USA greifen Venezuela an

  • In Zeiten, in denen Russland die Souveränität der Ukraine aktiv mit Krieg in Frage stellt und China nur noch eine Invasion davon entfernt ist, die Souveränität von Taiwan anzugreifen, halte ich ein derartiges Vorgehen für hochproblematisch. Das Ganze spielt Putin argumentativ absolut in die Karten. Man stelle sich vor, dass Deutschland, Frankreich und England eine militärische Aktion in Russland durchführen, um Putin zu verhaften.

    Auswirkungen auf die Märkte sind wahrlich meine kleinste Sorge.

    Mit Maduro selbst habe ich mich nicht befasst. Er wird sicher kein Engelchen sein. Die Frage ist letztlich: Wer bestimmt in welchen Situationen es ok ist, wenn die staatliche Souveränität eines Landes ignoriert wird und wer nicht? Am Ende verschwimmt die Vorstellung sehr schnell davon, wer "gut" und wer "böse" ist.

  • In Zeiten, in denen Russland die Souveränität der Ukraine aktiv mit Krieg in Frage stellt und China nur noch eine Invasion davon entfernt ist, die Souveränität von Taiwan anzugreifen, halte ich ein derartiges Vorgehen für hochproblematisch.

    Same here.

    In Zeiten, in denen Russland die Souveränität der Ukraine aktiv mit Krieg in Frage stellt und China nur noch eine Invasion davon entfernt ist, die Souveränität von Taiwan anzugreifen, halte ich ein derartiges Vorgehen für hochproblematisch. Das Ganze spielt Putin argumentativ absolut in die Karten.

    Vor dem Hintergrund der geopolitischen Neuordnung der Welt kann das schwerlich anders eingeschätzt werden.

    Man stelle sich vor, dass Deutschland, Frankreich und England eine militärische Aktion in Russland durchführen, um Putin zu verhaften.

    Vielleicht nicht ganz vergleichbar. Einerseits.

    Andererseits galt schon immer:

    "Wer nicht am Verhandlungstisch sitzt, hat beste Chancen auf der Speisekarte zu stehen" und "wer nicht dem dem Spielfeld aktiv mitmacht, hockt eben als passiver Zuschauer auf der Tribüne".

    Vielleicht sollte Deutschland vor dem Hintergrund der geopolitischen Neuordnung wenigstens ein bißchen Präsenz vor Ort zeigen und beispielsweise ein oder zwei seiner Flugzeugträger vor Venezuela zur See mal präsentieren ... ?

    Oder dies den schlagkräftigen europäischen Seestreitkräften überlassen ... ?

  • Die Grönländerinnen bekommen jeweils 1 Mio Dollar und einen US-Pass. Die Besetzung des Verwaltungszentrums dauert ca. 10 Minuten.

    Utopie ?

    Ob es das realistischste Szenario ist, weiss ich nicht, aber vermutlich keins, was den USA langfristig auf die Füße fallen wird. Dafür sind sie viel zu mächtig. Europa kann es sich aus meiner Sicht nicht leisten die USA als Verbündeten zu verlieren, auch wenn sie alles andere als zuverlässig oder gar berechenbar sind.

  • Sovereign Aus meiner Sicht sollte (hinter verschlossenen Türen) tacheles mit den USA geredet werden und öffentlich zumindest klar ausgesprochen werden, dass das mit den NATO Bündnispartnern besprochen werden muss und so keine Konflikte gelöst werden.

    Xi hat bereits angekündigt, dass in 2026 die Vereinigung mit Taiwan angestrebt sei. Putin hat das Vorgehen der USA aufs schärfste verurteilt.

  • vermutlich keins, was den USA langfristig auf die Füße fallen wird. Dafür sind sie viel zu mächtig. Europa kann es sich aus meiner Sicht nicht leisten die USA als Verbündeten zu verlieren, auch wenn sie alles andere als zuverlässig oder gar berechenbar sind.

    (nachträglich gefettet von mir)


    Apropos "Europa":

    "Eine kleine Landzunge am Ende des asiatischen Kontinents"

    Paul Valery, französischer u. a. Philosoph und Schriftsteller, kurz vor dem Ende des 2. Weltkriegs zur Selbstbefindlichkeit Europas - das ist 80 Jahre her ... Schon im Jahr 1919 hatte er ein berühmtes Essay "La crise de l`esprit" ("Die Krise des europäischen Geistes") verfasst und dabei Europa als "kleines Vorgebirge Asiens" oder auch "Kap Asiens" erscheinen lassen und die europäische Zivilisation und Kultur als dem Untergang geweiht eingeordnet, wenn sie sich nicht auf ihre innere Stärke und die eigene Kultur besinnt - das ist über 100 Jahre her ...

    Apropos "Europa kann es sich nicht leisten die USA als Verbündeten zu verlieren":

    Wie kann ein interessierter Beobachter eine solche und derartige große insbesondere auch militärische Abhängigkeit einer EU von einem anderen Land (USA) und insbesondere von einem Präsidenten (wie Herrn Trump) bewerten (mehr militärische Eigenständigkeit samt Anstrengungen forderte bereits damals die Obama Administration (2009 bis 2017), danach kam Trumps erste Amtszeit 2017 bis 2021, vier Jahre danach startete Trumps zweite Amtszeit ab Januar 2025) ... ?


    Sovereign Aus meiner Sicht sollte (hinter verschlossenen Türen) tacheles mit den USA geredet werden

    "Tacheles reden" kann stets für klarere Verhältnisse sorgen oder sogar indiziert sein.

    Allerdings: Auf Basis welcher Position Europas der (militärischen) Stärke oder eher (militärischen) Schwäche heraus denn ... ?

  • Die Frage ist letztlich: Wer bestimmt in welchen Situationen es ok ist, wenn die staatliche Souveränität eines Landes ignoriert wird und wer nicht?

    Ist ganz einfach. Papier ist geduldig und das Völkerrecht de facto das Recht des Stärkeren bzw. dessen mit den stärksten Freunden. Und da liegt Putins großes Problem...hätte er damals die Ukraine innerhalb kurzer Zeit erobert, hätte man das einfach als neue Weltordnung akzeptiert. So wie sich keiner drum geschert hat, was mit der Krim passiert ist.

  • Sovereign Dass die Abhängigkeit der NATO von den USA hochproblematisch ist, brauchen wir gar nicht zu bereden. Ein kleiner Weckruf hat ja schon stattgefunden. In der derzeitigen Lage wäre es allerdings für die europäische Sicherheit kaum zu verkraften, wenn die Unterstützung der USA in der NATO und im Ukrainekonflikt wegbricht. Ich bin aber auch nicht sicher, wie lange die "Vorherrschaft" der USA anhält mit dem derzeitigen Präsidenten. Was danach kommt, ist ebenfalls offen.


    Ich bin froh, dass ich weder Entscheidungsträger noch sonst irgendein Akteur bin, der irgendwas davon beeinflussen kann.

  • Ein kleiner Weckruf hat ja schon stattgefunden.

    Kleine, mittlere, große und gigantische "Weckrufe" für die EU finden diesbezüglich seitens den USA seit rund 15 Jahren statt ... (siehe Nr. 28 Abs. 2). Und das "übrige" Weltgeschehen betreffend spätestens seit der Putin-Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Jahr 2007 - das ist fast 20 Jahre her ... Danach folgten ja seitens Putins Russland noch diverse weitere Weckrufe (Annexion der Krim 2014 und Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 - um nur zwei Beispiele zu nennen).

    Zeit wäre also (mehr als) genug gewesen sich als EU aus dieser signifikanten Abhängigkeit zu lösen oder sich zumindest etwas autarker aufzustellen.

    Sovereign Dass die Abhängigkeit der NATO von den USA hochproblematisch ist, brauchen wir gar nicht zu bereden.

    Allerdings und unbedingt.

    Ich bin froh, dass ich weder Entscheidungsträger noch sonst irgendein Akteur bin, der irgendwas davon beeinflussen kann.

    Insbesondere als ein Entscheidungsträger, der keine entsprechende Macht (wirtschaftliche und militärische Power) hinter sich hat ... und/oder nur eine mehr oder weniger heterogene Gruppe vertritt, die mehr oder weniger diverse Interesse vertritt - wie eine EU beispielsweise ...


    Fast vergleichbar mit der Mikroebene und dem Thema "private Finanzen": Stell Dir ein Bankgespräch oder eine Verhandlung in der Bank vor, die ein Protagonist führen muß, dem finanziell gesehen das "Wasser am Hals steht" und dem die Zwangsversteigerung seiner Immobilie und/oder die Insolvenz seiner Firma droht ... Und von dessen Lage, Abhängigkeit samt sozusagen dem Ausgeliefertsein die Bank auch Kenntnis hat. Wie das wohl ablaufen dürfte ... ? Und wie angenehm und positiv dies für den Betroffenen wohl werden dürfte ... ?

  • Wer ist denn die "öffentliche Meinung"? Ist das nicht (wie so oft) von (unterschiedlichen) Interessen und Manipulation geprägt? Nichts wird so sehr manipuliert, wie die öffemtliche Meinung. Diese ist in den USAanders, als in Deutschland und in Ungarn anders, als in Australien.

    Da hast Du den entscheidenen Punkt erwischt.

  • Sie machen sich ihren Teil der Welt ja schon länger so, wie es ihnen gefällt - Russland (offensiv) und China (klandestin).

    Da wollen einige in den USA wohl nicht länger nur zugucken, sondern sich den ihnen "zustehenden" Teil der Welt einverleiben.

    Nach Trumps Pressekonferenz bin ich geneigt zu glauben, dass er lediglich eine willfährige Figur in einem weit schmutzigeren Spiel ist. Er macht sich halt *dankeswerterweise" gene die Finger schmutzig, während sein Vize und die Parteigranden im Hintergrund sich schon die Hände reiben. Und ich glaube auch nicht, dass Trump bis zum Ende seiner Amtszeit die Fäden in der Hand hält, der macht mir keinen gesunden Eindruck mehr.

    Der nächste Gang auf der Speisekarte ist dann wohl Europa.

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    😅

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  • Und vor der bösen Attacke des bösen Trump noch alle so:

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    ...

  • Der nächste Gang auf der Speisekarte ist dann wohl Europa.

    =O

    Bei der Melange aus deutscher (Un)Verteidigungsfähigkeit, 27 europäischen Zwergen, die zusammen keinen Riesen ergeben (es existiert nicht mal ein Europäischer Verteidigungsminister geschweige denn Europäischer Streitkräfte ...; obwohl ansonsten in Brüssel und Straßburg so viel gestritten wird ...) und einem Herrn Trump als US-Präsident - will ich daran lieber nicht glauben oder auch nur denken.

    Spieltheoretisch scheint mir aber aus Herrn Putins Sicht ein kleiner Test der NATO als Bündnis fast indiziert - von daher ist das leider meines Erachtens nicht ganz unwahrscheinlich. Ein solcher testweiser "Nadelstich" (Stichwort: Baltikum - um nur ein mögliches Beispiel zu nennen) kostet nicht viel, kann relativ diskret durchgeführt werden (die "Grüne Männchen" sprich russische Truppen ohne Hoheitsabzeichen) und kann auch relativ schnell und geräuschlos wieder per halbwegs gesichtswahrendem Rückzug der "grünen Männchen" beendet werden. Wenn beispielsweise klare Ansagen aus den USA erfolgen und/oder amerikanische Flugzeugträger da vor Ort erscheinen.

    Wenn dann die USA nicht entschlossen reagieren und die EU wie üblich zögerlich, unentschlossen oder sogar zerstritten - könnte Herr Putin im Baltikum einfach ein bißchen weitermachen. Noch dazu mit dem historischen Signal, das Nato-Bündnis (samt Motto der Beistandspflicht "ein Angriff auf ein Mitglied ist ein Angriff auf alle sprich das ganze Bündnis") der Geschichte übereignet zu haben.


    Es sei denn, die Bundeswehr macht sich mit Schlauchbooten auf den Weg ins Baltikum auf, dann ist natürlich Schluß mit lustig für Herrn Putin ... :)


    In Summe bleibt jedenfalls festzuhalten, daß meine damaligen Prognosen ab 2012 ff und insbesondere ab 2014 ff auf jeden Fall zutreffende waren; siehe auch hier

    Die diesbezüglichen "Rendezvous mit der Realität" Deutschlands aber auch der real existierenden EU reihen sich seit Jahren wie "Perlen auf eine Kette".

    Diese "Rendezvous mit der Realität" könnten sowohl für Deutschland als auch die real existierende EU perspektivisch eher noch an Häufigkeit zu- als abnehmen.


    War sonst noch was ... ? Ach ja ...

    Dagegen dürften auch die hier im Forum bei manchen Protagonisten so beliebten "blauen Balken" schwerlich helfen. :)