sich davon (da Steuererhebung ohne jede Zuordnung der Verwendung derselben) auch die pointierte Zuschreibung einer steuerlichen "Sickergrube" ab ...

    Es wird sich aber (selbst von Dir beispielsweise) nicht ganz verhindern lassen, daß die - nach einer Gesamtschau - das System finanziell tragenden Protagonisten (im Gegensatz zu Netto-Transferempfängern in der Gesamtschau) oftmals bis in der Regel eine Abwägung vornehmen die Ratio betreffend "das insgesamt vom Staat Abgeforderte" versus "das dafür staatlicherseits Gebotene".


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Wo landet denn all das schöne Staatsgeld ?

    Zum einen handelt es sich nicht um "Staatsgeld" (der Staat selbst ist im Prinzip mittellos) sondern um Geld, welches ein Unternehmen, ein Unternehmer, ein Angestellter, ein Arbeiter, ein Freiberufler usw. zuvor erwirtschaftet hat.

    Zum anderen habe ich mich das in den vielen Jahren, in denen sich ein "Rekord an Steuereinnahmen" an den andere, sozusagen wie "Perlen auf eine Kette", gereiht haben, auch oft gefragt. In der Bildung und den Schulen ... ? Bei der äußeren Sicherheit sprich der Verteidigungsfähigkeit ... ? Bei der Infrastruktur ... ? Bei der Digitalisierung ... ? Beim Bau von Sozialwohnungen ... ? Bei den Universitäten und der Forschung ... ? Die Liste ließe sich erweitern.

  • Aha, also: „Wenn ich blute, sollen die anderen auch bluten.“ – Das ist ehrlich gesagt eine ziemlich krude Logik. Nur weil deine Aktien besteuert werden, sollen gefälligst auch alle anderen Vermögenszuwächse besteuert werden. – Wie deutsch willst du sein? ^^

    1) Ich habe selbst Gold. Es würde mich daher auch selbst treffen. Hier irrst Du Dich schlicht. Ich bin auch erst mit 67 in Rente gegangen, obwohl ich die 35 Beitragsjahre zusammen hatte. Ich hätte es schlicht unfair gefunden gegenüber den jüngeren.

    2) Natürlich bin ich für eine faire Besteuerung. D.h. ich bin absolut dafür den Inflationsausgleich steuerfrei zu stellen. Der Vermögenserhalt muss bei Gold genauso steuerfrei sein, wie bei Immobilien, Aktien oder Spareinlagen. Dann lohnt sich sparen wieder mehr als heute.

    3) Grundsätzlich muss der Staat Steuern einnehmen, wenn er seine Aufgaben wahrnehmen soll. Dass dies weit weg von perfekt ist derzeit, ohne Frage richtig. Da wird Geld rausgepulvert, wo es wenig bringt und umgekehrt zu Tode gespart, wo es nötig wäre, Geld in die Hand zu nehmen. Unfähigkeit bei Parteien und Politikern tut ein übriges.

    4) Es gibt auch eine Reihe von Unvernunft im Steuersystem. Beispielsweise wäre eine Steuer auf Zucker und zuckerähnliche Lebensmittel wünschenswert und auch eine höhere Steuer auf Alkohol. Solange ein Bier billiger ist als ein alkoholfreies Getränk gleicher Größe läuft etwas grundsätzlich falsch. Länder die das vormachen haben die Krankheitskosten gesenkt. Etwas was bei einer alternden Bevölkerung ein Segen wäre.

    Die Reihe könnte man beliebig verlängern. Steuern sollen etwas steuern, das tun sie oft in die falsche Richtung. Zugleich muss man der Verschwendung entgegenwirken.

    Ich mach mal einen verrückten Vorschlag: Alle Kapitalerträge steuerfrei lassen und den Bürger selbst für seine Altersvorsorge verantwortlich machen. Wer spart, investiert und vorsorgt, wird belohnt statt bestraft.

    Das funktioniert deswegen nicht, weil eine ganze Reihe von Leuten dann schlicht nichts bis viel zu wenig machen würden. Das Planen ist nicht jedem gegeben. Am Ende müsste die Allgemeinheit sie dennoch durchfüttern, wenn Du sie nicht am Straßenrand krepieren lassen willst. Hoffen wir mal, dass bei der Rentenkommission endlich was vernünftiges rauskommt und dann auch umgesetzt wird. Ein Opt-out System wäre durchaus geeignet. Wer es selbst machen will, kann es selbst machen und wer nicht, bekommt Einheitsbrei.

    Das mit der Rente war nicht ganz so ernst gemeint. Ersetze es mit Rüstung, Schulwesen, Polizei und Rechtssicherheit oder was Dir sonst noch so einfällt an Aufgaben eines funktionierenden Staates. Die Zeiten sind meiner Einschätzung nach vorbei, wo wir es uns leisten konnten großzügig zu sein. Ist leider so.

  • Unternehmen, ein Unternehmer, ein Angestellter, ein Arbeiter, ein Freiberufler usw. zuvor erwirtschaftet hat.

    Die stark von lukrativen Staatsaufträgen, Subventionen und staatlich finanziertem Konsum profitieren? Ich kann es dir sagen, der pöse Staat gibt das Geld aus und das Ende der Perlenkette sind Goldbarren, Bicoins, Depots und co. Also wenn das Geld nicht mehr zirkuliert sondern sinnlos vor sich hin vegitiert