Rentenbeginn mit 63 ohne Abschläge, Jahrgang 1968

  • Bitte nochmals meine Eingangsfrage genau lesen, da steht alles was du gerade anzweifelst. Übrigens hast du mit 63 Jahren und 45 Beitragsjahren 14,4% Abzüge.

    Du hast recht, dass man mit 63 und sogar mit 45 Beitragsjahren 14,4 % Abschlag haben kann – aber dann ziehst du nicht die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre)“, sondern die „Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre)“. Dort gilt: 0,3 % pro Monat, max. 14,4 % (bei 4 Jahren Vorziehen).

    Der Knackpunkt ist: Die 45-Jahre-Rente ist nicht vorzeitig möglich – auch nicht mit Abschlägen. Für Jahrgänge ab 1964 ist sie erst ab 65 erreichbar.

    Kurz: Die 45 Beitragsjahre “verursachen” keinen Abschlag – sie helfen dir nur, ab 65 abschlagsfrei in dieser Rentenart zu sein. Mit 63 bist du automatisch in der 35-Jahre-Rente, daher die 14,4 %.

  • um die Abschläge zu umgehen könnte ich die beiden letzten Jahre ja sogar Arbeitslos sein bis zum Rentenbeginn mit 65 ohne Abschläge.

    Er schreibt doch gar nicht von vorzeitig! Um die Abschläge mit 63 zu umgehen, sucht er doch die Lösung bis 65 ohne weiter zu arbeiten. Er wird dann mit 65 in Rente gehen (45Jahre voll, sogar mehr dann) Stehe ich auf dem Schlauch?!

  • Ich hoffe für mich, dass das in 2031 noch möglich sein wird.

    Ich denke schon, dass es diese Möglichkeit auch nach 2031 noch geben wird. Die Frage ist nur, ob man dann noch für 0,3% Abschlag pro Monat wird gehen können.

    Wer heute später in Rente geht (Regelaltersrente), bekommt aktuell pro Monat einen Zuschlag von 0,5% auf seine Rente. Es gibt viele Stimmen unter den Experten, die eine Angleichung des Abschlags fordern. Also nicht mehr 0,3% sondern 0,5% Abschlag pro Monat vorzeitigem Rentenbezug. Mathematisch sicherlich auch korrekt, aber blöd für uns 'Nachboomer in Rente-Geher'. :rolleyes:

  • Mischu

    Hat Dein Arbeitgeber denn eine Wertguthabenvereinbarung am Start?

    Das wäre ja auch ein Weg.

    Nein, sowas haben wir nicht. Wir sind ein eher kleinmittelständiger Handwerksbetrieb mit knapp 100 Mitarbeitern. Das ganze kommt ja auch erst in 5 Jahren zum tragen, bis dahin wird ja auch die Rentenreform durch sein, dann wird das ein oder andere auch nicht mehr ganz passen wie jetzt zum Beispiel. Ich arbeite eigentlich auch gerne, nur kamen in letzter Zeit so meine Gedanken dazu, meine Frau geht in 3 Jahren in den Ruhestand (mit 65) und bei uns im Bekanntenkreis haben wir mittlerweile so viele die nicht mehr viel von ihrem Ruhestand hatten, da kommt man schon ins Grübeln.

  • Nein, sowas haben wir nicht. Wir sind ein eher kleinmittelständiger Handwerksbetrieb mit knapp 100 Mitarbeitern. Das ganze kommt ja auch erst in 5 Jahren zum tragen, bis dahin wird ja auch die Rentenreform durch sein, dann wird das ein oder andere auch nicht mehr ganz passen wie jetzt zum Beispiel. Ich arbeite eigentlich auch gerne, nur kamen in letzter Zeit so meine Gedanken dazu, meine Frau geht in 3 Jahren in den Ruhestand (mit 65) und bei uns im Bekanntenkreis haben wir mittlerweile so viele die nicht mehr viel von ihrem Ruhestand hatten, da kommt man schon ins Grübeln.

    Vielleicht will er ja etwas derartiges einrichten...

    Fragen kostet nichts.

  • Ein Arbeitskollege von mir hatte es wie folgt gemacht (er war vorher so gut wie nie krank und hatte 15 Jahre Betriebszugehörigkeit), er hatte sich kurz nach seinen 63 Geburtstag, 6 Wochen krank schreiben lassen und dann das Gespräch mit der Firma gesucht, er hat klar kommuniziert das er nicht gewillt ist zurückzukehren und hat um seine Kündigung gebeten und im Gegenzug auf eine Abfindung verzichtet. Der AG hat dem zugestimmt, ihn freigestellt und zahlt sogar noch 6 Monate Lohn in der gesetzlichen Kündigungsfrist.

  • Wieso hätte er die denn bekommen sollen?

    Und war er danach arbeitslos? Stand er dem Arbeitsmarkt zur Verfügung?

    Das ist dann die graue Theorie, klar stehts du dem Arbeitsmarkt dann zur Verfügung. Der Pflicht nachkommen und alle paar Wochen ein paar unmotivierte Bewerbungen schreiben, falls doch ein Bewerbungsgespräch zustande kommen sollte (eher nicht ab einem Alter mit 63 plus) einfach nach WorkLife Balance und Weiterbildungen fragen und ein hohes Gehalt fordern.

  • Wieso hätte er die denn bekommen sollen?

    Und war er danach arbeitslos? Stand er dem Arbeitsmarkt zur Verfügung?

    Andere Kollegen denen gekündigt wurde, wurde eine Abfindung gezahlt bzw wurde eine über Anwälte ausgehandelt😉. Der besagte Kollege hat gleich offen mit der Geschäftsführung gesprochen und dem Deal Kündigung mit 6 Monate Lohnfortzahlung, Freistellung und im Gegenzug verzicht auf Abfindung wurde zugestimmt.

    In Jobcenter hatte er mit einem Sachbearbeiter nun auch gesprochen und von da angeblich nix zu befürchten.

  • Mich interessiert eure Meinung zu der moralischen Frage der Beanspruchung des Sozialstaats für die persönliche Lebensplanung. Findet ihr das unproblematisch, dass die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ab etwa 60 so oft zur Finanzierung von Arbeitsunlust genutzt wird?

    Nicht falsch verstehen: Es geht mir nicht um den konkreten Fall, sondern grundsätzlich um das Spannungsfeld von Eigensinn und Gemeinschaftssinn.