Finanztip sagt Dax ETF verkaufen und msci World kaufen

  • Das größte Problem bei dem Artikel ist dass bei dem Verkauf vom Dax die Steuer ausgelöst wird..

    Nadine Graf erwähnt tatsächlich die Steuer (noch) mit keinem Wort.

    Ich zitiere: „Das Geld reinvestierst Du dann in einen breitgestreuten Welt-Aktien-ETF – am besten sofort. Dass auch dort die Kurse gerade auf Rekordniveau liegen, spielt keine Rolle: Du tauschst quasi einfach hohe Kurse gegen hohe Kurse…“

    „Das Geld“ wäre dann der Verkaufserlös nach Steuern und Gebühren.

    Im Forum meint ja einer immer, dass Versteuern von Gewinnen quasi Spaß macht..,,


    Ich hätte den Artikel anders formuliert.

  • Ok… ich versuche es mal.

    Zuerst eine freundliche, konstruktive, sachliche Kritik:

    Die Empfehlung ist in der Zielrichtung richtig (mehr Diversifikation), blendet aber einen entscheidenden Punkt aus: Steuern.
    Der Verkauf von DAX-Aktien oder -ETFs realisiert oft hohe Kursgewinne und löst sofort Kapitalertragsteuer aus. Dieses Geld steht der Anlegerin dauerhaft nicht mehr für den Vermögensaufbau zur Verfügung. Diversifikation ist sinnvoll, aber nicht um den Preis unnötiger Steuerzahlungen.


    Und jetzt diktiere ich einfach mal den Artikel, so wie ich ihn persönlich besser finde. Meine Frau nickt gerade beifällig dazu…


    Die weltweiten Börsen haben zuletzt neue Höchststände erreicht, auch der DAX. Wenn Du deutsche Einzelaktien oder einen ETF auf den DAX im Depot hast, kann es sinnvoll sein, über die Struktur Deiner Geldanlage nachzudenken.

    Der DAX umfasst nur 40 Unternehmen aus einem einzigen Land. Das bedeutet eine deutlich geringere Streuung als bei globalen Aktienindizes. Für die langfristige Anlage empfehlen wir deshalb grundsätzlich breit gestreute Welt-Aktien-ETFs wie den MSCI World, der rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern enthält.

    Dabei ist jedoch wichtig:

    Ein Verkauf bestehender Positionen ist kein neutraler Tausch, sondern kann steuerliche Folgen haben. Wer DAX-Aktien oder einen DAX-ETF mit Gewinn verkauft, realisiert Kursgewinne und zahlt darauf in Kapitalertragsteuer. Dieses Geld steht anschließend nicht mehr für den Vermögensaufbau zur Verfügung.

    Deshalb gilt:
    Statt pauschal „jetzt Gewinne mitzunehmen“, ist ein ruhiges, steuerbewusstes Vorgehen oft sinnvoller. Zum Beispiel kannst Du:

    - neue Sparraten oder freie Mittel bevorzugt in einen Welt-Aktien-ETF investieren


    - Dividenden und Ausschüttungen für eine breitere Streuung nutzen
    oder bestehende DAX-Positionen schrittweise und über mehrere Jahre abbauen, um Steuerbelastungen zu begrenzen.

    Dass auch Welt-Aktien-ETFs aktuell auf hohen Kursniveaus stehen, ist dabei kein entscheidender Nachteil: Du bleibst investiert, tauschst aber eine stark konzentrierte Anlage gegen eine deutlich breiter gestreute. Wichtig ist nicht der perfekte Zeitpunkt, sondern eine robuste Struktur, die langfristig zu Dir passt.

  • über mehrere Jahre

    Das wäre aber unverantwortlich extremes Klumpenrisiko und langfristig schlechtere Performance solange bestehen zu lassen. Das schöne ist, ETF Gewinne werden extrem niedrig versteuert mit nur ca. 18,5%, sodass die frühere Versteuerung schnell durch bessere Performance aufgeholt wird. Wichtiger ist aber noch das wesentlich bessere Chancen RisikoVerhältnis nach erfolgter Umschichtung

  • Ich sehe das nicht so kritisch. Wenn die Wahl des DAX ETFs falsch war, sollte man doch tatsächlich so schnell wie möglich unabhängig von steuerlichen Überlegungen da raus.

    Das zumindest wird hier auch immer wieder gesagt. Man würde doch auch keine Einzelaktien länger behalten die man nicht haben will nur weil beim Verkauf Steuern anfallen.

    Womöglich falle. In Zukunft Kursverluste an die ich sonst nicht gehabt hätte.

  • Das schöne ist, ETF Gewinne werden extrem niedrig versteuert mit nur ca. 18,5%, sodass die frühere Versteuerung schnell durch bessere Performance aufgeholt wird. Wichtiger ist aber noch das wesentlich bessere Chancen RisikoVerhältnis nach erfolgter Umschichtung

    so dass die Versteuerung möglicherweise durch eine bessere Performance wieder ausgeglichen wird. ;)
    Eine Garantie dafür, dass ein MSCI World ETF kurz- oder langfristig besser rentiert als ein DAX-ETF gibt es nicht.

  • Mit dem Newsletter kam dieser Text zum Dax-Artikel:

    Zitat:

    Hast Du (deutsche) Einzelaktien oder viel Geld in einem ETF auf den DAX, denk zumindest darüber nach, jetzt Gewinne mitzunehmen, also einige Anteile zu verkaufen.

    Das solltest Du eigentlich grundsätzlich machen, also unabhängig vom aktuellen Kursverlauf. Denn Einzelaktien oder der DAX sind alles andere als breit gestreut. Das ist ein Risiko. Deshalb sollten sollten sie nie den Kern bei Deinem Vermögensaufbau darstellen. Denk aber auch dran, dass bei einem Verkauf natürlich Steuer anfallen kann.

    :)

  • Das schöne ist, ETF Gewinne werden extrem niedrig versteuert mit nur ca. 18,5%

    Das ist ein gängiger Irrglaube. :)

    (Ohnehin verstehe ich unter "extrem niedrig" nicht 18,5%.)

  • Meinst du dir Fondsgesellschaften zahlen wirklich brav die Steuern, mit denen die Teilfreistellung begründet wird?

    Das brauche ich nicht zu meinen, das ist so, dafür sorgt schon der US-Fiskus.

    Offensichtlich kennst Du die Rechnung nicht: Die jeweilige Dividende wird bereits versteuert ausgezahlt, da gibt es keine Möglichkeit, diese Steuer zu hinterziehen.

    Als Einzelaktionär wird Dir diese Steuerzahlung angerechnet; statt 25% zahlst Du dann nur noch 10% zusätzlich. Bei Fonds ist das aber nicht der Fall. Beim Fonds wird der Nettobetrag der Dividende nochmal versteuert.

    Hat man eine US-Aktie mit 2% Dividende und 5% Wertsteigerung, dann zahlt man auf die Dividende 25,55% Steuer, auf die Wertsteigerung 26,38% Steuer, zusammen 26,14%.

    Steckt die gleiche Aktie in einem ETF mit einer TER von 0,2%, so zahlt man auf die Dividende 31,69% Steuer und auf die Wertsteigerung 18,46%. Ich rechne die TER dazu, von der durch die Teilfreistellung 0,14% übrigbleiben. Alles zusammengerechnet sind das 23,96% Abzug von meinem Gewinn.

    Das ist etwas günstiger als die 26,14% von oben, aber nicht so deutlich wie gemeinhin behauptet. Vor allem: die vielfach genannten 18,46% sind in weiter Ferne.

    Der Steuersatz sinkt für den ETF mit steigender Wertsteigerung und sinkender Dividende, wohingegen er beim Direktinvestment steigt.

    Daß die US-Steuer im Fonds nicht auf Deiner Steuerbescheinigung steht, heißt ja nicht, daß sie nicht gezahlt wird.

    Wie etwas heißt, das man mir abzieht, ist mir egal. Für mich zählt, daß man mir etwas abzieht.

    Extrem niedrig bezog sich im Vergleich zum Einkommen aus echter Arbeit :)

    Das ist die übliche linke Denke, die Omas gutes Sparbuch und ihren guten Riestervertrag anders bewertet sehen will als das böse leistungslose Einkommen des Kapitalisten.

    Niemand will Geld fürs Alter sparen. Man möchte vielmehr Kaufkraft einfrieren für spätere Zeiten und dann genauso viel dafür kaufen, auf was man heute verzichtet.

    Es ist angesichts der Inflation nicht genug, daß die 20.000 €, die ich heute weglege, in 30 Jahren immer noch "ungeschmälert" vorhanden sind. Diesen verbreiteten Irrglauben nennt man Geldwertillusion. Der gleiche Betrag ist eben nicht ungeschmälert, weil man inflationsbedingt nach dieser Zeit weniger dafür kaufen kann.

    Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn mein Realgewinn (also ein eventueller Zuwachs meines Depots nach Inflation wie normales Einkommen besteuert würde). Mit diesem Prinzip fielen allerdings alle festverzinslichen Anlagen aus der Steuerpflicht heraus, ja, sie würden sogar zu einer Steuergutschrift führen, da sie sich geringer verzinsen, als die Inflation an ihnen nagt.

    Diesen Aspekt wollen fortschrittlich gesinnte Leute nicht hören: Wer spart, braucht erstmal einen Ausgleich für die Inflation, bevor das große Verdienen anfängt. Und mit Tages- und Festgeld war schon lange nicht mehr nach Inflation etwas zu verdienen.

    Kapitalerträge werden in dieser Republik nicht etwa "extrem niedrig" versteuert, wie Du es irrig glaubst, sondern ziemlich hoch, bei den Sicherheitsanlegern mit Sicherheit zu hoch.

  • Da müssen wir uns ja nicht einig werden ob leistungslose Kapitalerträge höher niedriger oder gleich belastet werden sollten wie Arbeitseinkommen, insbesondere wenn man noch die Sozialabgaben mitbetrachtet :)

    da gibt es keine Möglichkeit, diese Steuer zu hinterziehen

    Man hätte es auch nicht für möglich gehalten das sich unsere Leistungsträger gezahlte Steuern mehrfach erstatten lassen können ;) cum ex cumcum cum whatever, ich hoffe aber sehr das du recht hast

  • Nur mal zur Erinnerung: Früher (vor 2008) waren alle Aktienkurssteigungen nach einer gewissen Frist steuerfrei.

    Früher gab es eine Quellensteueranrechnung.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

  • Man hätte es auch nicht für möglich gehalten, dass sich unsere Leistungsträger gezahlte Steuern mehrfach erstatten lassen können ;) cum ex cumcum cum whatever.

    Die haben dem IRS, also dem amerikanischen Fiskus, gegenüber Steuer hinterzogen? Staun! Das wußte ich nicht, das interessiert mich aber. Erzähl mehr davon!