PFOF-Verbot rückt näher - Folgen?

  • Das Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) tritt schon bald (30. Juni 2026) in Kraft. Viele (aber vielleicht nicht alle) Neobroker haben sich vorbereitet. Scalable Capital tritt beispielsweise selbst als Market Maker auf. Für einige Neobroker fällt aber eine große Einnahmequelle weg.

    Haben wir als Kunden ab Juli eine Veränderung zu befürchten? Was ist eure Einschätzung?

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • smarrtbroker+ hat kleine Aufschläge bei den (kostenlosen) ETF-Sparplänen im Vergeich zu den Order von ETF ab 500 EUR. Ähnlich dürften das andere auch handhaben. Da das jetzt schon Usus ist, dürfte sich nicht viel ändern. Falls doch, hätte z.B. die DKB mit ihren vielen Aktions-ETF einen Vorteil. Ob das im Sinne der Neos ist?

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    Hier wird am Beispiel von TR gezeigt, dass PFOF eh nur eine Säule des Umsatzes ist. Die 1€-Pauschale soll z.B. auch einen massiven Anteil haben. Auf die Menge an Trades gerechnet ist, macht das offenbar auch einiges aus.

  • Haben wir als Kunden ab Juli eine Veränderung zu befürchten? Was ist eure Einschätzung?

    Moin PerAnnum

    „Befürchten“, ich denke verglichen mit anderen Ländern im Euro Raum haben wir fantastische Konditionen bei Neobrokern, aber auch Direktbanken.

    TR und SC haben sich mit ihren eigenen Banklizenzen ja bspw. unabhängig gemacht von Baader Bank bspw. mit eigenem Marktplatz (EIX).

    Aufgrund der großen Konkurrenz und sehr transparenten Vergleichbarkeit wird es weiter ein unerbitterlicher Kampf um den Kunden. Mit entsprechend vermutlich weiterhin attraktiven Konditionen.

    Insofern bleibe ich gelassen. Weil ändern, kann ich es ja eh nicht.

    Ich verstehe allerdings nicht dieses PFOF, ist ja gerade nicht im Sinne des Kleinanlegers wie mir…

  • Wie ist deine Sicht der Dinge zum Thema PfoF?

    Schönen Nachmittag Finanzschlumpf

    Das Verbot empfinde ich als Sauerei, da hat wohl die Finanzlobby wieder ganze Arbeit geleistet. Aber sich jetzt aufzuregen, bringt auch nix mehr. Das Kind ist schon lange im Brunnen.

    Als das Verbot absehbar war bzw. beschlossen wurde, hatte ich schon so meine Bedenken. Die Übergangszeit war aber recht lange und man hat aktiv gesehen, wie sich einige Neobroker vorbereitet bzw. ihr Geschäftsmodell geändert haben. Das hat mich beruhigt.

    Bei Scalable Capital (als konkretes Beispiel) mache ich mir keinerlei Gedanken. Das wird alles so weiterlaufen wie bisher.

    Ich bin mir allerdings noch unschlüssig, ob das auch generell gilt, oder ob der ein oder andere Neobroker (trotz Vorlaufzeit) doch mit einer neuen Preispolitik um die Ecke kommen wird. Diese Frage würde ich gerne diskutieren. Wobei mich das nicht stören würde, solange Sparpläne weiterhin kostenlos sind und Einzelorders statt 1€ halt 2€ oder 3€ kosten.

    Zusammenfassung: Ich sehe das Thema recht entspannt, einige Broker haben sich gut vorbereitet und der Rest wird durch den Wettbewerb (hoffentlich) geregelt.

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  • „Befürchten“, ich denke verglichen mit anderen Ländern im Euro Raum haben wir fantastische Konditionen bei Neobrokern, aber auch Direktbanken.

    Das stimmt, in anderen Ländern sieht das ganz anders aus. Da muss ich sagen, das hat mich schon sehr überrascht. Beim Thema Neobroker bzw. deren Konditionen müssen wir uns in Deutschland nicht verstecken.

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  • Das Verbot empfinde ich als Sauerei, da hat wohl die Finanzlobby wieder ganze Arbeit geleistet. Aber sich jetzt aufzuregen, bringt auch nix mehr.

    Kann ich nicht nachvollziehen.

    Eine Sauerei ist es doch eher, hinter meinem Rücken von Dritten Kickbackzahlungen (= PFOF) anzunehmen, die am Ende mir intransparent mit schlechteren Kursen in Rechnung gestellt werden.

    Die Herstellung von Transparenz in den Vertragsbeziehungen, die Vermeidung von Interessenkonflikten und „Parteiverrat“ bzw. korrupten Zahlungen zu Lasten Dritter, sollte doch eigentlich im allgemeinen Interesse und auch v.a. in meinem ganz persönlichen Interesse sein.

    Wie kann man sich darüber echauffieren? Das ergibt für mich keinen Sinn.

  • Im Grunde verstehe ich deine Position, finde aber, dass man dies nicht so isoliert betrachten darf.

    Du hast u.a. versteckte, intransparente Kosten, die Vermeidung von Interessenskonflikten und Transparenz in Verträgen angesprochen. Kannst du mir dann die Frage beantworten, warum PFOF verboten worden ist, die Strukkis (Strukturvertriebe) dieser Welt aber weiterhin ungeniert ihre Produkte auf Provisionsbasis vertreiben dürfen, die ebenfalls haargenau diese Punkte erfüllen, nur in einem noch viel extremeren Ausmaß?

    Das passt für mich nicht zusammen.

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  • Eine Sauerei ist es doch eher, hinter meinem Rücken von Dritten Kickbackzahlungen (= PFOF) anzunehmen, die am Ende mir intransparent mit schlechteren Kursen in Rechnung gestellt werden.

    Mal abgesehen davon, dass PFOF kein Geheimnis ist...hast du Belege für die schlechteren Kurse? Ich glaube, du wirst schwerlich relevante finden, da sich jeder Market Maker an der Referenzbörse orientieren muss. Während der XETRA-Handelszeiten entsteht dem Kunden kein Nachteil. Eher im Gegenteil...das Modell hat Handeln für 1€ ermöglicht, während anderswo immer noch 5€ + 0,25% üblich sind.

  • die Strukkis (Strukturvertriebe) dieser Welt aber weiterhin ungeniert ihre Produkte auf Provisionsbasis vertreiben dürfen

    Immerhin drückt der Strukki dir ein PIB in die Hand, in dem die Kosten/Provisionen stehen. Auch wenn es leider keiner liest.

    Wäre ein Provisionsverbot wirklich besser? Das Desinteresse an Finanzthemen wäre sicherlich nicht beseitigt! Welcher Kleinanleger würde 100€+ für eine Beratung zahlen, wenn er 3000€ anlegen will? Oder ist ein teurer Fonds aus den Filialen vielleicht immer noch besser, als ein Sparbuch oder der Schuhkarton unter dem Bett?

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