Eigenkapitalstrategie bei Immobilienkauf

  • Hallo zusammen,

    ich stehe aktuell vor einer Immobilienfinanzierung und würde gerne eure Einschätzung zu meiner Situation hören.

    Für den Immobilienkauf benötige ich insgesamt 76.000 € Eigenkapital. Der geplante Immobilienkredit (405.000€ Darlehen bei insgesamt 520.000€ Kapitalbedarf für Kauf und Sanierung) würde aktuell mit 3,86 % verzinst werden und bis 2036 zinsgebunden sein. Das restliche Eigenkapital wird innerhalb der Partnerschaft abgedeckt.

    Meine aktuelle Situation:

    • Tagesgeld: 29.000 €
    • Schenkung: 25.000 €
    • ETFs: 13.000 €
    • Fonds bei Union Investment (Altersvorsorge): ca. 20.000 € (8.500€ im Plus)
    • Bausparvertrag:
      • Guthaben: ca. 36.000 €
      • Bausparsumme: 110.000 €
      • Darlehenszins: 1,9 %
      • voraussichtliche Zuteilung: 2030/2031

    Die Erstfinanzierung würde bis 2036 zinsgebunden sein, sodass eine mögliche Anschlussfinanzierung erst dann relevant wird.

    Mein Ziel ist:

    • 10.000 € als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto zu behalten.
    • Die 20.000 € in den Fonds möglichst nicht zu verwenden, da sie meiner Altersvorsorge dienen.
    • Gleichzeitig möchte ich keine finanziell sinnvolle Option über den Bausparvertrag verschenken.

    Aktuell überlege ich, den Bausparvertrag zu teilen und mir einen Teil des Guthabens auszahlen zu lassen. Den verbleibenden Vertrag würde ich gerne behalten, um mir das günstige Darlehen mit 1,9 % für die Anschlussfinanzierung zu sichern.

    Alternativ könnte ich die Union-Investment-Fonds auflösen. Langfristig plane ich ohnehin, dieses Geld in kostengünstigere ETFs umzuschichten. In diesem Fall könnte ich die Fonds zunächst für den Eigenkapitalanteil einsetzen und später wieder investieren.


    Gleichzeitig hatte ich die Überlegung, das Geld aus dem Bausparvertrag ebenfalls in einen etf zu investieren mit der „Wette“, dass die 36.000 € in 10 Jahren mehr erwirtschaften als der Zinsgewinn durch den Bausparer.
    Eine weitere Überlegung wäre, den Bausparvertrag komplett aufzulösen und das Guthaben stattdessen langfristig in ETFs anzulegen. Dies wäre die Wette darauf, dass die Rendite über 10 Jahre den potenziellen Zinsvorteil des Bauspardarlehens übersteigt, also mind. 5% macht.

    Wie würdet ihr in meiner Situation vorgehen?

    • Bausparvertrag ganz oder teilweise auflösen?
    • Fonds unangetastet lassen? Umschichten in ETF?
    • Hat ein Bauspardarlehen mit 1,9 % für eine Anschlussfinanzierung im Jahr 2036 aus eurer Sicht noch einen relevanten Wert?
    • Welche Aspekte übersehe ich möglicherweise?

    Vielen Dank für eure Einschätzungen!

    Modsun

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  • Kater.Ka 9. Juni 2026 um 08:26

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Warum den Beleihungsauslauf nicht durch ein Bauspardarlehen (blanko ohne GS Eintrag) senken?

    Verstehe ich gerade nicht. Ich habe keinen zuteilungsreifen BV, aus dem ich ein Darlehen beziehen könnte.

    1) Kaufpreis?

    2) Kaufnebenkosten?

    3) Modernisierungskosten inkl. Eigenleistung?

    4) Wie hoch sind die Eigenleistungen?

    Wollte ich der Anonymität wegen etwas einkürzen. Kaufpreis, Nebenkosten und Modernisierungskosten betragen 520.000€. Eigenleistung haben wir keine angegeben bei der Bank.

  • ??? Ich möchte als Experte eine Empfehlung aussprechen und um das fundiert tun zu können, muss ich die Kosten kennen, um den exakten Beleihungsauslauf berechnen zu können, denn nur so kann ich berechnen, ob sich ein Bauspardarlehen für die Senkung des Beleihungsauslaufs lohnt/bzw. Sinn ergibt.

    Bezüglich der zu generierenden Zinskondition ist wie schon benannt der Beleihungsauslauf zu berechnen und den beeinflusse ich durch Einsatz von Eigenkapital (Sparguthaben) und durch fremdfinanziertes Eigenkapital (Bauspardarlehen).

    Umso niedriger der Beleihungsauslauf, umso günstiger die zu generierenden Zinskonditionen.

    Das Bauspardarlehen an sich ist per de vom Zinssatz schon günstiger, spart aber auch Grundschuldkosten, da diese nicht einzutragen sind.

  • Verstehe ich gerade nicht. Ich habe keinen zuteilungsreifen BV, aus dem ich ein Darlehen beziehen könnte.

    Wollte ich der Anonymität wegen etwas einkürzen. Kaufpreis, Nebenkosten und Modernisierungskosten betragen 520.000€. Eigenleistung haben wir keine angegeben bei der Bank.

    Gesamtkosten helfen nicht weiter, da sich mit diesem der Beleihungswert nicht ermitteln lässt.

    Eigenleistung nicht anzugeben muss nicht zwingend eine gute Entscheidung sein, da auch mit Eigenleistung sich der Beleihungsauslauf senken lässt, so sie getätigt werden.

    Sind sie sich sicher, dass der Bausparvertrag bzw. nach Teilung Teile davon, nicht zuteilungsreif sind? Ggf. ergibt hier auch eine kurze Zwischenfinanzierung Sinn, womit mehr EK bereitgestellt wird, weil damit der Beleihungsauslauf zu senken wäre?

  • Ich würde nochmal was ergänzen wollen, da ich glaube meine Frage wurde missverstanden.

    Die Finanzierung mit den o.g. Konditionen ist bereits unter Dach und Fach und dabei haben wir auch die Höhe unserer Eigenkapitalquote festgelegt, um einen bestimmten Beleihungsauslauf zu provozieren.

    Ich überlege, aus welchen Töpfen ich nun das Eigenkapital heranziehe.

  • Sind sie sich sicher, dass der Bausparvertrag bzw. nach Teilung Teile davon, nicht zuteilungsreif sind?

    Sehr sicher, da er erst vor knapp 12 Monaten eröffnet wurde und dann mit einer größeren Einzahlung befüttert. (Ja, war retrospektiv keine gute Entscheidung…).

    Wie hoch ist die vereinbarte Tilgungshöhe beim Bausparvertrag?

    550€ im Monat

  • Naja, also Du brauchst 76.000 € Eigenkapital, welche sicher aus

    19.000 € Tagesgeld bestehen (10.000 € sollen ja als Notgroschen erhalten bleiben) und den 25.000 € Schenkung, also 44.000 € - fehlen noch 32.000 €.

    Was ist denn nach 10 Jahren an Restschuld da (ohne Sondertilgungen)? Da wird der Bausparvertrag alleine nicht viel bringen für die Anschlussfinanzierung. Da der Guthabenzins vermutlich nicht so berauschend sein dürfte machst Du da aus meiner Sicht eher Rendite kaputt. Außerdem haben die Bausparverträge oftmals Rückzahlungsbedingen (hohe Tilgung) die mir persönlich zu hoch wären.

    An den Bausparvertrag musst Du in deiner Planung ja sowieso ran, ich würde den dann gleich ganz platt machen - und nicht nochmals splitten, dann kannst Du danach immer noch überlegen wie Du deine Altersvorsorge neben dem Kredit aufbaust.

  • Ich halte den Bausparer für Unsinn. In der Ansparphase bringt er keine Zinsen, kostet dich also Geld. *)Und zuteilungsreif soll er zu Zeiten werden, wo du ihn nicht brauchst. Dazu wirst du den Bausparer auch noch bis 2030/31 besparen müssen. Geld, was als direkte Kredittilgung (oder im ETF, falls ihr beide gleich viel tilgen wollt) viel besser aufgehoben ist.

    Ich würde den Bausparer kündigen, dazu die Schenkung, der Rest von Tagesgeld.

    *) Rechne gerne mal aus, was du 2036 mit dem Bausparer an Guthaben hast. Alternativ als "sichere" Anlage wie Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarktfonds. Selbst wenn du nur die 2,0% Zinsen ansetzt, die ein Geldmarktfonds bringt (Tagesgeldhopping und Festgelder können auch mehr bringen) wirst du wahrscheinlich entsetzt sein über die Opportunitätskosten des Bausparers. Dafür kannst du dir einige Prozentpunkte mehr bei der Anschlussfinanzierung leisten.

  • Du benötigst 76.000€ und hast per Schenkung 25.000€. Dadurch reduziert sich das nötige Eigenkapital auf nur 51.000€.

    Du hast auf Deinem Bausparer bereits 36.000€. Als Bausparsumme würden Dir locker 60.000€ reichen. Sprich mit dm Verkäufer, welche Möglichkeiten es gibt, damit Du bei reduzierter Bausparsumme möglichst schnell an das Kapital kommst. Dann hättest Du das nötige Eigenkapital.

  • Hat ein Bauspardarlehen mit 1,9 % für eine Anschlussfinanzierung im Jahr 2036 aus eurer Sicht noch einen relevanten Wert?

    Ich glaube, das niemand hier die entsprechende Glaskugel hat, außer vielleicht Elon Musk (wenn er denn hier ist).

    Selbst mein Kreditverkäufer war selbst im Nachhinein baff, dass es zur Negativzinsphase gekommen war. Meine Eltern hätten damals während der Hochzinsphase Freudenprünge gemacht, wenn sie Deinen Bausparer gehabt hätten.

    Nebenbei zerstören Männer(?!?) wie Putin, Trump und Co selbst die zuverlässigste Glaskugel. Was meinst Du, warum bei uns überall die Glascontainer überquellen?

  • Mein Ziel ist:

    10.000 € als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto zu behalten.

    Ok

    Die 20.000 € in den Fonds möglichst nicht zu verwenden, da sie meiner Altersvorsorge dienen.

    Schlechtes Argument. Diese teuren Fonds sind sowieso nicht als Altersvorsorge geeignet. Also verkaufen.

    Gleichzeitig möchte ich keine finanziell sinnvolle Option über den Bausparvertrag verschenken.

    Diese kleine Option (die zeitlich überhaupt nicht zu Deiner Finanzierung passt) ist extrem teuer. Nur einen Teil dieser Kosten hast Du bereits versenkt (Abschlusskosten, Zinsverlust in 1. Jahr), den größten Teil wirst Du in den nächsten 10 Jahren versenken (10-jähriger Zinsverlust etc.). Daher solltest Du das Ding schnellstmöglich in die Tonne treten.

  • Ich bin nun wirklich kein Fan von Bausparverträgen und habe das schon öfters im Forum dargelegt. Ein Neuabschluss ergibt nur in wenigen Spezialfällen Sinn. Bei vorhandenen Verträgen ist oft eine Kündigung die beste Option, aber ich würde immer zuerst prüfen, ob es nicht doch eine sinnvolle Möglichkeit gibt, ihn zu nutzen.

    Sind sie sich sicher, dass der Bausparvertrag bzw. nach Teilung Teile davon, nicht zuteilungsreif sind? Ggf. ergibt hier auch eine kurze Zwischenfinanzierung Sinn, womit mehr EK bereitgestellt wird, weil damit der Beleihungsauslauf zu senken wäre?

    Daher sind diese Fragen im Allgemeinen gut und berechtigt. In diesem speziellen Fall hier wird das erst durch nachgeschobene Information überflüssig:

    Ich würde nochmal was ergänzen wollen, da ich glaube meine Frage wurde missverstanden.

    Die Finanzierung mit den o.g. Konditionen ist bereits unter Dach und Fach

    Entsprechend finde ich Bashing, wie

    Das war keine Antwort auf meine Frage. Vielleicht war diese auch einfach nicht präzise genug.
    Daher frage ich erneut: Ist diese Empfehlung dann gewerblich motiviert?

    überflüssig. Besser ist inhaltliche Diskussion, wenn dann eine Empfehlung gegeben wurde! Auch andere Vertriebler geben hier im Forum gelegentlich richtige Hinweise.

  • Besser ist inhaltliche Diskussion, wenn dann eine Empfehlung gegeben wurde! Auch andere Vertriebler geben hier im Forum gelegentlich richtige Hinweise.

    Was ich ebenfalls nicht gut finde. Ich persönlich fühle mich in einem solchen Forum einfach ganz grundsätzlich unwohl mit Beiträgen die - ob nun offen und transparent oder geschickt versteckt, aber doch erkennbar - am langen Ende in irgendeiner Form Eigeninteressen dienen. Und sei es auch nur den Interessen der eigenen Zunft, und somit der Person selbst vielleicht nur indirekt. Jemand der hier eine Frage wie bspw. in diesem Thread stellt, sucht doch eben gerade kein professionelles und womöglich gewerblich motiviertes Expertenwissen, sondern einfach nur die Schwarmintelligenz anderer.

    Aber lasst uns das gerne diskutieren. Ich bin für andere Meinungen dazu offen, auch dazu wie mit solchen Beiträgen umgegangen werden sollte.

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