Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Wenn du dir mal die Bilanzen von Arztpraxen und Krankenhäuser anschauen würdest, ...

    Ärzte bilanzieren nicht.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • (1) Die GOÄ führt doch dadurch, dass sie ewig nicht angepasst wurde und inzwischen Faktoren eingeführt wurden, auch für GKV Versicherte dazu, dass über die Faktoren die GKV sich aus der Zahlung verabschiedet und Leistungen zunehmend privat abgerechnet werden. Insbesondere bei Zahnärzten.

    Das verstehe ich nicht. Bei GKV-Patienten wird nicht gemäß GOÄ abgerechnet. Das läuft über Punktwerte und Budgets. Irgendwie hält sich aber immer noch der Glaube, GKV- und PKV-Patienten würden gemäß GOÄ abgerechnet, bei letzteren allerdings ein Faktor von 2,3 und mehr berechnet. Das ist nicht der Fall. Wenn GKV-Patienten Leistungen in Anspruch nehmen, die nicht von der GKV übernommen werden, werden diese dem Patienten natürlich gemäß GOÄ in Rechnung gestellt.

    (2) Das wiederum führt dazu, dass der GKV Versicherte gegenüber dem Arzt vereinzelt wird, weil er mit ihm direkt abrechnen musss und nicht mehr die GKV der Verhandlungspartner ist. Die Position des GKV Versicherten wird damit geschwächt. Ausserdem hat er zu dem Arzt ein Abhängigkeitsverhältnis.

    Da wird nichts verhandelt. Bei Selbstzahlern erfolgt die Abrechnung gemäß GOÄ. Hier hat ein Arzt natürlich gewisse Gestaltungsspielräume. Wenn einem die Abrechnungspraxis eines Arztes nicht gefällt, geht man zu einem anderen. Da gibt es kein Abhängigkeitsverhältnis.

  • Das stimmt so pauschal nicht. Es hängt ganz wesentlich davon ab was gemacht wurde. Ich würde eher sagen das die Regel für einfache Sachen deutlich unter 100€ ist, eher sogar unter 50€, wenn keine große Diagnostik notwendig war. Bei Fachärzten ist man dann im Regelfall eher über 100€. 700€ dürften aber die absolute Ausnahme sein. Sowas würde in der GKV aber auch separat abgerechnet.

    Die Abrechnungsmodalitäten sind nicht so ohne Weiteres vergleichbar. Bei GKV-Patienten achtet der Arzt darauf, sein Budget nicht zu überschreiten, damit er die letzten Wochen im Quartal nicht umsonst arbeitet. Bei PKV-Patienten gibt es diese Beschränkungen nicht. Wer z.B. als Mann zu einer Vorsorgeuntersuchung zum Urologen geht, bekommt als Kassenpatient eine digitale Abtastung der Prostata, vielleicht auch eine Bestimmung des PSA-Wertes. Dafür bekommt der Arzt wahrscheinlich deutlich weniger als 100 EUR, mal abgesehen davon, dass die GKV Vorsorgeuntersuchungen erst ab einem bestimmten Alter zahlt. Der Privatpatient bekommt eine Ultraschalluntersuchung von Nieren, Prostata und Geschlechtsteilen. Gerne werden dann auch einige Laborwerte bestimmt. Dafür habe ich dann letztens eine Rechnung über ca. 700 EUR bekommen. Solche Untersuchungen sind im Leistungskatalog der GKV nicht vorhanden.

    Meine Arztrechnungen liegen meist so zwischen 200 und 400 EUR. Rechnungen unter 100 EUR sind eine seltene Ausnahme.

  • Die Abrechnungsmodalitäten sind nicht so ohne Weiteres vergleichbar. Bei GKV-Patienten achtet der Arzt darauf, sein Budget nicht zu überschreiten, damit er die letzten Wochen im Quartal nicht umsonst arbeitet. Bei PKV-Patienten gibt es diese Beschränkungen nicht. Wer z.B. als Mann zu einer Vorsorgeuntersuchung zum Urologen geht, bekommt als Kassenpatient eine digitale Abtastung der Prostata, vielleicht auch eine Bestimmung des PSA-Wertes. Dafür bekommt der Arzt wahrscheinlich deutlich weniger als 100 EUR, mal abgesehen davon, dass die GKV Vorsorgeuntersuchungen erst ab einem bestimmten Alter zahlt. Der Privatpatient bekommt eine Ultraschalluntersuchung von Nieren, Prostata und Geschlechtsteilen. Gerne werden dann auch einige Laborwerte bestimmt. Dafür habe ich dann letztens eine Rechnung über ca. 700 EUR bekommen. Solche Untersuchungen sind im Leistungskatalog der GKV nicht vorhanden.

    Spannend. Bei mir kostet die Vorsorge beim Urologen mit den von dir beschreibenen Leistungen ca. 350€.

    Eine Umfassende Vorsorge beim Hausarzt mit Labor, EKG, Ultraschall etc. liegt im Bereich im 600€.

    Eine Kontrolle beim Zahnarzt ca. 50€, Hausarztbesuch wegen Infekt zwischen 20 und 50€.

    Selbst eine Vollnarkose bei ambulanter OP ca. 90 min lag bei ca. 550€.

    Um auf 700€ für einen Arztbesuch zu kommen muss man schon sehr spezielle oder umfangreiche Untersuchungen haben.

    Was teuer ist sind so Sachen wie MRT. Da ist man ganz schnell in der Größenordnung, sowas braucht man üblicherweise aber auch nur selten.

    Meine Arztrechnungen liegen meist so zwischen 200 und 400 EUR. Rechnungen unter 100 EUR sind eine seltene Ausnahme.

  • Spannend. Bei mir kostet die Vorsorge beim Urologen mit den von dir beschreibenen Leistungen ca. 350€.

    Die GOÄ bietet reichlich Gestaltungsspielraum. In der Tat können sich Rechnungen für die gleiche Untersuchung um den Faktor 2 oder mehr unterscheiden. Das kommt immer auf den Arzt an.

    Selbst eine Vollnarkose bei ambulanter OP ca. 90 min lag bei ca. 550€.

    Kommt auf die Art des Eingriffes an. Ich darf mich z.B. regelmäßig für einen ambulanten Eingriff in eine Klinik begeben. Die Voruntersuchung durch einen Assistenzarzt dauert ca. 15 min, der Eingriff selbst nicht einmal 5 min. Das kostet jedes Mal die Kleinigkeit von 1100 EUR.

  • Das verstehe ich nicht. Bei GKV-Patienten wird nicht gemäß GOÄ abgerechnet. Das läuft über Punktwerte und Budgets. Irgendwie hält sich aber immer noch der Glaube, GKV- und PKV-Patienten würden gemäß GOÄ abgerechnet, bei letzteren allerdings ein Faktor von 2,3 und mehr berechnet. Das ist nicht der Fall. Wenn GKV-Patienten Leistungen in Anspruch nehmen, die nicht von der GKV übernommen werden, werden diese dem Patienten natürlich gemäß GOÄ in Rechnung gestellt.

    Da wird nichts verhandelt. Bei Selbstzahlern erfolgt die Abrechnung gemäß GOÄ. Hier hat ein Arzt natürlich gewisse Gestaltungsspielräume. Wenn einem die Abrechnungspraxis eines Arztes nicht gefällt, geht man zu einem anderen. Da gibt es kein Abhängigkeitsverhältnis.

    Jeder Zahnersatz wird nach GOÄ berechnet und die GKV übernimmt nur einen Teil davon - abhängig vom Bonusheft und davon "wie bedürftig" der GKV Versicherte ist. Ich wüsste nicht, dass da jeder GKV Versicherte die Wahl hätte, ohne jegliche Zuzahlung eine Beschränkung auf eine Leistung vornehmen zu lassen, die die GKV dann komplett übernimmt(?!)

  • Und was genau würde sich ändern, wenn alle Zwangsmitglied in einer Einheitskasse sind? Würden dann die Beiträge sinken? Würde man schneller einen Arzttermin bekommen? Ich habe da meine Zweifel. Die es sich leisten können, würden eine entsprechende Zusatzversicherung abschließen oder, wenn das verboten würde, die Rechnungen selbst zahlen, um bevorzugt behandelt zu werden.

    Wer wissen will, wie das aussieht, mag einen Blick in die südeuropäischen Ländern werfen. Wer da genug Geld hat, geht in eine Privatklinik oder -praxis. Das zu dem Thema: "Andere Länder können das besser als wir." Oder einfach mal in die Schweiz schauen, was man dort an KV-Beiträgen zahlt. Und über die Zustände im Gesundheitswesen im Vereinigten Königreich schweigt man besser.

    Der Unterschied wäre dann mindestens, dass alle einzahlen . Eine Kasse wäre natürlich Quatsch, ohne Konkurrenz wird es auch in der GKV nicht funktionieren und auf Dauer sehr teuer werden

  • 93 gesetzliche Krankenkassen….. was ist da alleine an Gehältern für die „Großkopferten“ rausgeworfen wird.

    Wenn in Unions-Kreisen eine deutliche Lockerung des Kündigungsschutzes gefordert wird, dann betrifft es nämlich genau diese Leute.

    Einige schnelle, „knackige“ Fusionen und schon stehen dem Arbeitsmarkt hoch qualifizierte Menschen zur Verfügung, die bisher mit Boni über 250.000 € verdient haben.
    Die finden sicherlich schnell Aufnahme in verschiedensten Organisationen und Firmen. Denn dieser Sachverstand wird bekanntlich geschätzt.

    Reine Polemik, pro versicherten werden ca 15 Euro ca 3,5 % für Verwaltungskosten ausgegeben. Da gibt es nicht viel zu sparen.

    Das Gros der Kassen sind bloß die natürlich Wert darauf legen, die eigene Belegschaft gesund also günstig zu halten.

    Das interessiert die ein oder andere grosse Kasse nicht.

  • Wenn 1.125 Mrd "nicht viel" ist, dürfte ja gar kein Problem bestehen.

    Genau, sparst sofort die gesamte Kohle. Statt den Rechenzentren rechnet jeder versicherte Zuhause mit seinem Taschenrechner, fährt vorher kurz zur KV,Krankenhäusern ,Pflegeheimen , rehaeinrichtungen und sonstigen Vertragspartnern und schreibt die efn Daten ab, das Ganze bei Oma im Hühnerstall 👍

  • Das der Betrag nicht komplett entfällt dürfte jedem klar sein. Aber alleine das mancher Vorsitzende einer GKV mit seinem Jahresgehalt den Kanzler übertrumpft scheint mir allerdings ein gewisses Einsparpotential zu belegen. Gerade, bevor man nur an den Versicherten selbst sparen möchte.

  • Dann schreib doch nicht von über einer Milliarde.

    Das Geld, welches du durch Vorstände einsparst , kannste keine zehn Radiologen zahlen.


    Bin ja bei dir, dass manch Kasse weg kann, nur wird es nicht viel bei den Kosten einsparen

    Halt nur einfach, ein Feindbild zu erschaffen.

  • Der Unterschied wäre dann mindestens, dass alle einzahlen . Eine Kasse wäre natürlich Quatsch, ohne Konkurrenz wird es auch in der GKV nicht funktionieren und auf Dauer sehr teuer werden

    Wenn alle einzahlen, haben auch alle Leistungsansprüche. Die finanzielle Situation der GKV würde sich nicht ändern.

    Wieso Konkurrenz? Es gibt dann eine Einheitskasse mit staatlich festlegten Leistungen und Preisen.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt kostensenkend wäre, die Zahl der Kassen zu reduzieren. Wie soll das denn in der Praxis funktionieren? Wird der Staat dann ein Betätigungsverbot für einige Kassen aussprechen? Wenn ja, für welche? Auf welcher Rechtsgrundlage?

    Sollte es zu einem solchen Schritt kommen, halte ich es für wahrscheinlich, dass alle gesetzlichen Krankenkasse in eine Einheitskasse fusioniert werden. Vielleicht nennt man die dann Agentur für Gesundheit in Anlehnung an den völlig ineffektiven Verwaltungsmoloch Agentur für Arbeit. Das wird dann absehbar auch eine Endlagerstätte für abgehalfterte Politiker. Da kann man gutbezahlte Posten schaffen ohne Ende.

  • Da wird nichts verhandelt. Bei Selbstzahlern erfolgt die Abrechnung gemäß GOÄ. Hier hat ein Arzt natürlich gewisse Gestaltungsspielräume. Wenn einem die Abrechnungspraxis eines Arztes nicht gefällt, geht man zu einem anderen. Da gibt es kein Abhängigkeitsverhältnis.

    Wenn Dein Zahnarzt Dir empfiehlt, bestimmte Behandlungen besser nicht auf den Leistungskatalog der GKV einzuschränken, weil der Zahnerhalt eher gesichert ist, wenn Methoden, Geräte und Material eingesetzt werden, die die GKV leider nicht abdeckt, dann sagst Du "Nein, das will ich nicht. Machen Sie nur das was die Krankenkasse übernimmt."? Und den in anderen Beiträgen eben erwähnten PSA Test für die Vorsorge lässt Du auch nicht machen, weil es eine IGL Leistung ist?

  • Wenn Dein Zahnarzt Dir empfiehlt, bestimmte Behandlungen besser nicht auf den Leistungskatalog der GKV einzuschränken, weil der Zahnerhalt eher gesichert ist, wenn Methoden, Geräte und Material eingesetzt werden, die die GKV leider nicht abdeckt, dann sagst Du "Nein, das will ich nicht. Machen Sie nur das was die Krankenkasse übernimmt."? Und den in anderen Beiträgen eben erwähnten PSA Test für die Vorsorge lässt Du auch nicht machen, weil es eine IGL Leistung ist?

    Zahnmedizinische Leistungen decken einen Bereich zwischen medizinischer Notwendigkeit und Kosmetik ab. Der Spielraum reicht von der Vollprothese aka Kassengebiss bis zur Voll-Implantatversorgung. Was man da auswählt, hängt dann meist vom eigenen Geldbeutel ab. Die Abrechnung erfolgt dann in der Regel nach GOZ. Der Leistungsumfang wird auch nicht verhandelt, egal was der Zahnarzt, meist zu seinem Vorteil, empfiehlt. Der Patient bestimmt, was gemacht wird, ob nun eine günstige Kunststofffüllung oder ein teures Gold-Inlay.

    Ich stimme dir allerdings zu, dass in anderen medizinischen Bereichen Ärzte Patienten gerne zu Untersuchungen drängen, die die GKV nicht übernimmt, weil es eben keine Evidenz aus entsprechenden Studien für einen Nutzen gibt. Egal, ob das die Bestimmung des PSA-Wertes ist oder die Messung des Augeninnendrucks. Während es aber beim Zahnarzt für die Gesundheit egal ist, ob man die günstige oder teure Versorgung wählt, können hier die Folgen gravierend sein. Wer möchte schon an einem nicht frühzeitig erkannten Tumor sterben oder sein Augenlicht verlieren, nur weil er nicht 20 EUR für eine Untersuchung ausgeben wollte?

  • Während es aber beim Zahnarzt für die Gesundheit egal ist, ob man die günstige oder teure Versorgung wählt, können hier die Folgen gravierend sein. Wer möchte schon an einem nicht frühzeitig erkannten Tumor sterben oder sein Augenlicht verlieren, nur weil er nicht 20 EUR für eine Untersuchung ausgeben wollte?

    Das halte ich für eine gewagte Ausssage.

    Der Zahnarzt sagt Dir bei einer anstehenden Wurzelbehandlung, dass man die Behandlung bekommen kann, die die GKV übernimmt. Er empfielt aber, besser ein Werkzeug hierfür zu verwenden, dass die Wurzelkanäle sorgfältiger und gründlicher reinigt und womit dann die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg und die Dauer des Zahnerhalts höher ist. Hierfür musst Du aber einen privaten Anteil an der Rechnung übernehmen, weil die GKV mit der uralten GOÄ das nicht übernehmen will.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen