Steuererklärung in Papierform - wie lange noch?

  • Wer Elster nutzt bekommt seinen Bescheid vielleicht schon bald elektronisch und nicht mehr in Papierform per Post. Wie sieht's denn aus, wenn man Elster noch nicht nutzt, sondern seine Steuererklärung immer noch in Papierform abgibt? Geht das weiterhin? Gibt's da ein zeitliches Limit ob/wann man auf Elster umsteigen muss?

  • [...] Die elektronische Bereitstellung von Einkommensteuer-Bescheiden startet ab dem 1.1.2027. Bis dahin ist eine aktive Zustimmung nötig, danach gilt die elektronische Zustellung automatisch für ELSTER-Nutzer, sofern kein Widerspruch erfolgt. Der digitale Bescheid ist rechtsverbindlich und ersetzt die Papierform. Wer widerspricht, erhält weiterhin einen Papierbescheid. Wichtig sind regelmäßige Postfach-Kontrollen, da Fristen ab dem Bereitstellungszeitpunkt laufen. Vorteile sind schnelle Verfügbarkeit und digitale Archivierung, Risiken bestehen bei seltenem Abruf oder Zugangsdatenverlust. [...]

  • Ich z.B. 'darf' meine Einkommenssteuererklärung - obwohl ich freiberuflich tätig bin - unlimitiert weitermachen. Letztes Jahr wollte mich eine Angestellte an der Infoline des FInanzamtes dazu verdonnern, jedes Jahr erneut einen Antrag darauf stellen zu müssen, was aber dann der für mich verantwortliche Angestellte Gottseidank verhindert hat.

    Dabei muss ich hinzufügen, dass ich Elster nicht gerade benutzerfreundlich und umständlich im Handling finde.

  • Das "nackte" Elster-Programm finde ich recht unübersichtlich und nicht benutzerfreundlich. Ich besorge mir daher jährlich ein Steuerprogramm von einem bekannten Discounter (A***), das für kleines Geld angeboten wird. Dieses Programm ist für die private Steuererklärung vollkommen ausreichend und wesentlich bedienerfreundlicher.
    Anschließend wird es elektronisch an das Finanzamt "hochgeladen" und alles ist gut.

  • Danke fredo47 , das hatte ich bisher nicht mitbekommen. Bin mal nur gespannt, ob der automatische Fristbeginn mit Bereitstellung am Ende vor deutschen Gerichten Bestand hält.

    Aber eigentlich ein gutes Zeichen, dass die Digitalisierung auch in deutschen Amtsstuben langsam Fahrt aufnimmt.

  • Bin mal nur gespannt, ob der automatische Fristbeginn mit Bereitstellung am Ende vor deutschen Gerichten Bestand hält.

    Bisher ist Fristbeginn Absendung plus 3 Tage Postlaufzeit, (oder so ähnlich).

    ELSTER sendet mir immer eine Email, wenn irgendwelche Bescheiddaten dort vorliegen.
    Jetzt noch mit dem Hinweis, das der demnächst eintreffende Papierbescheid rechtsgültig wäre.

    Ist also eigentlich nichts anderes, oder?

  • Ja und nein. Beim klassischen Papierbescheid beginnt die Frist auch automatisch. Hier besteht aber grundsätzlich die Möglichkeit der "Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand", wenn glaubhaft gemacht werden kann, dass man den Bescheid nicht fristgerecht erhalten hat. Bei einer elektronischen Zustellung wird dies deutlich schwieriger nachzuweisen, weil man ja theoretisch von überall auf den Bescheid zugreifen kann. Dies setzt aber voraus, dass man die Signaturdatei immer dabei hat (was aus Sicherheitsgründen wohl keiner macht).


    Und die aktuelle Information per Email, dass der Steuerbescheid erlassen wurde und der Papierbescheid auf dem Weg ist, finde ich auch durchaus praktisch. Bei uns werden da aber oft die 3 Tage nicht eingehalten, da die Post hier gerne mal einzelne Tage bei der Zustellung auslässt (am Ende bei solchen Themen zu meinem Schaden).

  • Ja und nein. Beim klassischen Papierbescheid beginnt die Frist auch automatisch. Hier besteht aber grundsätzlich die Möglichkeit der "Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand", wenn glaubhaft gemacht werden kann, dass man den Bescheid nicht fristgerecht erhalten hat. Bei einer elektronischen Zustellung wird dies deutlich schwieriger nachzuweisen, weil man ja theoretisch von überall auf den Bescheid zugreifen kann. Dies setzt aber voraus, dass man die Signaturdatei immer dabei hat (was aus Sicherheitsgründen wohl keiner macht).


    Und die aktuelle Information per Email, dass der Steuerbescheid erlassen wurde und der Papierbescheid auf dem Weg ist, finde ich auch durchaus praktisch. Bei uns werden da aber oft die 3 Tage nicht eingehalten, da die Post hier gerne mal einzelne Tage bei der Zustellung auslässt (am Ende bei solchen Themen zu meinem Schaden).

    Z.B. längerer Urlaub oder Krankheit (im Krankenhaus oder in der Kur)?

  • Dies setzt aber voraus, dass man die Signaturdatei immer dabei hat (was aus Sicherheitsgründen wohl keiner macht).

    Der Login mit Zertifikatsdatei ist gerade mal eine von fünf Möglichkeiten.
    Wobei man die anderen natürlich im Vorfeld eingerichtet haben muss.


    Ich begrüße das ganze sehr und hoffe, dass auch bald das Einreichen auf Papier zum Auslaufmodell wird.

  • Z.B. längerer Urlaub oder Krankheit (im Krankenhaus oder in der Kur)?

    Sofern man den Urlaub nicht in der allerletzten Pampa macht, wird es immer die Möglichkeit des Internets geben. Argumentation könnte also in die Richtung gehen, dass man ja auch bei Krankheit, Kur oder Urlaub die Möglichkeit hatte, auf den Bescheid zuzugreifen.


    Der Login mit Zertifikatsdatei ist gerade mal eine von fünf Möglichkeiten.
    Wobei man die anderen natürlich im Vorfeld eingerichtet haben muss.

    Wie du selbst sagst, muss man die einrichten. Hat man sich für "die falsche" Möglichkeit entschieden, dann geht es unterwegs wieder nicht so leicht. Zumal auch die anderen Möglichkeiten immer voraussetzen, dass man das benötigte Hilfsmittel dabei hat (was in mindestens 3 von 5 Fällen zusätzlich immer dabei sein muss).


    Ich begrüße das ganze sehr und hoffe, dass auch bald das Einreichen auf Papier zum Auslaufmodell wird.

    Versteh mich bitte nicht falsch. Ich bin auch sehr für Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung und finde die Entwicklung gut und richtig. Zumal die Finanzämter vielen anderen Behörden in meinen Augen schon um Längen voraus sind.

    Ich sehe aber auch schon die Klagen, weil sich wieder irgendjemand auf den Schlips getreten fühlt und seine Persönlichkeitsrechte gefährdet sieht. Oder weil mein einfach grundsätzlich gegen irgendwelche Bevormundung ist. Das ist eben auch typisch deutsch. Alle schreien nach Fortschritt, Digitalisierung und Kostensenkungen in der öffentlichen Verwaltung aber wenn man sich selber umstellen muss, ist das ein No-Go.

  • Ich begrüße das ganze sehr und hoffe, dass auch bald das Einreichen auf Papier zum Auslaufmodell wird.

    Papier tangiert mich seit Jahren nicht mehr. Nur noch digital mit WISO Steuer für 5 Erklärungen, was von der Familie genutzt wird. Dort kann man auch auf die Papierformularansicht umschalten. Ablagen nur noch als PDF-Datei.

    Im übrigen gibt es auch die App ElsterSecure. Man braucht keine Zertifikatsdatei mit sich rumschleppen.

    Einerseits wird fehlende Digitalisierung belächelt, andererseits möchte oftmals persönlich alles beim Althergebrachten bleiben. Passt nicht zusammen. Scheint ein lokales Phänomen zu sein.

  • Ich sehe aber auch schon die Klagen, weil sich wieder irgendjemand auf den Schlips getreten fühlt und seine Persönlichkeitsrechte gefährdet sieht. Oder weil mein einfach grundsätzlich gegen irgendwelche Bevormundung ist. Das ist eben auch typisch deutsch. Alle schreien nach Fortschritt, Digitalisierung und Kostensenkungen in der öffentlichen Verwaltung aber wenn man sich selber umstellen muss, ist das ein No-Go.

    Genau. Aber diese Leute werden auf natürliche Weise weniger. 😉