Dividendentitel - gar nicht mal so schlecht ?

  • Aber ich verstehe natürlich, das man für die breite Masse eine möglichst einfache Botschaft rüberbringen muss. Funktioniert ja auch gut.

    Der Sachverhalt ist nicht einfach und wird auch nicht einfach dargestellt. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle: Ego, mentale Anreize, mathematische Ungenauigkeit, mentale Konten etc.

    Ich versuche es mal so plakativ wie möglich zu machen und vll. ein paar Grundbedingungen festzulegen:

    Wir reden von langfristigem Vermögensaufbau, nicht von cashflow

    Dividenden werden selbstredend reinvestiert (ansonsten würden wir hier gar nicht ellenlang diskutieren, weil da der Vergleich sonnenklar ist, dass der Dividenden-ETF oder gar die Dividendenaktie ansonsten langfristig katastrophal im Nachteil wären bezüglich Vermögensaufbau)

    Nehmen wir zum einen nen Welt ETF thesaurierend. Man spart jeden Monat rein, Steuer fällt (wenn positive Rendite im letzten Jahr) maximal in Höhe der Steuer, die auf die Vorabpauschale zu entrichten ist. Das Geld für die Steuer muss man entweder durch Verkäufe von Depotvermögen (lässt sich nicht gut planen, weil da auch Steuer anfällt) oder durch "Bezuschussung" (extra Geld über Sparrate hinaus) beisteuern.

    Der Dividenden-ETF schüttet jedes Jahr zu festen Termin eine Dividende aus. Die Dividende wandert aber nicht voll aufs Konto, sondern die darauf entfallende Steuer wird automatisch abgezogen. Sagen wir von 100 Euro Dividende fließen 80 Euro wieder als reinvest in den ETF.

    Dann habe ich effektiv 20 € aus meinem ETF entnommen, die weg sind. für immer. Ich kann sie nicht verwenden, ich kann sie nicht ausgeben, sie tragen nicht zum Zinseszinseffekt bei. Sie sind einfach weg. In ungünstigen Fällen gibt es sogar Dividendenaktien, die mehr Ausschüttungsquote haben, als jährliche Gesamtrendite. Dann besteuere ich effektiv mein investiertes Kapital zusätzlich. In Crashphasen am Aktienmarkt ist das auch bei Dividenden-ETF so. Das ist so, als ob man den thesaurierenden Welt ETF bei negativer Jahresrendite verkauft, obwohl man das Geld gar nicht braucht (diese Variable ist hier wichtig: es geht nicht um cashflow: ergo darf man das Geld nicht benötigen, das ist die Grundannahme).

    Bedingte Vorteile sehe ich bei Dividenden-ETFs oder Aktien folgendes:

    1. Es kann mental belohnend sein, wenn man regelmäßig für sein Investment die Belohnung in Form von Dividenden erhält.

    2. Die regelmäßige Auszahlung von Dividenden lässt sich gut in eine Planung integrieren, wenn es zur Deckung von Fixkosten oder ähnlichem herangezogen wird, wobei die Dividenden da auch sicherlich nicht in zuverlässiger Höhe immer gleich sind (gerade in schwierigen Marktphasen)

    3. Die automatisierte Ausschüttung erspart Kosten, die beim "manuellen" Verkauf entstehen.

    4. Im Alter ist eine automatisierte Ausschüttung von Vorteil (wenn die Dividenden denn zur Deckung der Bedürfnisse ausreichen)

    Gegenkritik zu 1.:

    Das ist nur mental belohnend, faktisch bestraft es den Vermögensaufbau. Das macht nur Sinn, wenn man ansonsten gar nicht oder deutlich weniger investieren würde (oder wenn die Ausschüttung derart gering ist, dass sie sich in etwa auf Höhe der Vorabpauschale bewegt z.b. bei nem ausschüttenden Welt ETF)

    Gegenkritik zu 2.:

    Die Höhe der Ausschüttung lässt sich im Grunde überhaupt nicht wirksam steuern. Dass die Höhe der Ausschüttung "genau das ist wieviel ich entnehmen möchte", dürfte quasi nie der Fall sein. Ergo: Dividende zu hoch für Bedarf -> unnötige Steuerbelastung, Dividende zu niedrig: manuelle Verkäufe notwendig, die Transaktionsgebühren und Spread auslösen

    Gegenkritik zu 3.:

    Siehe Gegenkritik zu 2.

    Gegenkritik zu 4.:

    Auch hier kommen die Argumente von Gegenkritik 2 zum Zug. Dass die Ausschüttungen immer "genau richtig" sind, dürfte dem Reich der Fabel anzusiedeln sein. Ergo: Effektiv muss man sich doch (oder jemand anders) damit beschäftigen.


    ps: Beleidigungen, Framing, Herabwürdigung und Arroganz bringen uns nicht weiter. Auf beiden Seiten. Da spielt es am Ende auch keine Rolle, ob man die Fakten nun auf seiner Seite (zu wissen glaubt) hat, oder nicht.

  • Der Sachverhalt ist wirklich höchst einfach:

    Die Aussage in dem Artikel, wonach Dividenden ein "Zubrot" sind, ist falsch. Sie sind kein Zubrot. Es ist eben für manche zu einfach.

    Die Fokussierung auf Aktien, die besonders hohe Dividenden oder überhaupt Dividenden ausschütten führt zu einer schlechteren Diversifikation und zu vorzeitiger Steuerpflicht.

  • Von Fokussierung auf Ausschütter Aktien war doch im Eingangstitel gar nicht die Rede. Ausschütter-ETF kann man doch durchaus im Portfolio haben, erst recht, wenn man die mutmaßliche Lebensmitte überschritten hat.
    BTW: Dein rechthaberischer und mitunter beleidigender Stil geht mir auf den Zeiger...

  • Im Vermögensaufbau ist die Situation anders als in der Entnahme. Das zu vermischen ist schwierig.

    Es fehlen

    5. Mehr Liquidität zum Rebalancing

    6. Weniger Liquiditätsprobleme am Jahresanfang wegen Besteuerung der Vorabpauschale.

    zu 1) wäre mir egal aber es mag Leute geben, denen es hilft. Ausgesprochene Dividenden ETFs mit sehr hohen Ausschüttungen sind ein eigenes Thema und meiner Einschätzung nach nachteilig aufgrund der Aktienselektion. Moderate Dividendenfonds können dagegen auch Risiken reduzieren und damit dem Portfolio gut tun.

    zu 2) Der Rückblick zeigt, dass Ausschüttungen weniger stark schwanken als Kurse in Krisensituationen. Das mit der mangelnden Planbarkeit stimmt nur teilweise. In der Entnahme hat es sogar Vorteile, weil man dann automatisch weniger entnimmt, was man sonst über den Kopf steuern müsste.

    zu 3) Es spart nicht nur Verkaufskosten sondern auch damit verbundene Steuerzahlungen.

    zu 4) Ich kann nicht wirklich große Probleme erkennen. Wenn man zu wenig Ausschüttungen hat, kann man weiterhin Anteile verkaufen für den zusätzlichen Bedarf. Wenn man zu viele Ausschüttungen hat, gehen die ins Rebalancing. Genau passende Ausschüttungen kann man schwerlich planen aber sind auch nicht nötig.

  • Dann habe ich effektiv 20 € aus meinem ETF entnommen, die weg sind. für immer. Ich kann sie nicht verwenden, ich kann sie nicht ausgeben, sie tragen nicht zum Zinseszinseffekt bei. Sie sind einfach weg.

    Die Argumentation ist im Kern korrekt, aber an einer Stelle verkürzt dargestellt:
    Steuerlich ist eine Dividende keine „Kapitalentnahme“, sondern eine Gewinnverwendung. Der Kurs fällt um die Ausschüttung, ja – wirtschaftlich ist das aber äquivalent zu einem Teilverkauf.

    Der reale Nachteil ausschüttender ETFs im Vermögensaufbau liegt primär in der früheren Besteuerung (Steuerstundungseffekt fehlt), nicht in einem „Vernichten von Kapital“.

    Bei gleichen Kosten, gleichem Index und vollständiger Reinvestition ist die Bruttorendite identisch; der Unterschied entsteht durch Timing und Steuermechanik.

    Hinweis: „Gänsefüßchen“ von mir gesetzt zur verständlichen Überspitzung,

  • Und außerdem ist jeder Börsen Crash vernichtender für das Kapital als die Steuer Zahlung. Und manchmal ist es ganz nett wenn ein paar Dividenden Zahlungen noch auf dem Verrechnung Konto liegen und diese bei einem dip gleich reinvestiert werden können. Bin gespannt ob sich Montag so eine Gelegenheit wieder eröffnet.


    Aber wir können die Diskussion auch abkürzen. Natürlich sind Dividenden schädlich für die Gesamt Rendite auf lange Sicht. Aber es ist bei weitem nicht so katastrophal wie immer dargestellt.

  • Ich frage mich, warum das so ein emotionales Thema ist.

    Sehe im Ausschütter (für mich) nur einen Sinn, wenn ich von den Ausschüttungen im Alltag leben möchte oder muss. Wiederanlage, ob manuell oder automatisiert, kann ich mir durch einen Thesaurierer sparen - und vor allem die sofortige Steuer. Je nachdem, wer in welcher Situation ist, entscheidet sich für die eine oder andere Lösung. Kann man doch einfach respektieren.

  • Das lässt sich oft nicht voraussagen. H

    Halbe halbe Richtung Renteintritt, wenn die Rente gut reicht, wäre der Plan.

    Die Diskutanten sind in verschiedenen Situationen. Die einen haben noch x Jahre bis zur Rente, andere sind mittendrin. Da ich nicht mehr zu Ersteren gehöre, ist Voraussage hinfällig. Ich kenne den Ist-Zustand. 🙂

  • Ich frage mich woher die dividendentitel/etfs ausschüttend o.ä. für die Entnahmephase kommen sollen, wenn man auf dem Weg dahin nur Thesaurierende gekauft wurden. Umschichten ergibt natürlich absolut gar keinen Sinn.

    Gerade da hier oft von Gestaltungsphase gesprochen wird, wäre es doch zusammen mit der 3x10 Regel nicht verkehrt zu mischen. Einmal Ausschütter in der Gestaltungsphase danach 2x 10 langweilige Thesaurierer. Dann hat man direkt vom Start weg bissl steuern verschenkt, aber immer etwas zum rebalancen und später hat man ein "festes" Einkommen jährlich aus den Divis. Die beiden 2x10 löst man eh zuerst auf.

    Klar ist das auch nicht optimal, aber ganz ehrlich wer investiert bitte optimal immer 100% und verschwendet nicht mal Geld für irgendwas, wie ein Hobby oder sonstwas. Wenn ich auf 30-40 Jahre 150k liegen lasse und statt 1.1 mio nur 950k habe, macht das absolut natürlich einiges aus. Wenn ich aber z.B. die Hochzeitsreise nach Hawaii für 25k in den Etf gesteckt hätte, wäre hintenraus massiv viel mehr für die Rente da geblieben. Wie viele finanzielle Entscheidungen, gerade beim Konsum, trifft man rein mathematisch richtig schlecht. Das alles macht in Summe hundertmal mehr aus als die paar Euro die man hier liegen lässt. Ich finde das wird alles heißer gekocht als gegessen.

  • Ich glaube hier wird schon wieder munter bunt gemischt. Niemand hat abgestritten, dass es schlimmere Entscheidungen gibt, als auf einen Dividenden ETF zu setzen. Ich bin nur ein Freund davon die Fakten auf den Tisch zu bringen. Gefühlt ist das schon fast ne elitäre Diskussion. Mir persönlich ist das egal, ob jemand sich bewusst für einen Dividenden ETF entscheidet, weil für ihn da die Gesamtrendite eine untergeordnete Rolle spielt. Man sollte halt die Fakten kennen, bevor man sich entscheidet.

    Niemand hat hier irgendwem vorzuschreiben, wie er zu investieren hat. Aber das tut auch keiner.

    Wer im crash panisch verkauft, hat sicher einen größeren finanziellen Schaden als ein disziplinierter Dividendeninvestor.

    Wer mit 20 Jahren einen dicken Sportwagen least und die Abschlussrate finanziert, ist finanziell an der Wand.

    Stück für Stück werden ja auch die Eingeständnisse gemacht, um die es von Anfang an geht. Manch einer vermag sich vll auch nicht einzugestehen, dass seine Strategie schlechter ist, als ne andere.

    Ich selbst hab viel zu spät angefangen zu investieren. Mein Fehler. Komm ich klar damit und hab einen für mich passenden Plan. Mit einer Dividendenstrategie würde ich weniger Vermögen absammeln, als mit meiner.

    Fehler sind unvermeidlich und jeder darf und sollte selbst entscheiden, was er mit seinem Geld macht.

    Die Summe der Fehler ist letztlich entscheidend. Nur weil es größere gibt, heisst das nicht, dass man die kleineren nicht auch benennen darf.

  • Aber wir können die Diskussion auch abkürzen. Natürlich sind Dividenden schädlich für die Gesamt Rendite auf lange Sicht. Aber es ist bei weitem nicht so katastrophal wie immer dargestellt.

    Ich kann nicht erkennen, dass das überhaupt jemals von irgendjemanden als katastrophal dargestellt wurde.

    Die Aussage in dem Artikel ist einfach falsch. Das ist alles.

  • Die Aussage in dem Artikel ist einfach falsch. Das ist alles.

    hätest du den Arrtikel tatsächlich gelesen und verstanden würdest selbst du merken dass der Artikel nur fakten und zahlen nennt und daher gar nicht "falsch" liegen kann, im gegensatz zu dir der beleglos behautpungen aufstellt, und weder mit zahlen noch fakten seine aussage stützt, ledeglich mit einem einzeiler wiedererspricht.


    kleiner hinweis der artikel spricht von dividenden titeln die derzietig von keinem bestehenden ETF agedeckt werden. Daher bin ich gespannt mit welchen zahlen daten und fakten du aufwarten möchtest.

  • Die Aussage in dem Artikel ist einfach falsch. Das ist alles.

    Hast Du den Artikel gelesen? In ihm steht:

    Zitat

    Die Zahlen aus einer Studie des Vermögensverwalters Allianz Global Investors (AllianzGI) - zeigen zudem, dass die Dividendenrendite zwischen 2016 und 2020 knapp die Hälfte zum jährlichen Gesamtertrag von 5,63 Prozent beitrug. In der Periode 2021 bis 2025 trug die Dividende ein Drittel zum Gesamtertrag bei - dem sogenannten Total Return.

    Daraus kann der verständige Leser doch erkennen, dass die Dividenden einen Teil des Gesamtgewinns ausmachen. Mit ein bissle Vorkenntnis wird der verständige Leser wissen, dass der andere Teil des Gesamtertrags aus Kursgewinnen stammt.


    Wo siehst Du da einen Fehler?


  • Wo siehst Du da einen Fehler?

    Die Dividende wird als Zustupf bezeichnet. So als ob das Geld von Geisterhand aus Dankbarkeit an den Anleger ausgeschüttet werden würde. Dass das einer (auch nur oberflächlichen) Prüfung nicht stand hält, ist klar. Irreführend ist wohl die gutmütigste Bezeichnung dafür. Für mich ist der Beitrag Werbung für Dividenden ETFs. Fakten (abseits des allseits bekannten) werden dabei quasi nicht geliefert. Garniert wird das mit dem Fazit am Ende, dass man sein Geld "härter arbeiten lassen soll". Der Beitrag ist wohl eher Balsam für die Seele eines Dividendeninvestors, als belastbare Auseinandersetzung damit.

    Die Tatsache von steuerschädlichen Ausschüttungen lässt sich auch mit "Stabilität und "Sicherheit"" nicht wegdiskutieren.

    Aber wenn jeder denkt, dass er das Richtige tut, ist doch alles in Butter.

  • hätest du den Arrtikel tatsächlich gelesen und verstanden würdest selbst du merken dass der Artikel nur fakten und zahlen nennt und daher gar nicht "falsch" liegen kann, im gegensatz zu dir der beleglos behautpungen aufstellt, und weder mit zahlen noch fakten seine aussage stützt, ledeglich mit einem einzeiler wiedererspricht.


    kleiner hinweis der artikel spricht von dividenden titeln die derzietig von keinem bestehenden ETF agedeckt werden. Daher bin ich gespannt mit welchen zahlen daten und fakten du aufwarten möchtest.

    Das ist offenkundig reine Werbung vom Vertrieb für teure, aktive Fonds für Idioten geschrieben. Das ist alles.

    Die Fakten, die dort genannt werden sind ungefähr so, wie: "Gegen Abend ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen!"


    Hast Du den Artikel gelesen? In ihm steht:

    Daraus kann der verständige Leser doch erkennen, dass die Dividenden einen Teil des Gesamtgewinns ausmachen. ..

    Nein, der verständige Leser würde erkennen, dass das eine triviale Erkenntnis ist, die niemanden etwas bringt außer eine vorzeitige Steuerpflicht.

    Wenn das Geld nicht ausgeschüttet wird, ist es nicht weg, sondern es ist noch immer da.


    Wo siehst Du da einen Fehler?

    Zum dritten Mal:

    Dividenden sind kein Zubrot!

    Das ist der Fehler.

  • Nein, der verständige Leser würde erkennen, dass das eine triviale Erkenntnis ist, die niemanden etwas bringt außer eine vorzeitige Steuerpflicht.

    Vielleicht wäre es kein Fehler gewesen den Artikel zu lesen, wenn man ihn kritisieren möchte.

    Wenn das Geld nicht ausgeschüttet wird, ist es nicht weg, sondern es ist noch immer da.

    In dem Artikel geht es um den Vergleich von Aktien mit hoher und niedriger Ausschüttung. Es geht nicht um die Frage, ob das Geld geschenkt oder sonst was ist.

    Zum dritten Mal:

    Dividenden sind kein Zubrot!

    Das ist der Fehler.

    Das ist nicht Gegenstand des Artikels. Aber manche müssen nicht mal lesen, um zu wissen, was andere schreiben.

  • Wir halten fest: Die genannte Firma ist eine Tochterfirma der Allianz. Allianz ist ein Unternehmen, was jährlich eine hohe Ausschüttungsquote hat. Welch ein Zufall, dass die Allianz also genau in das Raster der ominösen Studie fällt, die von der Tochterfirma einer Firma mit hoher Dividendenausschüttung stammt. Einen Link zur Studie gibts nicht. Ich bezweifele, dass sie überhaupt existiert (edit: Sie scheint zumindest tatsächlich zu existieren). Genauer gesagt wird in dem Beitrag nicht mal von Dividenden-ETFs geredet, sondern von Dividendentiteln und Vergleichsportfolios.

    Formulierungen wie "Zustupf", was suggeriert, als käme das Geld von "irgendwo her" extra oben drauf oder die bereits genannte Aussage, dass man sein Geld "hart arbeiten lasse", wenn man in Dividendentitel investiert. Mit jeder Zeile, die hier getippt wird, festigt sich die Meinung.

    Der Allianz kann man da eigentlich nur ein "bravo" aussprechen. Dabei ist der Artikel subtil genug, um kein richtiger Werbeartikel zu sein. Es werden aber quasi keinerlei Risiken genannt. da ist alles super dufte. Für den unkritischen Dividendeninvestor ist der Artikel Balsam für die Seele.

    Die Reaktion der "pro-Dividende" Teilnehmer in diesem Thread schliesst das Gesamtbild.

    Mag jetzt vielleicht ein nicht ganz fairer Vergleich sein, aber früher gab es Tabakfirmen, die Studien in Auftrag gegeben haben, dass rauchen nicht gesundheitsschädlich sei, ja teilweise sogar förderlich. Von Ölfirmen gab es ähnliche Studien, die den Effekt auf das Klima oder die Umweltverschmutzung negierten. Man kann natürlich nicht per se sagen, dass eine Studie falsch ist, nur weil der Geldgeber vom Ergebnis profitiert, aber man sollte doch deutlich kritischer an die Sache herangehen. Der Artikel jedenfalls findet nur gute Worte, wobei wir hier im Thread selbst bei den Dividendenfreunden bereits festgestellt haben, dass eine Dividendenausschüttung nicht nur gut ist.

    Aus psychologischer Sicht ist das alles völlig nachvollziehbar. Ich höre auch gerne Dinge, die in mein Weltbild passen. Dividendentitel sind sicher nicht der Weltuntergang, aber - wie bereits 100 fach erwähnt - sollte man die Nachteile kennen. Je nach Konstellation sind die Nachteile klein, bis schwerwiegend.