Hallo, ich bin erst seit 2022 Depotinhaberin mit mehrheitlich World-ETFs. Das Depot hat sich super entwickelt, aktuell zeigt es ein +von mehr als 65% an. Der Wert liegt nun bei ca. 89.000 €. Daneben habe ich, wie empfohlen, noch Tagesgeld und Festgeld in Höhe von ca. 160.000 €. Jetzt als Rentnerin (66) habe ich steuermässig nicht mehr viel abzusetzen, so dass ich nun erstmals Steuern nachzahlen muss. Resultierend aus Zinsen der gut angelegten Tages-und Festgelder. Eigentlich ja auch schön! Beim Depot merke ich aber, dass mich das ganze hin- und her (Politik) mit zum Teil stark fallenden und dann doch wieder steigenden (jetzt sogar höher als vorher) Kursen nervös macht. Daher überlege ich, ob ein Verkauf bei aktuell gutem Stand sinnvoll ist. Und dann dieses Geld in Festgeld anlegen, da aktuell nicht benötigt. Oder doch nur ein Teil dem Depot entnehmen und hoffen, dass ich noch was davon habe?
Wie würdet ihr die Alterssicherung weiterführen?
ETF-Depot komplett auflösen?
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KaRiBa -
27. Mai 2026 um 14:59 -
Unerledigt
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so dass ich nun erstmals Steuern nachzahlen muss. Resultierend aus Zinsen der gut angelegten Tages-und Festgelder.
Wegen den Zinsen musst du ganz bestimmt keine Steuern nachzahlen.
Denn es gibt bekanntlich die Abgeltungssteuer, mit der alles komplett erledigt ist.
Die Nachzahlung resultiert ALLEINE daraus, dass die Rentenversicherung dir die Rente OHNE Steuerabzug auszahlt.
Es ist sogar gut möglich, dass dein Grenzsteuersatz UNTER 25 % liegt. Somit würdest du sogar etwas von der Abgeltungssteuer zurückbekommen, wenn du alle Daten in die Anlage KAP einträgst und die „Günstigerprüfung“ ankreuzt. -
Hmm. Statistisch gesehen kannst du davon ausgehen, noch mehr als 20 Jahre zu leben. Wenn du keine Indizien dafür hast, dass das nicht der Fall sein wird.
Dein gutes Drittel an Aktien ist da schon ein vernünftiger Anteil, um durch die Inflation nicht zu viel zu verlieren.
Mit 160.000 Euro in sicheren Anlagen solltest du auch Börsenschwächen gut aussitzen können.
Aber das ist nur die Theorie. Wohl fühlen musst ja DU dich.
Nötig ist ein Verkauf nicht, er schmälert möglicherweise sogar dein Vermögen im späteren Alter, wenn du alles in vergleichsweise ertragsschwaches Tagesgeld oder so umschichtest. Aber wenn es dich beruhigt, dann verkauf 10k, 20k, 30k oder 40k. Du hast es ja.
Glückwunsch zu deinem Vermögen!
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Ich habe Tages-und Festgeldkonten überwiegend in Schweden. Daher werden diese Zinsen erst bei der Steuererklärung berücksichtigt. Ich liege auf jeden Fall erheblich über der Freistellung (zusammen mit meinem Ehemann 2000€).
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Wenn du jeden Morgen mit dem Gedanken aufstehst, dass dich deine Geldanlage(n) nervös machen, dann solltest du dich von dieser Art Geldanlage(n) verabschieden und nach etwas suchen, dass du ruhiger schlafen kannst.
Zu einer langfristigen und ertragreichen Geldanlage gehören Aktien - aber ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn du im Rentenalter keine risikobehafteten Geldanlagen (mehr) haben möchtest.
Mit deiner bisherigen Anlage in eines weltweit anlegenden ETF hast du das Risiko eines hohen Verlustes bereits eingeschränkt, aber nicht vollständig beseitigt.
Solange es eine "kapitalistisch ausgerichtete Wirtschaft" gibt, werden Aktienanlagen auf lange Sicht immer erfolgreicher sein, als eine Anlage in festverzinslichen Anleihen.Wenn du weniger Risiko haben möchtest, dann kann auch eine Anlage in Anleihen-ETFs als guter Sicherheitsbaustein für deine Geldanlage sein. Solche ETFs investieren in festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen und sind weniger riskant als AktienETFs, bieten aber auch geringere Renditen.
Du musst dir nur darüber klar sein, dass Zinsanlagen in der Regel zwar sicherer sind, aber nur selten die Inflation ausgleichen. -
Den Punkt mit der Unsicherheit und Nervosität von hans2204 finde ich absolut wichtig und richtig.
Ansonsten kann ich empfehlen, mal in diesen Faden reinzuschauen, wo es um eine ähnliche Fragestellung geht.
mMn ist ein (Aktien-) ETF Depot nicht nur für die Zeit vor der Rente da, sondern eigentlich eine sinnvolle Investition von der Geburt bis zum Lebensende. Nur so hast du vsl. die Chance, langfristig die Inflation auszugleichen und deinen Lebensstandard zu halten.
Ansonsten hast du ja vermutlich Zahlungsströme aus der GRV, evtl. aus einer PRV und ordentlich Liquidität in Form von Tages- und Festgeld. Was hier allenfalls sinnvoll sein kann, ist jährlich einen gewissen Betrag auf einen Schlag oder monatlich zu entsparen, um deine potentielle Rentenlücke zu schliessen.
Viel Erfolg und eine genussvolle und gesunde Rentenzeit.
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Mit 66 Jahren hast du hoffentlich noch eine lange Entnahmephase vor dir. Nur mit sicheren Anlage wie Tages- und Festgeldern sowie sicheren Staatsanleihen wirst du die Inflation nicht besiegen können. Sprich, du wirst kontinuierlich an Kaufkraft verlieren. Insofern ist es objektiv betrachtet sinnvoll, weiterhin einen signifikanten Teil in Aktien zu lassen. Die aktuelle Größenordnung wäre für mich sogar eher das untere Level.
Wenn du damit emotional nicht klarkommst, sprich deine Risikotoleranz dies nicht zulässt, bleibt dir jedoch nichts anderes übrig als Aktien aus dem Portfolio zu verbannen.
Versuche es vielleicht mal mit der "Strategie des geringsten Bedauerns", erfordert aber eine gewisse Vorstellungskraft:
1. schreib dir Szenarien auf, die bspw. bis in 3, 5 oder 10 Jahren eintreten könnten (z. B. Börsen-Crash, Seitwärtsphase, starkes Wachstum, oder erst Crash, dann lange seitwärts)
2. anschliessend legst du unabhängig von Nr. 1 deine möglichen Portfolio-Optionen fest (z. B. alles in Aktien, alles in Tagesgeld, oder ein gemischtes 30/70 oder 70/30 Portfolio)
3. Und dann prüfst du, ob du es in der jeweiligen Kombination aus 1. und 2. bspw. weniger bedauerst im Crash investiert gewesen zu sein, oder im Boom nicht dabei gewesen zu sein. Und dann nimmst du die Variante die du am wenigsten bedauerst.
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Rechne dir aus, wieviel dein Vermögen bei 2% Rendite und 2,4% Inflation in 20 Jahren noch wert ist. Fühlt sich der besser oder schlechter an als die Depot Schwankungen?
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Oder doch nur ein Teil dem Depot entnehmen und hoffen, dass ich noch was davon habe?
Du hast ca. 35% in Aktien/ETFs investiert - gegenüber stehen 65% in liquiden Geldanlagen (Tages-/Festgeld). Du argumentierst ein wenig damit, dass du wegen der Steuernachzahlung nun verkaufen willst, aber ...
Ich habe Tages-und Festgeldkonten überwiegend in Schweden. Daher werden diese Zinsen erst bei der Steuererklärung berücksichtigt.
...du keine automatische Steuerabfuhr hast und über die Steuererklärung deinen notwendigen Beitrag entrichten musst. zzgl. zu dem was Tomarcy zur Rente geschrieben hat.
Beim Depot merke ich aber, dass mich das ganze hin- und her (Politik) mit zum Teil stark fallenden und dann doch wieder steigenden (jetzt sogar höher als vorher) Kursen nervös macht.
...wenn du daher deine Risikotoleranz reduzieren willst/musst, solltest du dir eben auch die Frage stellen: Was sind / ist meine Alternative? Mit Cash-Anlagen (Tages-/Festgeld, ...) wirst du langfristig niemals oberhalb der Inflation nach Kosten/nach Steuern liegen. D.h. du verlierst jeden Tag Vermögen, nur ist es unsichtbarer als an der Börse. Daher als Tipp: Recherchiere sichtbare & unsichtbare Risiken am Kapitalmarkt
Ein politisches Risiko ist übrigens auch die gesetzliche Rentenversicherung.Mit der groben 72er Regel als Annäherung kannst du abschätzen, wie lange es dauert bis sich deine Anlage verdoppelt oder halbiert. 72 geteilt durch Rendite bzw. Inflation.
- 6% Rendite => 72 / 6 = 12 Jahre bis sich dein Vermögen verdoppelt hat
- 3% Inflation => 72 / 3 = 24 Jahre bis sich dein Vermögen halbiert hat
Ich habe interessanterweise vorher eine gute Grafik gesehen. Was du darin erkennen kannst, überlasse ich dir.
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Vielen Dank für eure Beiträge. Ich habe mich nun entschieden, einfach mal gelassen zu sein. Trump hin oder her (der Mann bringt mich wirklich in Rage) werde ich die ETFs einfach solange behalten, bis meine anderen „Geldquellen“ mir als Sicherheit nicht mehr reichen. Und da hoffe ich doch, dass das noch etwas dauert. Ich bin ja selbst erstaunt, wie gut sich das Depot entwickelt hat trotz der zeitweise turbulenten Talfahrten. Aber die Kurse haben sich ja tatsächlich schnell wieder erholt. Keine Garantie, aber da muss ich wohl durch, wenn ich mehr als den Inflationsausgleich haben möchte. Nochmals herzlichen Dank!
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trotz der zeitweise turbulenten Talfahrten
Nicht trotz, sondern wegen. Hohe Volatilität führt oft zu hohen Gewinnen
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Hohe Volatilität führt oft zu hohen Gewinnen
genauso macht es die Trump-Gang

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Ich bin ja selbst erstaunt, wie gut sich das Depot entwickelt hat trotz der zeitweise turbulenten Talfahrten. Aber die Kurse haben sich ja tatsächlich schnell wieder erholt.
Rendite ist das Schmerzensgeld für das Tragen des Risikos / Schwankung. Ohne Volatilität, ohne die Bereitschaft das Risiko einzugehen, wirst du keine Rendite erhalten. Die Vergangenheit zeigt, dass Aktien/Wertpapiere langfristig realen Vermögenszugewinn erwirtschaften.
Würdest du jeden Tag die Zick-Zack-Kurs der Inflation sehen oder jeden Tag den Betrag X vom Konto abgebucht bekommen, den die Inflation heute "vernichtet" hat...
https://de.statista.com/statistik/date…vorjahresmonat/
Laut Statista sind wir bei 2,9 % Inflation (April '26) angekommen - Tendenz steigend. D.h. du bräuchtest aktuell dauerhaft mind. 4% auf ein Tagesgeld, Festgeld oder andere Cash/Zinsprodukte, um nach Steuern dein Vermögen gleich zu halten. Zinssätze darunter heißt Realen Vermögensverlust - nur eben nicht sichtbar (unsichtbares Risiko).
Noch eine Ergänzung. Ob es für dich sinnvoll ist oder relevant:
Bei der Steuererklärung die Günstigerprüfung anwählen, sodass die Kapitalerträge als Einkommen gewertet und mit dem pers. Steuersatz verrechnet werden. -
Noch eine Ergänzung. Ob es für dich sinnvoll ist oder relevant:
Bei der Steuererklärung die Günstigerprüfung anwählen, sodass die Kapitalerträge als Einkommen gewertet und mit dem pers. Steuersatz verrechnet werden.Habe ich oben schon geschrieben.
Ich denke aber generell, dass da ein strukturelles Problem vorliegt, sich psychologisch auf das „Entsparen“ einzustellen.
Eigentlich alles ganz einfach: in den Vanguard Lifestrategy 60 investieren und gar nichts mehr machen.
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