Ich habe mir aus einer privaten Rentenversicherung eine sechsstellige Summe auszahlen lassen (statt Rente). Nach Lektüre von "Finanzen ganz einfach" (Saidi Sulilatu) erwäge ich, einen Teil des Geldes in Geldmartfonds/Festgeld und einen Teil in einen MSCI World zu stecken. Ich hadere aber mit dem Zeitpunkt bezüglich des ETF, da es durchaus sein kann, dass ich das Geld in 15 Jahren schon brauche - und natürlich beeinflussen mich auch die "Blasen"-Prognosen. Würdet ihr trotzdem jetzt eine größere Summe in einen ETF stecken, oder das Geld erstmal parken und noch abwarten?
Größere Summe zum jetzigen Zeitpunkt in ETF stecken oder Geld erstmal parken?
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Jovog -
30. Dezember 2025 um 10:30 -
Erledigt
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Hast du dir denn schon Gedanken gemacht, wie hoch deine Risikoneigung ist und wie du die beiden Blöcke quasi aufteilen willst?
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Der beste Zeitpunkt ist immer jetzt, und meiner Meinung nach ist der Anlagehorizont lang genug. Zumal du ja auch noch einen Sicherheitsbaustein einrichten willst
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Hallo zusammen,
besser nicht warten. Wenn die Entscheidung zum Investieren steht -dann jetzt. Zur Einschätzung ihrer Risikoneigung gibt es in der App eine gute Unterstützung.
LG
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Eine Einmalanlage ist in den meisten Fällen die beste Variante, aber wenn du dich damit sicherer fühlst, dann kannst du das ganze auch über ein paar Monate mit einem Sparplan erstrecken.
Es bringt meiner Meinung nach nichts wenn du jetzt alles investierst, weil es "rational" richtig wäre und dann die nächsten Monate oder Jahre emotional am Ende bist, weil du Angst vor dem Platzen einer Blase hast.
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Wenn Du nicht gleich alles anlegen willst, könntest Du auch einen Sparplan machen und stückweise einsteigen bzw. umschichten. Dann ist die psychologische Hemmschwelle etwas geringer.
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Ich habe mir aus einer privaten Rentenversicherung eine sechsstellige Summe auszahlen lassen (statt Rente). Nach Lektüre von "Finanzen ganz einfach" (Saidi Sulilatu) erwäge ich, einen Teil des Geldes in Geldmarktfonds/Festgeld und einen Teil in einen MSCI World zu stecken. Ich hadere aber mit dem Zeitpunkt bezüglich des ETF, da es durchaus sein kann, dass ich das Geld in 15 Jahren schon brauche - und natürlich beeinflussen mich auch die "Blasen"-Prognosen. Würdet ihr trotzdem jetzt eine größere Summe in einen ETF stecken, oder das Geld erstmal parken und noch abwarten?
Wie Du das machst, ist Deine Sache. Das entscheidende Kriterium ist Deine allgemeine Herangehensweise an die Geldanlage, und die ist nunmal individuell.
Die Auszahlung Deiner Rentenversicherung kam für Dich ja total überraschend. Hättest Du den Zeitpunkt vorhersehen können, hättest Du Dir ja vorher schon Gedanken darüber gemacht, was Du mit dem Geld anstellst.
Mein Plan zu dieser und ähnlichen Situationen ist folgender: Rentenversicherungen werden typischerweise fällig in rentennahen Jahren, werden also um den Ruhestandseintritt frei, so daß man dann überlegen kann und muß, wofür man das Geld einsetzt.
Meinen Ruhestand habe ich geplant; ich weiß, was ich dann als Einkommen zu erwarten habe und kann auch abschätzen, was ich dann voraussichtlich brauchen werde. Der größte Teil meines Bedarfes wird dann von regelmäßigen Alterseinkünften abgedeckt sein, nur für einen kleinen Teil wird mein frei investierbares Vermögen zuständig sein. Salopp gesagt: Mein Vermögen wird dann das Sahnehäubchen sein. Diese Kalkulation muß natürlich jeder für sich selbst anstellen, sie wird bei jedem individuell ausfallen.
Ich bin davon überzeugt, daß a) der Aktienmarkt bei allen Schwankungen mehr Ertrag bringt als der Rentenmarkt, b) mit festverzinslichen Papieren die Inflation nicht zu schlagen ist (nach Steuern allzumal), "mein Geld" also in 20 Jahren nicht etwa ungeschmälert vorhanden sein wird ("Schau an, das sind die gleichen 20.000 €!"), sondern durch die Inflation deutlich angeknabbert sein wird. Aus diesem Grund lege ich mein Geld schon seit vielen Jahren praktisch ausschließlich an der Börse an. Nicht viele Deutsche teilen diese Auffassung, die Mehrzahl der Deutschen sind Anhänger der Geldillusion ("Die gleichen 20.000 €!").
Ich ahne nicht, zu welcher Gruppe Du gehörst, daher kann ich auch keinen für Deine Person spezifischen Rat geben.
Vermutlich gehörst Du zur zweiten Gruppe, denn vermutlich legte Deine Rentenversicherung Dein Geld in festverzinslichen Papieren an. Wenn Du jetzt aus der Auszahlung einen Auszahlplan machst, den Du beispielsweise über eine Festgeldtreppe realisierst, führst Du im Grunde den bisherigen Anlageplan fort: Sicherer Zins, sicherer, einigermaßen planbarer Verlust der Kaufkraft durch die Inflation.
Wenn Du bisher schon Aktien hast, hast Du Dich in der Vergangenheit bereits mit dem Für und Wider der Börse auseinandergesetzt und hast Dir Deine Meinung dazu gebildet. Dann kannst Du auch abschätzen, welchen Anteil der Auszahlung Du nach Deinem Gefühl in Aktien investieren willst. Deine Anfrage spricht allerdings dagegen: Wüßtest Du das bereits, würdest Du ja nicht fragen.
Im Gegensatz zu vielen kann ich nichts Negatives dabei finden, daß auch ein Ruheständler das erste Mal in seinem Leben Geld in Aktien steckt. Allerdings steht er dann an dem Punkt, an dem auch jeder andere steht, der das vorhat, und liest sich dann sinnvollerweise erstmal mit einem Grundlagenbuch ein, damit er ein Gefühl dafür bekommt, worauf er sich einläßt.
Viele Leute, die ihrer Sache unsicher sind, wollen erstmal abwarten. Wenn Du Zeit brauchst, um Dich gezielt zu informieren, ist das ok. Das Abwarten allein bringt Dich allerdings nicht weiter.

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Ich kann das hadern zum jetzigen Zeitpunkt verstehen.,
Die Frage ist:
Wird es einen besseren Zeitpunkt geben und wirst du ihn dann erkennen?
Das kann dir keiner beantworten.
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In diesem Thread habe ich bislang nur zustimmungsfähige Beiträge gelesen. Die Einmalinvestition ist wsl klug. Am Ende kennt man die richtige Entscheidung aber tatsächlich erst im Rückblick.
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Und: Wie (auch immer) du's machst, ist's (im Nachhinein) verkehrt (gewesen).

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Und: Wie (auch immer) du's machst, ist's (im Nachhinein) verkehrt (gewesen).

"meistens" 😉
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vorab der guten Ordnung halber: Ich bin nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen (investiere seit gut 50 Jahren aktiv u. a. in Aktien und Immobilien).
Zudem habe ich nur Deinen Beitrag Nr. 1 überflogen.
Grundsätzlich in dem Kontext aus meiner Sicht:
Nach Lektüre von "Finanzen ganz einfach" (Saidi Sulilatu) erwäge ich ...
Anhand einer einzigen Quelle (sollte das bei Dir so sein) hatte ich mich noch nie informiert und/oder relevante Finanzentscheidungen getroffen. Das würde ich daher auch keinem/keiner anderen empfehlen (auch wenn ich sowohl Finanztip als auch Saidi Sulitatu für solide, seriös und fachkundig halte).
Ganz generell: Nach meinen langjährigen Erfahrungen - die decken sich mit allen mir bekannten Untersuchungen und Studien - ist rein renditetechnisch in der Regel der beste Zeitpunkt zum Investieren immer "jetzt" sprich sofort und "auf einen Schlag". Jedenfalls in der langen Sicht. Unter emotional-psychologischen Gesichtspunkten (subjektive Risikobereitschaft/Risikotoleranz) können (nicht müssen) andere Regeln gelten.
Aber oder "conditio sine qua non" dabei:
Was eine "sinnvolle" Anlage ist, leitet sich aus Deiner "individuellen Situation" heraus ab (Gesamtbilanz/Vermögensstatus, schon vorhandene Altersvorsorgeansprüche, ggf. Versorgungslücke, Höhe derselben, Anlagehorizont, objektive Risikotragfähigkeit, subjektive Risikobereitschaft (Risikotoleranz) - um einige typische Stichworte zu nennen).
Insoweit sollte die Anlage des genannten Betrages nur als integraler Bestandteil Deines (hoffentlich vorhandenen) Finanzplans gesehen und verstanden werden (altersbedingt ... ggf. schon mit den Aspekten "Altersvorsorge" und "Ruhestandsplanung" versehen).
Halte ich - ganz persönlich - für substantielle Überlegungen. Meines Erachtens besonders Bedeutsames zusätzlich gefettet.
In dem Kontext:
eine sechsstellige Summe auszahlen lassen ...
Abhängig vom individuellen Fall zum einen: Das kann irgendwas zwischen 100.000 und 999.999 € sein ... Für den Durchschnittsanleger jedenfalls eine Spanne mit erheblichen Unterschieden. Zum anderen kann das dann im Einzelfall: Ein Vermögen, ein kleines Vermögen, ein relevanter Betrag, ein überschaubarer Zufluss, ein eher kleiner Betrag, ein Taschengeld ... sein. Daher siehe schon oben (Gesamtbilanz/Vermögensstatus etc. pp. ...)
Diesbezüglich
da es durchaus sein kann, dass ich das Geld in 15 Jahren schon brauche
würde ich zumindest versuchen zum einen zu klären, welche Wahrscheinlichkeiten sich hinter ("durchaus sein kann") verbergen und zum anderen, ob damit der gesamte Betrag gemeint ist oder ggf. nur ein gewisser Teilbetrag.
Last but not least:
und natürlich beeinflussen mich auch die "Blasen"-Prognosen.
Diesbezüglichen "Prognosen" stehe ich mit großer Skepsis gegenüber.
Es gibt kaum eine Handvoll Leute, bei denen ich in Sachen "Prognosen" überhaupt hin- oder zuhöre (selbst dieses Hin- oder Zuhören ist dann aber noch nicht mit dem automatischen Handeln oder Nichthandeln gemäß der Prognose verbunden). Prognosen "fremder Dritte" gibt es unzählige - in der Regel sind damit (auch kommerzielle) Eigeninteressen verquickt.
Für meinen Teil habe ich nur ganz selten eine eigene "Prognose" (Ausnahmen bestätigen die Regel) sondern handele aufgrund meines Gesamtbildes (Fiat-Money-System, Vorgehen der Notenbanken, Experiment einer Einheitswährung (Euro) usw.).
In das Zentrum der Überlegungen würde ich jedenfalls die übergeordnete Ebene der zu Dir und Deiner Situation passenden Asset-Allocation stellen - sprich damit die adäquate Definition und Gewichtung "risikoarme" vs "risikoreiche" Anteile innerhalb Deiner Asset-Allocation.
Dir gute Gedanken, ebensolche Finanzentscheidungen und viel Erfolg dabei !
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Alles wichtig und richtig was mein Vorredner geschrieben hat. Dennoch würde ich ein klein wenig Druck aufbauen wollen, damit man nicht zu viel Zeit an der Seitenlinie verliert.
1) Den bestmöglichen ETF für Deinen Zweck suchen. Bei Angst vor Blasenbildung würde ich eher einen breiten Index bevorzugen (FTSE All World oder MSCI ACWI IMI) als den MSCI World mit einer noch stärkeren Gewichtung von USA und Tech. Grundsätzlich ist die Aktienanlage mit Risiko verbunden, hoffentlich gibt es irgendwann dann auch die höhere Rendite dafür.
2) Mach Dir mit Deinem aktuellen Wissensstand Gedanken, was eine für Dich vernünftige Depotaufteilung ist. Ganz ohne Aktienerfahrung würde ich da nicht zu hoch greifen, um spätere Panikreaktionen zu vermeiden. Danach investiere die Hälfte des für Aktien vorgesehenen Kapitals. Damit wirst Du eher zu wenig als zu viel investiert sein. Zugleich richte einen Sparplan ein, um beispielsweise in drei oder fünf Jahren auf die Zielallokation zu kommen. Damit wirst Du kein perfektes Ergebnis bekommen, aber Du wirst auch nicht zu viele Möglichkeiten liegen lassen. Zugleich hast Du eine Eingewöhnungs- und Lernphase.
3) Nimm Dir Zeit für weitere Recherche, überlege Dir wann Du das Geld entnehmen willst. Wie sieht es mit dem Rest der LV aus etc. Kurz mach einen vernünftigen Plan. Und mach ja keinen Beratungstermin bei der Bank. Du glaubst nicht welche tollen Ideen die haben werden, um Dir das Geld aus der Tasche zu ziehen.
4) Sollte es in der Zeit des Sparplans zu einem Crash kommen, dann freu Dich über die Schnäppchen Preise.
Viel Glück bei Deinem Vorhaben und alles ohne Gewähr!
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Du kannst nicht nichts tun.
Deswegen wirst du dich um deine Geldanlage kümmern müssen.
Es Zinslos auf dem Girokonto liegen zu lassen ist nicht nichts zu tun.
Die Inflation frisst dein Geld auf, auch wenn die Zahl die selbe bleibt verringert sich die Kaufkraft dauerhaft. Du kannst dir weniger leisten.
Langfristiger Kaufkrafterhalt funktioniert im Geldvermögen nicht.Für langfristigen Kaufkrafterhalt muss ein Großteil deines Geldes in Sachwerte getauscht werden.
Kurzfristigen Finanzbedarf behältst du flüssig.
Wähle eine Aufteilung zwischen diesen beiden Anlagen mit der du dich wohlfühlst. -
Ich habe mir aus einer privaten Rentenversicherung eine sechsstellige Summe auszahlen lassen (statt Rente). Nach Lektüre von "Finanzen ganz einfach" (Saidi Sulilatu) erwäge ich, einen Teil des Geldes in Geldmartfonds/Festgeld und einen Teil in einen MSCI World zu stecken. Ich hadere aber mit dem Zeitpunkt bezüglich des ETF, da es durchaus sein kann, dass ich das Geld in 15 Jahren schon brauche - und natürlich beeinflussen mich auch die "Blasen"-Prognosen. Würdet ihr trotzdem jetzt eine größere Summe in einen ETF stecken, oder das Geld erstmal parken und noch abwarten?
Was du jetzt machst, hängt immer davon ab, wann brauchst du wieviel. Blasen oder andere Prognosen hat es schon immer gegeben und diese sind ab und an auch eingetreten. Diese erscheinen allerdings ein Jahrzehnt später in Statistiken, mehr nicht. Auf jedes Allzeithoch erscheint ein nächstes, nur die Zeitabstände sind sehr unterschiedlich. Rechne durch was wann gebraucht wird und richte danach deine Anlagen aus.
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Danke für die Beiträge, vor allem für jene, bei denen man sich nicht dumm füphlen muss, weil man unerfahren ist. Ich befasse mich durchaus schon länger mit dem Thema, gehöre aber zu jenen Menschen, die bislang weitgehend die Finger von Börsengeschäften gelassen haben (bei mir aufgrund schlechter Erfahrungen in der Bankenkrisen-Zeit).
Kleine Korrektur: Es handelt sich nicht um eine 6-stellige Auszahlung, sondern 5-stellig (Vertipper), rund 50.000. Und wenn ich noch 40 wäre, würde ich durchaus ohne mit der Wimper zu zucken einen großen Teil in ETFs stecken. Einiges kommt in ETF-Geldmarktfonds und Festgeld - aber die bringen ja nicht wirklich viel Rendite. Darum mein Nachdenken darüber, wie risikoreich ein größerer Teil in MSCI World ETF angelegt ist, wenn ich in 15 Jahren auf das Geld angewiesen bin.
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Einiges kommt in ETF-Geldmarktfonds und Festgeld - aber die bringen ja nicht wirklich viel Rendite. Darum mein Nachdenken darüber, wie risikoreich ein größerer Teil in MSCI World ETF angelegt ist, wenn ich in 15 Jahren auf das Geld angewiesen bin.
Wenn du unsicher bist, könntest du über einen ETF auf den MSCI ACWI Investable Market nachdenken, wie 90 Prozent Aktien es schon vorschlug. Der ist mit Schwellenländern und Nebenwerten (Small Caps) wesentlich breiter gestreut als ein ETF auf den MSCI World.
Was den Zeitpunkt angeht, bleibe ich dabei: Sofort rein damit!
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Hallo zusammen,
genau, besser jetzt.
LG