"Steuergeschenke aus der Gießkanne"

KI-Zusammenfassung

: Führen höhere Steuern zu mehr Wohlstand oder bringen Entlastungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen mehr? Anlass ist die Kritik an Steuervergünstigungen nach dem Gießkannenprinzip.

Führen höhere Steuern zu mehr Wohlstand oder bringen Entlastungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen mehr? Anlass ist die Kritik an Steuervergünstigungen nach dem Gießkannenprinzip.

  • Mehrere Beiträge sehen bei staatlichen Ausgaben zuerst Prioritäten und Gegenwert im Fokus, während andere hohe Steuern bei guter Infrastruktur und starken öffentlichen Leistungen für vereinbar mit Wohlstand halten.
  • Aus der Community gibt es praktische Hinweise zu wahrgenommenen Defiziten bei Bahn, Bildung, Sicherheit, Rente und Gesundheit sowie zum Unterschied zwischen pauschalen Vergünstigungen und gezielten Hilfen.
  • In mehreren Beiträgen entsteht kein Konsens zur Steuerhöhe, aber eine Tendenz gegen breit gestreute Subventionen und für klarere Prioritäten staatlicher Ausgaben.

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  • Eben habe ich diesen interessanten Artikel gelesen:

    https://www.tagesschau.de/inland/innenpo…olitik-100.html

    Darin prangert Hamburgs erster Bürgermeister Tschentscher "Steuergeschenke aus der Gießkanne" an. Seine Sichtweise scheint zu sein, dass alles was bei Bürgern und Unternehmen nach der Besteuerung übrig bleibt als Geschenk des Staates anzusehen ist. Auch glaubt er nicht, dass eine niedrigere Steuerbelastung positive konjunkturelle Impulse aussendet: "Das neoliberal-konservative Motto 'man muss nur die Steuern senken, dann geht es ab wie Schmidts Katze' ist noch nie aufgegangen."

    Ich würde tatsächlich eher sagen, dass höhere Steuern noch nie zu mehr Wohlstand in einem Land geführt haben...

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  • Was du da nicht alles hereininterpretierst.

    Er sagt einiges nicht nur finanzpolitisch Vernünftiges. Je mehr Steuergeschenke wie von Söder umgesetzt umso weniger Bewegungsraum für Dringliches.

    Um die Situation zu verbessern, "müssen die Ressourcenfragen besser sortiert werden", forderte Tschentscher, der vor Übernahme des Bürgermeisteramtes 2018 sieben Jahre lang Hamburgs Finanzsenator war.

    Wo ist bei dieser Regierung das große Konzept? Reformen in homöopathischer Dosierung bringen nichts. Größere Summen für Bildung, Startups, Hitzeschutz, Wasser- und Energieverteilung weitgehend Fehlanzeige. Schon geplante Projekte in die Sondervermögen geschoben. Was die Frau Reiche anzettelt, wird sie in der Zukunft von ihrem Gehalt locker stemmen. Und die anderen? Es gibt schon für vieles Lösungen, sie ignoriert sie.

    https://www.focus.de/perspektiven/3…279f27de0e.html

    Wer ausnahmsweise die CDU gewählt hatte, kann sich über Lobbyismus und Inkompetenz nicht nur in Sachen Kommmunikation nur ärgern.

  • Eine zumindest theoretisch denkbare Option wäre, dass man mal über die Ausgaben und deren Struktur nachdenkt, anstatt immer nur Steuern zu erhöhen und Schulden zu machen.

    Na ja, wenigstens passen die Aussagen von Herrn Tschentscher gut zu seinen Gesangseinlagen...

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  • Planschkuh - wende mich mit diesem Beitrag explizit an Dich - und eher nicht an die (links-grüne) Fraktion der Staatsgläubigen hier ...


    "Äußerer Sicherheit" beispielsweise (glaubhafte Abschreckung inkl. ebensolcher Verteidigungsfähigkeit) und "Innere Sicherheit" beispielsweise (effektive Kriminalitäts- und Terrorbekämpfung) gehören zu den originären sprich genuinen Staatsaufgaben. Ebenso wie das Setzen entsprechender Rahmenbedingungen für eine adäquate "Internationale Wettbewerbsfähigkeit" -, die "Conditio sine qua non" für einen so weit ausgebauten Wohlfahrtsstaat, wie den unsrigen, ist. Vor dem Hintergrund, daß dies hierzulande - und in der real existierenden EU - nur bedingt oder bestenfalls medioker gelingt (oder selbst hierzulande inzwischen in Rekord-Neuverschuldung ausgewichen präziser geflüchtet wird) , stellt sich die Frage, ob sich unser Staat und das Konstrukt EU nicht wieder deutlich mehr auf solche Kern-Aufgaben konzentrieren sollte (im Sinne der Freiburger Schule des Ordoliberalismus). Unser Staat - und insbesondere die real existierende EU - haben sich in den letzten gut 15 Jahren aller möglichen Themen angenommen (um die Formulierung "selbst ermächtigt" zu vermeiden) - noch dazu mit feinst-ziselierten Vorgaben bis ins letzte Detail der (teilweise planwirtschaftlich angedachten) Umsetzung - , die so generierten Ergebnisse sind aber wenig überzeugend, um es noch möglichst subtil zu formulieren.

    Politiker pflegen "stimmenmaximierende Eigeninteressen" zu verfolgen und bestimmte Zielgruppen (Partikularinteressen) besonders zu bedienen. In dem ganzen Kontext ist es lohnenswert sich näher mit der prominenten ökonomischen Schule "Public Choice" zu beschäftigen. "Public Choice" entstand in den 60er Jahren in den USA. Bekanntester Vertreter der Schule ist meines Wissens der Ökonomie-Nobelpreisträger James B. Buchanan (1919 bis 2013). Nach den Auffassungen der Vertretern dieser Schule sind es vor allen Dingen zwei Riegel, die den Partikularegoismus der Politiker begrenzen. Einerseits sind Regeln und Institutionen erforderlich, die eine parlamentarische Demokratie beschränken (Paradebeispiele dafür ist die deutsche im GG verankerte Schuldenbremse und eine unabhängige Zentralbank, die das inflationstreibende Begehren der Politiker souverän ignoriert - anstatt sich, wie eine EZB, um die Schuldentragfähigkeit einzelner Staaten via Anleihekäufe zu kümmern ...). Andererseits braucht es mehr Demokratie, die das Volk stärker in politische Entscheidungen und der Finanzierung dieser Entscheidungen einbindet und vor allen Dingen direkt beteiligt ("direkte Demokratie" inkl. Referenden - siehe Schweiz beispielsweise) und damit ebenso die Macht der Parlamentarier begrenzt.

    Empirische Untersuchungen zeigen, daß in direktdemokratisch verfassten Gesellschaften weniger subventioniert wird, weniger Steuern erhoben werden und die Staatsverschuldung geringer ist - bei gleichzeitig höherer Wirtschaftsleistung pro Kopf und höherer Lebenszufriedenheit der Menschen (über die Schweiz und die Vorteile von mehr direkter Demokratie (Volksabstimmungen/Referenden) hatte ich hier jüngst einen längeren Beitrag im Forum verfasst).

    Hierzulande hat sich der Ökonom Lars Feld (u. a. früher Vorsitzender der sog. "fünf Weisen") intensiv mit diesen Themen beschäftigt. Und, wie er mal sagte, die "Grenzen der Politikberatung" kennengelernt, so wie es seine eigene Theorie erwarten läßt.

    Dem "rational handelnden und stimmenmaximierenden Politiker ist nämlich der nächste Wahltag näher als der Rat eines kundigen Ökonomen.

    Die Begegnungen sprich Rendezvous mit der Realität sind aber - früher oder später - unvermeidlich. Oder, wie wir früher im Consulting sagten:

    "Es muß für dieses Unternehmen offensichtlich noch schlimmer und bedrohlicher werden, bis endlich die Beratungsresistenz schwindet und die Handlungsbereitschaft wächst. Ansonsten machen das später halt andere"


    Dir weiter viel Erfolg mit Deinen privaten Finanzen ... !

  • Stammtischparolen - das ist nichts für ft. Das reicht gerade mal für Wassereis:|

    Gebe ich so gerne mal an Prof. Lars Feld weiter.

    Der wird von Deinem fundiert-differenzierten Statement stark beindruckt sein ... :rolleyes:


    In jeder passenden oder auch unpassenden Situation als Politiker das "Scheckbuch der Bürger" zu zücken, um einzelne Wählergruppen zu bedienen, gehört hierzulande - und in der real existierenden EU - längst zu den Usancen. Tenor: "In dieser Situation oder Krise ist es unabdingbar die Staatsverschuldung zu erhöhen". Schon die Formulierung erstickt jeden Gedanken daran, daß höheren Schulden immer eine andere Entscheidung vorausgeht: Die Entscheidung im Staatshaushalt nicht zwischen Ausgaben umzuschichten. Eine solche Priorisierung ist aber eine typische politische Aufgabenstellung. Wenn alle Staatsaufgaben für sakrosankt erklärt werden und (noch) höhere Steuern sich gerade in schwierigen Zeiten oder Krisenzeiten verbieten, erfordern neue Ausgaben immer neue Schulden. Siehe die aktuelle historische Rekord-Neuverschuldung in Deutschland ... Oder (noch) höhere Steuern und Abgaben, was den Niedergang in der Regel noch beschleunigt.

    Eine weitere Variante präziser Option wäre Rahmenbedingungen für mehr Wirtschaftswachstum zu setzen, da dieses sowohl die Einnahmen des Staates (Steuereinnahmen beispielsweise) erhöht als auch die Ausgaben des Staates senkt (für Arbeitslosigkeit beispielsweise).

    Da bin ich mir ausnahmsweise aber mal mit Prof. Rürup einig:

    "Wir verteilen um, statt zu wachsen"

    (hat er in einem Interview mit dem Tagesspiegel verlauten lassen, wie mir erst jüngst zugetragen wurde)


    Dir, britty, nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen ... !

  • Aha. Hast du schon mal von Dänemark gehört? Oder Schweden?

    Die spannende Frage ist doch, in welche Richtung das wirklich geht. Erlaubt eine gute Politik und daraus folgenden gute Wirtschaft hohe Steuern oder führen hohe Steuern zu einer boomenden Wirtschaft?

    Ich würde immer auf Variante 1 wetten.


    Grundsätzlich haben wir im Land ein Problem mit der Gießkanne. Beispiele gibt es mehr als genug und es wäre sicherlich wünschenswert, wenn man die Unterstützung bestimmter Gruppen auch tatsächlich auf die Gruppen beschränkt, die bedürftig sind. Und nicht in deren Namen die drölfzigfache Menge mit der Giesskanne subventioniert

  • Ich gestatte mir eine Bemerkung aus Moderatorensicht:

    Es handelt sich um eine Agenturmeldung von dpa, die von etlichen Medien inhaltsgleich sprich ohne redaktionelle Würdigung veröffentlicht wurde. Daraus ist nicht erkennbar, ob und wenn ja welches Gesamtkonzept dahinter steht. Stattdessen werden lediglich Stichworte in den Raum geworfen. Je nach persönlicher Meinung kann man z.B. den impliziten Vorschlag zur Begrenzung der Schulden aufgrund fehlender Perspektive zur nachhaltigen Zins- und Tilgungszahlung begrüßen oder verdammen.

    Daher ist es mMn müßig über diese Agenturmeldung weiter zu diskutieren.

  • Spannend dürfte neben der Wahl in Sachsen-Anhalt auch die in Berlin am 20.09. werden. Hier redet die SED-Nachfolgepartei "Die Linke" ja schon seit längerem von der "Enteignung von Immobilienkonzernen". Leider gibt es immer weniger vernüftige Stimmen wie die von Frau Grimm, die auf die negativen Folgen hinweisen:

    https://www.deutschlandfunk.de/oekonomin-grim…tasien-100.html

    Andererseits könnte Berlin dann ein noch besseres negatives Beispiel werden was Deutschland noch bevorstehen könnte, wenn eine linksextreme Partei an die Macht kommt...

  • Planschkuh besonders lustig - aber auch traurig zugleich - fand ich in dem Kontext neben der folgenden im schon oben genannten Artikel enthaltenen Aussage (eine Binse) von Frau Grimm (Mitglied der Wirtschaftsweisen)

    "Wenn Enteignungsphantasie um sich greifen, werden immer Unternehmen, Unternehmer und hoch Qualifizierte ihre Tätigkeit ins Ausland verlagern"

    ihre besonders "putzige bis lustige" und pointierte Aussage (in anderen Medien kommuniziert)

    "Gerade in Berlin sollten doch die Erfahrungen mit dem Sozialismus noch nicht völlig verblasst sein"


    Wie gesagt, einerseits sehr traurig - aber dennoch andererseits auch irgendwie zum ^^

  • Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene verblassen negative Erfahrungen ungefähr in diesen Schritten:

    • 5–10 Jahre: Die unmittelbare emotionale Wirkung nimmt bei vielen Menschen deutlich ab.
    • 10–30 Jahre: Die Erfahrung wird zunehmend zu einem historischen Ereignis. Die jüngere Generation hat keinen persönlichen Bezug mehr dazu.
    • 30–70 Jahre: Die Erinnerung kann stark verblassen, wenn keine persönliche oder familiäre Weitergabe stattfindet.

    Der Untergang der DDR ist nur gut 35 Jahre her. Da verwundert es nicht, dass sozialistische Ideen insb. bei der jüngeren Generation wieder verfangen...

  • Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene verblassen negative Erfahrungen ungefähr in diesen Schritten:

    • 5–10 Jahre: Die unmittelbare emotionale Wirkung nimmt bei vielen Menschen deutlich ab.
    • 10–30 Jahre: Die Erfahrung wird zunehmend zu einem historischen Ereignis. Die jüngere Generation hat keinen persönlichen Bezug mehr dazu.
    • 30–70 Jahre: Die Erinnerung kann stark verblassen, wenn keine persönliche oder familiäre Weitergabe stattfindet.

    Der Untergang der DDR ist nur gut 35 Jahre her. Da verwundert es nicht, dass sozialistische Ideen insb. bei der jüngeren Generation wieder verfangen...

    Um einen Professor mit dem Schwerpunkt monetäre Ökonomik zu zitieren (aus dem Jahr 2021):

    "Nach dem aller Wahrscheinlichkeit endgültigen Scheitern des Experiment einer europäischen Einheitswährung, wird es lange Jahre brauchen zu einem neuen Anlauf. Sollte dann das Konstrukt EU überhaupt noch existieren. Wenn die Erinnerungen der Menschen an das Platzen auch dieser Währungsunion verblasst sind und/oder keine eigenen Erinnerungen und Erfahrungen mehr vorhanden sind, wird es vermutlich seitens der Politik wieder versucht werden. So wie es beispielsweise nach dem Scheitern der Lateinischen Münzunion auch mit der Europäischen Einheitswährung (Euro) auf ein Neues versucht wurde"

  • Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene verblassen negative Erfahrungen ungefähr in diesen Schritten:

    • 5–10 Jahre: Die unmittelbare emotionale Wirkung nimmt bei vielen Menschen deutlich ab.
    • 10–30 Jahre: Die Erfahrung wird zunehmend zu einem historischen Ereignis. Die jüngere Generation hat keinen persönlichen Bezug mehr dazu.
    • 30–70 Jahre: Die Erinnerung kann stark verblassen, wenn keine persönliche oder familiäre Weitergabe stattfindet.

    Bis hierhin treffend analysiert... Unser schlimmstes Kapitel ist schon über 80 Jahre her und die Faschisten kommen wieder aus allen Löchern gekrochen.

  • Hab mir erlaubt sie aus allen Briefkästen meines Hauses zu entfernen. Wenn dies nicht erlaubt sein sollte, SORRY.

    Egal welcher shice-Dreck in meinem Briefkasten landet, dass jemand Post aus meinem Briefkasten entfernt, verbitte ich mir... SORRY.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Egal welcher shice-Dreck in meinem Briefkasten landet, dass jemand Post aus meinem Briefkasten entfernt, verbitte ich mir... SORRY.

    Aber die unmündigen Mitbewohner müssen doch geschützt werden, da sie sich nicht des eigenen Verstandes bedienen können!!

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

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