• Das stimmt so nicht, Tomarcy. Es spielt keine Rolle, warum du höhere Kosten hast. Sie sind da. Punkt.

    Wenn du außerhalb des SORR-Bandes im langfristigen Teil 20 % im Geldmarkt, in einer Lebensversicherung, Anleihen o. Ä. hältst, ist das eine bewusste und emotionale Entscheidung. Du zahlst diese Kosten, damit es dir emotional besser geht. Das ist völlig legitim. Aber die Kosten sind real. Das Feuer der Inflation ist real. Die damit verbundene Wertminderung ist real. Und du bezahlst sie real in Euro.

    Was ich inkonsistent finde: Du argumentierst gegen höhere Kosten für eine höhere Risikoprämie durch Faktorinvesting, bist aber gleichzeitig bereit, für eine höhere Equity-Prämie mehr zu zahlen und zusätzlich durch den Geldmarkt Opportunitätskosten in Kauf zu nehmen. Dazu kommen die Kosten der häufigen Strategieänderungen.

    Du argumentierst also einmal mit empirischer Evidenz und ignorierst sie an anderer Stelle. Obwohl es letztlich um dieselben Daten geht.

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  • Das stimmt so nicht, Tomarcy. Es spielt keine Rolle, warum du höhere Kosten hast.

    Doch.

    Es spielt eine Rolle ob ich für 1 kg Nudeln 1,38 Euro oder 3 Euro zahle.

    Es spielt keine Rolle wenn meine monatlichen höheren Lebenshaktungskosten im Vergleich zu meinem Nachbarn darin begründet sind dass meine Wohnung doppelt so groß ist wie seine.

    Im Nudelbeispiel gehe ich mit meinem Geld unwirtschaftlich um, im Wohnungsbeispiel erhalte ich für höheren Kosten eine höhere Gegenleistung.

  • Hallo, der empfohlene IMI setzt auf Marktkapitalisierung. Manche Akteure stellen mehr das BIP in den Vordergrund. Was ist davon zu halten?

    Wie Du siehst entsteht schnell ein Glaubenskampf. Vor 20-25 Jahren war eine BIP Gewichtung durchaus "modern". Mittlerweile ist dieser BIP Anteil kräftig gestiegen aufgrund wirtschaftlicher Entwicklungen und damit kamen bei manchen die Zweifel, ob man wirklich 40 % des Depots in Entwicklungsländern investieren will. Diese Länder haben zweifellos ein großes Potential aber auch hohe Risiken. In vielen Ländern ist die Rechtssicherheit niedriger als in den entwickelten Ländern. In manchen Ländern (allen voran China) gibt es starke Beschränkungen am Aktienmarkt, die einen schon daran zweifeln lassen, ob es so klug ist, sich zum Akteur in so einem Markt zu machen.

    Unabhängig davon, wie Du diese Frage für Dich beantworten willst, ist es ein wichtiger Punkt, wie einfach Du es haben willst mit Deinem Depot. Und da stimme ich den anderen zu, dass es insbesondere in der Anfangsphase das Leben deutlich erleichtert, wenn man ein möglichst breit gestreutes Investment aussucht. Derzeit ist es "State of the Art" mit einem breiten marktkapitalisierten Ansatz anzulegen. Darin sind aktuell etwas mehr als 10 % Emerging Markets enthalten. Am Anfang weiß man weder, was die richtige Risikoaufteilung für einen ist noch wie tief man sich in dieses Feld einarbeiten und möglicherweise Akzente setzen will.

    Die gute Nachricht ist: Das musst Du zu Anfang nicht für die Ewigkeit entscheiden. Wichtig ist, dass Du ein wirklich breit gestreutes Basisinvestment wählst. Solltest Du in 3-5 Jahren entscheiden, doch noch einen individuellen Schwerpunkt zu legen, wird sich so ein Basisinvestment immer integrieren lassen. Denn eines ist klar, aufgrund von vorzeitigen Steuerzahlungen gilt: "Hin und her macht Taschen leer"

    Natürlich kannst Du bei entsprechend jetzt schon vorliegenden Vorlieben entsprechend investieren:

    Mit BIP Gewichtung bieten sich Komplettlösungen wie Kommer oder Arero an. Für Selbermacher kann man aber auch ganz simpel einem marktbreiten ETF (FTSE All World oder MSCI All Country World IMI) noch einen ETF für Emerging Markets an die Seite stellt. Mir persönlich ist der Arero sowohl zu teuer als auch zu extrem in seiner Aufteilung. Der Kommer ist noch vergleichsweise jung und alles steht und fällt mit dem zugrundeliegenden Index. Für mich hat der ein wenig Ähnlichkeit mit einer Black Box. Unklar ist, wie genau das mit den Faktoren funktionieren soll und wird und wie sich die Konzeption in den nächsten Jahren womöglich ändert. Aber diese Gedanken musst Du Dir nicht zu eigen machen.

    Am einfachsten ist es zweifellos mit einem breiten marktkapitalisierten ETF. Das ist die ideale Anfängerlösung, die aber auch gerne über 30 Jahre und mehr durchgezogen werden kann.

  • Es spielt aber eine Rolle, ob ich mir als Rentner überhaupt Nudeln kaufen kann.
    100% Aktienquote muss man sich finanziell erlauben können (und wollen). St. Irving kann sich das finanziell erlauben. Ob sich der Threadersteller das erlauben kann wissen wir alle nicht.

    Ich habe es für mich mit der 4%-Regel und meinem Wunschdepotwert/Wunschentnahme anhand der realen Renditen 1999ff und 2000ff mal durchgrechnet.
    Bei einem Börsenverlauf wie 2000ff wäre mein Depot im Jahr 2018 weg gewesen. Also nach 18 Jahren. :/
    Also kann (und will) ich mir aus heutiger Sicht keine 100% Aktienquote leisten!

    Wohlmöglich wird mein Depotstand zu Beginn meiner Entnahme aber einen ganz anderen (höheren) Wert haben als heute konservativ hochgerechnet. Es ist also möglich, dass ich mir die 100% Aktienquote 2035 durchaus leisten könnte. Dann wird es entweder finanziell ein richtig fetter Ruhestand oder unsere Erben werden sich dereinst erfreuen.

  • Bei einem Börsenverlauf wie 2000ff wäre mein Depot im Jahr 2018 weg gewesen. Also nach 18 Jahren. :/
    Also kann (und will) ich mir aus heutiger Sicht keine 100% Aktienquote leisten!

    So wäre es gewesen und so kann es theoretisch auch wieder kommen.

    Und eine schlimme, frustrierende Phase kann auch SEHR lange dauern.

  • Doch.

    Es spielt eine Rolle ob ich für 1 kg Nudeln 1,38 Euro oder 3 Euro zahle.

    Es spielt keine Rolle wenn meine monatlichen höheren Lebenshaktungskosten im Vergleich zu meinem Nachbarn darin begründet sind dass meine Wohnung doppelt so groß ist wie seine.

    Im Nudelbeispiel gehe ich mit meinem Geld unwirtschaftlich um, im Wohnungsbeispiel erhalte ich für höheren Kosten eine höhere Gegenleistung.

    Deine Analogie ist (wieder mal) falsch. Kosten sind immer Kosten. Es spielt keine Rolle, ob du denkst, dass sie gerechtfertigt sind. Viele Anleger betrachten aus einer emotionalen Präferenz bestimmte Kosten nicht. Opportunitätskosten sind dabei der größte blinde Fleck. Mit einem abbezahlten Haus mit einem Wert von 500.000 Euro, spart man sich nicht die Miete, sondern man zahlt jeden Monat 3000-4000 Euro Opportunitätskosten plus Instandhaltung. Davon darf man dann gerne eine Miet-Alternative abziehen. Und 20% im Geldmarkt kosten eben deutlich über 1% p.a aufs Gesamtvermögen. Ob man die 20% benötigt, weil man sonst nicht mehr schlafen kann oder das Thema Volatilität grundsätzlich nicht verstanden hat oder keine dynamische Entnahme berechnen oder durchhalten kann oder das Geld in 5 Jahren braucht oder…. ist völlig Schnuppe. Man zahlt.

    Würden in diesem Land mehr Menschen das Thema Opportunitätskosten verstehen, wären wir beim Thema Altersabsicherung schon deutlich weiter. So gut wie jeder Angestellte lässt einen siebenstelligen Betrag als Opportunitätskosten liegen, weil die GRV so schlecht aufgebaut ist. Leider verstehen das die meisten nicht. Oder wollen es nicht verstehen.

    In diesem Forum werden regelrechte Schlachten wegen 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte TER geführt und wenn man dann nachbohrt, kommt raus, dass viele der Pfennigfuchser ein Drittel und mehr unter Inflation anlegen, Lebensversicherungen besitzen, mit Einzelwerten seit Jahrzehnten den Markt um 2-3% p.a. underperfomen oder im Humankapital strukturelle Fehler machen. Ich sage es nochmal: die Fokussierung auf die TER im liquiden Portfolioteil wird insbesondere in diesem Forum überbewertet. Ich bin überzeugt, dass so gut wie niemand hier mit seinem Vermögen z.B. das GPO schlägt. Nach Kosten.

    2 Mal editiert, zuletzt von St. Irving (13. August 2026 um 09:29)

  • So gut wie jeder Angestellte lässt einen siebenstelligen Betrag als Opportunitätskosten liegen, weil die GRV so schlecht aufgebaut ist. Leider verstehen das die meisten nicht. Oder wollen es nicht verstehen.

    Diese Aussage zeugt zunächst mal davon, dass Du das umlagefinanzierte Rentensystem nicht verstanden hast.:/
    Das mit den Opportunitätskosten ist im Übrigen bei allen umlagenfinanzierten Rentensystemen so (z.B. USA, Schweden, Schweiz). Scheinbar verstehen es die Regierungen in all diesen Länder auch nicht. ;) Wohlmöglich hat man sich in diesen Ländern aber auch ganz bewusst für ein solches System als einen Teil der Altersvorsorge entschieden. Denk darüber einfach mal nach.

    In Deutschland gibt es die 3 Säulen der Altersvorsorge. Leider verstehen es sehr viele Menschen in D nach wie vor nicht, dass man nach Möglichkeit auch Privat vorsorgen muss!

  • Ich habe es für mich mit der 4%-Regel und meinem Wunschdepotwert/Wunschentnahme anhand der realen Renditen 1999ff und 2000ff mal durchgrechnet.
    Bei einem Börsenverlauf wie 2000ff wäre mein Depot im Jahr 2018 weg gewesen. Also nach 18 Jahren. :/

    Genau deshalb sollte man vorsichtig kalkulieren wenn man nach besonders fetten Börsenjahren in den Ruhestand geht. In den Jahren 1995 bis 1999 ist der MSCI World jedes Jahr um mehr als 11 % p.a. gewachsen. In den Jahren 1998 und 1999 waren es 22,78 % und 23,56 %. Das Vermögen hat sich in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt! Nach einem Anstieg weit über dem langjährigen Durchschnitt, muss man vorsichtiger kalkulieren und dann klappt es auch bei der Entnahme.

    Wohlmöglich wird mein Depotstand zu Beginn meiner Entnahme aber einen ganz anderen (höheren) Wert haben als heute konservativ hochgerechnet. Es ist also möglich, dass ich mir die 100% Aktienquote 2035 durchaus leisten könnte.

    Genau daraus wird ein Schuh! Eine hohe Aktienquote in einer langen Ansparphase lässt das Vermögen stärker wachsen und bietet später mehr Handlungsoptionen.


    Aber hier im Faden geht es um die Ansparphase und nicht um die Entnahmephase.

  • Es ist, aus welchen Gründen auch immer, für einige nicht nachvollziehbar, dass verschiedene Ausgangslagen und Bedarfe, verschiedene Maßnahmen erfordern. Hinzukommt, wir haben seit einigen Jahren einen sehr starken Aktienmarkt, wahrscheinlich macht dieser schneller leichtsinnig. Wenn man schon alle möglichen Szenarien mit erlebt hat denkt man über vieles anders. Daher mag es für einen 100% Aktien eine Möglichkeit sein, allerdings für den anderen nicht. Daher überrascht mich in dieser Diskussion, unbedingt auf seine Prinzipien zu pochen und andere Meinungen abzubügeln.

  • Diese Aussage zeugt zunächst mal davon, dass Du das umlagefinanzierte Rentensystem nicht verstanden hast.:/
    Das mit den Opportunitätskosten ist im Übrigen bei allen umlagenfinanzierten Rentensystemen so (z.B. USA, Schweden, Schweiz). Scheinbar verstehen es die Regierungen in all diesen Länder auch nicht. ;) Wohlmöglich hat man sich in diesen Ländern aber auch ganz bewusst für ein solches System als einen Teil der Altersvorsorge entschieden. Denk darüber einfach mal nach.

    In Deutschland gibt es die 3 Säulen der Altersvorsorge. Leider verstehen es sehr viele Menschen in D nach wie vor nicht, dass man nach Möglichkeit auch Privat vorsorgen muss!

    Ich denke du hast nicht verstanden, dass du überhaupt nicht privat vorsorgen müsstest und einen sehr angenehmen Ruhestand haben könntest, wenn dieses kapitalmarktfeindliche Land von 30 Jahren umgeschwenkt hätte und mindestens einen Teil am Kapitalmarkt angelegt hätte.

    Übrigens: Gutverdiener wie du mit einem 401k/IRA in den USA sind so gut wie alle (Multi-) Millionäre, wenn sie in Rente gehen.

  • Und 20% im Geldmarkt kosten eben deutlich über 1% p.a aufs Gesamtvermögen. Ob man die 20% benötigt, weil man sonst nicht mehr schlafen kann oder das Thema Volatilität grundsätzlich nicht verstanden hat oder keine dynamische Entnahme berechnen oder durchhalten kann oder das Geld in 5 Jahren braucht oder…. ist völlig Schnuppe. Man zahlt.

    Dass 20 % Geldmarkt gegenüber 100 % Aktien langfristig erwartete Rendite kosten können, bestreitet niemand. Aber daraus eine fixe Kostenquote von über 1 % p.a. zu machen, ist doch etwas anderes. Opportunitätskosten sind abhängig von der angenommenen Renditedifferenz und können ex post sogar negativ sein.

    Außerdem ist die Frage, ob man diese 20 % halten möchte, gerade nicht „Schnuppe“ sondern eine zentrale Frage der Asset Allocation. Wer bewusst 20 % risikoarme Anlagen hält, kauft damit Liquidität, geringere Volatilität und eine andere Verluststruktur. Das ist kein Rechenfehler, sondern eine Anlageentscheidung.

    Interessant finde ich eher, dass du bei den 20 % Geldmarkt mit einer hypothetischen Renditedifferenz argumentierst, bei deinen eigenen 0,45 % ETF-Kosten aber die tatsächlich anfallenden Kosten als entscheidendes Kriterium akzeptierst. Das sind schlicht zwei unterschiedliche Größen.

    Mir kommt es so vor als habe sich da jemand in seine private 100 % Lösung geradezu festgebissen und könne allgemein anerkannte Portfolio-Theorien gar nicht mehr akzeptieren.

    Das Beispiel mit dem schuldenfreien Haus im Wert von 500.000 Euro ist auch bemerkenswert.

    Dein Hausbeispiel zeigt eigentlich ganz gut, warum ich zwischen Opportunitätskosten und tatsächlichen Kosten unterscheiden würde. Natürlich hat ein selbstgenutztes Haus Opportunitätskosten: Das darin gebundene Kapital könnte alternativ investiert werden. Daraus folgt aber nicht, dass der Eigentümer jeden Monat 3.000–4.000 € „zahlt“. Dem entgangenen Kapitalertrag steht insbesondere die ersparte Miete gegenüber.

    Wenn du Opportunitätskosten konsequent als „Kosten‘“ bezeichnen möchtest, müsstest du das allerdings auf jede Anlageentscheidung anwenden. Auch 100 % Aktien haben Opportunitätskosten gegenüber einem Portfolio mit einer anderen risikoreicheren Strategie. Daraus folgt aber nicht, dass die gewählte Strategie „Geld kostet“ , sondern dass man sich für ein bestimmtes Verhältnis von Risiko und erwarteter Rendite entscheidet.

  • Übrigens: Gutverdiener wie du mit einem 401k/IRA in den USA sind so gut wie alle (Multi-) Millionäre, wenn sie in Rente gehen.

    Schreibt der Selfmade-Multimillionär hier im Forum. :D
    Ich falle mit Sicherheit nicht unter die Gruppe der Gutverdiener, wenn ich mal vom Durchschnitts-/Medianeinkommen ausgehe. Aber keine Sorge, ich komme finanziell auch so ganz gut zurecht.

  • Schreibt der Selfmade-Multimillionär hier im Forum. :D
    Ich falle mit Sicherheit nicht unter die Gruppe der Gutverdiener, wenn ich mal vom Durchschnitts-/Medianeinkommen ausgehe. Aber keine Sorge, ich komme finanziell auch so ganz gut zurecht.

    Ich finde es traurig, dass man in diesem Land nicht auch als Angestellter (automatisch) als Millionär in Rente geht. Es ist ja nicht so, als wenn es besonders schwierig wäre, wenn die politischen Rahmenbedingungen anders wären.

  • Wenn du Opportunitätskosten konsequent als „Kosten‘“ bezeichnen möchtest, müsstest du das allerdings auf jede Anlageentscheidung anwenden. Auch 100 % Aktien haben Opportunitätskosten gegenüber einem Portfolio mit einer anderen risikoreicheren Strategie.

    Kannst du diese risikoreichere Strategie bitte nennen?

  • Dass 20 % Geldmarkt gegenüber 100 % Aktien langfristig erwartete Rendite kosten können, bestreitet niemand. Aber daraus eine fixe Kostenquote von über 1 % p.a. zu machen, ist doch etwas anderes. Opportunitätskosten sind abhängig von der angenommenen Renditedifferenz und können ex post sogar negativ sein.

    Genau das meine ich mit ,,selektiven Argumenten“. Nach der Logik musst du 100% in kurzlaufenden BRD-Staatsanleihen halten. Auch die Equity Prämie kann ex post negativ sein. Und ein Aktien-ETF kostet mehr. Du verwendest Argumente, die du gleichzeitig auch ablehnst.

  • Deine Analogie ist (wieder mal) falsch. Kosten sind immer Kosten. Es spielt keine Rolle, ob du denkst, dass sie gerechtfertigt sind. Viele Anleger betrachten aus einer emotionalen Präferenz bestimmte Kosten nicht. Opportunitätskosten sind dabei der größte blinde Fleck. Mit einem abbezahlten Haus mit einem Wert von 500.000 Euro, spart man sich nicht die Miete, sondern man zahlt jeden Monat 3000-4000 Euro Opportunitätskosten plus Instandhaltung. Davon darf man dann gerne eine Miet-Alternative abziehen. Und 20% im Geldmarkt kosten eben deutlich über 1% p.a aufs Gesamtvermögen. Ob man die 20% benötigt, weil man sonst nicht mehr schlafen kann oder das Thema Volatilität grundsätzlich nicht verstanden hat oder keine dynamische Entnahme berechnen oder durchhalten kann oder das Geld in 5 Jahren braucht oder…. ist völlig Schnuppe. Man zahlt.

    Würden in diesem Land mehr Menschen das Thema Opportunitätskosten verstehen, wären wir beim Thema Altersabsicherung schon deutlich weiter. So gut wie jeder Angestellte lässt einen siebenstelligen Betrag als Opportunitätskosten liegen, weil die GRV so schlecht aufgebaut ist. Leider verstehen das die meisten nicht. Oder wollen es nicht verstehen.

    In diesem Forum werden regelrechte Schlachten wegen 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte TER geführt und wenn man dann nachbohrt, kommt raus, dass viele der Pfennigfuchser ein Drittel und mehr unter Inflation anlegen, Lebensversicherungen besitzen, mit Einzelwerten seit Jahrzehnten den Markt um 2-3% p.a. underperfomen oder im Humankapital strukturelle Fehler machen. Ich sage es nochmal: die Fokussierung auf die TER im liquiden Portfolioteil wird insbesondere in diesem Forum überbewertet. Ich bin überzeugt, dass so gut wie niemand hier mit seinem Vermögen z.B. das GPO schlägt. Nach Kosten.

    Und du erklärst den Leuten wieder mal die Welt und wie sie am besten nach Brasilien kommen obwohl sie nach Hamburg wollen, und warum es sinnlos ist, wenn sich Hamburger Gedanken über günstige Handytarife machen.

    Ohne Metapher gesprochen: Du hast ein Problem damit, dass Leute andere Ziele haben als Du findest, dass sie haben sollten.

  • Viel entscheidender für den langfristigen Anlagerfolg ist jedoch die Risikoaufteilung Deiner Geldanlage.
    Konkret, welchen Anteil Deines Anlagebetrags Du in den Risikoteil investierst (z.B. Aktien-ETF) und welchen Anteil in den sicheren Teil (z.B. Tagesgeld).

    :thumbup:

    Neben dem spielentscheidenden Aspekt "Humankapital und dessen Nutzung" gilt meines Erachtens (und das entspricht auch meinen langjährigen Erfahrungen) im Bereich der "privaten Finanzen":

    Bei ebenfalls Realitätsbezug: Welchen Impact auf den Vermögensaufbau oder die Verwaltung des bereits vorhandenen Vermögens haben umfangreiche und bis in letzte Detail feinst ziselierte Diskussionen - noch dazu auf der untersten Ebene (sprich Produktebene bzw. Ebene der Finanz-Vehikel) - auf die letztlich generierten Ergebnisse ... ?!

    Oder einige Basispunkte mehr oder weniger bei den Fondskosten oder der Zinskondition einer Immobilienfinanzierung - um zwei weitere Beispiele zu nennen ... ?!

    Nach meinen (sehr langjährigen) Erfahrungen: Nahezu keinen oder einen nur verschwindend geringen. Die mit extrem weitem Abstand spielentscheidenden Weichenstellungen finden auf der übergeordneten Ebene der Asset-Allocation statt. Insbesondere bei der Gewichtung "Nominalwerte" (im weiteren Sinne) vs "Sachwerte und Beteiligung am Produktivkapital" (im weiteren Sinne).

    Könnte man noch pauschaler auch als die Gewichtung "risikoarme" vs "risikoreiche" Anlageklassen beschreiben.

    Auch wenn ich nicht Tomarcy bin (da sei Gott vor) in dem Kontext

    Diesen Denkfehler sehe ich bei dir sehr oft: Du begrenzt die Kostenbetrachtung auf die TER. Ich habe dir ja schon einmal erklärt, dass deine 20 % Geldmarktanteil im langfristigen Portfolio erhebliche Opportunitätskosten verursachen

    (nachträglich gefettet von mir)

    Mein Vermögen betrachte ich als Ganzes.

    Dabei sehe ich mich zum einen als "Risikomanager" (um es geschwollen zu formulieren) und damit als Beschützer und Bewahrer meiner Mittel (u. a. mit dem Ziel einer möglichst robusten und resilienten Finanzaufstellung) und zum anderen berücksichtige ich dabei meine subjektive Risikobereitschaft sprich individuelle Risikotoleranz (auch bezüglich der individuell tolerierten (potentiellen) Schwankungsbreite meines Gesamtvermögens).

    Oder einfacher: Was der eine unter "Opportunitätskosten" (entgangene Rendite) subsumiert - ist für den anderen schlicht ein anderes Verständnis von "Risiko"

    Kenne genug Leute, die trotz "Opportunitätskosten" beispielsweise auch Bargeld (ausfallsicheres Zentralbankgeld), fremde Sorten (ausfallsicheres Zentralbankgeld anderer Staaten), Gold, Silber, Uhren etc. pp. im Portfolio haben und/oder in einer anderen Jurisdiktion halten (außerhalb der Eurozone beispielsweise).

    Dazu kommt generell: Unter "Risiken" können unterschiedliche Menschen (sehr) unterschiedliche Dinge verstehen. Manche beispielsweise sehen Risiken, wo ich eher keine oder nur geringe sehe - das gilt allerdings auch umgekehrt.

    Wenn ein anderer Mensch andere Ziele, andere Bedarfe, eine andere subjektive Risikobereitschaft, ein anderes Bild (oder gar kein eigenes Bild) des Grand Design (Fiat-Money-System) hat usw., als meine Wenigkeit - dann müssen hinter seiner Vorgehensweise nicht unbedingt oder gar zwangsläufig "Denkfehler" stehen.

    Siehe beispielsweise diesen Protagonisten:

    Man wählt einen Lebensentwurf frühzeitig so, dass man überhaupt kein Auto benötigt.

    Meinen "Lebensentwurf" hätte ich - ganz persönlich - von einer derartigen Petitesse (Autobesitz ja oder nein) niemals oder als letztes abhängig gemacht oder gar bestimmen lassen.

    Wenn der besagte Protagonist das aber in seinem Denkmodell wirklich so sieht und dann danach kohärent handelt, ist das nicht per se (s)ein Denkfehler. Oder: "Jede Jeck ist anders".

    Es wäre nur (überhaupt) nichts für mich.


    War sonst noch was ... ? Ach ja ...

    "Paragraph Eins - jeder macht Seins"

  • Kann mir mal einer erklären, was dieses ganze Geschwafel mit dem Thema des Fadens zu tun hat?

    Da hat gestern jemand eine Frage gestellt und ihr habt nichts besseres zu tun, als Eure Steckenpferde zu reiten?

    Was du natürlich nie machst.:D
    In ,,meinem“ Kiss-Thread waren deine Beiträge so ziemlich alles. Nur nicht beim Thema.


    Hast du noch nicht verstanden, dass dieses Forum faktisch nicht moderiert wird? Geschwafel wird nicht unterbunden, weil es Reichweite bringt. Je mehr wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen, desto besser für die ,,Stiftung“.

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