Aktien- bzw. ETF-Quote

  • Hallo zusammen,

    Mich interessiert, welche Aktien- bzw. ETF-Quote Ihr ab ca. 63 Jahren kurz vor der Rente habt und ob Ihr diese mit steigendem Alter reduzieren wollt oder nicht. Die Gegebenheiten wären, dass die Rente zum normalen Leben reicht. Für Extras wie zum Beispiel größere Reisen, neues Auto müsste entnommen werden. Wir haben momentan 50% in ETF und 50% in Fest- und Tagesgeld. Da in ein paar Monaten aber Auszahlungen aus DV erfolgen, überlegen wir, die ETF nochmal aufzustocken.

  • Es gab hier erst zu letzt ein Video wo es hieß das eine 100% Aktienquote auch im Alter das beste ist. Weil man lebt ja eventuell noch Jahrzehnte und die Inflation gibt es auch weiter.

    Man sollte aber einen Cashpuffer für 3-5 Jahre haben wenn man ganz sicher gehn will und bei einem Börsencrash zum Rentenbeginn nicht zu sparsam leben zu müssen, da man sonst ein Problem bekommen würde.

    So werde ich es später auch mal machen.

  • Welche Quote passend ist, hängt weniger vom Alter ab und mehr von den Umständen. Wie sehr bist du auf die Entnahme aus dem Depot angewiesen und wie hoch wird deine Entnahmerate voraussichtlich sein? Wie sehr stören dich die Schwankungen, wie sind die Vorerfahrungen.


    Dein erster Beitrag klingt danach, als sei die Entnahme doch eher optional und im Zweifelsfall verzichtbar. Da kann man ruhig auch eine etwas höhere Aktienquote fahren

  • Das kommt immer darauf an. Wenn die laufenden Einnahmen bereits ein angenehmes Leben als Rentner ermöglichen, spricht nichts gegen Aktien im Alter. In diesem Fall wäre für mich eine Quote auch nicht der richtige Ansatz.

    Man weiß ja ungefähr, welche Rücklagen man z.B. für die Instandhaltung des Hauses oder den Neukauf eines Autos benötigt. Diese Mittel müssen natürlich kurzfristig verfügbar sein, also z.B. auf einem Tagesgeldkonto. Zusätzlich kann es nicht schaden, einen hinreichend großen Betrag für außergewöhnliche Ereignisse liquide vorzuhalten. Für Rücklagen und Notreserve kann ich jederzeit über einen niedrigen sechsstelligen Betrag verfügen. Wie hoch ein solcher Betrag ist, hängt natürlich von der finanziellen Situation jedes Einzelnen ab. Als Mieter z.B. können solche Rücklagen deutlich geringer ausfallen.

    Es mag sich für einige seltsam anhören, aber ich investiere nur Geld, das ich nicht benötige, in Aktien, hier vorwiegend Dividendenaktien. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass ich noch innerhalb meiner Restlebensspanne einen Crash erleben werde, bei dem es viele Jahre dauern kann, bis das Kursniveau wieder auf Vor-Crash-Niveau liegen wird. Das Platzen der dotcom-Blase ist so ein Beispiel. Wenn man in einer solchen Situation auf Entnahmen aus seinem Depot angewiesen ist, kann es eng werden. Da helfen auch Cash-Puffer nur bedingt. Da es die letzten 15 Jahre am Aktienmarkt im Wesentlich steil bergauf ging, haben manche vielleicht dieses Risiko etwas aus den Augen verloren.

  • Hallo zusammen,

    Mich interessiert, welche Aktien- bzw. ETF-Quote Ihr ab ca. 63 Jahren kurz vor der Rente habt und ob Ihr diese mit steigendem Alter reduzieren wollt oder nicht.

    Die Frage stellt sich so nicht.

    Einzelne Aktien und breit aufgestellte ETFs sind zwei Paar Schuhe.

    Auch kommt es auf Vermögensbestand und die benötigte Entnahme an. Ohne Zahlen wird das nichts.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Wenn du bei der Entnahme innerhalb 3-4% bleibst und beim Zeitpunkt etwas flexibel, dann kann die ETF- Quote hoch sein. Ausreichender Tagesgeldbaustein vorausgesetzt.

    Quoten sind da nicht hilfreich. Ein Puffer mit 20% von 100k hat eine andere Auswirkung als 20% von 500k.

  • Das Video ist irgendwie an mir vorbei gegangen. Hättest du vielleicht einen Link für mich?

    Extra für dich noch mal gesucht:

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    :)

  • Derzeit sind es 230 K in breitgestreuten ETF (MSCI WORLD, FTSE All World und ACWI). Ja, ich weiß, einer hätte gereicht 🙈. Und 230 K in Tages-/Festgeldern. Miete fällt nicht an, da Wohneigentum vorhanden (15 Jahre altes Haus energieeffizient mit WP und PV. Renteneintritt ist in zweieinhalb Jahren möglich. Bis dahin werden wir noch etwas sparen können.


    Mir ist natürlich auch klar, dass das eine sehr individuelle Frage ist, mit welcher Quote man sich wohl fühlt und auch noch gut schlafen kann. Deshalb habe ich ganz bewusst danach gefragt, wie Ihr das kurz vor der Rente bzw. auch schon in der Rente handhabt.

  • Würdest du dich mit einem Tagesgeldbestand von etwa zwei Jahren Geldbedarf wohlfühlen?

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  • No worries, der Tages-/Festgeldbestand reicht, um mehr als sechs Jahre lang im Schnitt monatlich 3.000 Euro zu entnehmen, ohne die ETFs anzuknabbern. Da bei Dir, wenn ich das richtig verstanden habe, keine ernsthafte Rentenlücke vorliegt, sollten 36.000 Euro pro Jahr für Reisen und einmal in den sechs Jahren auch mal ein neues Auto reichen.

    Ich finde, Du machst das richtig und Dein Forenname passt.

  • Würdest du dich mit einem Tagesgeldbestand von etwa zwei Jahren Geldbedarf wohlfühlen?

    Nun, eigentlich würde es reichen, da die Rente reicht, um die laufenden Kosten und kleine Extras zu decken. Trotzdem - für mein Gefühl - sollten es 5 Jahre sein, glaube ich. Wenn ich davon ausgehe, ich Jahr max. 30 K zu entnehmen (wobei wir flexibel sind, da ja die laufenden Kosten gedeckt sind), wären 150 K in Fest- und Tagesgeld ausreichend. Ich glaube, weniger würde mich schlechter schlafen lassen. 🙈😅

  • Mich interessiert, welche Aktien- bzw. ETF-Quote Ihr ab ca. 63 Jahren kurz vor der Rente habt und ob Ihr diese mit steigendem Alter reduzieren wollt oder nicht.

    Da muss ich schon ganz genau lesen :)

    Unter der Annahme, dass ich (in 7 Jahren) mit 63 noch in Rente gehen darf, ist bisher geplant, kurz vor Rente vermutlich gut 80% Aktien-ETFs und 20% in Tagesgeld/Geldmarkt-Fonds zu haben.

    Mit Rentenbeginn gibt es ein paar Einmalauszahlungen aus BAVs, die zusammen mit ca. 10% des TG, reichen, um meine geplante (== nicht benötigte, die Renten decken mehr wie meine Lebenshaltungskosten) Entnahme für 2,5 Jahre zu bestreiten.

    Mit gut 65 kommt eine Einmalzahlung aus einer privaten RV, die für mind. 4 weitere Jahre reichen sollte. Ob die "nur" im TG landet oder teils auch noch im weltweiten Aktien-ETF wird die aktuelle Marktlage entscheiden. Und falls die Gesundheit es zulässt, sinkt ab den Verbrauch dieses Geldes meine Aktienquote kontinuierlich durch "einfachen" Verbrauch des Vermögens.

    Das ist meine grobe Planung ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, wo mein heutiges Depot die kommenden 7 (+6) Jahre hinlaufen wird. Die Renditeschätzung ist bei mir recht konservativ angelegt und damit weitab von dem, was das letzte Jahr real passiert ist.

    Ein im kommenden Jahr noch eintrudelndes Erbe wird vermutlich zu großen Teilen in einen ausschüttenden Dividenden ETF investiert. Nicht, weil es renditemäßig Sinn ergibt, sondern weil ich das Geld nicht sofort benötige, mir der Kaufkraftverlust im TG zu hoch ist und ich die automatische Ausschüttung eher ausgebe wie ETF-Anteile in gleicher Höhe zu verkaufen.

    Für Extras wie zum Beispiel größere Reisen, neues Auto müsste entnommen werden.

    Bei einer Aufteilung von 50/50 "musst" Du Geld aus den Aktien/ETFs entnehmen, um sowas zu finanzieren? Mein nächstes und ggf. letztes Auto (ich fahre die Kisten bisher, bis sie entweder kaputt oder wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll sind, was eher 15 wie 10 Jahre war) ist in den obigen 20% TG/Geldmarkt schon enthalten.

    Am Ende musst Du Dir Deine Entnahmestrategie selber überlegen. Ich würde mir überlegen, was ich mit dem Geld der DV vor habe (und zwar zu welchem Zeitpunkt) und ob ich bereit bin, einen denkbaren Verlust auszusitzen oder zu akzeptieren. Will ich damit in 2 Jahren zwingend meinen Porsche finanzieren (oder die Weltreise/den Besuch bei Olympia 2028), sieht es für mich anderes aus wie wenn ich mit Teilen von dem Geld in den kommenden 10 Jahren meinen nächsten ID.Polo kaufen will und dies ggf. auch aus den 50% vorhandenem TG machen kann, weil der Markt einen Tag nach dem Investment um 50% fällt und dort die kommenden 5 Jahre verharrt.

    Man weiß ja ungefähr, welche Rücklagen man z.B. für die Instandhaltung des Hauses oder den Neukauf eines Autos benötigt. Diese Mittel müssen natürlich kurzfristig verfügbar sein, also z.B. auf einem Tagesgeldkonto.

    Auch ETFs sind kurzfristig verfügbar. Wenn man sein Vermögen aber in Lindt oder Berkshire A Aktien hält, könnte man Probleme mit sowas bekommen.

    Für mich ist, insb. beim Auto oder auch Reisen (also Dinge, die mir nicht von außen vorgegeben werden) die Frage ob man diese bei extrem schlechter Marktlage verschieben will oder die eigene (schlechte) Spekulation in Kauf nimmt. Mir ist sowas lieber wie 10 Jahre auf Rendite auf das Geld zu verzichten.

    Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass ich noch innerhalb meiner Restlebensspanne einen Crash erleben werde, bei dem es viele Jahre dauern kann, bis das Kursniveau wieder auf Vor-Crash-Niveau liegen wird.

    Das halte ich bei mir auch für wahrscheinlich. Damit das Vor-Crash-Maximum für einen persönlich relevant ist, muss der Markt quasi unverzüglich nach dem Invest crashen.

  • wären 150 K in Fest- und Tagesgeld ausreichend. Ich glaube, weniger würde mich schlechter schlafen lassen.

    Damit hast Du Deine Ausgangsfrage ja beantwortet. Du hast jetzt schon mehr im TG. Damit kann die Einmalzahlung auch in den Aktienmarkt fließen ohne Dich um den Schlaf zu bringen.

    Ohne eine passende Rendite bis zum Entnahmebeginn müsst ihr die Entnahme nach Verbrauch des derzeitigen TGs noch stärker kürzen.

    Ein Grund mehr für mich, dort keine Quote zu berechnen sondern den gewünschten, schwankugsarmen Kapitalbedarf und "nur" diesen im TG vorzuhalten.

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