wie werde ich das Gendern los?

  • Weil du damit alle ausgrenzt, die sich nicht für Männlein oder Weiblein entscheiden können oder wollen.

    Das ist korrekt, und trifft auf die Verwendung des generischen Maskulinums gleichermaßen zu.

    Ich habe das generische femininum nicht als Alternative zur gendergerechten Sprache empfohlen. Sondern im Gegenteil aufgezeigt, dass die Argumente, mit denen das generische Maskulinum in der Diskussion als die rationalste Wahl dargestellt wurde, auf das generische Femininum gleichermaßen zutreffen.

    Das generische Femininum ist somit (bloß) gleich gut oder gleich schlecht wie das generische Maskulinum.

    Die Tatsache, dass die Bewahrer (meist männlich) der deutschen Sprache allerdings dennoch nie das generische Femininum sondern regelmäßig nur das generische Maskulinum mit derlei Argumenten gegen gendergerechte Sprache ins Treffen führen ist m.E. der Beweis dafür, dass deren Argumente bloße Scheinargumente sind und es nicht um die Schönheit, Einfachheit, Kkarheit etc. Etc. der deutschen Sprache, sondern sehr wohl um Männlichkeit geht.

    Dies alles habe ich zuvor mit einem einzigen Satz zum Ausdruck gebracht. Im Zusammenhang zu dem Zitat auf welches ich antwortete, war dieser aber recht eindeutig zu verstehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Pepekeke (5. Februar 2026 um 21:07)

  • Nachdem wir jetzt dreistellig in der Antwortzahl sind, erlaube ich mir wiederholt einen (menschlichen) Verbesserungsvorschlag in die Runde zu werfen. Dieser löst das Problem des Themenerstellers oberflächlich, während andere Probleme anderer damit vielleicht gar nicht, vielleicht negativ tangiert werden, aber so arbeiten wir Deutsche sowas doch eigentlich gerne ab:

    ...und diese nichtssagende Kennzeichnung egal welchen Geschlechts einfach komplett abzustellen.

    Ob jemand hier Finanzgenital, Ehrenmitgliedin oder Konifere ist, ist doch für den Informationsaustausch hier nicht wirklich von Bedeutung, oder?


    Wie kann man eigentlich die Farbe, mit der die Initialen bei fehlendem Profilbild hinterlegt sind, ändern? Das ich immer blau bin, ist auch eine Art der Diskriminierung ;)

  • Da kommt Zugbleiterinne, Zugbegleiterinnen, Zugbeleiterinnenn,....Zugbeleiterinnennnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn,.... raus.

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  • Wunderbare Diskussion hier. Gefällt mir. :)

    Folgendes hat sich an der Schule meiner Tochter abgespielt.

    Der Direktor macht folgende Durchsagen: "Morgen haben alle Schüler frei, der Unterricht fällt aus."

    Meine Tochter kommt nach Hause und ist völlig enttäuscht da Sie als Schülerin morgen zum Unterricht muss weil ja nur die Schüler frei haben. :thumbup:

    Ok "Genderunsinn" bei Seite, natürlich war allen sog. Schüler;:inneinn klar das alle frei haben, keiner dachte das nur die Jungs gemeint waren.

  • … nur halt mit dem Unterschied, dass das eine natürlich gewachsene Sprache ist, und das andere eine künstliche Erfindung.

    Mit dieser Begründung bevorzuge ich Gold vor Bitcoin.

    Sprache steht in Wechselwirkung mit der sozialen Umwelt und entwickelt sich „natürlich“ (!) weiter. Irgendwann entwickelte sie sich daher natürlich (!) das generische Maskulinum. Und das ist heute (natürlich!) nicht der Entwicklung letzter Schritt.

  • Was man natürlich trennscharf unterscheiden kann, oder?

    Ja, absolut. Natürlich. Das generische Femininum in der hier vorgeschlagenen Form ist die Erfindung einer Sprachwissenschaftlerin in den 1980er Jahren, die feministische Linguistik betreibt. („Generisches Femininum“ in dem Sinn, dass durchgehend „Lehrerinnen“ oder „Ärztinnen“ oder „Mörderinnen“ genannt werden, und Männer dabei mitgenannt sind. Dass Personen männlichen Geschlechts auch eine Geisel („die Geisel“, f.) sein können, ist hier ja nicht gemeint; das ist freilich gewachsen.)

  • Ja, absolut. Natürlich. Das generische Femininum in der hier vorgeschlagenen Form ist die Erfindung einer Sprachwissenschaftlerin in den 1980er Jahren, die feministische Linguistik betreibt. („Generisches Femininum“ in dem Sinn, dass durchgehend „Lehrerinnen“ oder „Ärztinnen“ oder „Mörderinnen“ genannt werden, und Männer dabei mitgenannt sind. Dass Personen männlichen Geschlechts auch eine Geisel („die Geisel“, f.) sein können, ist hier ja nicht gemeint; das ist freilich gewachsen.)

    Warum ist eigentlich das generische Maskulinum die „natürlich“ gewachsene Form? Und nicht das generische Femininum oder Neutrum?

  • Sprache steht in Wechselwirkung mit der sozialen Umwelt und entwickelt sich „natürlich“ (!) weiter. Irgendwann entwickelte sie sich daher natürlich (!) das generische Maskulinum. Und das ist heute (natürlich!) nicht der Entwicklung letzter Schritt.

    Selbstverständlich entwickelt sich Sprache.

    Es gibt m. W. aber keine Belege dafür oder auch nur Hinweise darauf, dass bspw. die erste Lautverschiebung, die das Indogermanische ins Germanische weiterentwickelte, oder die zweite Lautverschiebung, die aus germanischem Dialekt die Frühform des Deutschen machte, im akademischen Elfenbeinturm erdacht und aus politischer Motivation durchgesetzt wurde.

    Oder kennst Du Belege dafür?

    Sprache ist etwas, das stündlich millionenfach angewandt und praktiziert wird, im Falle der deutschen Sprache in einem Sprachraum mit um die 100 Millionen Muttersprachlern. Dort entwickelt sich die Sprache, in der Breite; nicht unbedingt aus dem Willen heraus, die Welt (vermeintlich) besser zu machen in einer verhältnismäßig kleinen Gruppe.

  • die Welt (vermeintlich) besser zu machen

    Eine typische Überhöhung zum leichteren Diskreditieren. Mehr Gerechtigkeit in Denken, Sprache und Handeln einzubringen ist über die kleine Gruppe schon hinaus, wird Alltag, mehr und mehr gelebt und selbstverständlich, natürlich. Wie groß die Unterschiede zwischen Generationen schon sein können, wurde oben ja anhand von Kindererfahrungen gezeigt. Es ist eine Frage der Zeit zu schauen, ob und was wie schnell allgemeineres Gut wird.

  • Selbstverständlich entwickelt sich Sprache.

    Es gibt m. W. aber keine Belege dafür oder auch nur Hinweise darauf, dass bspw. die erste Lautverschiebung, die das Indogermanische ins Germanische weiterentwickelte, oder die zweite Lautverschiebung, die aus germanischem Dialekt die Frühform des Deutschen machte, im akademischen Elfenbeinturm erdacht und aus politischer Motivation durchgesetzt wurde.

    Oder kennst Du Belege dafür?

    Sprache ist etwas, das stündlich millionenfach angewandt und praktiziert wird, im Falle der deutschen Sprache in einem Sprachraum mit um die 100 Millionen Muttersprachlern. Dort entwickelt sich die Sprache, in der Breite; nicht unbedingt aus dem Willen heraus, die Welt (vermeintlich) besser zu machen in einer verhältnismäßig kleinen Gruppe.

    Ist in deiner Antwort irgendwo die Erklärung verborgen, warum sich das generische Maskulinum „natürlich“ durchgesetzt hat?

    Falks ja, sprich es bitte deutlicher aus.

  • Mehr Gerechtigkeit in Denken, Sprache und Handeln einzubringen[...]

    Es geht hier und in jedem anderen Thread ausschließlich um die Sprache.

    ist über die kleine Gruppe schon hinaus, wird Alltag, mehr und mehr gelebt und selbstverständlich, natürlich.

    Erzwungenermaßen ja.
    Selbestverständlich und natürlich m.E. ganz sicher nicht.

    Reminder an mich selbst: gar nicht wieder mit reinziehen lassen und die Benachrichtigung für diesen Thread abschalten!

  • Ist in deiner Antwort irgendwo die Erklärung verborgen, warum sich das generische Maskulinum „natürlich“ durchgesetzt hat?

    Falks ja, sprich es bitte deutlicher aus.

    Es muss der alte weiße Mann so entschieden haben. Alles andere wäre undenkbar.
    Dass es in Schrift und gesprochenem Wort immer die kürzere und somit effizientere Variante ist, ist ein an den Haaren herbeigezogenes Argument.

  • Mehr Gerechtigkeit in Denken, Sprache und Handeln einzubringen ist über die kleine Gruppe schon hinaus, wird Alltag, mehr und mehr gelebt und selbstverständlich, natürlich.

    Das ist ja auch wunderbar. Aber ob das über Sternchen oder Unterstriche im Wortinneren gelingt? I doubt it!

    Es ist eine Frage der Zeit zu schauen, ob und was wie schnell allgemeineres Gut wird.

    Genau, wir werden sehen. Das ist ja das schöne an der empirischen im Vgl. zur normativen Sprachwissenschaft: Man kann einfach schauen, was sich durchsetzt.

    Wie groß die Unterschiede zwischen Generationen schon sein können, wurde oben ja anhand von Kindererfahrungen gezeigt.

    Das stimmt, nette Anekdoten. Ich kenne ein damaliges Kind, das nach Angela Merkel verwundert war, dass auch Männer deren Job machen und Bundeskanzler werden können, und dass es nicht nur Bundeskanzlerinnen gibt. Aber eben: Kanzlerin und Kanzler. Es ging nicht um Kanzler:in. Und nur darum, ob sich diese die Sprache verhunzende Schreibweise durchsetzt, geht es. Da wiederum macht mich mein Blick auf die junge Generation optimistisch!

  • Ist in deiner Antwort irgendwo die Erklärung verborgen, warum sich das generische Maskulinum „natürlich“ durchgesetzt hat?

    Nö, aber das war ja auch gar nicht deren kommunikativer Anspruch. Ich habe in ihr nur eine Rückfrage beantwortet, die Referat Janders gestellt hatte. Was Du nun ansprichst, war nicht Gegenstand der Frage und auch nicht meiner Antwort. Zum Ablauf des Zitronensäurezyklus und dazu, was wirklich in Rosswell geschah, hatte ich mich übrigens auch nicht geäußert - um zwei weitere Beispiele zu nennen, wozu ich nichts gesagt habe.

  • Es muss der alte weiße Mann so entschieden haben. Alles andere wäre undenkbar.
    Dass es in Schrift und gesprochenem Wort immer die kürzere und somit effizientere Variante ist, ist ein an den Haaren herbeigezogenes Argument.

    Dass ein natürlich gewachsenes Neutrum länger und ineffizienter ist als ein generisches Maskulinum hat der alte weiße Viktor Orban anscheinend noch nicht bemerkt. Er würde seine Landessprache sonst sicher effizienter machen wollen.