Edelmetalle: Bin ich verrückt ?

  • Aha, also: „Wenn ich blute, sollen die anderen auch bluten.“ – Das ist ehrlich gesagt eine ziemlich krude Logik. Nur weil deine Aktien besteuert werden, sollen gefälligst auch alle anderen Vermögenszuwächse besteuert werden. – Wie deutsch willst du sein? ^^

    Steuern sind keine Strafe für falsches Verhalten, sondern eine Notwendigkeit. Sie finanzieren die Grundlagen für die Erwirtschaftung von Gewinnen. Man mag über die Effizienz unglücklich sein, aber in den letzten Jahrzehnten war der deutsche Staat schon sehr effektiv erfolgreich, dafür zu sorgen, dass z.B. niemand kommt und dir dein Gold einfach wegnimmt. Warum ich das mit meinen Steuern auf Erträge (aus produktiv investiertem Kapital) für dich kritiklos querfinanzieren soll, erschließt sich mir nicht.

  • Steuern sind keine Strafe für falsches Verhalten, sondern eine Notwendigkeit. Sie finanzieren die Grundlagen für die Erwirtschaftung von Gewinnen. Man mag über die Effizienz unglücklich sein, aber in den letzten Jahrzehnten war der deutsche Staat schon sehr effektiv erfolgreich, dafür zu sorgen, dass z.B. niemand kommt und dir dein Gold einfach wegnimmt. Warum ich das mit meinen Steuern auf Erträge (aus produktiv investiertem Kapital) für dich kritiklos querfinanzieren soll, erschließt sich mir nicht.

    Ist das Satire?

    Du zahlst bereits Steuern auf dein Einkommen, auf Konsum, auf Energie etc. Wenn du dann aus dem verbleibenden Netto etwas aufbaust, investierst oder sparst, und der Staat später erneut zugreift, ist das keine „Finanzierung der Grundlagen“, sondern eine Mehrfachbesteuerung desselben wirtschaftlichen Erfolgs.

    Der Punkt mit dem „Querfinanzieren“ dreht die Logik um. Du finanzierst nicht „mein Gold“ oder „meine Bitcoin“, sondern einen Staatsapparat, der sich selbst das Recht zuspricht, immer neue Zugriffe zu definieren. Eigentumsschutz ist keine Gefälligkeit des Staates, sondern eine seiner Kernpflichten. Dafür zahlt die Gesellschaft bereits massiv – unabhängig davon, ob jemand Gold hält, Aktien besitzt oder Bargeld spart.

    Wenn man akzeptiert, dass jeder Vermögenszuwachs beliebig besteuert werden darf, weil „der Staat ja etwas leistet“, gibt es keine natürliche Grenze mehr. Genau deshalb sprechen viele von Raub, weil Besteuerung ohne klare, enge Legitimation nichts anderes ist als erzwungene Umverteilung.

    Darüber hinaus mache ich mir keinerlei Illusionen: Ich gehe fest davon aus, dass Gold oder Bitcoin langfristig besteuert werden. Das ist politisch naheliegend und passt zur bisherigen Entwicklung. Aber dann solltest du dir auch keiner Illusion hingeben, dass es damit auf alle Ewigkeit getan ist.

    Deine heutige Kapitalertragssteuer auf Aktien wird langfristig auch nicht sinken, sondern tendenziell weiter steigen. Die Entwicklung der Staatsausgaben und der impliziten Verpflichtungen (Rente, Gesundheit, Zinsen) spricht hier eine ziemlich eindeutige Sprache.

    Entwicklung der öffentliche Finanzen | Die soziale Situation in Deutschland | bpb.de
    In den letzten Jahrzehnten sind sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen der öffentlichen Haushalte deutlich gestiegen. In fast allen Jahren übertrafen dabei…
    www.bpb.de

    Man kann das alles akzeptieren – aber man sollte es wenigstens ehrlich benennen. Wenn du sagst, dich stört diese Entwicklung nicht, ist das eine legitime Position. Problematisch wird es nur, wenn man glaubt, immer neue Steuern seien eine einmalige, faire „Gleichbehandlung“ und kein schleichender Zugriff, der sich am Ende gegen alle richtet – auch gegen diejenigen, die heute noch meinen, auf der richtigen Seite zu stehen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Wenn du dann aus dem verbleibenden Netto etwas aufbaust, investierst oder sparst, und der Staat später erneut zugreift, ist das keine „Finanzierung der Grundlagen“, sondern eine Mehrfachbesteuerung desselben wirtschaftlichen Erfolgs.

    Es werden nur die Gewinne besteuert, nicht das bereits versteuerte, investierte Kapital :S

  • Gold & Silber kann man als Währung sehen, es werden daraus schließlich auch Münzen gefertigt

    Wenn ich andere Währungen z.b. Franken in € und umgekehrt tausche zahle ich auch keine sonder Steuern. Das gleiche gilt auch für coins.

    Es wäre äußerst unpraktisch wenn auf Währungen solch eine wie auch immer geartete Steuer erhoben wird.

  • Die stark von lukrativen Staatsaufträgen, Subventionen und staatlich finanziertem Konsum profitieren? Ich kann es dir sagen, der pöse Staat gibt das Geld aus und das Ende der Perlenkette sind Goldbarren, Bicoins, Depots und co. Also wenn das Geld nicht mehr zirkuliert sondern sinnlos vor sich hin vegitiert

    Das atmet - wenn mich nicht alles täuscht - stark den Geist der "sichtbaren Hand" des Staates - für meinen Teil bin ich aber tendenziell näher bei dem "Father of Oeconomics" sprich dem legendären Adam Smith und der "unsichtbaren Hand" des Marktes.

    Frau Prof. Mariana Mazzucato (Buch u. a. "Das Kapital des Staates") schreibt übrigens (meines Wissens bei "Surplus") eine monatliche Kolumne mit dem Titel "Die sichtbare Hand" ... Als große und begeisterte Fans der besagten Dame hatte sich beispielsweise Ulrike Herrmann (taz) aber auch ein gewisser Herr Habeck mal öffentlich geoutet. Zur Erinnerung: Herr Habeck ist Schriftsteller (u. a. Kinderbuchautor) und hatte sich auch mal eine Legislaturperiode lang (für die Partei "Die Grünen") u. a. als deutscher Bundeswirtschaftsminister versucht. Dieser unselige Geist einer immer stärkeren "sichtbaren Hand" des Staates (bzw. einem Konstrukt wie der EU), umweht auch große Teile der Politik in Brüssel, Straßburg und Berlin.

    Da dürften wir also nur schwerlich eine inhaltliche Schnittmenge finden.

    Wären großer Staatseinfluß, zentralistisch-planwirtschaftliche Ausrichtung, ausgeprägte Industriepolitik ("Wertschöpfung per Gesetz" und der Ersatz der "Verbrauchersouveränität" durch "Bürokratiesouveränität"), staatliche Bürokratie und Regulatorik en Detail bis hinunter auf die Mikroebene usw. usw. wirklich Erfolgsfaktoren - dann wäre beispielsweise Frankreich eines der erfolgreichsten Länder überhaupt, Nordkorea beispielsweise wäre auch ganz vorne dabei, ebenso Venezuela und die DDR wäre niemals pleite gegangen. Die Liste ließe sich leicht verlängern.

    Nur am Rande aber in dem Kontext

    Also wenn das Geld nicht mehr zirkuliert sondern sinnlos vor sich hin vegitiert

    Dann lassen aber ausgerechnet die staatlichen Notenbanken mit ihren über 36.000 Tonnen an gebunkertem physischem Gold ziemlich viel Geld sinnlos vor sich hin "vegetieren" ...

    Es sollte nach meinem Dafürhalten dem Eigentümer des Geldes überlassen bleiben, was er - im Rahmen der geltenden Gesetze natürlich - mit seinem Geld macht. Also, ob er es verkonsumiert, für sein Alter spart, investiert, anlegt, hortet, verschenkt, spendet usw.

    Es kann auch gute Gründe geben, Geld nicht "zirkulieren" zu lassen, etwa, weil es einer ständig verfügbaren "Rücklage" für bestimmte "Notfälle" oder "Situationen" bedarf, zusätzlich eine "strategische Liquidität" bevorzugt wird, sich aktuell kein Konsum-Bedarf oder kein lohnendes Investment anbietet etc. pp.

    Ganz generell sollte zudem stets eine zumindest gewisse Wertaufbewahrungsfunktion (Schatzcharakter des Geldes) dem Geld inne sein sprich erhalten bleiben; siehe die Definition des Geldes über die drei Geldfunktionen (Zahlungsmittel/Tauschmittel, Recheneinheit/Wertmaßstab und - last but not least - Wertaufbewahrungsmittel/Schatzcharakter).

  • Ich finde es nur etwas kurios, wie schnell gerade Goldbesitzer vom übergriffigen Staat sprechen, obwohl doch ihr Investment Von genau diesem Staat privilegiert wird.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Apropos "kurios": Es ist eher "kurios", daß zumindest nicht ganz wenige Menschen auf der Welt meinen, nicht auf Gold verzichten zu können ... (könnte - neben allgemeinen politischen Entwicklungen und Friktionen - glatt auch mit unserem Geldsystem im Allgemeinen (Fiat-Money-System), einem großen Währungsexperiment (Euro) im Speziellen, dem Umgang der Staaten und staatlichen Notenbanken damit usw. zusammenhängen ...). Inklusive der "Kuriosität", daß übrigens ausgerechnet die staatlichen Notenbanken selbst davon über 36.000 Tonnen (Gold) bunkern - dabei bräuchten diese doch nur ihrem eigenen Produkt (staatlichem Papiergeld) vollumfänglich vertrauen ... "Kurios" ist generell auch eine Steuergesetzgebung, die nach 9,5 Jahren Haltefrist bei vermieteten Immobilien eine "Spekulationssteuer" vorsieht - aber nach nur 12 Monaten bei Gold oder Bitcoin keine "Spekulation" mehr konstatiert und demzufolge auch keine solche Steuer normiert ...

    Apropos "Goldbesitzer": Die mir bekannten "Goldbesitzer" wollen möglichst gerne auch dauerhaft "Eigentümer" ihres Goldes bleiben. Daher treffen sie entsprechende Vorkehrungen.

    Apropos "übergriffiger" Staat: Der Blick in die sehr lange Geld-, Währungs- und Finanzgeschichte inklusive der Historie von versuchten Währungsunionen zeigt leider, daß Staaten sprich die Obrigkeit - insbesondere auch die Obrigkeit als Münzherr und damit Inhaber des Geldmonopols - zu einer gewissen bis starken "Übergriffigkeit" tendieren und leider ebenso immer wieder in der Geschichte zu einer Manipulation des Geldes und des Geldwertes zu ihren Gunsten.

    Apropos "Investment": Die mir bekannten Menschen, die Gold halten (und auch darüber sprechen - für sehr viele ist das ein eher diskretes Thema) sehen Gold nicht als "Investment" sondern schlicht als Versicherung. So wie ich übrigens auch. Bei wie bei allen Versicherungen verbunden mit der Hoffnung, die Versicherungspolice nie aus den Unterlagen ziehen zu müssen (bzw. das Gold aus der Lagerstätte holen zu müssen). Vorteil im Gegensatz zu einer herkömmlichen Versicherungspolice: Bei Nichteintreten des Versicherungsfalls (Schadenfalls) verfällt die Police nicht. Das Gold kann innerhalb der Familie an die nächste Generation weitergereicht werden - um nur ein Beispiel zu nennen.

    Apropos "privilegiert": Für meinen Teil wäre es mir deutlich lieber auf Gold verzichten zu können. Obwohl ich nur Finanz-Laie bin, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter, weiß ich seit über 50 Jahren um die Nachteile von Gold. Siehe beispielsweise schon hier:

    Gold zahlt keine Zinsen, keine Dividenden, generiert keine Mieteinnahmen, hat einen Spread zwischen An- und Verkauf und muß auch noch sicher sowie rechtssicher verwahrt werden (wenn man es denn physisch halten will - was ich immer empfehlen würde).

    "Privilegiert" würde ich mich daher fühlen, wenn ich gänzlich auf Gold verzichten könnte. Das erscheint mir aber mit Start des Währungsexperiments einer Einheitswährung (1999) und dem Umgang der Obrigkeit samt der assoziierten Notenbank damit, noch mehr ausgeschlossen als zu früheren Zeiten (der Deutschen Mark). Das gilt erst recht aufgrund zusätzlicher, neuerer Entwicklungen (Geopolitische Neuordnung, Krieg mitten in Europa, angekratzte Stellung des Dollar als Leitwährung, Projekt der EZB "digitaler Euro" usw.).

  • Ok und wo ist nun das schöne Staatsgeld hin? In den Tresoren, Depots und Immobilien der Bürgergeldempfänger?

  • Ist das Satire?

    Du zahlst bereits Steuern auf dein Einkommen, auf Konsum, auf Energie etc. Wenn du dann aus dem verbleibenden Netto etwas aufbaust, investierst oder sparst, und der Staat später erneut zugreift, ist das keine „Finanzierung der Grundlagen“, sondern eine Mehrfachbesteuerung desselben wirtschaftlichen Erfolgs.

    Ich halte eher Deinen Text für Satire.

    Idealerweise sollte jedes Einkommen besteuert werden. Ich würde es in der Tat als höchst ungerecht empfinden, wenn nur Arbeitseinkommen versteuert würden und Millionäre, die von Kapitaleinkünften leben, keine Steuern zahlen müssten.

    Sachlich falsch ist, dass hier eine Mehrfachbesteuerung stattfinden würde, da nur die neuen Erträge erst- und einmalig besteuert werden.

    Wenn man akzeptiert, dass jeder Vermögenszuwachs beliebig besteuert werden darf,

    Bis auf das Wort "beliebig" würde ich das gerne akzeptieren. Dann wären ja auch niedrigere Steuersätze möglich.

  • Idealerweise sollte jedes Einkommen besteuert werden. Ich würde es in der Tat als höchst ungerecht empfinden, wenn nur Arbeitseinkommen versteuert würden und Millionäre, die von Kapitaleinkünften leben, keine Steuern zahlen müssten.

    Warum sollte das unfair sein? Aus Neid? Missgunst? Millionäre können ihr Geld auch nicht essen. Sie werden es investieren, konsumieren oder verschenken – und genau davon profitieren am Ende wieder andere. So funktioniert Wertschöpfung in einem freien Markt. Geld verschwindet ja nicht, nur weil es nicht sofort besteuert wird. – Steuern sind letztlich Zwangsabgaben, die auf der Annahme beruhen, dass andere Menschen mit politischer Macht besser über dein Geld entscheiden können als du selbst. Wenn du das befürwortest oder richtig findest, ist das dein gutes Recht. Ich sehe das extrem kritisch.

    Schaut man sich zudem die Entwicklung unseres Sozialstaates an, kann der Staat das eben nicht abbilden und wir fahren mit Fahnen und Trompeten gerade gegen die Wand. Aber sehne du dich ruhig weiter Steuererhöhungen – die Erhöhung der Kapitalertragssteuer ist nur eine Frage der Zeit und ich bin gespannt, ob du das dann immer noch gutheißt.


    Kann nicht nachvollziehen, Deutschsein als Herabwürdigung oder Beleidigung einsetzen zu wollen.

    Neid und Missgunst sind erfahrungsgemäß zentrale Charaktereigenschaften vieler deutscher Mitbürger, leider. Sieht man ja bereits an einigen Prachtexemplaren hier im Thread ;)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Warum sollte das unfair sein? Aus Neid? Missgunst? Millionäre können ihr Geld auch nicht essen. Sie werden es investieren, konsumieren oder verschenken – und genau davon profitieren am Ende wieder andere. So funktioniert Wertschöpfung in einem freien Markt. Geld verschwindet ja nicht, nur weil es nicht sofort besteuert wird. – Steuern sind letztlich Zwangsabgaben, die auf der Annahme beruhen, dass andere Menschen mit politischer Macht besser über dein Geld entscheiden können als du selbst. Wenn du das befürwortest oder richtig findest, ist das dein gutes Recht. Ich sehe das extrem kritisch.

    Schaut man sich zudem die Entwicklung unseres Sozialstaates an, kann der Staat das eben nicht abbilden und wir fahren mit Fahnen und Trompeten gerade gegen die Wand. Aber sehne du dich ruhig weiter Steuererhöhungen – die Erhöhung der Kapitalertragssteuer ist nur eine Frage der Zeit und ich bin gespannt, ob du das dann immer noch gutheißt.


    Neid und Missgunst sind erfahrungsgemäß zentrale Charaktereigenschaften vieler deutscher Mitbürger, leider. Sieht man ja bereits an einigen Prachtexemplaren hier im Thread ;)

    Mein Beileid!

  • Warum sollte das unfair sein? Aus Neid? Missgunst?

    Wenn die arbeitende Bevölkerung alleine die Mittel für die Infrastruktur zur Verfügung stellen soll, die auch ein fauler Millionär nutzt, der alleine von Kapitalerträgen lebt, fände ich das höchst unfair. Ich verstehe nicht, wie Du das als fair betrachten kannst.

    Das hat absolut nichts mit Neid und Missgunst zu tun! Ich nutze ja selbst die geltenden Regeln und vermeide Steuerzahlungen, wo legal möglich. Aber legal ist nicht automatisch legitim und fair. Milliardäre steuerfrei stellen zu wollen kann ich jedenfalls nur als böse Satire verstehen!

  • Aber warum ist es für Dich so ein großes Problem, dass sich auch Zentralbanken versichern wollen?

    Das ist für mich nicht ansatzweise sprich überhaupt kein Problem - oder wie ein Nachbarjunge zu sagen pflegt: "Null Problemo" :)

    Für mich drängt sich nur die Frage auf, warum ausgerechnet die Institution im Fiat-Money-System, die für das staatliche Papiergeld steht (staatliche Noten- bzw. Zentralbanken) und für dessen Solidität inkl. Kaufkraftstabilität sorgen soll - dann ausgerechnet selbst in einem derartigen Umfang (Volumen > 36.000 Tonnen weltweit) Gold bunkert ... ?

    Anstatt einfach vollumfänglich auf ihr eigenes bzw. das ihnen anvertraute Produkt (staatliches Papiergeld) zu vertrauen ...

  • Ok und wo ist nun das schöne Staatsgeld hin?

    Mehr als Deine Frage aus Nr. 116 zu wiederholen, fällt Dir als Replik auf meinen von Dir zitierten Beitrag Nr. 127 nicht ein ... ?

    Da Du Dich offensichtlich viel besser auskennst: Sag Du es mir ... !

    Die Frage hatte sich mir nämlich auch schon mehrfach gestellt; siehe hier:

    ... habe ich mich das in den vielen Jahren, in denen sich ein "Rekord an Steuereinnahmen" an den andere, sozusagen wie "Perlen auf eine Kette", gereiht haben, auch oft gefragt. In der Bildung und den Schulen ... ? Bei der äußeren Sicherheit sprich der Verteidigungsfähigkeit ... ? Bei der Infrastruktur ... ? Bei der Digitalisierung ... ? Beim Bau von Sozialwohnungen ... ? Bei den Universitäten und der Forschung ... ? Die Liste ließe sich erweitern.

    In all den genannten Bereichen (und vielen weiteren) haben die jahrelangen Rekord-Steuereinnahmen hierzulande jedenfalls keine Abbildung gefunden im Sinne von Wirkung entfaltet.

  • Das ist für mich nicht ansatzweise sprich überhaupt kein Problem - oder wie ein Nachbarjunge zu sagen pflegt: "Null Problemo" :)

    Für mich drängt sich nur die Frage auf, warum ausgerechnet die Institution im Fiat-Money-System, die für das staatliche Papiergeld steht (staatliche Noten- bzw. Zentralbanken) und für dessen Solidität inkl. Kaufkraftstabilität sorgen soll - dann ausgerechnet selbst in einem derartigen Umfang (Volumen > 36.000 Tonnen weltweit) Gold bunkert ... ?

    Anstatt einfach vollumfänglich auf ihr eigenes bzw. das ihnen anvertraute Produkt (staatliches Papiergeld) zu vertrauen ...

    Vielleicht gerade, um das Vertrauen in die Zentralbanken zu erhöhen?

    Der Goldstandard konnte ja nicht durchgehalten werden, aber deshalb gleich komplett auf diese Versicherung verzichten?

    Du hast eine gut überlegte und diversifizierte Anlagestrategie für Dich. Diese enthält auch Gold als Versicherung. Auch daraus schließe ich nicht, dass Du Deiner eigenen Strategie nicht vertraust.

  • Habe mir jetzt hier nicht alles durchgelesen, aber die Grundthese/Grundfrage in #1 finde ich legitim.

    Ich denke dagegen spricht in der Hauptsache das Klumpenrisiko (Goldklumpenrisiko 8o). Würde man eine Einzelaktie mit 30 % gewichten? Auf der anderen Seite gewichtet der Eigenheimbesitzer regelmäßig mit seiner Wohnimmobilie sogar noch höher.

    Anfang des Jahres dachte ich mal, ich will eine Kiste mit Silber-Maple_Leafs besitzen und habe mich nicht getraut .... glaube der Silberpreis ist seit dem um 100 % nach oben ;(:D:S. Aber es ist eben auch nur eine "Wette" die mal gut und mal schlecht ausgehen kann.

    Falls man Weltuntergangsprophet wäre, wären Konservendosen, Kettensäge, Wasseraufbereiter usw. wohl ein besseres Investment.

    Aber es bleibt wohl jedem selbst überlassen, laut Google hat wohl der MSCI World in den letzten Jahrzenten eine höhere Rendite als Gold ....:/

  • Vielleicht gerade, um das Vertrauen in die Zentralbanken zu erhöhen?

    Auf jeden Fall dürfte dies im Motiv-Mix u. a. eine Rolle dabei spielen. Zumal das Vertrauen in die Notenbanken inzwischen - bei so manchen jedenfalls - etwas gelitten haben dürfte.

    Mein ganz persönliches Vertrauen in eine EZB beispielsweise ist sehr gering - jedenfalls das vertragliche Mandat der EZB betreffend ... (Preisniveau-/Kaufkraft-Stabilität siehe Art 119 Abs. 2 und Art. 127 Abs. 1 AEUV). Eine - nach den EU-Verträgen eigentlich als unabhängig normierte - EZB steht längst unter einem gewissen fiskalischem Druck und manche Euro-Länder betreffend sogar unter fiskalischer Dominanz.

    Sollte Herr Trump tatsächlich Einfluß auf die Personalentscheidungen der Fed nehmen, könnte oder dürfte dies auch auf die Glaubwürdigkeit der Fed Auswirkungen haben - und damit auch auf den US-Dollar als (noch) Weltleitwährung.

    Der Goldstandard konnte ja nicht durchgehalten werden, aber deshalb gleich komplett auf diese Versicherung verzichten?

    Vielen Notenbankern dürfte bewußt sein, daß nach der Weltfinanzkrise, der Eurokrise und einer langen Ära einer ultra-expansiven Geldpolitik inkl. Geldschwemme und Negativzinsen die bunt bedruckten Zettel (sprich das staatliche Papiergeld) etwas an Vertrauen bei den Nutzern eingebüßt haben könnte. Da macht sich Gold im Bestand auch mit Blick auf die "Außenwirkung" in Sachen breite Öffentlichkeit vermutlich gut.

    Die Notenbanken geraten aber mit ihrer Geldpolitik im Speziellen bei schlechter Politik im Allgemeinen und/oder politisch motivierten Währungsexperimenten schnell in ein Spannungsfeld zwischen ihrem ursprünglichen vertraglichen Mandat und einer (von ihnen ungewollten) Rolle als "Feuerlöscher", "Feuerwehr" oder gar letztem "Garant" für den Bestand sprich die Existenz einer Währung.

    Dazu kommt, daß nach meinen Beobachtungen schon länger bei einigen Notenbanken (auch einigen nicht ganz unbedeutenden) eine gewisse Abkehr vom Dollar zu beobachten ist samt Wunsch nach mehr Unabhängigkeit vom Dollar und mehr Diversifikation die Reserven betreffend. Die Gründe dafür sind diverse - einer ist aber sicherlich auch, weniger von den USA (und deren Maßnahmen; auch eines Herrn Trump) abhängig oder davon direkt betroffen zu sein. Von diesem Trend mancher Notenbanken haben aber nicht andere Währungen des staatlichen Papiergeldsystems profitiert - wie etwa die europäische Einheitswährung oder die chinesische Volkswährung - sondern das Gold als sozusagen "Reserve" bzw. "Reservewährung".

    Apropos "Goldstandard": Wie schon an anderer Stelle mal erwähnt, bietet ein Papiergeldsystem (ohne Goldstandard bzw. Golddeckung) strukturell durchaus einige Vorteile. Conditio sine qua non: Eine finanziell solide Vorgehensweise der Staaten (als Inhaber des Geldmonopols und damit Münzherr) und eine ebensolche der Notenbank(en) - daran muß man sowohl beim Blick in die lange Geld- , Währungs- und Finanzgeschichte (inklusive der Geschichte von Währungsunionen) als auch beim Blick insbesondere auf letzten rund 20 Jahre aber erhebliche Zweifel haben.

    Du hast eine gut überlegte und diversifizierte Anlagestrategie für Dich.

    Die einen sagen so - die anders so ...

    Im Ernst: Für mich paßt es, da es meinen Bild und meiner Haltung entspricht. Nur darauf kommt für mich an. "Paragraph Eins - jeder macht Seins" eben ...

    Diese enthält auch Gold als Versicherung.

    Stimmt.

    Früher in nur homöopathischer Dosis und ab 1999 in relevanter Dosierung.

    Auch daraus schließe ich nicht, dass Du Deiner eigenen Strategie nicht vertraust.

    Vor allen Dingen vertraue ich weder vollumfänglich der Politik noch einer Notenbank samt deren Geldpolitik ... u. a. deshalb habe ich Gold.

    Zu Deiner zitierten Anmerkung: Da besteht aber ein sehr großer präziser gigantischer Unterschied.

    Für meinen Teil bin ich nicht mal ein Staubkorn im "Finanz-Universum" und ohne jede Einflußmöglichkeit auf das "große Ganze", mithin also auch mit keinerlei Einfluß auf die Qualität des Geldes, die Qualität einer bestimmten Währung oder die Qualität einer Währungsunion und einer Einheitswährung und die Einhaltung der damit verbundenen Verträge. Den Notenbanken bzw. Zentralbanken dagegen ist sehr große Macht und Unabhängigkeit verliehen - damit korrespondiert übrigens andererseits ihr streng und eng definiertes vertraglich normiertes Mandat.

    Auch wenn Vergleiche oder Bilder immer etwas hinken:

    Wenn ich im Restaurant sitze, bekomme ich eine Speise vorgesetzt (aufgetischt), die andere auf- und zubereitet haben sprich dafür verantwortlich zeichnen. Die Notenbanken sind aber in dem Bild nicht (nur) der Gast sondern selbst die Köche.


    Dir ein gutes, gesundes, erfolgreiches und friedliches Neues Jahr !