Pflegeversicherung für Rentner

Senioren zahlen volle Beiträge in die Pflegekasse ein

Max Mergenbaum Stand: 07. Februar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Gesetzlich krankenversicherte Rentner sind automatisch Mitglied einer Pflegekasse. Sie zahlen die Beiträge zur Pflegeversicherung in voller Höhe allein.
  • Privatpatienten müssen auch im Alter einen privaten Versicherungsvertrag für Pflegeleistungen abschließen.
  • Beihilfeberechtigte Senioren zahlen nur die halben Beitragssätze zur Pflegeversicherung. Die andere Hälfte der Leistungen übernimmt der Träger der Beihilfe.
  • Freiwillig gesetzlich versicherte Rentner bezahlen unter anderem auch auf Mieteinnahmen und private Renten Beiträge zur Pflegeversicherung.

Wer pflegebedürftig wird, muss oft zusätzliche finanzielle Belastungen verkraften. Die Pflegeversicherung soll Rentner vor diesem Risiko schützen. Sowohl die gesetzliche Pflegeversicherung als auch die private Pflege-Pflichtversicherung übernimmt dann einen Teil der Kosten der häuslichen oder stationären Pflege. Voraussetzung dafür ist, dass für sechs Monate oder länger ein erhöhter Bedarf an pflegerischer und hauswirtschaftlicher Versorgung besteht.

Wie sind Rentner pflegeversichert?

Bei der Pflegeversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung. Die Mitgliedschaft richtet sich nach dem Krankenversicherungsstatus: Gesetzlich krankenversicherte Senioren sind in der Regel automatisch Mitglied in einer Pflegekasse. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie der Krankenversicherung der Rentner angehören oder freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Der Rentenversicherungsträger führt in beiden Fällen die Beiträge direkt an die Pflegekasse ab.  

Privat krankenversicherte Senioren müssen dagegen einen privaten Pflegetarif abschließen. Damit sich Privatpatienten die Beiträge auch im Alter leisten können, hat der Staat die Prämie nach einer Wartezeit von fünf Jahren begrenzt auf den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Wie hoch sind die Pflege-Beiträge für Rentner?

In der Pflegeversicherung wird zwischen Menschen mit Kindern und Kinderlosen unterschieden. Denn die heutigen Kinder müssen in Zukunft nicht nur für die Pflege ihrer eigenen Eltern, sondern zusätzlich auch für die immer größer werdende Gruppe der Kinderlosen aufkommen. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung für gesetzlich Versicherte mit Kindern beträgt seit 2019 3,05 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Für Versicherte, die keine Kinder haben oder hatten, wird ein Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent erhoben. Ihr Beitragssatz beträgt seit 2019 daher 3,3 Prozent.  

Bei Angestellten übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge zur Pflegeversicherung. Rentner müssen ihren Beitrag dagegen in voller Höhe allein zahlen – im Gegensatz zu den Beiträgen zur Krankenversicherung, die zur Hälfte der Rentenversicherungsträger übernimmt. Auch wenn Senioren bereits Leistungen aus der Pflegekasse beziehen, müssen sie dennoch weiter Beiträge zur Pflegeversicherung entrichten. Wie alle anderen Pflegeversicherten zahlen auch kinderlose Rentner den Beitragszuschlag von 0,25 Prozent – mit einer Ausnahme: Die Zuschlagspflicht besteht nicht für Senioren, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind.  

Tipp: Wer Kinder hat, die bei der Rente noch nicht berücksichtigt werden, sollte die entsprechenden Nachweise (z.B. die Geburtsurkunde) so bald wie möglich beim Rentenversicherungsträger vorlegen, der die Beiträge an die Pflegekasse abführt. Denn vom Zuschlag für Kinderlose befreit sind Rentner frühestens ab dem Zeitpunkt, zu dem der Nachweis eingegangen ist.

Beihilfeberechtigte Senioren zahlen nur die Hälfte

Pensionierte Beamte und andere Senioren, die Anspruch auf Beihilfe haben, zahlen nur die halben Beitragssätze zur Pflegeversicherung und erhalten dafür im Pflegefall auch nur die halben Leistungssätze. Die andere Hälfte der Leistungen übernimmt dann nicht die Pflegekasse sondern der Träger der Beihilfe.

Neben ehemaligen Beamten haben auch pensionierte Richter, Soldaten auf Zeit sowie Berufssoldaten der Bundeswehr möglicherweise Anspruch auf Beihilfe. Ebenso können Rentner zur Gruppe der Beihilfeberechtigten zählen, die als Angestellte für den Bund, ein Land, eine Gemeinde oder eine öffentlich-rechtliche Einrichtung gearbeitet haben.

Welche Einnahmen sind beitragspflichtig?

Wer im Alter Mitglied in der Krankenversicherung der Rentner ist, muss auf seine gesetzliche Rente Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen. Zu den beitragspflichtigen Einnahmen zählen außerdem noch Versorgungsbezüge, also zum Beispiel Betriebsrenten, Renten aus Versorgungswerken, betrieblich abgeschlossene Riester-Renten oder Beamtenpensionen. Beitragspflichtig sind darüber hinaus Einnahmen aus Arbeitseinkommen, also beispielsweise aus einer nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeit, die nicht ohnehin schon sozialversicherungspflichtig ist. Andere Einkünfte wie private Renten oder Mieteinnahmen sind beitragsfrei.  

Freiwillig gesetzlich versicherte Senioren müssen dagegen auf alle Einnahmen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten, die sie für den Lebensunterhalt nutzen können. Neben Rente, Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen zählen dazu auch Einnahmen aus Kapitalvermögen, Miete oder Pacht sowie Leistungen aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen.

Beitragssätze der Rentner zur gesetzlichen Pflegeversicherung

 

pflicht-

versichert

 

freiwillig

versichert

 

Beihilfe

berechtigt

 
 mit KindernKinder-losemit KindernKinder-losemit KindernKinder-lose

gesetz-liche

Rente

3,05 %3,3 %3,05 %3,3 %1,525 %1,65 %

Ver-sorgungs-

bezüge

3,05 %3,3 %3,05 %3,3 %1,525 %1,65 %

Erwerbs-

ein-kommen

3,05 %3,3 %3,05 %3,3 %1,525 %1,65 %
Mietein-nahmen--3,05 %3,3 %1,525 %1,65 %
Zinsen, Dividenden u.ä.--3,05 %3,3 %1,525 %1,65 %
private Renten--3,05 %3,3 %1,525 %1,65 %

Quelle: GKV-Beitragssätze (Stand: Januar 2019)

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung müssen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 54.450 Euro im Jahr (Stand: 2019) entrichtet werden. Auf alle Einnahmen oberhalb dieser Grenze zahlen auch Rentner keine Beiträge.

Autor
Max Mergenbaum

Stand: 07. Februar 2019


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