
- bildet den MSCI World Small Cap nach
- setzt auf eine physische Nachbildung des Index
- legt Erträge wieder an (thesaurierend)
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Das Wichtigste in Kürze
Egal ob Du schon Anleger bist oder gerade erst anfängst Dich mit Deiner Geldanlage zu beschäftigen: Die großen Börsenriesen wie Apple in den USA oder SAP in Deutschland, sind Dir bestimmt bekannt. Was aber, wenn Du zusätzlich auch in kleinere Unternehmen investieren willst? Das kannst Du mit einem Small-Cap-ETF tun. In diesem Ratgeber erfährst Du, was diese ETFs können und wie Du sie am besten für Dich einsetzt.
Small Caps sind börsennotierte Unternehmen, die vergleichsweise klein sind. Cap steht hier kurz für market capitalisation, also übersetzt Markt- oder Börsenwert. Der Maßstab ist also nicht beispielsweise der Umsatz, der Gewinn oder eine sonstige Kennzahl, sondern der Gesamtwert der umlaufenden Aktien. Man nennt Small Caps auch Nebenwerte.
Unternehmen aus der Gruppe der Large Caps und Mid Caps stehen für die Gruppe der 85 Prozent wertvollsten Firmen. Small Caps umfassen die nächsten 14 Prozent. – Übrig bleibt das allerkleinste eine Prozent der börsennotierten Unternehmen. Diese nennt man Micro Caps und teilweise sogar Nano Caps.
Diese Prozentangaben folgen der Definition der Analysefirma MSCI, die Aktienindizes wie den MSCI World oder den MSCI World Small Cap berechnet. Es gibt auch Definitionen mit anderen Werten. Manchmal werden absolute Marktwerte genommen. Ein Small Cap kann zum Beispiel einen Marktwert zwischen rund 200 Millionen und vier Milliarden US-Dollar haben. Das Prinzip bleibt aber gleich.
Welche unterschiedlichen Branchen im MSCI World Small Cap vertreten sind, siehst Du in dieser Grafik.
Lass Dich übrigens von den Namen nicht täuschen. Ein „Small Cap“ ist trotzdem ein Großkonzern und keine Pommesbude. Kleinunternehmen im umgangssprachlichen Sinne sind ohnehin nicht börsennotiert und fallen aus dieser Systematik heraus. Es macht aber einen Unterschied, ob man Konzerne wie Apple und Microsoft oder eben die Gruppe der Nebenwerte betrachtet. Die sind eben kleiner, aber bringen trotzdem Gewicht auf die Waage.
| Land | Beispiele für Large/Mid Caps im Index | Beispiele für Small Caps im Index |
|---|---|---|
| USA | Nvidia, Apple, Microsoft | Sandisk, Jones Lang Lasalle, Hasbro |
| Großbritannien | Astra Zeneca, HSBC, Shell | Burberry, ITV |
| Deutschland | SAP, BMW, Deutsche Bank | Thyssen-Krupp, Tui, Freenet |
| Österreich | Erste Group Bank, ÖMV | Bawag, Österreichische Post |
| Polen | Orlen, CD Projekt | Orange Polska, XTB |
| Südkorea | Samsung Electronics | Rainbow Robotics |
| Brasilien | Petrobras | Aura Minerals |
Die genannten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt.
Quelle: MSCI, Finanztip-Darstellung (Stand: März 2026)
Kleinere Unternehmen können eine höhere Dynamik haben – und damit relativ gesehen eine größere Wachstumschance als etablierte, große Unternehmen. Die Kehrseite: Ein kleines Unternehmen kann auch tendenziell in größere Schwierigkeiten kommen als ein großes. Es setzt vielleicht nicht auf so viele Umsatz bringende Geschäftsbereiche.
Somit gilt das Grundprinzip der Risikostreuung oder Diversifikation weiterhin. Ein Depot nur mit Small Caps ist riskanter als ein Depot mit dem ganzen Spektrum von klein zu sehr groß.
Das funktioniert wie bei den größeren durch Bündeln im Rahmen eines Aktienindex. Der Indexanbieter legt die Aufnahmekriterien fest und berechnet aus den einzelnen Börsenkursen laufend einen anschaulichen Wert. Sicher kennst Du nationale Börsenindizes wie den Dax aus Deutschland oder den Dow Jones aus den USA. Ein Nebenwerte-Index wie der MSCI World Small Cap funktioniert prinzipiell genauso, allerdings weltweit und umfangreicher. Mit einem ETF kannst Du Dich an dieser Gruppe von einzelnen Unternehmen beteiligen.
Wenn Du genauer in die Unternehmensliste eines Small-Cap-Index schaust, fallen Dir möglicherweise zwei Dinge auf: Die größten Unternehmen haben manchmal einen deutlichen Vorsprung vor den nächstplatzierten mit etwas geringerem Marktwert. Und ein paar Monate später sind sie ganz aus dem Index verschwunden. Was passiert da?
Der Vorsprung kann entstehen, wenn der Börsenkurs eines Unternehmens im Index stark ansteigt. Damit steigt auch sein Marktwert. Denn der ergibt sich aus der Zahl der frei zirkulierenden Aktien des Unternehmens multipliziert mit dem Börsenkurs. Folglich kann das Gewicht dieses Beispielunternehmens im Index zunehmen.
Zu festen Terminen – oft einmal jährlich – passt der Indexanbieter aber die Zusammensetzung des Index an. Dann findet eine Prüfung entsprechend dem Regelwerk statt, Index Methodology genannt. Liegt ein Unternehmen auch zu diesem Prüftermin deutlich oberhalb der vorgesehenen Größenschwelle, verlässt es den Small-Cap-Index und wandert in den Index mit Mid und Large Caps.
Du kannst diese Abläufe grob mit einer Sportliga vergleichen, wo am Saisonende eine erfolgreiche Mannschaft in eine höhere Liga aufsteigt.
Finanztip empfiehlt drei Small-Cap-ETFs:



Im Frühjahr 2026 hat Finanztip fünf Small-Cap-ETFs betrachtet, die an der Börse Xetra gehandelt werden können oder auf dem Portal Just-ETF gelistet sind. Die drei aufgeführten ETFs empfiehlt Finanztip als Ergänzung zu einem MSCI-World-ETF. Wie groß Deine Small-Cap-Beimischung sein sollte, liest Du im Ratgeber zur 8:1:1-Strategie.
Einige Anbieter haben jeweils einen thesaurierenden und einen ausschüttenden Fonds im Angebot – in dem Fall empfehlen wir beide, wenn das Gesamtvolumen des Haupt- und dazugehörigen Teilfonds die 100 Millionen Anlagevolumen übersteigt.
Die folgende Tabelle liefert einen Überblick über alle getesteten ETFs.
| ETF-Anbieter (Identifikationsnummer) | Gesamtkosten (TER) | Bauart und Ertragsverwendung | Auflage | verwaltetes Vermögen in Millionen Euro | Empfehlung | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| iShares MSCI World Small Cap (IE00BF4RFH31) | 0,35 % | physisch - thesaurierend1 | 27.03.2018 | 6.504 | ja | |
| State Street SPDR MSCI World Small Cap (IE00BCBJG560) | 0,45 % | physisch - thesaurierend | 25.11.2013 | 1.570 | ja | |
| State Street SPDR MSCI World Small Cap (IE000SU1VJ03) | 0,45 % | physisch - ausschüttend | 24.03.2025 | 1.570 | ja | |
| Xtrackers MSCI World Small Cap (IE000F354Q61) | 0,25 % | physisch - thesaurierend | 05.08.2025 | 112 | nein | keine Empfehlung, da keine 5 Jahre am Markt |
| Xtrackers MSCI World Small Cap (IE000ISS8DB2) | 0,25 % | physisch - ausschüttend | 05.08.2025 | 112 | nein | keine Empfehlung, da keine 5 Jahre am Markt |
1 Thesaurierende ETFs legen Dividenden wieder an, ausschüttende ETFs reichen sie direkt an Anlegende weiter. Physisch replizierende ETFs kaufen Aktien aus dem jeweiligen Index. Synthetisch replizierende ETFs nutzen Tauschgeschäfte (Swaps), um den Index mit anderen Wertpapieren nachzubauen.
Quelle: Just ETF, Finanztip-Darstellung (Stand: 12. Mai 2026)
Im von uns untersuchten Fünfjahres-Zeitraum von Ende 2020 bis Ende 2025 hat der MSCI Small Cap eine durchschnittliche Rendite von 8,21 Prozent pro Jahr gebracht. Damit liegt der Index unter der Jahresrendite des MSCI World von rund 13 Prozent im gleichen Zeitraum.
Allerdings sind diese Werte keine Prognose für die Zukunft. Das Analyseteam von Finanztip rechnet mit einer durchschnittlichen Rendite für weltweite breit gestreuten ETFs von sechs Prozent pro Jahr. Das gilt nicht für Small-Cap-ETFs allein. Aber es gilt, wenn sie zum empfohlenen Prozentsatz einem weltweiten ETF beigemischt werden. Wie das funktioniert, liest Du in unserem Ratgeber zur 8:1:1-Strategie.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Rendite globaler Aktien-ETFs langfristig deutlich oberhalb der Zinsen für Tagesgeld oder Festgeld liegen wird. Mehr dazu, wie viel Dir verschiedene ETFs bringen, liest Du in unserem Ratgeber zur ETF Rendite.
Der MSCI Small Cap umfasst dieselben Länder wie der MSCI World, nämlich die Staaten mit den am höchsten entwickelten Kapitalmärkten. Er deckt damit eine zusätzliche Gruppe von Unternehmensgrößen ab, keine zusätzlichen Länder.
Möchtest Du neben diesen Industrieländern auch Aktien aus Schwellenländern wie China oder Brasilien ins Depot nehmen, kannst Du Dir ETFs auf den MSCI ACWI IMI ansehen.
Vor allem in einem Szenario lohnt es sich für Dich, Nebenwerte – Small Caps – ins Depot aufzunehmen. Nämlich, wenn Dein bisheriger Schwerpunkt auf dem MSCI World, dem FTSE All-World oder einem vergleichbaren Index aus großen und mittelgroßen Konzernen besteht.
Eine hohe Diversifikation – also Verteilung auf viele einzelne Bestandteile – ist ein klarer Pluspunkt eines Aktienindex und damit auch eines passenden ETF. Mit Hilfe eines Small-Cap-ETFs kannst Du die Diversifikation Deines Depots steigern, ohne den schon vorhandenen ETF zu verkaufen.
Indem Du einen ETF mit Small Caps beimischst, reduzierst Du den Einfluss der größten Unternehmen. Probleme bei einzelnen Unternehmen wirken sich dann weniger stark auf den Gesamtwert aus.
Du kannst Dich gut am Größenvergleich zwischen dem Gesamtwert der Small Caps und der größeren Unternehmen orientieren. Am weltweiten Aktienmarkt machen Small Caps aus Industrieländern knapp zehn Prozent aus. Das ist auch eine gute Größenordnung für Dein Depot.
In der Grafik kannst Du strenggenommen einen Unterschied sehen, wenn Du neben Industrieländern auch Schwellenländer berücksichtigst. So präzise musst Du das Depot aber nicht ausbalancieren. Die Faustregel ist aus unserer Sicht hinreichend präzise: Mehr als zehn Prozent Deines Portfolios sollten Small Caps nicht ausmachen. Mehr zur sinnvollen Beimischung liest Du im Ratgeber zur 8:1:1-Strategie.
Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung (Stand: Mai 2026)
Wenn Du in einen ETF mit Small-Cap-Unternehmen investieren möchtest, sind an verschiedenen Stellen Zahlungen fällig. In diesem Abschnitt erklären wir diese. Eins vorweg: Solange Du einen preisgünstigen Depotanbieter wählst, sind die Kosten einer ETF-Geldanlage deutlich niedriger als bei anderen Finanzprodukten.
Die von Finanztip empfohlenen Depots haben keine laufenden Kosten.
Für den Kauf eines ETF fallen je nach Anbieter unterschiedliche Gebühren an. Sie liegen bei Sparplänen höchstens bei 1,5 Prozent des investierten Betrags oder niedriger. Bei einer Einmalanlage von beispielsweise 2.000 Euro kannst Du mit Kaufgebühren um die zehn Euro oder niedriger rechnen.
Für den Verkauf eines ETF fallen erneut Gebühren an, normalerweise genau wie bei einem Einmalkauf.
Steuern werden bei der ETF-Anlage hauptsächlich dann fällig, wenn Du am Ende Deiner Investition Anteile mit Gewinn verkaufst. Dann musst Du Abgeltungssteuer zahlen. Der Steuersatz liegt bei 25 Prozent – plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Effektiv beträgt die Steuer aber zwischen 18,4 und 19,6 Prozent, denn bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Kapitalerträge steuerfrei.
Auch auf Ausschüttungen fällt die Steuer an. Wenn Du einen wiederanlegenden ETF hast, zieht das Finanzamt zu Jahresbeginn eine kleine Vorauszahlung auf die spätere Steuerzahlung ein. Das nennt sich Vorabpauschale.
Um die Steuerzahlung musst Du Dich nicht händisch kümmern. Deutsche Depotanbieter ziehen die Steuer automatisch ab. Du kannst Deinen Sparerfreibetrag nutzen. Mehr Details liest Du im Ratgeber ETF und Steuern.
Um in einen ETF zu investieren, brauchst Du ein Wertpapierdepot. Das ist eine Art Konto, um den Fonds kaufen und lagern zu können. Günstige und gute Depots findest Du in unserer Übersicht. Mit wenigen Klicks kannst Du ein Depot eröffnen.
Der Finanztip-ETF-Vergleich basiert auf Daten von ETF-Anbietern, die wir selbst über deren Websites und Anlegerinformationen gesammelt haben. Daraus haben wir vergleichbare Kennzahlen wie eine durchschnittliche Fünf-Jahresrendite berechnet. Grundlage der Berechnungen war der monatliche Net-Asset-Value der jeweiligen ETFs. War dieser in US-Dollar angegeben, haben wir zur Umrechnung die offiziellen Wechselkurse der EZB verwendet.
Die von den Depotanbietern erhobenen Gebühren für Einmalkäufe und Sparpläne haben wir bei den Anbietern erfragt. Sie werden regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität können wir nicht übernehmen.
Die Reihenfolge der ETFs im Vergleich erfolgt standardmäßig nach der Marktabdeckung. Diese drückt aus, wie viel Prozent des weltweiten investierbaren Aktienmarkt der zugrundeliegende Index des ETF abbildet. Für die Berechnung haben wir die Maktkapitaliserung des Index mit der des MSCI ACWI + Frontier Markets All Cap Index verglichen. Ist diese gleich, wird die Reihenfolge standardmäßig durch (1) die Höhe der durchschnittlichen Fünf-Jahresrendite, (2) den Kaufkosten im gewählten Depot und (3) die Höhe der TER ermittelt. Anlegende können sich aus der Auswahl getesteter ETFs das Produkt aussuchen, was am besten zu ihren Bedürfnissen passt. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.
Die Auswahl der ETFs erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur ETFs, die (1) Stand Mai 2026 an der Referenzbörse Xetra gehandelt werden, (2) zum Stichtag 31.12.2025 mindestens fünf Jahre existieren, (3) ein Fondsvolumen von wenigstens 100 Millionen Euro haben, (4) nicht währungsbesichert sind, (5) deren deutschsprachige Anlegerinformationen online verfügbar sind und (6) die einen von uns empfohlenen Index abbilden. Wir berücksichtigen zudem nur Depots, die zu unseren Empfehlungen für Wertpapierdepots gehöre.
Wenn Dein Depot einsatzbereit ist, kannst Du auf zwei Wegen den gewünschten ETF kaufen.
Ein Sparplan hilft Dir, wenn Du regelmäßig investieren willst. Du gehst damit sozusagen auf Autopilot und musst nach den Starteinstellungen nichts mehr unternehmen. Dabei bietet Dir ein Sparplan volle Flexibilität. Du kannst ihn jederzeit aufstocken, reduzieren, pausieren oder auch löschen. Die schon gekauften ETF-Anteile bleiben Dir natürlich erhalten. Sparpläne kannst Du meist schon für 25 Euro pro Einzahlung anlegen.
Du brauchst nicht viele Angaben, um den Sparplan einrichten zu können: welchen ETF Du besparen möchtest, wie viel Geld Du pro Sparrate anlegen willst und wie häufig der Sparplan ausgeführt werden soll. Dann gibst Du den Sparplan in Deinem Depot in Auftrag.
Mehr zum Prinzip sowie eine detaillierte Anleitung findest Du in unserem ausführlichen Ratgeber über ETF-Sparpläne.
Du kannst auch direkt zu einer Lösung greifen, die aus einem einzigen ETF besteht. Der MSCI ACWI IMI ist ein sehr umfassender Aktienindex, der alle drei wichtigen Größenklassen umfasst: Large, Mid und Small Caps.
Diese Strategie bietet sich vor allem dann an, wenn Du noch nicht oder nicht lange in ETFs ohne Small Caps investierst. Also zum Beispiel in einen Fonds auf den MSCI World. Dann kannst Du einfach mit einem IMI-ETF loslegen und musst keine zwei ETFs mischen.
* Was der Stern bedeutet:
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