Was tun mit laufener Lebensversicherung?

  • Hallo liebe Foristen,

    wir ordnen etwas unsere Finanzen.

    Meine Frau bespart eine Kapitallebensversicherung, da dynamische Beiträge vereinbart wurden, fließen dort derzeit ca. 150 Euro/Monat rein. Der Vertrag wurde damals noch beworben, da sich wohl steuerlich etwas geändert hat. Er ist als Altersvorsorge gedacht. Ich würde Euch gerne mal die Eckdaten geben und Euren Rat erfragen, ob es sinnvoll ist das so (oder anders) weiterzuführen.

    Beginn: 1.11.2004, Ende 1.11.2047. Versicherunggssumme: 80k, bisherige Überschussbeteiligung 1,2k.

    Garantierter Rückkaufswerte: 22,7k. Dynamisierte Beiträge (man wird jährlich gefragt, ob man einmalig oder daurhaft die Dynamisierung abwählen möchte).

    Vertrag ist bei der Debeka.

    Danke für Eure Hilfe, beste Grüße!

    S.

  • Dynamische Verträge werden gern verkauft, da immer wieder Abschlusskosten anfallen. Der momentane Überschuss ist sehr bescheiden, also ist der Vertrag nicht mehr sinnvoll. Bis 2047 ist noch viel Zeit und die monatlichen 150€ in einem weltweiten ETF besser aufgehoben. Wenn man 6% jährlichen Gewinn auf die bleibenden 21 Jahre annimmt, hast du in etwa 75k vor Steuern erreicht. Ob man den Vertrag beitragsfrei stellt oder kündigt muss man überprüfen.

  • Ich wäre da nicht sehr vorschnell mit dem Kündigen. Der Vertrag hat noch das Steuerprivileg.

    Erster Schritt wäre, sich das ganze durchzurechnen. Dynamik rausnehmen ist ohnehin aus bekannten Gründen ratsam.

  • Danke für Eure Rückmeldung! Die Dynamisierung stoppen wir, das war uns nicht klar. Man sagte uns damals, wir sollten doch die Inflation bedenken, und wachsendes Einkommen, das sei ein toller Service der Versicherung.

    Mal für ganz Doofe (wie mich): Man bekommt doch den Vertrag über den Rechnungszins von 2004 (glaub 2,x Prozent..?) PLUS diese Überschussbeteiligung (die der Versicherer offenbar irgendwie würfelt). Dann kann man das Ganze ja wie ein Festgeld betrachten, oder mach ich einen Denkfehler?

    Danke, schönen Abend!

    S.

  • Einen über 40 Jahre laufenden, dynamischen Vertrag ...

    Kündigen. Neu orientieren!

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Dann kann man das Ganze ja wie ein Festgeld betrachten, oder mach ich einen Denkfehler?

    Ja und nein.

    Du bekommst nicht auf die 150€ den vereinbarten Zins, sondern nur auf den Sparbetrag, aber nach Kosten.

    Der Rechner gibt eine Rendite von knapp 2% ohne und von 0.4% mit Dynamisierung aus. Zauberhaft.

    Wie klappt das? Ohne Dynamisierung mag ja noch stimmen. Aber auch die Debeka wird keinen Endbetrag inkl. Dynamisierung angeben. Selbst wenn die Dynamisierung jedes Jahr ein konstanter Prozentsatz wäre (ist es bei mir nicht, ist aber auch Provinzial).

    Bei mir kenne ich nur den zugesicherten Endbetrag mit der Vorjahresrate und den mit der aktuellen Rate. Mit Dynaik erhöht sich aber der Endbetrag.

    Und am Ende musst Du Dir halt ausmalen, was Dir/euch lieber ist:

    Ein fester Betrag zum Ablaufdatum mit der ausrechenbaren Rendite und einer meiste etwas höheren psychologischen Hürde, den Beitrag auszusetzen. Das dann ggf. entweder als steuerfreie Einmalzahlung oder als lebenslange Rente (falls der Rentenfaktor gut und unveränderlich ist), deren Gewinnanteil dann aber zu versteuern ist.

    Oder einen ETF, den ihr konsequent bis 2047 bespart und euch genauso konsequent (je nach Nutzung des Geldes ab dem Zeitraum) vor oder ab dem Datun ein Leben lang um das Geld und die Auszahlung selber kümmert.

    In dem Fall könnte man erwarten, dass bei Rückkauf und Eigenanlage das Kapital später höher sein sollte.

    Davon, dass ihr bis 2047 in Gefahr laufen könnter, mal Sozialleistungen zu beziehen, gehe ich nicht aus. Das Familieneinkommen ist anderweitig abgesichert, wenn doch das unverhoffte passieren sollte.

  • Einen über 40 Jahre laufenden, dynamischen Vertrag ...

    Kündigen. Neu orientieren!

    21 Jahre Restlaufzeit, die Dynamik kann man ablehnen, wenn sie einem zu teuer ist und einen der Infatikonsausgleich dadurch egal ist.

    80k€ sicher 2047 oder ca. 130k-150k€ erhofftes Brutto 2047 im Depot, mit Pech aber 2047 auch 30-40% weniger, weil der Markt gerade im Keller ist und man nicht früh genug drauf reagiert hat.

    Hier mit 2% Nettozins p.A. und noch 21 Restjahren würde ich unter den übrigen Annahmen von meinen vorherigen Post auch kündigen.

  • Ich wäre da nicht sehr vorschnell mit dem Kündigen. Der Vertrag hat noch das Steuerprivileg.

    Erster Schritt wäre, sich das ganze durchzurechnen. Dynamik rausnehmen ist ohnehin aus bekannten Gründen ratsam.

    Frage dazu: Mein Vertrag (Continentale) ist von 1998, leider auch größtenteils der Dynamik NICHT widersprochen, ich wusste es nicht besser.

    Diesen habe ich letztes Jahr beitragsfrei stellen lassen. Mir wurde in einem Telefonat vorab gesagt, dass ich den Vertrag noch einmal besparen müsste innerhalb der nächsten 3 Jahre, also nur 2mal schieben dürfe. Ist das so?! Er wäre zuteilungsreif in 2029. Bescheidene Summe, um die 40k.

  • Nein, so stimmt das m.E. nicht

    Bei einer Kapitallebensversicherung wie deiner bei Continentale Versicherung kannst du den Vertrag beitragsfrei stellen, ohne dass du verpflichtet bist, ihn innerhalb von 3 Jahren wieder zu besparen. Diese „nur 2x schieben“-Aussage klingt eher nach internen Vertriebsregeln oder Missverständnis, Geschwätz, nicht nach einer gesetzlichen Vorgabe.

    Beitragsfrei heißt: Vertrag läuft weiter, aber ohne neue Einzahlungen
    Die Ablaufleistung reduziert sich entsprechend.

    Genau darüber müsstest du etwas schriftlich bekommen haben.

    Prüfe das einfach mal. Im Zweifelsfall schreibst du die Versicherung an und um schriftliche Auskunft.

    Leider sind viele Telefonkräfte auf einem sehr niedrigen Niveau angekommen.

  • Frage dazu: Mein Vertrag (Continentale) ist von 1998, leider auch größtenteils der Dynamik NICHT widersprochen, ich wusste es nicht besser.

    Diesen habe ich letztes Jahr beitragsfrei stellen lassen. Mir wurde in einem Telefonat vorab gesagt, dass ich den Vertrag noch einmal besparen müsste innerhalb der nächsten 3 Jahre, also nur 2mal schieben dürfe. Ist das so?! Er wäre zuteilungsreif in 2029. Bescheidene Summe, um die 40k.

    Ich bin auch gerade am Überlegen meine KLV von vor 2005 beitragsfrei stellen zu lassen. Dynamik gibt's keine mehr, aber in diesem Finanztip-Artikel "Beitragsfreistellung" heißt es, dass es bei Altverträgen sein kann, dass man durch die Beitragsfreistellung den Steuervorteil verlieren könnte:

    Zitat

    Achtung: Hast Du noch einen alten Versicherungsvertrag, der vor 2005 abgeschlossen wurde, ist es selten sinnvoll, die Beiträge auszusetzen. Denn jede Änderung an Deinem ursprünglichen Vertrag kann dazu führen, dass Du einen großen Vorteil verlierst: die Steuerfreiheit in der Auszahlung.

    Werde wohl mal die Versicherung fragen müssen.

  • Ich bin auch gerade am Überlegen meine KLV von vor 2005 beitragsfrei stellen zu lassen. Dynamik gibt's keine mehr, aber in diesem Finanztip-Artikel "Beitragsfreistellung" heißt es, dass es bei Altverträgen sein kann, dass man durch die Beitragsfreistellung den Steuervorteil verlieren könnte:

    Werde wohl mal die Versicherung fragen müssen.

    Vielen Dank für den Hinweis! Dann werde ich wohl nächstes Jahr doch noch einmal einzahlen sicherheitshalber.

  • Das sagt allerdings die KI, somit steuerlich doch nicht relevant...

    Übersicht mit KI

    Die Beitragsfreistellung einer privaten Rentenversicherung aus dem Jahr 1998 (Abschluss vor 2005) ist steuerlich in der Regel unproblematisch, da der "Bestandsschutz" für die Steuerfreiheit der Erträge bestehen bleibt, solange der Vertrag nicht gekündigt wird. Es gibt jedoch spezifische Aspekte zu beachten:

    Steuerliche Vorteile (Bestandsschutz):

    • Steuerfreie Auszahlung: Bei einer Kapitalauszahlung (Einmalzahlung) nach Vollendung des 60. Lebensjahrs und mindestens 12 Jahren Laufzeit bleiben die Gewinne komplett steuerfrei

      ...

      Aber hier ist noch etwas, das ich klären müsste:

      Änderung der Vertragsstruktur: Bei bestimmten Verträgen kann eine Beitragsfreistellung zu einer Neubewertung führen, die den Todesfallschutz reduziert.


      Habe mir nochmal die Unterlage zu meiner Befreiiung angesehen - dort steht es anders, als die Telefondame erzählte! Einfach nur, dass es nur innerhalb von 3 Jahren möglich wäre, den Vertrag mit Zahlungen wieder aufzunehmen.

  • Frage dazu: Mein Vertrag (Continentale) ist von 1998, leider auch größtenteils der Dynamik NICHT widersprochen, ich wusste es nicht besser.

    Diesen habe ich letztes Jahr beitragsfrei stellen lassen. Mir wurde in einem Telefonat vorab gesagt, dass ich den Vertrag noch einmal besparen müsste innerhalb der nächsten 3 Jahre, also nur 2mal schieben dürfe. Ist das so?! Er wäre zuteilungsreif in 2029. Bescheidene Summe, um die 40k.

    Meines Wissens und Erfahrung nach: 3x in Folge der Dynamisierung widersprechen -> keine Dynamik mehr. Die Versicherung kann dir die Dynamik aber wieder gewähren.

    Aber vielleicht habe ich deine Frage auch nicht ganz verstanden. Mit jeder Dynamisierung halt wieder neue Abschlusskosten auf die Dynamisierung.

    Ich hatte schon vor Jahren bei unseren Verträgen widersprochen und habe es nicht bereut.

  • Ich würde mal gerne wissen woher Finanztip diese Einschätzung nimmt. Ich habe auch noch eine alte Versicherung bei der Debeka laufen (durch die Eltern abgeschlossen). Diese würde ich natürlich nicht weiter besparen wollen nach deren Ableben. Wenn das dann eine Vertragsänderung sein soll wäre das natürlich sehr bescheiden.

  • Meines Wissens und Erfahrung nach: 3x in Folge der Dynamisierung widersprechen -> keine Dynamik mehr. Die Versicherung kann dir die Dynamik aber wieder gewähren.

    Aber vielleicht habe ich deine Frage auch nicht ganz verstanden. Mit jeder Dynamisierung halt wieder neue Abschlusskosten auf die Dynamisierung.

    Ich hatte schon vor Jahren bei unseren Verträgen widersprochen und habe es nicht bereut.

    Ich habe damals, auch wenn es eng finanziell war, immer nur 2mal widersprochen und das dritte Mal voll bezahlt. Später bei besserer Finanzlage jedes Jahr inkl. Dynamik. Ich dachte damals, das sei etwas Gutes, erstrebenswertes. Dass es neue Kosten auslöste, davon hatte ich keine Ahnung.

    Es geht in meinem Posting um etwas anderes: Nach Beitragsfreistellung (beantragt 2025) soll ich noch mind. einmal vor Zuteilung (in 2029) einzahlen. Sonst könnte lt. FA die Todesfallversicherung wegfallen. Das stand im Schreiben der Versicherung nicht deutlich drin, nur, dass der Versicherungsschutz sich bei Beitragsfreistellung reduzieren würde und dass ich nur bei neuer Einzahlung innerhalb von zwei Jahren die Dynamik wieder aufnehmen könne/überhaupt einzahlen dürfe ohne neue Gesundheitsprüfung.

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