Welche ETF-Kombi

  • Hallo Community,

    ich mache es kurz: Ich bin ehrlich gesagt eher bequem unterwegs und möchte einfach einen Teil meines Gehalts in einen ETF-Sparplan stecken – möglichst mit wenig Aufwand. Der Sparplan läuft bereits. Am liebsten würde ich bis zum Rentenbeginn in etwa 30 Jahren (vielleicht mit kleineren Entnahmen ein paar Jahre früher) gar nicht mehr groß ins Depot schauen und bis dahin einfach meine Ruhe haben.

    Aktuell bespare ich bei der ING monatlich 300 € in den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF.

    Zusätzlich würde ich gern noch einen zweiten ETF dazunehmen, um etwas breiter aufgestellt zu sein. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber mir ist klar, dass Zeit beim Investieren eine wichtige Rolle spielt – deshalb habe ich immerhin schon angefangen.

    Mein erster Gedanke war ein Emerging-Markets-ETF. Allerdings sind Schwellenländer im FTSE All-World ja bereits enthalten. Daher wurde mir eher geraten, statt eines zusätzlichen EM-ETFs einen Anleihen-ETF beizumischen.

    Geplant ist eine 80/20-Aufteilung: 80 % in den FTSE All-World und 20 % in einen weiteren ETF.

    Wie seht ihr das?


    Vielen Dank vorab für konstruktive Rückmeldungen.

    Bitte ausschließlich Einschätzungen zur Portfoliozusammensetzung – nicht zur Wahl des Depotanbieters.


    Danke euch!


    Beste Grüße

    George

    :thumbup:

  • Kater.Ka 3. März 2026 um 05:51

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hallo AhnungsloserGeorge und willkommen im FT Forum, mit deinem ETF bist du bereits sehr breit aufgestellt, daher würde ich nichts ändern. Wenn der Bestand im 6stelligen Bereich angekommen ist, kann man über einen 2. ETF nachdenken um FIFO ein wenig auszutricksen. Wichtig ist ein Sicherheitsbaustein in TG und oder ein Geldmarkt ETF, um unvorhergesehene Sachen zu begleichen ohne an den ETF bei schlechter Lage zu müssen. Ansonsten dabei bleiben auch wenn Gegenwind kommt. Viel Erfolg!

  • Ich habe immer mal wieder unterschiedliche Ansätze versucht zu fahren, was derzeit ein etwas wilder Mix aus ETFs geworden ist. Aber schon vor einigen Jahren, hatte ich angefangen ein 50/25/25 Ansatz zu fahren (50 MSCI World, 25 % MSCI Europe Small Caps alternativ EURO Stoxx 600 und 25 % Emerging Markets).

    Leider habe ich irgendwann zur 1-ETF-Lösung gefunden, allerdings hat mir der hohe US-Anteil immer etwas Bauchschmerzen bereitet (ja .... die Argumente des Rednitebringers und der kurzbeinigen politischen Börsen, sind alle bekannt, aber die Bauchschmerzen bleiben).

    Thomas von Finanzfluss, hat wohl in den letzten Tagen sein Portfolio von 70/30 (MSCI Wordl/EM) auf 50/30/20 umgestellt (MSCI World, MSCI EM und nur 20 % EuroStoxx600).

    Ich werde wohl langfristig auch wieder mit EM und Europa neben dem MSCI World besparen.

  • Daher wurde mir eher geraten, statt eines zusätzlichen EM-ETFs einen Anleihen-ETF beizumischen.

    Wer hat das geraten ? Die Kollegin, die Finanzpresse, ein Mensch, der bei YouTube Filmchen hochlädt ?

    Du bist mit dem Vanguard FTSE All-World bereits extrem breit aufgestellt, inklusive Emerging Markets. Ein zusätzlicher EM-ETF bringt keine echte Diversifikation, sondern nur eine Übergewichtung.

    Die entscheidende Frage ist nicht „Wie werde ich breiter?“, sondern:
    Hältst du 30 Jahre lang auch 40–50 % Kursrückgang aus, ohne nervös zu werden?
    Wenn ja: 100 % All-World ist völlig vertretbar.
    Wenn du ruhiger schlafen willst: 80 % All-World + 20 % globaler Investment-Grade-Anleihen-ETF (z. B. breit gestreut von Xtrackers).

    Mehr ETFs machen es nicht besser, nur komplexer.
    Dein größter Hebel ist Zeit, Disziplin und Durchhalten und nicht die Feinoptimierung.

  • Hallo AhnungsloserGeorge,

    der guten Ordnung halber: Für meinen Teil bin ich auch nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter (investiere seit über 50 Jahre u. a. in Aktien und Immobilien und bewirtschafte meine Mittel aber aktiv als Direktanleger).


    Aus meiner Sicht - des interessierten Laien - besteht kein Grund an Deiner Vorgehensweise etwas zu ändern, da zum einen Deine Sparrate eine überschaubare ist, Du mit dem gewählten ETF schon sehr breit (sprich sehr diversifiziert) im weltweiten Aktienmarkt aufgestellt bist und zum anderen siehe zudem hier

    Ich bin ehrlich gesagt eher bequem unterwegs und möchte einfach einen Teil meines Gehalts in einen ETF-Sparplan stecken – möglichst mit wenig Aufwand.

    Der steuerliche Aspekt (First in - First out- Prinzip) scheint mir aber einer weiteren Heraushebung würdig; siehe hier

    Wenn der Bestand im 6stelligen Bereich angekommen ist, kann man über einen 2. ETF nachdenken um FIFO ein wenig auszutricksen.

    In dem Kontext

    Daher wurde mir eher geraten, statt eines zusätzlichen EM-ETFs einen Anleihen-ETF beizumischen.

    Zum einen: Von wem wurde Dir das angeraten ... ?

    Zum anderen: Ob es bei der überschaubaren Sparrate (und vermutlich (noch) überschaubarem Depotvolumen) überhaupt Anleihen braucht, wäre eine eigenständige Fragestellung. Eine einfache Aufteilung in einen risikoarmen Teil (abgebildet durch Tagesgeld, Festgeld oder einen Geldmarkt-ETF) und einen risikoreichen Teil (weltweiter Aktien-ETF) könnte/dürfte auch eine gute bzw. probate Vorgehensweise darstellen.

    Am wichtigsten ist aus meiner Sicht vielmehr ein schlüssiges finanzielles Gesamtkonzept (dazu gehört eine Gesamtschau, die von A wie adäquate "Altersvorsorge" bis V wie die wichtigsten "Versicherungen" reicht). Neben der obligatorischen adäquaten "Rücklage für Notfälle" mit besonderem Augenmerk auf Deine "objektive Risikotragfähigkeit" und Deine "subjektive Risikobereitschaft" (sprich Risikotoleranz) und einer daraus sich dann ergebenden schlüssigen Asset-Allocation.

    Dein größter Hebel ist Zeit, Disziplin und Durchhalten und nicht die Feinoptimierung.

    Das sehe ich einen Hauch anders.

    Wobei ich Disziplin und Durchhalten - sprich die Compliance den (hoffentlich - siehe oben) vorhandenen eigenen Finanzplan betreffend - ebenfalls für extrem wichtig halte.

    Der größte Hebel in Sachen "privater Vermögensaufbau" stellt nach meinen Erfahrungen aber das Humankapital, die Nutzung desselben und die sich daraus ergebende (ableitende) Sparquote dar.

    Wobei diese aber nicht größer sein muß, als zur Erreichung Deines Finanzziels erforderlich (vermutlich das Füllen einer Versorgungs-/Rentenlücke sprich ein finanziell auskömmlicher Ruhestand).


    Dir weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen !

  • Viel breiter als der FTSE All-World geht kaum. Damit hast du alle Large und Mid Caps weltweit. Lediglich die Small Caps, also kleinere Firmen, fehlen noch. Die kann man nach Geschmack noch beimischen oder es auch sein lassen. Den entscheidenden Unterschied wird es wohl nicht machen.

    Anleihen lohnen sich für den typischen Privatanleger eher nicht, da man mit Anleihen noch ein Kursrisiko bei steigenden Zinsen hat. Festgelder sind da meist besser

  • AhnungsloserGeorge Anleihen wozu? Hast du denn schon einen Sicherheitspuffer in Tagesgeld? Damit du genau das:

    vielleicht mit kleineren Entnahmen ein paar Jahre früher)

    nicht tun brauchst? Gerade bei kleineren Depots ist es wichtig, sie nicht anzunagen, dann kann der Zinseszinseffekt ungestört wirken.

    Wenn du weisst, dass du bestimmte Vorhaben umsetzen willst, dann besser mit einem Extra-Topf dafür: Tagesgeld, Festgeld, Geldmarktfonds zusätzlich zum Sicherheitspuffer für Unerwartetes.

    Und nicht vergessen, von Gehaltserhöhungen etwas für die Sparquote tun.

    Dein Vanguard ist ein Klassiker. Alles gut gemacht.

    Wenn du dich weiter informieren möchtest, dann hier, bei Finanztip, Finanzfluss oder das Finanztip-Buch von Saidi: Finanzen leicht gemacht. Lässt sich in Häppchen lesen und deckt in Kürze alle Aspekte ab, die zu bedenken wären.

  • Moin AhnungsloserGeorge ,


    Teile dein Vermögen in einen flüssigen Teil, der Schwankungs- und renditearm in Tagesgeld oder GeldmarktFonds angelegt ist.

    Und dann noch einen Renditeteil den du mit dem Vanguard ETF bereits völlig ausreichend breitgestreut abgedeckt hast.

    Jetzt teile deine Sparrate zwischen diesen beiden Töpfen auf so das du dich wohl fühlst.

    Fertig. Keine Anleihen zum Vermögensaufbau verwenden. 5-10 Jahre vor Rentenantritt kannst du dann mal schauen ob du etwas aus dem Renditeteil in Anleihen umschichten möchtest.

    Halte es so einfach wie möglich aber dafür lange durch. Die Aufteilung zwischen Schwankungsarmen und Renditeteil legt dein Risiko fest.

    Dir gute Finanzentscheidungen und eine ruhige Hand bei ganz einfachen weiterspraren.