Einmaleinzahlung vor Rente

  • Hallo zusammen, Ich bin neu hier im Forum und habe eine Frage. Ich bin 59 Jahre alt und habe gerade 500000€ durch den Verkauf meiner Wohnung erhalten. Ich lebe mit meinem Mann in einer abbezahlten Immobilie. Ich arbeite nur noch wenige Stunden die Woche und hoffe in 4 Jahren in Rente gehen zu können. Nun möchte ich das Geld entweder zu 50% in eine kleine neue Wohnung stecken und diese vermieten und den Rest anlegen oder den gesamten Betrag anlegen. Anlagehorizont sind für 400000€ 10 bis 15 Jahre. 100000€ möchte ich immer zur Verfügung haben. Monatlich möchte ich nach Steuern und Inflation 800€ aus dem Kapital entnehmen. Ich rechne mit einer Dauer von 30 Jahren. Verzehr darf sein aber nur zu 50%. Wie würdet ihr das Geld anlegen? Danke schon mal für euer Feedback!

    Grüße, Angelika

  • Kater.Ka 22. April 2026 um 10:47

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hast du denn bisher irgendwelche Erfahrungen mit Geldanlage?

    Und vor allem welche?

    Wie legen denn dein Mann und du bisher das Geld überhaupt an, das schon vorhanden ist?

    Zum Thema „Mietwohnung“.

    Die Idee, 250.000 € in eine kleine Wohnung zu stecken, klingt intuitiv „sicher“, ist aber nüchtern betrachtet keine Risikoreduktion, sondern eine Konzentration

    Du hast dann:
    Mietausfallrisiko,
    Instandhaltung,
    politische Risiken (Mietregulierung etc.)

    Und vor allem eine geringe Flexibilität.

    Eine vermietete Wohnung ist keine selbstlaufende Cash-Cow sondern ein unternehmerisches Investment.

    Die realistische Nettorendite (nach Kosten, Leerstand, Steuern) sind oft nur 2–3 %

    Damit ist die Idee von der vermieteten Wohnung schon mal komplett raus.

  • Mit dem Vermieten sehe ich das ähnlich. Wir vermieten nun sei 25 Jahren und der Arbeitsaufwand plus Investitionen werden immer höher. Deshalb habe ich nun auch diese Wohnung verkauft.

    Aber wie soll man mit fast 60 500000€ anlegen? Eine Einmaleinlage ist sicher nicht ratsam. Kennt jemand die 3 Topf Strategie?

  • Wie ich persönlich es möglicherweise machen würde, wäre die 400.000 einfach in diesen hier zu stecken: https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=IE00BMVB5Q68

    Da hat man Aktien und Anleihen drin, er ist recht pflegeleicht zu führen. Bei aktuell 2,36% Ausschüttung im Jahr (jaja, das variiert) landet man (natürlich vor Steuern) jährlich bei 9.440, was auf den Monat gesehen dann schon nahe an die gewünschten 800 kommt, und kann trotzdem erwarten dass die Inflation diese Anlagesumme nicht frisst. Die 100.000, die immer zur Verfügung stehen sollen, liegen dann halt auf einfachem Tagesgeld.

    Alternativ vielleicht die 400.000 noch aufsplitten, 3/4 in den genannten, 1/4 in z.B. den https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=IE00B8GKDB10 oder https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=NL0011683594. Ginge natürlich auch 7/8 zu 1/8 o.ä., je nach gewünschten Sicherheitsgefühl. Da hat man nochmal etwas höhere Ausschüttungen und kann trotzdem erwarten/hoffen dass da auch die Substanz hinter bleibt.

  • Nein wir haben kaum Erfahrung. Bis jetzt haben wir nur 2 Immobilien zu vermieten. Und etwas Gold.

    Kann nur empfehlen sich da passende und einfach* zu verstehende Lektüre zu besorgen... kosten alle um die 15,-.

    Zum Beispiel:
    - Finanzfluss
    - Hartmut Walz
    - Finanztip

    * welche für Euch verständlich ist, kann eine Leseprobe im www klären.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Wenn jemand quasi sein ganzes Leben lang überhaupt nichts mit Investitionen am Kapitalmarkt zu tun hatte und auch keinerlei Erfahrung mit Geldanlage außerhalb des Immobilienbereichs hat,

    SOLLTE man ihn dazu drängen, größere Summen einfach so zu investieren.

    Vorher erst mal in Ruhe informieren.

    Die drei Töpfestrategie ist doch schon mal ganz gut.

    Meine Vorgehensweise wäre so:

    1. Geld NICHT sofort investieren
    2. Struktur festlegen
    3. Schrittweise investieren (über 6–12 Monate)
    4. Entnahmeregel definieren
    5. Emotionale Stabilität aufbauen (!)

    Der letzte Punkt ist mir hier ganz wichtig.

  • Das mit der Immobilie kannst du vermutlich besser abschätzen als die meisten hier. Ich würde allenfalls eine Ferienwohnung kaufen. Aber die dann wohl eher nicht vermieten.

    Zum Anlegen: die Theorie sagt alles auf einmal. Das bringt die meiste Rendite weil du am längsten investiert bist. Für das Gefühl kann es besser sein, das in Tranchen zu machen. Vielleicht über mehrere Monate. Wenn Trump mal wieder einen raushaut und die Kurse einbrechen -> Investieren.

  • Emotionale Stabilität aufbauen (!)

    Wer in einer abbezahlten Immobilie wohnt, eine für 500k verkauft und zeitweise mehrere vermietet hat, dazu "etwas Gold", den kann man ferndiagnosemäßig doch schon etwas anders einschätzen als jemand der hier nach der Verwendung eines vom Himmel gefallenen Erbes oder Lottogewinns fragt.

  • Wer in einer abbezahlten Immobilie wohnt, eine für 500k verkauft und zeitweise mehrere vermietet hat, dazu "etwas Gold", den kann man ferndiagnosemäßig doch schon etwas anders einschätzen als jemand der hier nach der Verwendung eines vom Himmel gefallenen Erbes oder Lottogewinns fragt.

    Ohne jede Erfahrung am Aktienmarkt ?

  • Immobilienfinanzierungen oder div. Randerscheinungen des Vermieterlebens können schnell ganz andere "emotionale Stabilität" erfordern, als so ein oller schlecht einskalierter Chartverlauf eines Standard-ETFs. Auch wenn letzteres für manche eine Wissenschaft ist.

  • Was man alles machen kann, haben die Vorschreiber schon in verschiedenen Varianten beschrieben. Wichtig ist allerdings immer, wann brauche ich wieviel. Danach sollte man einen Plan erstellen, was für welchen Zeitraum sinnvoll ist, steht in den oben genannten Büchern, weiterhin kann man sich bei YouTube Saidis Videos zu passenden Themen anschauen. Da sich jeder mit anderen Anlagen wohl fühlt, ist es schwierig einen Tipp zu geben, lies oder schau dich schlau und finde die für dich passende Lösung. Viel Erfolg!

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