USA greifen Venezuela an

  • Aber natürlich kommt dann zwangsläufig vor einer Durchführung auch eine Abschätzung, was man mit welchen Mitteln wie realistisch erreichen kann. Und deshalb sitzt Maduro im Bau, und Kim Jong Un in seinem Ferienressort.

    :thumbup: Treffend, wenn auch pointiert, zusammengefasst.


    Was in einer Welt, die eben ist, wie sie ist, aber auch eine gewisse (im Auge des Betrachters liegende entweder fatale oder realistische) Signalwirkung an alle anderen "bösen Buben" und/oder Protagonisten mit bösen Absichten (die eigene und/oder andere Bevölkerungen betreffend) entfaltet. Sei diesbezüglich besser aufgestellt (als Maduro beispielsweise), um so den "Preis" in der Abwägung eines Eingreifens (oder gar Angriffs) hochzutreiben.

    Ob ganz ohne die atomare Komponente (sprich Massenvernichtungswaffen) "kleines dickes Diktator Kim" noch Machthaber von Nordkorea wäre ... ?

  • Was mich sehr beeindruckt hat: Die Effizienz der USA bei diesem Vorgehen.

    Es dürfte seinen Grund gehabt haben, daß genau zu dieser Zeit Bibi Netanyahu The Donald besucht hat. Die Kommandoaktion damals in Teheran ist damals schiefgegangen, die Kommandoaktion Osama bin Laden hingegen hat geklappt. Die Entführung von Personen dürfte allerdings nochmal eine Nummer schwieriger sein.

  • Wenn ich das richtig verstanden habe, handelte es sich hierbei um eine gezielte Aktion mit der Festnahme von Maduro. Nun wird ihm der Prozess gemacht.

    Ein Sturz der aktuellen Regierung findet nicht statt, und es sieht auch nicht so aus, als wolle Trump die Opposition in Venezuela an die Macht verhelfen.

    Das kann man gut finden oder auch ganz schlimm – das sei jedem selbst überlassen.

    Aber wie man das als „USA greifen Venezuela an“ bezeichnen kann, ist mir schleierhaft.

    Als am 2. Mai 2011 Osama bin Laden bei einem US-Spezialeinsatz in Abbottabad, Pakistan, getötet wurde, sprach auch niemand von einem Angriff auf Pakistan.

    Und als Saddam Hussein am 13. Dezember 2003 im Irak während der Operation „Red Dawn“ von US-Soldaten geschnappt wurde, hat ebenfalls niemand von einem Angriff gesprochen.

  • ...

    Aber wie man das als „USA greifen Venezuela an“ bezeichnen kann, ist mir schleierhaft.

    ...

    Die Wahrnehmung ist wohl individuell unterschiedlich. Hier ein paar Zitate von heute aus renommierten Presseorganen.

    tagesanzeiger.ch
    "Nach US-Angriff auf Venezuela"

    srf.ch
    "US-Angriffe in Venezuela"

    nzz.ch
    "US-Angriff auf Venezuela"

    br.de
    "Was über den US-Angriff auf Venezuela bekannt ist"

    faz.net
    "US-Angriff in Venezuela"

    welt.de
    "Nach US-Militärangriff"

    spon.de
    "Das bedeutet der US-Angriff auf Venezuela für den Ölpreis"

    zeit.de
    "Angriff auf Venezuela"

    orf.at
    "Spätestens nach dem US-Angriff auf Venezuela ..."

  • Aber wie man das als „USA greifen Venezuela an“ bezeichnen kann, ist mir schleierhaft.

    Najaa... Der Elefant im Raum ist doch die Frage "cui bono" ... also wem nützt es?

    Venezuela hat mit die größten Erdölvorkommen weltweit - Ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt (bspw. Monroe-Doktrin).

  • Venezuela hat mit die größten Erdölvorkommen weltweit - Ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt (bspw. Monroe-Doktrin).

    Und weltweit größten Bitcoin-Bestände. Wollen die USA nicht ihre BTC-Reserve aufbauen, ohne BTC aktiv kaufen zu müssen? :/

    Venezuela’s $60B Bitcoin Holdings Could Trigger a Global Supply Shock
    Bitcoin jumped to $93,000 as the U.S. forces took Venezuelan President Nicolas Maduro into custody over drug trafficking charges. Beyond the headlines, crypto…
    www.tradingview.com

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Tja, ob Bitcoin, Erdöl oder die exklusive Lage für den nächsten Golfplatz ... der eigentliche Anlass für die Okkupation Venezuelas durch Trump sind wie immer einfach nur verwertbare Ressourcen die sich zu Geld machen lassen.

    Hätte dieses Land eben soviele Bodenschätze wie bspw. Österreich, Trump würde Venezuela nicht einmal mit seinem Ar*** angucken!

  • Wenn es mal wieder nur ums Öl ginge, ist der Angriff ja erst recht zu begrüßen. Dann profitieren wieder die Chinesen, ein bisschen auch die Russen, die USA haben den Weg dazu bereitet und sichern ihn, und so kuscheln sich alle unerwarteterweise doch nochmal etwas enger zusammen.

    So war es jedenfalls in früheren Fällen, wo es dem Vernehmen nach auch "nur ums Öl" ging. Dann bleibt der Spritpreis auch an deutschen Tankstellen eigentlich billiger, bzw. man kann ohne größere Bürgernöte mehr Anteil davon abzweigen, um das Weltklima zu retten.

    Also im Grunde eine Win-Win-Win-Situation, wenn man nicht gerade Maduro oder Drogenkurier ist.

  • Tut mir leid, das sehe ich nicht.

    Der Hals-über-Kopf-Abzug aus Afghanistan hat die Lage für die Bevölkerung keinesfalls besser gemacht. Iran/Irak und viele andere Länder könnte man auch als Beispiel nennen.

    Nun zumindest die Intervention in Afghanistan hatte damals die Lage dramatisch verbessert. Kindersterblichkeit ist z.B. in kürzester Zeit extrem gesunken. Fragt sich halt ob die Bevölkerung das überhaupt schert und am Ende nicht lokale Machtpolitik und Religion wichtiger sind.

  • Tja, ob Bitcoin, Erdöl oder die exklusive Lage für den nächsten Golfplatz ... der eigentliche Anlass für die Okkupation Venezuelas durch Trump sind wie immer einfach nur verwertbare Ressourcen die sich zu Geld machen lassen.

    Hätte dieses Land eben soviele Bodenschätze wie bspw. Österreich, Trump würde Venezuela nicht einmal mit seinem Ar*** angucken!

    Die Bodenschätze Venezuelas sind nicht verwertbar. Zu kaputte Anlagen, zu aufwendig zu Fördern, zu teuer weiter zu verarbeiten. Die US Konzerne werden sich da komplett raus halten wie schon im Irak.

  • Tja, ob Bitcoin, Erdöl oder die exklusive Lage für den nächsten Golfplatz ... der eigentliche Anlass für die Okkupation Venezuelas durch Trump sind wie immer einfach nur verwertbare Ressourcen die sich zu Geld machen lassen.

    Daneben könnte es aber durchaus auch noch andere Überlegungen geben - wie geopolitische Aspekte, Signalwirkungen, indirekte Folgen für Russland und dessen Öl samt Kriegsfinanzierung etc. pp.

    Hätte dieses Land eben soviele Bodenschätze wie bspw. Österreich, Trump würde Venezuela nicht einmal mit seinem Ar*** angucken!

    Manche können, wenn sie denn wollen (Beispiel: USA/Trump).

    Andere können selbst dann nicht, wenn sie denn wollen würden (Beispiele: Deutschland/EU)

  • Mal etwas anders gedacht: Es würde die USA eigentlich auch in die Lage bringen, sich um die Sicherheit mancher europäischer Länder doch wieder etwas mehr Sorgen machen zu müssen, als man derzeit anklingen lässt, sich machen zu wollen. Jedenfalls halte ich die Idee, die Welt einfach zwischen USA und Russland (& Co?) aufteilen zu wollen, dann ist irgendwo eine gemeinsame Grenze, an die traut sich dann aber plötzlich niemand niemals mehr ran, für so ziemlich das abwegigste in dem ganzen blöden Spiel.

    Und wenn Trump fragen sollte, wieso Dänemark EU ist, Grönland aber nicht, aber Grönland unweigerlich zu Dänemark gehören soll, obwohl es eine weitestgehende innere Autonomie beansprucht... Schwierig. Das da manche Äußerung (z.B. Wadephul heute) auch so herumeiernd ist, hat schon seine Gründe.

    These: Es wäre denkbar, dass Grönland plötzlich amerikanisch ist, und es für weite Teile der (dann evtl. Rest-)EU plötzlich das sicherheits- und verteidigungspolitisch Beste ist, was passieren konnte. Wetten würde ich darauf jetzt nicht. Dagegen aber ernsthaft auch nicht.

  • Die Bodenschätze Venezuelas sind nicht verwertbar. Zu kaputte Anlagen, zu aufwendig zu Fördern, zu teuer weiter zu verarbeiten. Die US Konzerne werden sich da komplett raus halten wie schon im Irak.

    Sehe ich auch so. Die Vorgänge sind rein ökonomisch nicht zu begründen. Sehe hier auch den Außenminister als Treiber. Der hat möglicherweise gegenüber Trump bedauert, dass US Konzerne enteignet wurden und er sich nicht auf der Nase herum tanzen lassen soll. Eine präzise Militäraktion passt auch zu seinem Narzissmus. Ich frage mich, wie argumentiert worden wäre, wenn es deutliche. Verluste gegeben hätte.