Höhe Altersvorsorge, Milchmädchenrechnung

  • Hallo zusammen,

    ich mache mir gerade Gedanken über die Altersvorsorge für eine Person, die aktuell keine gute Vorsorge hat und betrachte das ganze ohne die staatliche Rentenversicherung, Riester, ggf. Witwenrente, Erbe etc.
    Wenn ich ab jetzt (Alter 40) mit Start 0,- + 20 Jahre monatlich 500 Eur in einen ETF und 3% Dynamik und 4,0% Rendite rechne:
    Steht das Depot nach 20 Jahren (Alter 60) bei 237.000.
    Ab da lasse ich es 10 Jahre liegen (Alter 70) und es wächst auf 353.000 an.
    Dann starte ich eine Entnahme im geringen Bereich (heute 500 Euro entsprechen in 30 Jahren 1.200 Euro)
    Da Abgeltungssteuer fällig werden entnehme ich 1.700 Euro im Monat ebenfalls mit 3% Dynamik.
    Das Konto fällt und ist nach weiteren 20 Jahren (Alter 90) leer.
    Ist das soweit richtig gerechnet? Wie sich die Abgeltungssteuer ändert weiß keiner, deswegen habe ich auch ohne Freibeträge gerechnet.

    Mit welcher lebenslangen Rente könnte man rechnen wenn man in 70 Jahren statt mit einer Entnahme startet eine lebenslange Rente kauft? Wenn es das dann noch gibt? Bis zu welchem Lebensalter rechnet/plant ihr eure Rente so? Ich bin hier leider recht ratlos und kann garnicht sagen ob die Person ab hetze eher 400 oder 700 Euro investieren sollte...

    Ich bin für alle Tips und Hinweise sehr dankbar!

  • Kater.Ka 20. April 2026 um 21:26

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Deine Rechnung ist als grobe Orientierung okay, aber stark von Annahmen abhängig. Wichtig ist eher, regelmäßig zu sparen, realistisch zu bleiben und flexibel nachzusteuern.

    Richtig und und es natürlich wichtig „das Leben zu genießen“.

    Was die Höhe der Sparrate angeht ist die 50, 30, 20 Regel eine gute grobe erste Orientierung.

    Am Ende ist es natürlich wichtig die Finanzen gesamtheitlich zu betrachten. Man muss betrachten wie welche Vermögenswerte und ggf. Schulden es noch gibt und dann ermitteln was man mal braucht wenn man in Rente geht.

  • Wenn ich ab jetzt (Alter 40) mit Start 0,- + 20 Jahre monatlich 500 Eur in einen ETF und 3% Dynamik und 4,0% Rendite rechne:
    Steht das Depot nach 20 Jahren (Alter 60) bei 237.000.

    Da frage ich mich zwar unweigerlich, was bisher mit dem Geld geschehen ist, aber egal.

    Ab da lasse ich es 10 Jahre liegen (Alter 70) und es wächst auf 353.000 an.

    Was macht Du in den 10 Jahren? Rechnest Du ab 60 mit einer Gehalts-/Einnahmekürzung um die 500€ (heutige Kaufkraft) und nur noch den Einnahmen für den Lebensunterhalt bis 70?

    Wenn ich 20 Jahre lang gewohnt war, mit 500€ weniger auszukommen wie mir mein Job einbringt, dann bin ich das auch die kommenden 10 Jahre (ohne Jobverlust). Teilzeit würde ich persönlich bei den sonstigen Voraussetzungen nicht anstreben. 1200€ in der Rente sind für mich nicht wirklich viel, slebst mit einer abbezhalten ETW, für die auch irgendwann Instandhaltungskosten anfallen.

    Dann starte ich eine Entnahme im geringen Bereich (heute 500 Euro entsprechen in 30 Jahren 1.200 Euro)

    Du gehst also davon aus, dass Du in Deinem Szenario (keine staatliche Rentenversicherung) dann mit 1200€ auskommst? Die Miete steigt um max. 3% p.A. und die KV/PV kommen für mich noch dazu, selbst wenn ich eine sehr niedrige Miete haben sollte.

    Ist das soweit richtig gerechnet?

    Ich komme für die Entnahme zwar auf einen geringernen Betrag vor Steuern, aber dafür muss man die Entnahme vermutlich passend plannen. Jegliche Marktschwankung wurde ebenso außer Acht gelassen, ich kenne jedenfalls kein für mich (über so lange Zeit) vertrauenswürdiges Finanzprodiukt, welches garantiert konstant 4% p.A. liefert. Muss ich in der Rente davon leben, würde ich Teile des Depots nicht erst mit 69,9 umschichten.

    Grob passt es aber und genauer wirst Du das 30 Jahre vor Entnahmebeginn nicht abschätzen können.

    Mit welcher lebenslangen Rente könnte man rechnen wenn man in 70 Jahren statt mit einer Entnahme startet eine lebenslange Rente kauft?

    Das wird Dir niemand sagen können, da jede Versicherungsgesellschaft anders rechnet.

    Nur weil ich aus ca. 110k€ angespartem Betrag von der privaten RV eine lebenslange Rente von 615€ Brutto bekommen würde, lässt sich das weder auch andere Vertäge von 1999 noch auf solche von heute hochrechnen.

    Wenn es nicht lebenslang sein soll, dafür aber planbar, kannst Du Dir aktuell den Auszahlplan der Gefa Bank ansehen. Ob der aber zu Deinem 70. oder schon nur in 10 Jahren noch die selben Konditionen bietet, weiss keiner.

    Bis zu welchem Lebensalter rechnet/plant ihr eure Rente so?

    So lange wie nötig. Ich plane aber weder ohne staatliche Rente noch ohne meine BAV und beide zusammen liefern mir (nach aktuellen Abgaben) mehr wie das Geld für meinen Lebensuntetrhalt.

    Dazu weiss ich, dass ich in der Entnahmephase niemals den selben monatlichen Betrag über 20-30 Jahre benötigen werde. Irgendwann kommt die Zeit, in der ich noch fit genug bin, um eigenverantwortlich in meiner Wohnung zu leben, aber keine Lust mehr habe (oder gesundheitlich nicht mehr in der Lage bin), meinen Hobbies so geldintensiv nachzugehen wie zu Beginn.

    kann garnicht sagen ob die Person ab hetze eher 400 oder 700 Euro investieren sollte

    Tja, was ist die Auswirkung, wenn die Person aktuell die 700€ investiert, und dafür ggf. ab 50 die Sparrate auf 400€ runter fährt. Zinseszinsmäßig sollte am Ende etwas mehr Vermögen bei gleicher Gesamteinzahlung heraus kommen.

    Wenn aber schon die 400€ dazu führen, dass die Person sich im Leben signifikant einschränken muss, dann verstehe ich pers. zwar nicht, warum ohne die staatliche Rente geplant wird, aber auch dass musst Du natürlich individuell selber wissen.

  • Vor etwa 30 Jahren hatte ich mal überlegt, einen Teil des Vermögens für eine Sofortrente zu verwenden. Gute Anbieter boten damals noch 7 % an wenn ich mich recht erinnere. An solche Renditen ist heute nicht mehr zu denken. Was in zwanzig oder dreißig Jahren für Konditionen gelten werden, kann Dir keiner auch nur halbwegs verlässlich vorhersagen.

    Mit 70 sollte es seriös sein mit einer Entnahme von 4 % des Kapitals zu starten, weil die Auszahlungsphase kürzer ist als beim Start mit 60 oder 65. Eine Dynamik von 3 % bei der Entnahme ist unnötig hoch, orientiere Dich besser an der Inflation. Wenn Du sonst wirklich nur sehr wenig andere Einkünfte hast, wirst Du (Stand heute) zumindest einen Teil Deiner Kapitalertragssteuern über eine Steuererklärung zurück bekommen.

    Wenn man spät anfängt mit der Altersvorsorge muss man tatsächlich klotzen statt kleckern. 400 Euro scheint mir in der Situation zu wenig zu sein. 500 Euro ist ziemlich auf Kante genäht, weil es nicht sicher ist, welche Renditen Du wann erzielen wirst können. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn Du 700 Euro monatlich zur Seite legen kannst, aber irgendwie muss auch noch genug über bleiben zum Leben. Bei der Abwägung kann man Dir schwer helfen. Alternativ kommt statt einer höheren Sparrate eine längere Anspardauer in Frage. Wenn Du bis 65 sparst, verbessert sich die Ausgangslage bereits spürbar.

    Sofern Du nicht krank bist, ist eine Planung bis 90 schon sehr kurz. Die Chancen sind hoch, dass Du länger lebst.

  • Hallo.

    Den Ansatz finde ich jetzt recht schwierig.

    Die gesetzliche Rentenversicherung (die in der Liste gleich zweimal auftaucht) bei der Betrachtung außen vor zu lassen, ist bereits bei der Frage der Krankenversicherung nicht gerade hilfreich. (Den Auszahlungsbetrag der Rente kann man sicherhaltshalber eher niedrig ansetzen.)

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