Flexible Stromtarife

  • Sorry, aber damit ignorierst du halt die einfache Tatsache, dass PV kein Kohlekraftwerk ist, das 24/7 durchläuft. Und genauso ignorierst du die Schwankungen beim Verbrauch. Sonne hast du aufs Jahr gesehen nur die halbe Zeit, dazu kommen noch die Morgen- und Abendstunden mit niedriger Sonne und entsprechend geringen Erträgen sowie die Saisonalität. Wenn man eine PV-Investition durchrechnet, muss man die Preise nach PV-Ertrag gewichten und dann sehen die Quoten ganz anders aus.

    Es hat seine Gründe warum wir immer noch PV massiv fördern, obwohl ständig davon geschrieben wird, wie billig doch die Gestehungskosten seien. Wenn ein Großteil des Ertrags zu Negativ- und Niedrigpreisen kommt, ist einfach kein Geld zu verdienen.

  • Wie oft willst du noch irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Theorien provozieren?

    Nur weil der eigene Intellekt nicht ausreicht, sind Dinge nicht an den Haaren herbei gezogen.

    3 BKW mit je maximal 800 Watt Einspeisung ergeben laut der Mathematik die ich gelernt habe, maximal 2400 Watt.

    Und natürlich hält sich jeder an die Regel und verwendet auch nur den mitgelieferten Mini-Wechselrichter...

    2. Ich kenne diverse Foren bzw. Communities wo es auch um das Thema Balkonkraftwerke geht und noch nirgendwo gelesen, dass man jemand so etwas getan hätte.

    Weil man sich in besagten Foren auskennt und mit Sicherheit nicht öffentlich postet, dass man sich an die Regeln hält.

    3. Ergibt das Vorhaben keinen Sinn, da im Regelfall Zähler mit Rücklaufsperre verbaut sein sollten.

    Im Neubau ja. Im Altbau mit angemeldetem BKW ja. Ohne Anmeldung nicht zwingend.

    4. Fällt das in der Praxis sehr wohl auf, wenn plötzlich der Stromverbrauch am Bezugszähler stark sinkt oder eine starke Einspeisung erfolgt.

    Ich hatte durch einen defekten Stromspeicher einen hohen Verbrauch, im Folgejahr einen niedrigen. Hat niemanden interessiert.

    5. Im Gegensatz zu leistungsstärkeren Anlagen dürfte sich die Einspeisung eines oder gar mehrere BKW schon auf Ebene des Hauses (falls MFH) oder Ebene Straße (Nachbarhäuser) neutralisieren, es gibt also keine stärkere Belastung für die Netze oder Trafos in den übergeordneten Ebenen.

    Das Argument ist schon deshalb unsinnig, weil es in der Regel ja nicht nur ein BKW gibt. Und sofern in der Straße drei Häuser nebeneinander mehrere BKW haben, belastet das das Netz sehr wohl.

    Fakt ist: Ich als Normalanlagenbetreiber bin mit zig Auflagen der Dumme, diverse Nachbarn mit 3 oder teilweise mehr BKW haben keinen Aufwand mit Finanzamt, Stromversorger, Marktstammdatenregister und was weiß ich noch alles.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Negative Preise durch Solarstrom können nachts nicht auftreten. Und im Winter sind die Erträge so schlecht, dass das auch schwerlich passiert. Mit deiner Rechnung aufs Gesamtjahr redest du die Problematik negativer Strompreise klein, weil die eben dann auftreten, wenn die Erträge am höchsten sind. Negative Preise sind ein Zeichen für einen höchst dysfunktionalen Markt, die nur passieren können, wenn ein erheblicher Anteil der Stromproduzenten diese nicht bezahlen muss.

  • Nur weil der eigene Intellekt nicht ausreicht, sind Dinge nicht an den Haaren herbei gezogen.

    ^^
    Du phantasierst irgendwelche Dinge herbei, um Dinge schlecht zu reden, die du aus Prinzip schlecht reden willst. Und kannst dabei noch nicht mal sicher mit SI-Einheiten und einfacher Multiplikation umgehen.

    Zitat

    Und natürlich hält sich jeder an die Regel und verwendet auch nur den mitgelieferten Mini-Wechselrichter...

    Weil man sich in besagten Foren auskennt und mit Sicherheit nicht öffentlich postet, dass man sich an die Regeln hält.

    Nochmals: Es ergibt im Regelfall überhaupt keinen Sinn, dass jemand mehrere Balkonkraftwerke installiert, die zudem noch (theoretisch) einspeisen würden. Nur weil es das im Prinzip geben könnte, heißt das noch lange nicht, dass dies in relevantem Maße in der Praxis existiert UND für Probleme sorgt (letzteres ist entscheidend).


    Zitat

    Im Neubau ja. Im Altbau mit angemeldetem BKW ja. Ohne Anmeldung nicht zwingend.

    Das hat nichts mit Alt- oder Neubau zu tun, sondern mit dem Eichrecht. Mechanische Zähler müssen nach spätestens 16 Jahren getauscht werden, elektronische Zähler nach 8 Jahren. Auch mechanische (Ferraris-)Zähler können bereits eine Rücklaufsperre haben, so dass man nicht von einem rückwärtslaufenden Zähler profitiert, also einfach Geld verschenken würde.

    Und selbst wenn man einen rückwärtslaufenden Zähler hätte und drei BKW mit je 800 Wp-Einspeiseleistung hätte: Dies würde dem Netz- oder Messstellenbetreiber auffallen und früher oder später zu Fragen führen.

    Zitat

    Das Argument ist schon deshalb unsinnig, weil es in der Regel ja nicht nur ein BKW gibt. Und sofern in der Straße drei Häuser nebeneinander mehrere BKW haben, belastet das das Netz sehr wohl.

    Das Argument ist nicht unsinnig, weil du komplett ignorierst, dass es ja immer auch Verbraucher gibt. Wenn ich mich so in der (PV-freundlichen) Nachbarschaft so umschaue (gemischte Bebauung aus EFH, MFH, DHH und Reihenhäusern), dann gibt es definitiv deutlich mehr Wohnungen ohne BKW (also potenzielle Verbraucher) als solche mit. So dass saldomäßig keine Mehrbelastung durch die paar hundert Watt an Einspeisung stattfindet.

    Zitat

    Fakt ist: Ich als Normalanlagenbetreiber bin mit zig Auflagen der Dumme, diverse Nachbarn mit 3 oder teilweise mehr BKW haben keinen Aufwand

    Und du hast nachweislich solche Nachbarn, sogar mehrere?

  • Hier noch mal ein link auf https://www.agora-energiewende.de

    https://www.agora-energiewende.de/daten-tools/ag….05.2026/hourly

    Gestern, am 1. Mai, ging der Strompreis auch weit in's Negative.

    Werden negative Strompreise nicht mehr ausgewiesen?

    Auf https://www.agora-energiewende.de/daten-tools/ag….05.2026/hourly und z.B. auch auf https://www.vattenfall.de/strom/tarife/o…k-boersenpreise oder https://energy-charts.info/charts/price_s…t.htm?l=de&c=DE sieht es so aus, als ob die Anzeige nach unten < 0 Euro "gekappt" wird(?!)

  • Negative Preise durch Solarstrom können nachts nicht auftreten. Und im Winter sind die Erträge so schlecht, dass das auch schwerlich passiert

    Im Winter entstehen negative Strompreise durch Windkraft. Aber warum spielt das eine Rolle? Veranwortlich ist m.E. der, der auch dafür bezahlt: Der Bund.

    Mit deiner Rechnung aufs Gesamtjahr redest du die Problematik negativer Strompreise klein

    Sind negative Preise überhaupt ein Problem? Für den Verbraucher ja wohl kaum und außerdem setzt es noch mehr Anreize für Speicher (und mit dynamischen Preisen für entsprechenden Verbrauch). Schlecht ist's natürlich für den, der es zahlt. Das dürfte zum größten Teil der Bund sein. Allerdings kommt es ja nicht nur auf die Zeit an, sondern auch auf die Höhe. Knapp unter 0 dürfte nicht so teuer sein wie -0,5 Euro. Aber wie oft ist er denn wirklich richtig negativ, also sagen wir unter -0,10 Euro? Anscheinend nicht oft genug, sonst könnte der Bund ja (m.e. leicht) weitere Maßnahmen ergreifen. Eine Alternative hättest du ja schon geschrieben (raus kaufen). Ich hatte mir eher Anreize vorgestellt: Wer bei stark negativen Preis nichts einspeisst bekommt für die Zeit seine kWpeak + z.b. 1 Cent. Nachweis via Smartmeter. Da müssen ja auch nicht alle mitmachen, sobald die Nachfrage das Angebot übersteigt sollte Schluss mit negativ sein.

    erheblicher Anteil der Stromproduzenten diese nicht bezahlen muss.

    Richtig, aber das könnte man m.e. leicht ändern weil kein technisches Problem (bei erneuerbaren). Erste Maßnahmen wurden ja auch schon ergriffen (keine Vergütung bei negativen Preisen), und da die Regierung m.e. gerade den weiteren Ausbau abwürgt (statt sich um Netze, Speicher, Strompeiszonen und Nachfrage zu kümmern) und ja weitere Maßnahmen (siehe oben) treffen könnte sehe ich es entspannt bzw. den Ball/Verantwortung/"Schuld" bei Politik und Netzbetreiber.

  • Sind negative Preise überhaupt ein Problem?

    Ja natürlich. Erstens ruinieren die negativen Preise nachhaltig den Anreiz für alle, die zu Marktpreisen arbeiten. Zweitens zahlt man bei negativen Preisen mehr als wenn man die Anlagen einfach für die Abschaltung und entgangenen Strom bezahlen würde. Das Geld ist schlicht und einfach verschwendet und könnte viel besser investiert werden. Selbst wenn man nichts investiert...das wäre alles viel billiger zu haben.

    Schlecht ist's natürlich für den, der es zahlt. Das dürfte zum größten Teil der Bund sein

    "Der Bund" sind wir alle. Gerade ist ja Saison für Steuererklärungen...denk dann daran, dass Kleinvieh auch Mist macht und diese Einstellung dich jedes Jahr eine nicht geringe Summe kosten dürfte

    Erste Maßnahmen wurden ja auch schon ergriffen (keine Vergütung bei negativen Preisen)

    Das reicht aber nicht. 0c Vergütung sind auch massiv über Marktpreis, wenn der im negativen ist. Wenn du eine Anlage nach der aktuellen Regelung hast, speist die trotzdem ein und macht das zum Problem für andere. Man hat jetzt den schwarzen Peter an die Netzbetreiber weitergeschoben und erwartet, dass die abregeln. Die dürfen das meinem Wissen nach aber nur bei Netzüberlastung, nicht wegen negativen Preisen. Das Problem wird so kaum gelöst.

    Alleine durch die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung dürften dieses Jahr noch massenhaft Anlagen ans Netz gehen, bei denen eine teilweise Einspeisung zum Nulltarif fest eingeplant ist. Diese Anlagen machen dann für 20 Jahre weiter Probleme, da sie nicht zu Marktpreisen arbeiten. Meine PV-Erweiterung eingeschlossen, sofern ich einen Elektriker finde, der mir was anschließt, was er weder verkauft noch durch einen Subunternehmer montiert hat. Das wären dann 10kWp und eine Erweiterung um das 1,5-fache der Bestandsanlage. Zwar Ost-West, aber im Sommer steht die Sonne hoch und da kommen auch ganz ordentliche Erträge zusammen, wenn sie keiner braucht.

    und da die Regierung m.e. gerade den weiteren Ausbau abwürgt (statt sich um Netze, Speicher, Strompeiszonen und Nachfrage zu kümmern)

    Es ist einfach, auf der Politik rumzuhacken. Die kann es nur falsch machen. Ist sie für Subvention in Form von Einspeisevergütungen über Marktpreis, entstehen die diskutierten Fehlanreize. Schafft sie Subventionen ab, redet jeder vom Abwürgen. Eine Aufteilung in mehrere Strompreiszonen würde garantiert zum Kleinkrieg um die Frage, wo die Grenzen denn konkret verlaufen. Denn keiner will 20km auf der "falschen Seite" sein. Und die Aufteilung in mehr Strompreiszonen löst das zugrundeliegende Problem nicht...der Süden ist eher windarm. Alle hacken gerne auf Söder rum, aber nach 15 Jahren mit grünem Ministerpräsidenten ist BW bei der Windkraft kaum besser als Bayern. Es liegt nicht nur am Parteibuch. Und wenn die Politik die Nachfrage z.B. durch Wärmepumpenpflicht und Verbrennerverbot erhöhen will...die Konsequenzen sind bekannt.

    Das Kernproblem ist nicht, ob die Politik einen guten oder schlechten Job macht. Das Kernproblem ist, dass das Ziel nicht realistisch ist. Eine Netto-Null bis 2045 würde voraussetzen, dass wir ab jetzt alles elektrifizieren, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist und dabei auf Effizienz achten. Sanierungspflichten für Bestandsimmobilien, Wärmepumpen statt fossiler Heizungen, Wärmepumpen statt Infrarot, sparsame Autos statt fetter Elektro-SUV mit der Aerodynamik einer Schrankwand, Verkehrswende statt reiner Antriebswende, Flüge werden wieder ein seltenes Privileg für wichtige Fälle statt einer Woche Gran Canaria in den Osterferien. Und selbst dann ist fraglich, ob die Netto-Null wirklich erreichbar ist, denn wir haben nur noch 19 Jahre. Es gibt nur begrenzt viele Handwerker für die energetische Sanierung. Industrieanlagen werden auf viele Jahrzehnte geplant. Bereits existierende Heizungen und Autos werden in größerer Anzahl auch 2045 noch laufen

  • Erstens ruinieren die negativen Preise nachhaltig den Anreiz für alle, die zu Marktpreisen arbeiten.

    Und das wäre wer? Wenn die erneuerbaren genügend liefern kann der Strompreis doch gar nicht wesentlich über 0 liegen. Und ob er nun 0,01 eiro oder 0 Euro oder -0,5 Euro ist spielt doch für die Erzeuger nach Marktpreis keinen Unterschied: Fossil ist raus. Erneuerbar schaltet ab.

    Das Geld ist schlicht und einfach verschwendet

    Die Frage ist halt: wie viel Geld ist und warum tut der Bund nichts dagegen, dass er hier unnötig Geld ausgibt???

    0c Vergütung sind auch massiv über Marktpreis, wenn der im negativen ist.

    Nein. Nur wenn der Marktpreis massiv negativ ist. Und wieder meine Frage: wie oft/lange ist er das und falls es lange ist warum tut der Bund nichts dagegen???

    Alleine durch die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung dürften dieses Jahr noch massenhaft Anlagen ans Netz gehen

    Bezweifle ich. Diesen Effekt müsste es schon bei der "keine Vergütung bei negativen Preisen" gegeben haben. Und selbst wenn: kurzes Strohfeuer. Danach baut man die Anlagen wieder "nur für Eigenverbrauch", also kleiner. Und lässt damit dann volkswirtschaftliche "Skaleneffekte" liegen, und wohl einige PV Installateur Betriebe Hops gehen. Wenn man denn wirklich weniger PV haben will, warum dann nicht die Ziele anpassen? Und die Einspeisevergütung hatte man auch senken können, anstatt sie komplett abzuschaffen...

    Diese Anlagen machen dann für 20 Jahre weiter Probleme, da sie nicht zu Marktpreisen arbeiten.

    Nochmal: wenn der Bund verhindert, dass die Strompreise sehr negativ werden, so sehr ich hier kein Problem.

    Und die Aufteilung in mehr Strompreiszonen löst das zugrundeliegende Problem nicht...

    Strompreisezonen alleine lösen das Problem nicht vollständig, können m.e. aber dafür sorgen dass sich die Speicher netzdienlich verhalten und die Speicher könnten die negative Strompreise etwas reduzieren. Außerdem könnten strompreisezonen die redispatch Kosten senken. Also nicht die alleinige Lösung aber halt ein Schritt in die richtige Richtung - der leider von den Bürgern nicht gewollt ist und daher wohl nicht kommt.

    Das Kernproblem ist, dass das Ziel nicht realistisch ist. Eine Netto-Null bis 2045

    Bin ich anderer Meinung: Man wird Netto-null 2045 verfehlen egal wie das Ziel lautet. Aber wenn man das Ziel senkt, dann wird man 2045 weiter von der netto 0 sein, als wenn das wenigstens das Ziel gewesen wäre.

    Ich denke das Kernproblem ist der Bürger. Hier könnte die Politik ggf. noch etwas versuchen mehr zu erklären aber das Potenzial halte ich für gering. Aber wenigstens da wo es ginge könnte man die Weichen schneller und richtiger stellen (Speicher, Netzausbau, reduzieren der Anzahl an Verteilerbetreiber, keine Spritsteuersenkung, ... und ja von mir aus auch die massiv negativen Strompreise durch Anreize vermeiden).

  • ...

    Also ich sehe da einen negativen Strompreis.

    Du hast recht, der Strompreis ist z.B. gestern relativ gering negativ geworden. Bis auf -2,17 € pro MWst. Das ist wesentlich besser, als z.B. am 1. Mai, wo der Strompreis bis auf -499 € pro MWSt gegangen ist. Wieso hat das gestern (und auch am 9.5.) so gut geklappt, relativ hohe negative Preise zu vermeiden? Es sieht für die Kurven im ganzen für den 9.5. und den 10.5. Immer noch so aus, als hätte da ein Clipping stattgefunden. Irgendetwas scheint da besser geklappt zu haben, als am 1. Mai. Aber was? Weder der Stromhandel noch die Stromerzeugung zeigen dieses Clipping. Nur der Strompreis.

  • Du hast recht, der Strompreis ist z.B. gestern relativ gering negativ geworden. Bis auf -2,17 € pro MWst. Das ist wesentlich besser, als z.B. am 1. Mai, wo der Strompreis bis auf -499 € pro MWSt gegangen ist. Wieso hat das gestern (und auch am 9.5.) so gut geklappt, relativ hohe negative Preise zu vermeiden? Es sieht für die Kurven im ganzen für den 9.5. und den 10.5. Immer noch so aus, als hätte da ein Clipping stattgefunden. Irgendetwas scheint da besser geklappt zu haben, als am 1. Mai. Aber was? Weder der Stromhandel noch die Stromerzeugung zeigen dieses Clipping. Nur der Strompreis.

    Es könnte sein, dass ein Durchbruch zu tieferen negativen Preisen erst ab einer bestimmten Menge an Überproduktion passiert. Auch die Kurve vom 1.5. sieht anfangs so aus, als ob sie sich stabilisiert. Warten wir mal die nächsten Tage ab, bei denen die Sonne noch mehr scheint, als am 9.5. und am 10.5. .

  • Du hast recht, der Strompreis ist z.B. gestern relativ gering negativ geworden. Bis auf -2,17 € pro MWst. Das ist wesentlich besser, als z.B. am 1. Mai, wo der Strompreis bis auf -499 € pro MWSt gegangen ist. Wieso hat das gestern (und auch am 9.5.) so gut geklappt, relativ hohe negative Preise zu vermeiden?

    Der 1. Mai war besonders, weil er ein Feiertag. Und dann kommt halt die naheliegendste Erklärung ins Spiel: Das Wetter.

    Laut den Aufzeichnungen von Kachelmannwetter war am 1. Mai über ganz Deutschland strahlender Sonnenschein:
    https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/d…0502-0000z.html

    Am 9. Mai war jedoch bei ca. der Hälfte der Messstationen mindestens leicht bis stark bewölkt, vor allem im Osten Deutschlands:
    https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/d…0510-0000z.html
    Demenstprechend gab es auch weniger Sonnenstunden bzw. Globalstrahlung.

  • Und das wäre wer? Wenn die erneuerbaren genügend liefern kann der Strompreis doch gar nicht wesentlich über 0 liegen. Und ob er nun 0,01 eiro oder 0 Euro oder -0,5 Euro ist spielt doch für die Erzeuger nach Marktpreis keinen Unterschied: Fossil ist raus. Erneuerbar schaltet ab.

    Und spielen wir mal hypothethischen Investor für einen Solarpark. Wir wollen diesen ohne Subventionen bauen. Womit finanziert sich unser neuer, unsubventionierter Solarpark, wenn er zuverlässig zu den guten Tagen und Zeiten abschaltet, um Negativpreise zu vermeiden? Richtig...gar nicht. Der wird nicht gebaut. Aber ein System, das nur durch Subventionen läuft, ist auf Dauer nicht tragfähig.

    Und denk daran, negative Preise sind nur die Spitze des Eisbergs. Dazu kommen noch zahlreiche Stunden mit minimal positiven Preisen, die unter den Gestehungskosten des Solarparks liegen.

    Und wieder meine Frage: wie oft/lange ist er das und falls es lange ist warum tut der Bund nichts dagegen???

    Eine Statistik dazu habe ich letzte Woche verlinkt. Negative Strompreise hast du in gewissen Monaten zuverlässig von 11-16 Uhr, mittlerweile häufiger auch schon 10-17 Uhr. Fast jeden Tag und insgesamt fast 20% des gesamten Monats.

    Warum man nichts dagegen tut? Weil zum einen der Staat schon länger glaubt, dass er es besser könnte als die Marktwirtschaft. Und zum anderen, weil es nicht billig wird, das Problem zu lösen. Das würde erfordern, die Bestandsanlagen irgendwie auszukaufen und aus der fixen Einspeisevergütung in Marktpreise zu überführen. Damit wird der Preis des Fehlers sofort offensichtlich.

    Und die Einspeisevergütung hatte man auch senken können, anstatt sie komplett abzuschaffen...

    Nein. Daran merkt man, dass du dir das nicht konsequent durchdenkst. Das Kernproblem ist die Einspeisung bei nicht vorhandenem Bedarf, erkennbar an negativem Strompreis. Es ist vollkommen egal, ob du 0c oder 4c vergütest. Erst wenn die negativen Strompreise durchgereicht werden, sieht man den Effekt. Heute wird eh jede Neuanlage mit Smart Meter ausgerüstet. Es ist überhaupt kein Problem, dieses mit dem Wechselrichter zu verbinden und bei negativen Preisen die Einspeisung zu unterbinden.

    Und wie am Anfang geschrieben...negative Preise sind nur die Spitze des Eisbergs. Die minimal positiven Preise sind genauso ein Problem. Aus Sicht des Systems ist ein gebremster Solarausbau in näherer Zukunft keine Katastrophe, sondern dringend nötig. Die Voraussetzungen sind weder bei der Speicherung noch bei den Netzen geschaffen und auch nicht beim flexiblen Verbrauch, um mal die Kurve zum Threadthema wieder zu bekommen. Marktpreise sorgen dafür, dass Ausbau und Verbrauch einigermaßen im Gleichschritt passieren. Politisch festgelegte Preise manipulieren in die eine oder andere Richtung und hinterher wundert man sich, dass der Markt dysfunktional ist. Von Solarstrom bis Miete

  • wenn er zuverlässig zu den guten Tagen und Zeiten abschaltet, um Negativpreise zu vermeiden?

    Der Strom Speicher wird direkt integriert.

    So kann der Betreiber seine Einspeisung steuern.

    Das sieht man bereits im kalifornischen Stromnetz. Das funktioniert bis zu einem bestimmten grad auch mit externen Speichern, mittelfristig müssen die Anlagen Betreiber, diese aber selbst mit betreiben.

    https://www.golem.de/news/batteries…604-207442.html

  • Ein etwas radikalerer Ansatz wäre, dass auch private Verbraucher nur noch dynamische Stromtarife bekommen, so dass hier ein größerer Anreiz wäre, den Strom "netzdienlicher" zu verbrauchen, wo möglich. Wäre aber sicher sehr unpopulär und würde vielleicht für andere Verwerfungen sorgen.

    Ich lasse schon heute, wenn möglich, die Geschirrspülmaschine eher über die Mittagszeit laufen, wo viel Solarstrom da ist. Einen finanziellen Vorteil habe ich aber, wegen eines Fixtarif-Stromvertrags aber nicht wirklich. Außer einer etwas besseren Selbstnutzung meines Balkonkraftwerks.

  • Der Strom Speicher wird direkt integriert.

    So kann der Betreiber seine Einspeisung steuern.

    Alles schön und gut...aber die rationale Variante ist dann, dass man sich die Arbeit mit den Modulen spart und nur einen Großspeicher installiert.

    Ein etwas radikalerer Ansatz wäre, dass auch private Verbraucher nur noch dynamische Stromtarife bekommen, so dass hier ein größerer Anreiz wäre, den Strom "netzdienlicher" zu verbrauchen, wo möglich. Wäre aber sicher sehr unpopulär und würde vielleicht für andere Verwerfungen sorgen.

    Wobei das Problem in der Praxis darin besteht, dass Privathaushalte zu wenig steuerbaren Verbrauch haben. Spül- und Waschmaschine machen mit ihren gesammelten halben kWh den Bock nicht fett. Gekocht wird, wenn man zu Hause ist und der Gamingrechner läuft auch dann. Kühlschrank und Gefriertruhe brauchen insgesamt sehr wenig, da reden wir oft von 100kWh im Jahr. Die Heizung der Wärmepumpe kann man minimal verschieben, aber zu den typischen Negativpreiszeiten im Sommerhalbjahr ist die eh aus. Warmwasserbereitung ist schon besser, aber wieder im Umfang recht gering. Reden wir auch wieder über 0,5-1kWh, abhängig davon, wie viel geduscht wird. Größeren steuerbaren Verbrauch hat man eigentlich nur beim Elektroauto, wo mit typischen Fahrleistungen 4-6kWh pro Tag zusammenkommen und das problemlos über mehrere Tage geschoben werden kann. Problem hier ist, dass viele Autos tagsüber nicht zu Hause stehen, sondern am Arbeitsplatz oder Ausflugszielen. Es müsste dort sehr viel mehr Lademöglichkeiten geben und diese auch dynamische Preise stellen.

  • Womit finanziert sich unser neuer, unsubventionierter Solarpark, wenn er zuverlässig zu den guten Tagen und Zeiten abschaltet, um Negativpreise zu vermeiden?

    Also - wie du schon selbst schreibst - kein Problem von negativen Preisen, sondern von zu niedrigen.

    Aber ein System, das nur durch Subventionen läuft, ist auf Dauer nicht tragfähig.

    Die (PV-)Subventionen werden doch bereits ständig gekürzt.

    Eine Statistik dazu habe ich letzte Woche verlinkt. Negative Strompreise hast du in gewissen Monaten zuverlässig von 11-16 Uhr, mittlerweile häufiger auch schon 10-17 Uhr.

    Ja, da wird aber nicht wirklich zwischen "leicht negativ" und "richtig negativ" unterschieden. Aber es gibt Durchschnittswerte: Minimal waren es -1,956 Cent/kWh (April 2025). Finanziell tuts also wohl nicht so weh, wie die es die nur vereinzelt (deutlich) negativen Preise von unter -30Cent/kWh vermuten lassen.

    Und zum anderen, weil es nicht billig wird, das Problem zu lösen.

    Aber billiger, als es nicht zu Lösen: Ich zahl dem Erzeuger ein bisschen (mehr), damit er nicht einspeisst und spare mir so, den Strom zu negativen Preisen zu verkaufen. Mir scheint eher das Problem nicht groß genug um es anzugehen.

    Es ist vollkommen egal, ob du 0c oder 4c vergütest. Erst wenn die negativen Strompreise durchgereicht werden, sieht man den Effekt. Heute wird eh jede Neuanlage mit Smart Meter ausgerüstet. Es ist überhaupt kein Problem, dieses mit dem Wechselrichter zu verbinden und bei negativen Preisen die Einspeisung zu unterbinden.

    Wenn ich 4 Cent / kWh vergüte und bei negativen Preisen 5 Cent / kWh bezahle, damit nicht eingespeißt wird (und somit verhindere, dass der Strompreis unter -1 Cent fällt), dann muss ich zwischen 4 und 5 Cent / kWh vergüten. Gleichzeitig kann der Bürger einigermaßen verlässlich ausrechnen, was er bekommt (was für "0 Cent bei negativ, aber 6 Cent bei nicht negativ" m.E. deutlich schwieriger ist).

    Aber ja, wenn ich 0 Cent / kWh vergüte könnte ich im gleichen Atemzug auch die Einspeisung unterbinden, ohne dass derjenige groß etwas dagegen haben wird. Das müsste man dann aber halt auch machen ...

    Aus Sicht des Systems ist ein gebremster Solarausbau in näherer Zukunft keine Katastrophe, sondern dringend nötig.

    Geht es dir hier um Steuergeld oder um das Stromnetz?

    Die Voraussetzungen sind weder bei der Speicherung noch bei den Netzen geschaffen und auch nicht beim flexiblen Verbrauch

    Ja, dann gibts ja 2 Möglichkeiten: Speicher+Verbrauch anpassen oder Erzeugung "abriegeln". Wenn man aber abriegelt bevor man sein Ziel erreicht hat, muss man es hinterher wieder mühsam in Gang bringen. Und m.E. haben wir diese Zeit halt nicht.

    Marktpreise sorgen dafür, dass Ausbau und Verbrauch einigermaßen im Gleichschritt passieren.

    Wir reden hier über negative Strompreise. D.h. der Markt schreit bereits nach Speicher+Fexiblen Verbrauch.

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