Dividendentitel - gar nicht mal so schlecht ?

  • Bis jetzt sehe ich nur Wunschdenken bei Dir. Du befindest Dich im Märchenland!

    Als ob ich mir hier was wünschen würde :D Ich mach eh mein ding. Schön wäre allerdings, dass Leute deren Auffassung zu Ihrer ETF-Anlage noch nicht so gefestigt ist, nicht auf ein Pfad geführt werden, der auf Annahmen fußt, die eben nicht stimmen. Und da sehen wir hier ja auch wieder, dass mit dem Themenfeld "Dividendenfokus" viele Vorstellungen verbunden werden, die man doch mal genauer hinterfragen sollte.

    Zudem ist das Thema breit: Natürlich gibts völlig okayishe ausschüttende ETF auf die beliebten Indizes wie den MSCI World, ACWI und FTSE All-World. Die haben dann ihre 0,7 bis 1,7% Ausschüttungsrendite pro Jahr, und damit können alle irgendwie leben. Marktbreit, diversifiziert, prognosefrei. Ok. Vielleicht immernoch bisschen ineffizient aber an sich okay. Da trifft die argumentation mit "spart dir verkauf für VAP" auch noch am ehesten zu.

    Dann gibts aber die Fraktion "Dividendenfokus". Da hast du dann die High Dividend Titel, "Dividend Aristocrats" und wie sie alle heißen. Hier kommt dann plötzlich der tolle Qualitätsfilter ins Spiel. Gute Dividenden stehen ja für solide Finanzen, sagt man wohl. Ist das so? Themenwette Olé!

    Was die Selektion der Dividendentitel angeht bin ich ein entschiedener Gegner von extremer Dividendengewichtung. Nicht zufällig hat der beste Dividendenfonds der letzten zehn Jahre nur eine gemäßigte Dividendenrendite.

    Jaa! Endlich darf ich mich hier auch mal freuen. Hängt die Gesamtrendite vielleicht garnicht so sehr mit der Ausschüttungsrendite zusammen? Potzblitz. Aber immerhin ich kann mich hier im Thema auch mal freuen. Wie war das noch mit dem tollen Qualitätsfilter Dividendentitel? (ja betrifft jetzt nicht dich, aber sicherlich andere hier im Thema).

    Da Alex selbst sagt, dass er weder monatlich, noch quartalsweise verkaufen würde, liegt eine gesunde Entnahmestrategie nahe.

    Quartalsweise Ausschüttungen sind vielleicht nicht zu 100 % termingerecht, allein mir fehlt der Glaube, dass Entnahmen durch Verkäufe in der Mehrzahl granularer erfolgen

    Vor allem geht es mir darum, dass Ausschüttungen unabhängig vom Kapitalbedarf erfolgen. Zeitpunkt und höhe sind externalisiert. Auch wenn ich garkeine Ausschüttung möchte, oder vielleicht einen besonderen Kapitalbedarf habe, kann ich hier nicht aktiv steuern. Ein unterschied zur planvollen Entnahme in Eigenregie. Möglicherweise liegt die Ausschüttungsquote sogar während der Entnahmephase zu hoch? Das könnte bei High Dividend durchaus stattfinden. Dann muss ich sogar bei der Entnahme noch reinvestieren.

  • Bringt es Spaß, Dividenden zu erhalten,

    Spaß? Ich muss keine Aktive Entscheidung treffen und bekomme trotzdem ein Cashflow.

    In der Ansparphase wird´s reinvestiert, in der Entsparphase habe ich automatisch schon etwas was ich verbrauchen kann.

    Wenn dann noch was fehlt kann ich ja auch verkaufen.

    Ich möchte eine einfache Lösung die möglichst lange und stabil funktioniert, da kommt es mir auf ein paar Steuern nicht an. Die Steuern werden sowieso irgendwann fällig und die meisten Verrenkungen die beim langfristigen sparen wegen der Steuer gemacht werden machen den Kohl auch nicht Fett. Da gibt´s andere Hebel die weit größer sind.

    So groß sind die Unterschiede zwischen thesaurierenden und Ausschüttenden ETFs ja nicht. Ob´s jetzt zwingend spezielle Dividenden ETFs sein müssen kann ja jeder selbst entscheiden.

    Und wenn ich nur 95% der maximalen Rendite bekommen habe weil ich ein paar mehr Steuern bezahlt habe dann ist das eben so....ich muss ja mit meiner Geldanlage klar kommen und nicht irgendwer im Forum.

  • Wenn sich Praktiker und Theoretiker unterhalten kann man schlecht zu einem gemeinsamen Nenner kommen, weil den einen die Erfahrung fehlt. Ich kann natürlich verstehen, das man Angst hat was falsch zu machen. Schließlich hat man nur einen einzigen Versuch alles richtig zu machen.

    Richtig spannend wird es allerdings erst bei der Entnahmen. Bei den möglichen falschen Entscheidungen ist die Frage ACC oder DIST in der Ansparphase dagegen sowas von unwichtig.

  • ich muss ja mit meiner Geldanlage klar kommen und nicht irgendwer im Forum.

    Was ich auch für eine total verständliche und gute Motivation halte. Wenn das dazu beiträgt, dass die ETF-Anlage schön von Anfang bis Ende durchläuft. Ganz ohne Panik und Hickhack, dann ist das auch was Wert.

    Das darf man dann aber auch sagen: Dividenden haben einen nicht unerheblichen psychologischen nutzen. Vielleicht macht es sogar ein bisschen Freude, wenn das Depot einen Geld überweist. Ist doch auch mal schön.

    Nur dann zu sagen, dass das aus Sicht der Gesamtrendite sinnvoll wäre, vielleicht sogar in Verbindung mit einer bewussten Themenwette. Das fällt mir schwer. Das brauchts doch auch nicht. Dividenden machen Freude, ok. Lohnen die sich? Nur wenn man stattdessen vielleicht nicht durchzieht. (Ich spreche jetzt hier von den 3%+ Dividendenfokus titeln).

  • ...So groß sind die Unterschiede zwischen thesaurierenden und Ausschüttenden ETFs ja nicht. Ob´s jetzt zwingend spezielle Dividenden ETFs sein müssen kann ja jeder selbst entscheiden.

    Den Threadtitel hast Du gelesen?

    Zitat

    Dividendentitel - gar nicht mal so schlecht ?

    Soll ich daraus etwa schließen, dass hier marktbreite ETFs gemeint sind, nur das diese ausschütten?

  • Soll ich daraus etwa schließen, dass hier marktbreite ETFs gemeint sind, nur das diese ausschütten?

    Genau genommen wird in dem Artikel kein einziges Mal von Dividenden ETFs gesprochen. Die Studie hat nur zu Testzwecken zwei fiktive Testportfolios erstellt, die es so nicht zu kaufen gibt. Der Kern des Artikels ist: Dividendenaktien mit hoher Ausschüttungsquote sind super (vergleicht sie aber nur mit Dividendentitel mit den niedrigsten Ausschüttungsquoten).

  • Genau genommen wird in dem Artikel kein einziges Mal von Dividenden ETFs gesprochen. Die Studie hat nur zu Testzwecken zwei fiktive Testportfolios erstellt, die es so nicht zu kaufen gibt. Der Kern des Artikels ist: Dividendenaktien mit hoher Ausschüttungsquote sind super (vergleicht sie aber nur mit Dividendentitel mit den niedrigsten Ausschüttungsquoten).

    Und es wurden auch 'nur' die letzten 20 Jahre verglichen. Warum man nicht einfach die letzten 40 oder 50 Jahre vergleicht?
    Und was ist mit dem einfachen Vergleich: ALLE Aktien vs. Aktien mit hoher Dividendenausschüttung vs. Aktien mit niedriger Dividendenausschüttung?

    Weil so eine Amazon hätte man ja evtl. in den letzten 30 Jahren doch gern im Depot gehabt. Oder Auch eine Berkshire Hathaway.

  • Nachdenken geht gar nicht!

    Du musst dich entscheiden ob du wirklich verkaufen möchtest zu dem Kurs oder nicht.

    Das ist eine Entscheidung. Du wirst von deinen Anteilen geschieden. Das sind Verluste und wir müssen etwas abgeben. Das macht der Mensch nicht so gerne.

    Wenn du es mit Nachdenken schaffst die Entscheidung nicht als Verlust zu werten ist alles prima, wenn nicht gibt´s schnell wieder einen Anlage-Millionär mit Verlustängsten und mit leerem Kühlschrank.

  • In diesem Faden fehlt eindeutig die schwäbische Note ^^

    Dann möchte ich etwas nachhelfen:


    Ich feiere bald meinen 115. Geburtstag und blicke auf 85 Jahre Börsenerfahrung zurück. In dieser Zeit haben mir die Dividendenaktien nicht geschadet. Andere, die thesaurierende Aktien in ihrem Depot hatten, sind längst verstorben.

    Also müssen Dividenden ja gut sein.

    Natürlich muss auch die Kursentwicklung stimmen. Deshalb empfiehlt es sich, die Dividendenaktien auszuwählen, bei den die Kursentwicklung von links unten nach rechts oben geht. Gelegentlich auftretende Zacken nach unten sollten abgeschnitten werden.

    So, ich begebe mich jetzt zusammen mit meiner 25jährigen Pferdepflegerin nach Südfrankreich, wo wir an unserem Zweitwohnsitz den Winter verbringen.

    Euch wünsche ich weiterhin fröhliches Vereinnahmen von Dividenden!8)

  • Interessanter Vergleich:

    Ich hab den Dividenden-ETF mit 3,5% Ausschüttung in der Entnahmephase mal mit dem Welt ETF mit 50% Renditeanteil (3. Depot der 3x10 Strategie, ca. alle 10 Jahre Verdopplung, ergo ca. 50% Renditeanteil).

    Mit dem Zinssatz zur Berechnung der Vorabpauschale, die jetzt im Januar 26 berechnet wird (2,53%), liegt die Steuerbelastung des Welt ETF nur marginal unter der Steuerbelastung des Dividenden-ETFs. Ich habe in meinen Berechnungen einen fiktiven Depotwert von 467.289 € (mit 7% Wertsteigerung 500k zum 1.1.26) angenommen. Die Steuerbelastung auf VAP und Entnahme (3,5%) beträgt ohne Kirchensteuer 3143 € und 3411 € mit Kirchensteuer. Beim Dividenden-ETF bin ich von den Dividenden in 26 ausgegangen und habe sie (fiktiv) alle am 1.1.26 ausgeschüttet bei 500k Depotvolumen und 3,5% Ausschüttung ergibt das ne Steuerlast von 3.230 € bzw. 3506 € mit Kirchensteuer. Das ist ne Mehr"belastung" von 2,78 %.

    Der kritische Zinssatz der VAP liegt hierbei bei 2,67% (der Zins für die Berechnung in 27 liegt bei 3,2%). Im Hinblick auf "Gleichauf" mit Steueranteil Ausschütter.

    Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass nicht in jedem Jahr die VAP erhoben wird, aber die Jahre mit VAP Zins unter 1% oder sogar gar keinem sehe ich nicht mehr. Jahre mit Verlusten sind auch eher selten. Da der Gewinnanteil mit 50% insgesamt sogar recht niedrig angesetzt wurde, würde ich sagen, dass das (zumindest beim Vergleich mit dem Vaneck ETF) eine Geschmackssache ist, was einem nun lieber ist bzw. da muss man die anderen Vor- und Nachteile abwägen.

    In der Ansparphase dürfte der Effekt sich in ähnlicher Weise auswirken. Die Auswirkungen dürften (beim 3,5% Ausschütter mit Teilfreistellung) so gut wie nicht ins Gewicht fallen.

    Wenn man das mit einer Dividendenaktie mit 4% vergleicht, ist der Unterschied tatsächlich auch nicht so hoch, wie gedacht (deswegen mach ich das ja, um das herauszufinden).

    Die Steuerbelastung bei ner 4% Ausschüttungsaktie und 500k Depotvolumen sind 5275 €. Beim Welt ETF (der auch 4% entnimmt) sind es 5077 €.

    Eine Berechnung eines Sparplans ist mir tatsächlich zu mühselig und fehleranfällig.

    Die Mehrsteuer beim Dividenden ETF (edit weil zuerst Welt ETF genannt) mit 50% Renditeanteil beträgt bezogen auf das Gesamtdepot 0,0174 %. Ähnliche Effekte wären auch beim Sparplan zu erwarten. Zusätzlich wären durch die Ausschöpfung des Sparerpauschbetrags noch beidseitige Verschiebungen möglich, die aber zu einem zusammenrücken führen würden.

    Vielleicht hab ich irgendwo einen Denk- oder Rechenfehler eingebaut, aber zumindest beim Vaneck ETF sieht der Vergleich belastbar aus. Wer sich dann für was entscheidet, kann ja trotzdem jeder selbst entscheiden.

    Ich lasse das ansonsten mal unkommentiert und bin gespannt, auf die Reaktionen. ;)