Rente / durchschnittliche Lebenserwartung?

  • Moin

    Die durchschnittliche Lebenserwartung soll ja immer weiter steigen. Aktuell soll sie ungefähr bei 80 liegen. Das macht auch Sinn, da insbesondere immer weniger Babys/Kinder an einem frühem Tod sterben.

    Aber wie sieht es bei der Rente aus? Auch dafür gibt es Zahlen dass die Rente immer länger ausgezahlt wird (ca 20 jahre aktuell). Aber wird da auch jemand mit 0 Jahren eingerechnet der es nicht bis zur Rente schafft?

    Ich bekomme schon lange sehr viele Fälle im Betrieb und im Bekanntenkreis mit wo Leute in ihren 50ern an Schlaganfall/Herzinfarkt/Krebs versterben und frage mich ob wir wirklich heute so viel älter werden oder ob man sich die Statistiken schönredet.

    Hat sich da schonmal jemand mit beschäftigt?

  • Hallo NiceOne123,

    ich habe jetzt nicht nachgesehen, ob die durchschnittliche Lebenserwartung wirklich steigt. Das ist aber für Ihre Fragestellung irrelevant. Relevant ist die Restlebenserwartung bei Rentenbeginn. Dafür gibt es umfangreiche Statistiken, als Beispiel https://www.destatis.de/DE/Themen/Gese…terbetafel.html (dann Durchschnittliche Lebenserwartung nach Geschlecht und vollendetem Alter).

    Wie Sie sehen, war die durchschnittliche Restlebenserwartung der Gesamtbevölkerung bei 65- Jährigen auch schon einmal höher; Männer 2017/19 17,94 Jahre und 2022/24 17,71 Jahre; Frauen 2016/2018 21,06 Jahre und 2022/2024 20,91 Jahre.

    Neben dieser die Gesamtbevölkerung umfassenden Statistiken führen die DRV und die großen privaten Rentenversicherer noch eigene, bei denen die Spezifika des jeweiligen Versichertenkollektivs mit berücksichtigt werden (z.B. sind bei der DRV die besonders langlebigen Beamten nicht enthalten).

    Zusammenfassung, die Fachleute berücksichtigen die tatsächliche Lebenserwartung durchaus und Journalisten sind keine Fachleute.

    Gruß Pumphut

  • Ich bekomme schon lange sehr viele Fälle im Betrieb und im Bekanntenkreis mit wo Leute in ihren 50ern an Schlaganfall/Herzinfarkt/Krebs versterben

    Das ist eine typische selektive, verzerrende Wahrnehmung.

    Selbst wenn du von „gefühlt“ vielen Fällen hörst, betrifft das die sogenannte Alterskohorte kaum.
    Personen mit 60 haben statistisch locker im Durchschnitt noch 25 Jahre vor sich.

  • Hat sich da schonmal jemand mit beschäftigt?

    Damit haben sich schon viele beschäftigt. Es gibt Statistiken und Berechnungen zur (Rest-)Lebenserwartung.

    Auf der Basis eines bereits erreichten Alters von 65 sind nur noch diejenigen zu berücksichtigen, die das Alter erreicht haben. Wer zuvor verstorben ist, fällt da natürlich heraus. Deshalb liegt die Alterserwartung der Kohorte der Rentner höher als der Gesamtbevölkerung, eventuell auch heute Neugeborener, da diese noch die Risiken des Erreichens der Rente vor sich haben.

  • Es ist nicht ganz klar, was Du mit Deiner Anfrage überhaupt erfahren möchtest.

    Die durchschnittliche Lebenserwartung soll ja immer weiter steigen. Aktuell soll sie ungefähr bei 80 liegen. Das macht auch Sinn, da insbesondere immer weniger Babys/Kinder an einem frühem Tod sterben.

    Laut Statistik steigt die Lebenserwartung (fast) stetig, allerdings hat sich der Anstieg in den letzten Jahren abgeschwächt.

    Ob der Anstieg der Lebenserwartung "Sinn macht", spielt eigentlich keine Rolle. Er ist einfach so.

    Aber wie sieht es bei der Rente aus? Auch dafür gibt es Zahlen, dass die Rente immer länger ausgezahlt wird (ca 20 Jahre aktuell). Aber wird da auch jemand mit 0 Jahren eingerechnet der es nicht bis zur Rente schafft?

    Wie es mit der Rente aussieht, zeigt die Statistik auch.

    Aktuell wird eine Rente um die 20 Jahre ausgezahlt. Dieser Durchschnitt wird über die ausgezahlten Renten ermittelt.

    Wer mit 0 Jahren den Krippentod stirbt, bekommt keine Rente.

    Ich bekomme schon lange sehr viele Fälle im Betrieb und im Bekanntenkreis mit, wo Leute in ihren 50ern an Schlaganfall/Herzinfarkt/Krebs versterben und frage mich, ob wir wirklich heute so viel älter werden oder ob man sich die Statistiken schönredet.

    Eine Statistik ist erstmal neutral, die hier angesprochene Sterbetafel ist auch leicht verständlich, sofern man eine Basis-Kenntnis der Grundrechenarten hat.

    Ich wüßte nicht, wie man sich die Sterbetafel schönreden könnte.

    Hat sich da schonmal jemand mit beschäftigt?

    Ja. Eine ganze Menge Leute haben sich damit beschäftigt und beschäftigen sich auch laufend weiter mit diesem Thema.

  • Statistiken sind das eine... Indvidiuelle Prädisposition das andere.

    Beispiel:

    Der alkoholkranke, übergewichtige Raucher hat mit einer geringeren Restlebenszeit zu rechnen, trotzdem gibt es statistische Ausreißer

    Bei mir wurden die väterliche Linie (Großvater, Urgroßvater) trotz ungesunder Lebensweise (zumindest wie man heute definiert.....) über 100 Jahre alt, bei guten physischen und psychischen Konditionen.

    Es gibt statistisch untermauerte Daten, wie sich das Konsumverhalten (sprich die Ausgaben) im Ruhestand durchschnittlich verhalten. In den USA unterscheidet man zwischen der

    "gogo Phase": Sehr guter geistiger und physischer Zustand, hoher Konsum, typisch bis Anfang 70

    "slowgo Phase": Nachlassende Kräfte, sich reduzierender Konsum (z.B. kein Hochseesegeln mehr, keine Fernreisen abenteuerliche Gegenden, trotzdem noch eine gut Lebensqualität), typisch zwischen 70 und 80

    "nogo Phase": Hoher medizinischer und/oder pflegetechnischer Bedarf, kaum Konsum, dafür hohe medizinische Ausgaben, typisch irgendwann ab 80...55% der Menschen ab 85 sind sogar pflegebedürftig

    Krasse Ausnahmen bestätigen die Regel....Manche super gesund lebenden Menschen fallen mit Ende 50 tot um....Einige starkrauchende 90 Jährige betreiben noch Bergsteigen....

  • Es ist auch schwierig, das Leben von mehreren Generationen zu vergleichen.

    Dsnk künstlichem Licht schlafen die Menschen heute im Durchschnitt weniger lange als früher. Die Arbeitswelt sah damals auch anders aus, die Belastungen waren anders.

    Der Anstieg der Lebenserwartung beruht auch nicht unerheblich auf der Minimierung der Säuglingssterblichkeit. Einen linearen weiteren Anstieg der Lebenserwartung zu unterstellen, wäre nicht sachgerecht.

    Wir werden sehen, wohin die Reise geht.

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