Gehebelten ETF beimischen

  • Hallo,

    ich bin auf folgendes Video von "Notgroschen" (

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    ) bzg. ETF und Beimischungen gestossen.

    Es geht die Beimischungsvariante MSCI World 75% und zweifach gehebelten MSCI World 25%. Die Stelle ist ab Minute 4:20.

    Ausgerechnet wurde eine 88% Wahrscheinlichkeit dass die 75%/25% Variante die 100%-Variante überbietet. Laufzeit 30 Jahre.


    Was ist eure Meinung dazu?

  • Die Frage kannst du am besten hier stellen, da wird am Ende auch über deine Kombination gesprochen:

    Alex777 kennt sich damit ganz gut aus.

    Mazen
    25. Dezember 2024 um 21:57

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Was ist eure Meinung dazu?

    Wenn man es schafft das konsequent durchzuziehen, dann ist das glaube ich eine ganz gute Sache. 1,25x ist ja auch der Hebel des schwedischen Staatsfonds AP7.

    Ich freu mich immer wenn’s auf dem Kanal von Notgroschen ein neues Video gibt, die finde ich analytisch immer gut gemacht. Mir gefällt, dass hier auch Sparpläne betrachtet werden, da diese verglichen mit der theoretischen Einmalanlage ja auch einen Einbruch etwas besser verzeihen können.

    Bis zum Hebel von etwa 1,3x sollte das Drawdownrisiko bei Buy and Hold über halbwegs ertragbare Zeiträume noch zu verschmerzen sein, das ist ja auch in etwa das Ergebnis in den Videos. Darüber hinaus wird die mögliche Durststrecke dann einfach unglaublich lang, wenn man das Risiko nicht durch aktives Eingreifen versucht zu steuern.

  • So lange es nach oben geht ist alles gut, problematisch wird es bei schwankenden Markt oder längeren Abwärtsbewegungen. Da hier sich der Verlust eben in höhe des Hebels verdoppelt oder vervielfacht. Beispiel 100€ verlieren 25%, mit doppelten Hebel hast du dann noch 50€. Bei einem anschließenden Gewinn von 25% hast du 75€. Wenn du damit leben kannst, mach es, ich mache es nicht.

  • Einen sachlichen Grund, das Ganze kritisch zu begleiten gibts aber durchaus auch: beim Awumbo ETF888, also dem gehebelten MSCI World, bestehen noch Anzeichen, die darauf hindeuten, dass er es aktuell nicht schafft den Hebel mit akzeptabler Tracking Difference umzusetzen. Der ETF ist seit dem Start im Oktober 2025 leider etwas schlechter gelaufen, als er das bei einer TER von 0,6% nominell dürfte. Annualisiert, also auf ein volles Jahr bezogen, liegt die TD zum gehebelten Index aktuell zwischen 1,5 und 2% p.a. Das ist leider eher unglücklich und kostet Rendite. Hier gilt es zu schauen, ob sich das mit der Zeit bessern wird.

  • Es gibt eine einfache und simple Antwort auf alle diese gehebelten Variationen:

    FINGER WEG !!!

    Egal was irgendwelche Leute im YouTube-Universum behaupten.

    Es kommt immer auf die individuelle Situation an. Wenn du jung bist und einen langen Anlagehorizont hast, kann ein moderater Hebel auf die Weltwirtschaft ein geeignetes Instrument sein, um die eigene Rendite zu erhöhen. Mit +50 brauchst du mit solchen Dingen aber nicht mehr anfangen.


    So lange es nach oben geht ist alles gut, problematisch wird es bei schwankenden Markt oder längeren Abwärtsbewegungen. Da hier sich der Verlust eben in höhe des Hebels verdoppelt oder vervielfacht. Beispiel 100€ verlieren 25%, mit doppelten Hebel hast du dann noch 50€. Bei einem anschließenden Gewinn von 25% hast du 75€. Wenn du damit leben kannst, mach es, ich mache es nicht.

    Etwas zu undifferenziert betrachtet, auch wenn der Kern grundsätzlich stimmt – zumindest, wenn man von einem Einmalinvestment ausgeht.

    Genau dieses Szenario, und auch nur dieses, wird übrigens von den meisten Kritikern gehebelter ETFs herangezogen. Finanztip macht das im Übrigen auch so. Was dabei oft unter den Tisch fällt: das eigentliche Standard-Szenario vieler Anleger – der Sparplan.

    Gerade in schwachen oder volatilen Phasen profitierst du beim Sparplan ja davon, dass du regelmäßig günstiger nachkaufst. Und bei einem moderaten Hebel kann sich dieser Effekt über die Zeit überproportional auswirken.

    Wenn man also unterstellt, dass die Weltwirtschaft langfristig ihre ~6–8 % p.a. liefert, dann kann ein Sparplan auf einen moderat gehebelten ETF als Beimischung durchaus ein legitimer Renditebooster sein.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ob nun Einmalanlage oder Sparplan das Szenario bleibt wohl das Gleiche, besonders interessant, wenn es Richtung Bedarf geht. Als Zusammenfassung, das Risiko wird deutlich größer, ob man das will, muss man selbst entscheiden. Wenn man dieses Jahr als Grundlage nimmt, ist der langweilige ETF klar im Vorteil.

  • Es gibt eine einfache und simple Antwort auf alle diese gehebelten Variationen:

    FINGER WEG !!!

    Egal was irgendwelche Leute im YouTube-Universum behaupten.

    Es wäre gut, wenn Du deine Meinung auch mit Argumenten untermauern könntest.

    Ich meine mich erinnern zu können, dass gehobelt gut bei niedrigen Zinsen ist. Aber danach sieht es ja gerade nicht aus.

  • Es wäre gut, wenn Du deine Meinung auch mit Argumenten untermauern könntest.

    Ich meine mich erinnern zu können, dass gehobelt gut bei niedrigen Zinsen ist. Aber danach sieht es ja gerade nicht aus.

    Was wird da von den Zinsen weggehobelt? Spaß beiseite, was haben Zinsen für was auch immer, mit dem Hebel zu tun, kurzfristig vielleicht, aber langfristig für die ETFs nun mal sind, einfach nichts. Zinsen steigen, Aktien fallen und dann? Es ist halt kräftiges zocken, wie schon geschrieben, wer es möchte, immer zu. Für eine Altersvorsorge würde ich es nicht machen.

  • Ob nun Einmalanlage oder Sparplan das Szenario bleibt wohl das Gleiche,

    Es ändert sich schon, Backtests belegen das auch ganz gut:

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  • Was wird da von den Zinsen weggehobelt? Spaß beiseite, was haben Zinsen für was auch immer, mit dem Hebel zu tun, kurzfristig vielleicht, aber langfristig für die ETFs nun mal sind, einfach nichts. Zinsen steigen, Aktien fallen und dann? Es ist halt kräftiges zocken, wie schon geschrieben, wer es möchte, immer zu. Für eine Altersvorsorge würde ich es nicht machen.

    Der Hebel wird durch den Einsatz von Derivaten und Krediten seitens der ETF-Anbieter erzeugt. Ein niedriges Zinsumfeld mit einem niedrigen Fremdkapitalzinssatz ist daher beim Hebel günstiger.

    Bevor man nicht jahrelang Erfahrung mit (nahezu) 100 % Aktienquote im Investmenttopf hat, sollte man sich keine ernsthaften Gedanken über Hebel-ETFs machen.

  • Zusammenfassung von KI:

    Gehebelte ETFs (Leveraged ETFs) sind mächtige Werkzeuge, aber sie funktionieren mathematisch anders als normale Indexfonds. Das größte Missverständnis ist oft, dass ein 2x-Hebel-ETF langfristig einfach die doppelte Rendite eines Index liefert. Das ist aufgrund der täglichen Neugewichtung meist nicht der Fall.

    Hier sind die kritischen Risiken, die du kennen musst:

    1. Die Pfadabhängigkeit (Volatility Drag)

    Gehebelte ETFs beziehen sich fast immer auf die tägliche Performance. Das führt bei schwankenden Märkten zu einem schleichenden Wertverlust, selbst wenn der Index am Ende wieder bei null steht.

    • Beispiel (2x Hebel):
      • Tag 1: Index fällt um 10 %. Der ETF fällt um 20 %. (Wert: 80 €)
      • Tag 2: Index steigt um 11,11 % (er ist wieder beim Startwert).
      • Der ETF: Steigt um 22,22 % von 80 € = 97,78 €.
    • Ergebnis: Der Index ist bei ±0 %, dein gehebelter ETF hat aber 2,22 % verloren. In volatilen Seitwärtsphasen "frisst" die Mathematik dein Kapital auf.

    2. Das Totalverlustrisiko

    Während ein breiter Marktindex (wie der MSCI World) praktisch nie auf null fallen kann, ist das bei einem gehebelten Produkt theoretisch möglich:

    • Bei einem 3x-Hebel reicht ein Kurssturz des Basisindex von 33,33 % an einem einzigen Tag, um den Wert des ETFs rechnerisch auf null zu setzen.
    • Zwar gibt es oft Schutzmechanismen (Circuit Breaker) der Börsen, aber das Risiko extremer Einbrüche bleibt bestehen.

    3. Höhere Kostenstrukturen

    Gehebelte ETFs sind deutlich teurer als Standard-ETFs:

    • Verwaltungsgebühren (TER): Oft 0,50 % bis 0,95 % p.a. (statt 0,07 % bei Core-ETFs).
    • Finanzierungskosten: Da der Hebel durch Derivate oder Kredite erzeugt wird, fallen interne Zinskosten an. Diese steigen, wenn die Leitzinsen hoch sind, und mindern direkt deine Rendite.

    4. Psychologischer Druck

    Die Volatilität ist extrem. Ein "normaler" Bärenmarkt mit 20 % Korrektur bedeutet bei einem 3x-Hebel einen Einbruch von 60 %. Solche Schwankungen führen oft zu Panikverkäufen am schlechtesten Zeitpunkt.

  • Zu 2: Es wird ja hier nicht von einem 3x-Hebel gesprochen, sondern von einem moderaten 1,1x- bis 1,5x-Hebel auf einen Welt-ETF via Sparplan.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Bei einem 3x-Hebel reicht ein Kurssturz des Basisindex von 33,33 % an einem einzigen Tag, um den Wert des ETFs rechnerisch auf null zu setzen.

    Ui, ui, ui. Das klingt ja dramatisch. Wie oft kam das denn schon vor?

    Hier geht es um Finanzbildung, um Altersvorsorge, um vergleichsweise langweilige Dinge ;)

    Ich würde sagen, hier geht es um das, was die Community daraus im thematischen Rahmen dieses Forums macht. Und man kann sich doch auch zur Wirkungsweise gehebelter ETFs Finanzbildung verschaffen und dazu, welchen Beitrag sie zur Altersvorsorge leisten können.


    Ehrlich gesagt, ich finde es ein wenig witzig, wie mitleidig-herablassend hier zuweilen über die Dösbaddel geschrieben wird, die nicht in Aktien investieren, weil sie die für Teufelszeug halten - und sobald hier jemand mit gehebelten ETFs ums Eck kommt, wird auch hier mit Weihwasser herumgespritzt und „Teufelszeug“ gerufen.


    Wer sich interessiert, kann ja mal damit anfangen, bei curvo.eu zu vergleichen, wie sich ein Sparplan auf den S&P 500 und einer auf den 2fach gehebelten S&P 500 in den letzten 3, 5, 10, ~ 12 Jahren entwickelt hat.

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