Warum überhaupt prozentuale Gebühren beim AV Depot zulassen?

  • Hallo, ich bin SaidisSchatten :rolleyes:

    Warum wird nicht ganz klar gefordert, dass prozentuale Kosten an sich ausgeschlossen sind? Der Aufwand die Förderung zu verrechnen hat nichts mit dem Depotwert zu tun, ich sehe nicht ein auch nur 0,1% Kosten zu akzeptieren, sondern eher 5 Euro im Jahr und das sollte schon eine satte Bezahlung sein dafür, ein paar Zahlen im Computer zu verwalten. Warum fordert der Original-Saidi nicht 0%?!

  • Möchtest du einen ganzen Berufsstand ins Elend stürzen? 8|;)

    Das sind immer noch einige Millionen im Jahr (je nach Erfolg von dem ganzen Vorhaben) damit könnte man 1000 Leute bezahlen die das umsetzen und betreiben und laut der letzten Meldung von Finanztip ist auch eine staatliche Lösung geplant, zumindest da kann man ja auf prozentuale Gebühren verzichten. Aber direkt eine maximale Gebühr von 0,5% zu fordern, das ist als wenn man einen Gebrauchtwagen kauft und das doppelte zahlt von dem was der Verkäufer haben will. Also aus verhandlungstaktischer Sicht. Ich würde ganz klar sagen, dass es keine anderen Produkte als die ohnehin vorhandenen gibt, also normale ETF und wenn das AV Depot an sich Kosten verursacht können dafür ja unabhängig vom ETF Gebühren berechnet werden.

  • Hallo SaidisSchatten,

    die tatsächlichen Verwaltungskosten haben sicherlich nichts mit dem Depotwert zu tun. Aber 5 Euro p.a. bei einem Standardprodukt dürften trotzdem nicht reichen. Sie müssen auch den einen Mitarbeiter bezahlen, der sich um den einen Vertrag von eintausend kümmert, der Probleme macht und die Reinigungskraft, die das Zimmer des Pförtners des Rechenzentrums reinigt, muss auch anteilig bezahlt werden usw. Keine Ahnung, ob da letztendlich 10 oder 100 Euro pro Vertrag herauskommen.

    Bei einem Festbetrag, egal in welcher Höhe, werden kleinvolumige Verträge überproportional belastet und bei einem Promillesatz vom Depotwert subventionieren die großen Verträge die kleinen mit. Was ist gerechter?

    Gruß Pumphut

  • (...)

    Bei einem Festbetrag, egal in welcher Höhe, werden kleinvolumige Verträge überproportional belastet und bei einem Promillesatz vom Depotwert subventionieren die großen Verträge die kleinen mit. Was ist gerechter?

    Gruß Pumphut

    Das Problem sind die jährlichen, prozentualen Gebühren. Auf einmalige, prozentuale Gebühren könnte man sich einigen, zb ich Zahle 150 ein, 1% davon geht als Gebühren drauf. Danach liegt das Geld da einfach und verursacht keinen weiteren Aufwand über einen normalen ETF hinaus. Welche Rechtfertigung soll es da nun geben, jedes Jahr 1% abzugreifen? Das ist praktisch die komplette Förderung. Dh wenn ich noch 40 Jahre vor mir habe, lohnt sich das gar nicht. Finanztip rechnet das nur insgesamt durch und dann subventionieren die späteren Zahlung die früheren Zahlungen. Die frühen Zahlungen lohnen sich aber gar nicht. Sondern dann sollte man lieber ganz normal investieren und erst wenn man nur noch 20 Jahre vor sich hat, mit AV Depot anfangen.

  • Das ist doch eine stark unterkomplexe Darstellung der Anforderungen und Hintergrundprozesse. "Der Computer" an sich wird zudem die geringsten Kosten verursachen.

    Das interessiert doch gar nicht, es geht aus Kundensicht um eine einfache Verwaltungsaufgabe. Es ist komplett belanglos wie das technisch funktioniert. Es funktioniert jedenfalls bei etlichen anderen Sachen auch, sei es die Verwaltung der Fahrerlaubnis oder sonst was. Es wäre z.B. komplett absurd für die Verwaltung deines Führerscheins jedes Jahr 1% deines Fahrzeugwertes an das Kraftfahrt Bundesamt zu überweisen. Beim Depot wird das aber wie selbstverständlich akzeptiert.

  • Das interessiert doch gar nicht, es geht aus Kundensicht um eine einfache Verwaltungsaufgabe. Es ist komplett belanglos wie das technisch funktioniert. Es funktioniert jedenfalls bei etlichen anderen Sachen auch, sei es die Verwaltung der Fahrerlaubnis oder sonst was. Es wäre z.B. komplett absurd für die Verwaltung deines Führerscheins jedes Jahr 1% deines Fahrzeugwertes an das Kraftfahrt Bundesamt zu überweisen. Beim Depot wird das aber wie selbstverständlich akzeptiert.

    Auf einen Führerschein werden weder wiederkehrende Einzahlungen geleistet noch ist ein Wertezuwachs erwartbar.

    Der Verwaltungsaufwand ist ergo nicht vergleichbar.

  • Das interessiert doch gar nicht, es geht aus Kundensicht um eine einfache Verwaltungsaufgabe. Es ist komplett belanglos wie das technisch funktioniert. Es funktioniert jedenfalls bei etlichen anderen Sachen auch, sei es die Verwaltung der Fahrerlaubnis oder sonst was. Es wäre z.B. komplett absurd für die Verwaltung deines Führerscheins jedes Jahr 1% deines Fahrzeugwertes an das Kraftfahrt Bundesamt zu überweisen. Beim Depot wird das aber wie selbstverständlich akzeptiert.

    Es fallen natürlich laufende Kosten an, mit jeder Sparplanausführung, Ertragsausschüttung, etc etc. Und wir leben nicht im Glücksbärchiland. Jedes Unternehmen will auch Gewinn machen. Das ist letztlich auch der Grund, warum aktienbasierte Geldanlage funktioniert.

    Woher kommt überhaupt die komische Vorstellung, daß audgrechnrz Finsnzdienstleistungen kostenlos sein soll? Das gibt es nirgendwo sonst.

  • Ich finde es nicht ungehörig sondern im Gegenteil. Ungehörig ist es, wenn die Förderung einfach bei der Finanzindustrie landet anstatt bei der Altersvorsorge.

    Ich stelle mal einen Vergleich an:

    Ein US-401(k) Plan ist das gängigste, vom Arbeitgeber mitfinanzierte Modell der privaten Altersvorsorge in den USA.
    Die Kosten für diesen Plan betragen im Durchschnitt etwa 0,5 % bis über 2 % des Anlagevermögens pro Jahr, oft im Mittel ca. 2,22 % und dies, obwohl die Kosten für US-ETFs teilweise deutlich unter den entsprechenden Kosten in Deutschland liegen.

  • Wenn das staatliche Standardprodukt max 0,5% kostet, möchten einige Anbieter das unterbieten.

    Finanztip schreibt im Newsletter heute:

    Darum rechnen wir nur mit 0,2 % Kosten

    Wir gehen davon aus, dass Du ein viel günstigeres AV-Depot wählst als den Kostendeckel für Standardprodukte. Denn in Gesprächen mit verschiedenen Anbietern haben wir erfahren, dass derartige Kosten geplant sind.

    Sobald die ersten Angebote kommen, werden wir sie natürlich für Dich checken und Dir helfen, die bestmöglichen Konditionen zu bekommen.

  • Es fallen natürlich laufende Kosten an, mit jeder Sparplanausführung, Ertragsausschüttung, etc etc. Und wir leben nicht im Glücksbärchiland. Jedes Unternehmen will auch Gewinn machen. Das ist letztlich auch der Grund, warum aktienbasierte Geldanlage funktioniert.

    Woher kommt überhaupt die komische Vorstellung, daß audgrechnrz Finsnzdienstleistungen kostenlos sein soll? Das gibt es nirgendwo sonst.

    Ich habe nicht gesagt dass es kostenlos sein muss. Aber wir reden hier von Steuergeldern, die dann nur zu einem geringen Anteil zu einem Vorteil für die Altersvorsorge führen und das meiste geht für die Gebühren drauf. Zu Anfang geht fast die gesamte Förderung in die Gebühren! Wenn ich 1 Euro für 40 Jahre anlege habe ich mit dem AV Depot grob gerechnet:
    1 * 1,5 * 1,06^40 = 15,43 Euro
    Und mit normaler Anlage:
    1 * 1,07 ^40 = 14,97
    D.h. ich habe einen Vorteil von 0,45 Euro, aber die 0,5 Euro die durch die Förderung am Anfang dazu gekommen sind, wären nach 40 Jahren eigentlich
    0,5 * 1,07^40 = 7,49 Euro d.h. ich bekomme 0,45 und die Banken 7,04 Euro. Das ganze finanziert mit Steuern, die ich selber bezahle. Das ist keine Altersvorsorge sondern primär ein Geschenk an die Finanzindustrie und macht überhaupt keinen Sinn, außer wenn ich jetzt nur sage: Die 45 Cent will ich mitnehmen und die 50 Cent zahle ich ja nicht selber, aber unterm Strich zahlen "wir alle" es ja und die Banken stecken sich das ein.

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