Elterneigenschaft

Eltern zahlen weniger Beitrag zur Pflegeversicherung

Aline Klett Stand: 10. Mai 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Beitrag für die soziale Pflegeversicherung liegt 2019 für gesetzlich krankenversicherte Eltern bei 3,05 Prozent des Bruttolohns. Kinderlose Versicherte zahlen 3,30 Prozent. 
  • Mit der Geburt eines Kindes wird den Elternteilen die sogenannte Elterneigenschaft zuerkannt und damit der Beitragsnachlass von 0,25 Prozent. 
  • Auch Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern können unter bestimmten Voraussetzungen die Elterneigenschaft erhalten. 
  • Um den Beitragsnachlass zu bekommen, müssen Sie Ihre Elterneigenschaft einmal formlos nachweisen.
So gehen Sie vor
  • Weisen Sie gegenüber der Stelle, die Ihren Beitrag einzieht, schnellstmöglich nach, dass Ihr Kind geboren wurde oder Sie zum Beispiel die Pflegschaft für ein Kind übernommen haben.
  • Ein bestimmtes Formular für den Nachweis gibt es nicht. Eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes bei leiblichen Eltern oder Dokumente, die Ihre Adoptiv-, Stief- oder Pflegeelternschaft bestätigen, reichen in der Regel aus. 
  • Beitragsabführende Stellen sind zum Beispiel der Arbeitgeber, der Rentenversicherungsträger oder bei Selbstständigen die Pflegekasse selbst.

Seit dem Jahr 2005 zahlen Versicherte ohne Kinder einen höheren Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung als Eltern. Um den Kinderlosenzuschlag zu vermeiden, müssen Sie Ihre „Elterneigenschaft“ nachweisen. Finanztip erklärt, was genau damit gemeint ist und welcher Nachweis gilt. 

Elterneigenschaft – was ist das überhaupt?

Immer dann, wenn ein Kind lebend geboren wird, bekommen dessen Elternteile im Sinne der sozialen Pflegeversicherung die Elterneigenschaft zuerkannt. Wichtig ist das für die Höhe Ihres Beitrags in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Im Gegensatz zu kinderlosen Versicherten zahlen Sie in dem Fall von Ihrem Lohn nun 0,25 Prozent (Stand: 2019) weniger an die Pflegekasse. Wenn Sie gesetzlich versichert sind und ein oder mehrere Kinder haben, zahlen Sie 3,05 Prozent Ihres monatlichen Bruttolohns in die gesetzliche Pflegekasse ein. Bei kinderlosen Versicherten liegt der Beitragssatz bei 3,30 Prozent.    

Mit dem geringeren Beitrag für Eltern will der Gesetzgeber die Betreuung und Erziehung von Kindern bei der Beitragsbemessung positiv berücksichtigen. Ein Kind reicht hier aus, damit Ihre Elterneigenschaft bis zum Lebensende wirksam bleibt. Auch Eltern, deren Kind nicht mehr lebt, bleibt die Elterneigenschaft ein Leben lang erhalten. Sie wird nicht aberkannt. 

Wer gilt als Eltern eines Kindes?

Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat. Vater eines Kindes ist der Mann, der zur Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist oder die Vaterschaft anerkannt hat. Gleiches gilt, wenn die Vaterschaft gerichtlich festgestellt wurde. Waren die Eltern zur Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet, muss es für die Elterneigenschaft vom Vater anerkannt sein.

Auch wenn Sie Adoptiv- und Pflegeeltern sind, können Sie die Elterneigenschaft im Sinne der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten. Eine Voraussetzung unter anderem ist, dass Ihr Kind auf Dauer mit im Haushalt lebt und sich hier nicht nur für eine gewisse Zeit aufhält. In diesem Fall sollen, wie bei den leiblichen Eltern, Betreuung und Erziehung des Kindes bei der Beitragsbemessung mitberücksichtigt werden.  

Stiefeltern erhalten den Beitragsnachlass bei der Heirat mit dem leiblichen Elternteil. Bedingung ist, dass das Kind bereits im Haushalt lebt und nicht danach erst eingezogen ist.

Wie lange muss ich das Kind für die Elterneigenschaft betreut haben?

Haben Sie als gesetzlich Versicherter die Elterneigenschaft erhalten, geht das Gesetz automatisch davon aus, dass Sie Ihr Kind betreuen und erziehen. Es kommt nicht darauf an, ob und wie lange das tatsächlich geschieht oder geschehen ist. Keine Rolle spielt auch, ob das Kind in Deutschland oder einem anderen Land geboren ist und sich hier aufhält.

Welchen Nachweis muss ich für die Elterneigenschaft bringen?

Sind Sie in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, sind Sie automatisch auch Mitglied in der gesetzlichen Pflegekasse. Der Beitragszuschlag für Kinderlose fällt dann weg, wenn Sie Ihre Elterneigenschaft gegenüber der Stelle nachweisen, die den Beitrag an Ihre Kasse abführt. Das können zum Beispiel Ihr Arbeitgeber, der Rentenversicherungsträger oder auch die Zahlstelle für Versorgungsbezüge sein. Diese Stellen überweisen die Beiträge an Ihre Pflegekasse. Sind Sie selbstständig, müssen Sie Ihre Elterneigenschaft selbst gegenüber Ihrer Pflegekasse nachweisen. 

In der Regel funktioniert das formlos. Ein bestimmtes Formular oder einen Vordruck, um die Elterneigenschaft nachzuweisen, gibt es nicht. Bei leiblichen Eltern reicht eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes für den Nachweis aus. Alle anderen brauchen dafür Dokumente, die ihre Adoptiv-, Stief- oder Pflegeelternschaft bestätigen. Das können beispielsweise die Adoptionsurkunde, die Heiratsurkunde mit der Meldebescheinigungdes Einwohnermeldeamtes oder ein Nachweis vom Jugendamt über die „Vollpflegezeit“ sein. 

Gib es eine Frist für den Nachweis der Elterneigenschaft?

Ihre Elterneigenschaft sollten Sie schnellstmöglich der abführenden Stelle, also beispielsweise Ihrem Arbeitgeber, nachweisen – möglichst innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt des Kindes. In diesem Fall gibt es den Beitragsnachlass ab Beginn des Monats, in dem Ihr Kind geboren wurde. Ansonsten gilt er erst ab dem Folgemonat, nachdem der Nachweis erbracht wird.

Was gilt für Kinderlose?

Jeder, der in der gesetzlichen Pflegeversicherung beitragspflichtig ist, muss den Beitragszuschlag für kinderlose Versicherte zahlen, außer Sie 

  • haben das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet,
  • wurden vor dem 1. Januar 1940 geboren,
  • leisten im Moment Ihren Wehrdienst ab oder 
  • erhalten Arbeitslosengeld II.

In diesen Fällen entfällt der 0,25-prozentige Zuschlag für Kinderlose. 

Autor
Aline Klett

Stand: 10. Mai 2019


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren unabhängig recherchierten Empfehlungen möglichst viele Menschen erreichen und ihnen mehr finanzielle Freiheit ermöglichen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos und werbefrei im Internet verfügbar. Unsere aufwendige redaktionelle Arbeit finanzieren wir so:

Unsere unabhängigen Experten untersuchen regelmäßig Produkte und Dienstleister. Nur wenn sie dann ein besonders verbraucherfreundliches Angebot empfehlen, kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Solche Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*). Geld erhalten wir, wenn Sie diesen Link z.B. klicken oder beim Anbieter dann einen Vertrag abschließen. Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Ihnen unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist.

Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.