1. April 2026
Hallo Irving,
liebe Forumsfreunde,
ich habe mich hier zuletzt etwas rar gemacht – es gibt schließlich auch noch ein Leben außerhalb der Börse …
Als waschechter Schwabe und überzeugter Häuslebauer sowie Immobilieninvestor habe ich ab dem 65. Lebensjahr begonnen, meine zahlreichen vermieteten Immobilien zu verkaufen. Das Ganze hat über 10 Jahre gedauert. Darunter waren einige echte „Brocken“ in bester Stuttgarter Zentrumslage, jeweils im zweistelligen Millionenbereich, teilweise gewerblich und in einer Grundstücks-AG gebündelt. Dazu kam noch eine komplette Betriebsauflösung.
Nach diesen 10 Jahren war alles abgewickelt, und der gesamte Erlös wanderte ins Aktiendepot. Weitere 5 Jahre später bin ich den nächsten Schritt gegangen: Einzelaktien werden konsequent reduziert (teilweise auf die Kinder übertragen), und ich setze inzwischen nahezu vollständig auf ETFs – mit klarem Schwerpunkt auf Ausschüttung.
Aktuell halte ich 9 ETFs, darunter auch je einen im Bereich Energie und Rüstung. Rückblickend war die Umstellung auf ETFs eine meiner besten Entscheidungen überhaupt. Und ich gebe offen zu: Ohne die Beiträge einiger Forumsmitglieder – allen voran Irving – wäre ich diesen Weg vermutlich nicht so konsequent gegangen.
Mit Irving habe ich mich hier früher durchaus gerne und auch mal heftig gerieben. Inzwischen hat die Altersmilde Einzug gehalten – heute lese ich viele Beiträge eher mit einem Schmunzeln und als unterhaltsame Lektüre, auch wenn ich mich selbst nur noch selten einbringe.
Was mich aktuell beschäftigt, ist ein anderes Thema:
Ich habe vor rund 25 Jahren in meiner Heimatstadt eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Und dort erlebe ich gerade ein schönes Praxisbeispiel dafür, wie schwer sich Theorie in Köpfen verankern lässt.
Obwohl ich Stifter, Gründer und Vorstand bin, entscheide ich nicht allein über die Kapitalanlage. Mein Vorschlag ist simpel und aus meiner Sicht logisch: Kapital in einen ausschüttenden Dividendenfonds, Ausschüttungen für den Stiftungszweck verwenden, und die langfristige Wertentwicklung erledigt den Inflationsausgleich quasi automatisch.
Die Realität: ein vierköpfiges Gremium, das weiterhin an klassischen festverzinslichen Anlagen festhält – ohne echten Inflationsausgleich.
Man könnte sagen: Kapitalerhalt auf dem Papier, real schleichender Substanzverlust.
Ihr seht – auch ohne tägliche Börse wird es nicht langweilig.
Viele Grüße
McProfit