wie werde ich das Gendern los?

  • Dass ein natürlich gewachsenes Neutrum länger und ineffizienter ist als ein generisches Maskulinum hat der alte weiße Viktor Orban anscheinend noch nicht bemerkt. Er würde seine Landessprache sonst sicher effizienter machen wollen.

    Solche Vergleiche zwischen verschiedenen Sprachen sind natürlich nicht sinnvoll. Mit Blick auf einen Satz wie „Cogito ergo sum.“ / „Ich denke, also bin ich.“ - 3 zu 5 Wörter, also mehr als 66 Prozent mehr - würden wir sonst alle Latein sprechen.

  • Solche Vergleiche zwischen verschiedenen Sprachen sind natürlich nicht sinnvoll. Mit Blick auf einen Satz wie „Cogito ergo sum.“ / „Ich denke, also bin ich.“ - 3 zu 5 Wörter, also mehr als 66 Prozent mehr - würden wir sonst alle Latein sprechen.

    Du verwendest „natürlich“ häufig zur Bestätigung Deiner Meinung.

    Dieses zusätzliche Wort macht deine Aussage grundsätzlich nicht richtiger (auch nicht falscher), aber Deine Sprache um 9 Buchstaben oder 3 Silben ineffizienter.

    Dein natürlicher deutscher Sprachgebrauch folgt eben nicht stringent der Effizienzprämisse, weshalb diese als Argument nichts taugt.

  • Ja, absolut. Natürlich. Das generische Femininum in der hier vorgeschlagenen Form ist die Erfindung einer Sprachwissenschaftlerin in den 1980er Jahren, die feministische Linguistik betreibt. („Generisches Femininum“ in dem Sinn, dass durchgehend „Lehrerinnen“ oder „Ärztinnen“ oder „Mörderinnen“ genannt werden, und Männer dabei mitgenannt sind. Dass Personen männlichen Geschlechts auch eine Geisel („die Geisel“, f.) sein können, ist hier ja nicht gemeint; das ist freilich gewachsen.)

    Wenn sich eine Person etwas ausdenkt und dies von anderen in deren täglichen Sprachgebrauch übernommen wird, dann ist nicht natürlich gewachsen?

    Dieses künstlich/natürlich-Argument ist doch nur eine Spielart von "Das haben wir immer schon so gemacht!". (Was ja früher ein gutes Argument war, also muss das ja heute auch noch stimmen! Moment...)

  • Wenn ich da an die unheimlich sperrigen und schwierig zu schreibenden Wörter im Englischen denke, die natürlich seit der normannischen Eroberung in die Sprache „hineingerutscht“ sind und ursprünglich aus dem Lateinischen stammen…. Da es nichts von Verkürzung zu sehen.

    Beispiele:

    Verben
    • ask – inquire
    • begin – commence
    • help – assist
    • buy – purchase
    • end – finish / conclude
    • need – require
    • show – demonstrate
    • think – consider
    • find out – discover
    • keep – retain

    Nomen
    • freedom – liberty
    • room – chamber
    • work – labor
    • time – age
    • book – volume
    • home – residence
    • law – justice
    • help – assistance
    • fear – terror
    • choice – option

    Adjektive
    • kingly – royal
    • holy – sacred
    • friendly – amicable
    • hearty – cordial
    • true – sincere
    • whole – entire


    (Hinweis: diese Liste wurde mit Chatty erzeugt)

  • Reminder an mich selbst: gar nicht wieder mit reinziehen lassen und die Benachrichtigung für diesen Thread abschalten!

    Vermutlich nicht der schlechteste Gedanke.

    In dem Kontext muß ich fast zwangsläufig an mein Patenkind Sabrina denken (aus meiner - zugegebenermaßen subjektiven - Sicht sehr intelligent, objektiv gesehen hoch erfolgreich in ihrem Beruf und außerdem zwar selbstbewußt und dem Feminismus durchaus zugewandt aber apodiktisch gegen Frauen-Quoten (und damit auch gegen Quoten-Frauen) sowie Gendersprech eingestellt - und eine Aussage von ihr:

    "Wenn ein Land und eine Gesellschaft schon lange in einer wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Lage befindlich wie hierzulande der unsrigen, sich solchen unter ferner liefen Themen mit derartiger Intensität hingibt oder dieser der Gesellschaft von einer Minderheit aufgezwungen werden, drängt sich mir als Wunsch auf: Hoffentlich ist ein solches Land nicht bereits unrettbar verloren" ...

  • Du verwendest „natürlich“ häufig zur Bestätigung Deiner Meinung.

    Dieses zusätzliche Wort macht deine Aussage grundsätzlich nicht richtiger (auch nicht falscher), aber Deine Sprache um 9 Buchstaben oder 3 Silben ineffizienter.

    Dein natürlicher deutscher Sprachgebrauch folgt eben nicht stringent der Effizienzprämisse, weshalb diese als Argument nichts taugt.

    "Recht hat er, der Dingsbums!"

    latürnich - Asterix Archiv - Lexikon -

  • Wenn sich eine Person etwas ausdenkt und dies von anderen in deren täglichen Sprachgebrauch übernommen wird, dann ist nicht natürlich gewachsen?

    Dieses künstlich/natürlich-Argument ist doch nur eine Spielart von "Das haben wir immer schon so gemacht!". (Was ja früher ein gutes Argument war, also muss das ja heute auch noch stimmen! Moment...)

    Überhaupt nicht, das ist wirklich fernliegend. Es geht um den Unterschied zwischen Prozessen, die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern und sich in der Gruppe der Muttersprachler breit entwickeln, ggü. welchen, die von einem Einzelnen erdacht werden und dann normativ übergestülpt werden sollen. Natürlich entwickelt sich Sprache evolutionär von unten, nicht abrupt von irgendwo.

  • Du verwendest „natürlich“ häufig zur Bestätigung Deiner Meinung.

    Dieses zusätzliche Wort macht deine Aussage grundsätzlich nicht richtiger (auch nicht falscher), aber Deine Sprache um 9 Buchstaben oder 3 Silben ineffizienter.

    Dein natürlicher deutscher Sprachgebrauch folgt eben nicht stringent der Effizienzprämisse, weshalb diese als Argument nichts taugt.

    In dem von Dir zitierten Beispiel war das Wort „natürlich“ von mir nicht verwendet, um meine Meinung (es war nämlich keine Meinung) zu verstärken, sondern um etwas zu kennzeichnen, das so evident ist, dass man sich bereits nicht mal in einem Deutsch-LK darüber unterhalten müsste, geschweige denn in einem linguistischen Proseminar.

  • In dem von Dir zitierten Beispiel war das Wort „natürlich“ von mir nicht verwendet, um meine Meinung (es war nämlich keine Meinung) zu verstärken, sondern um etwas zu kennzeichnen, das so evident ist, dass man sich bereits nicht mal in einem Deutsch-LK darüber unterhalten müsste, geschweige denn in einem linguistischen Proseminar.

    Nächste Steigerung: mehr als eine Meinung.

    Nächster Irrtum: wir sind hier nicht im wissenschaftlichen Elfenbeinturm (der wurde in der Diskussion zuvor von jemandem - ich schau jetzt nicht nach ob von Dir -bereits abgelehnt ) eines linguistischen Proseminars, daher kann man Evidentes nicht voraussetzen.


    Um fair zu bleiben, muss schon berücksichtigen, welches Posting auf welches folgte und warum plötzlich viktor auch noch mitmischte.

  • Sprache entwickelt sich nicht nur aus dem normalen Volk heraus, wie leicht naive Menschen vielleicht denken könnten, sondern insbesondere durch staatliche Reglementierungen, eine Verwaltung, Sprache und eine Normierung.

    Deshalb ist es selbstverständlich klar, dass die regelmäßige Verwendung von verschiedenen Formen zum Beispiel im Universitäts oder Schulbereich zukünftige Sprache auch lenken könnte beziehungsweise kann.

    Hierzu ein Beispiel aus dem 19. Jahrhundert, dass vielleicht viele noch aus dem Dialektbereich kennen.

    Im 19. Jahrhundert waren in vielen deutschen Dialekten und Regionen spezifische weibliche Formen von Familiennamen gebräuchlich. Diese sogenannten Movierungen (z. B. die Müllerin, die Schmidt’in, im Bairischen Huberin, im Alemannischen Meiersche) markierten das Geschlecht und häufig auch den sozialen Status einer Frau in Relation zu einem männlichen Familienoberhaupt (Vater oder Ehemann). Das Verschwinden dieser Formen aus dem allgemeinen Sprachgebrauch ist das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender sprachlicher, sozialer und politisch-administrativer Prozesse.

    Dazu gehören zum Beispiel die Gründung des Deutschen Reiches 1871 mit einer weitgehenden Übernahme der preußischen Familiennamenstruktur und eine einheitlichen Verwaltung Praxis.

    Später, dann Normierung der deutschen Hochsprache, genauer gesagt, die Festlegung einer allgemein gültigen Schriftsprache.

    Hier hat sich aus dem Volk heraus gar nichts entwickelt.

    Heute im Gymnasialunterricht den Schülerinnen immer noch inzwischen vollkommen ungebräuchlich grammatikalische Formen beigebracht werden, zeigt dies eigentlich nur eine Rückbesinnung auf längst vergangenen Tage.

    Trüge ein Gendern nicht relativ schnell zu einer Änderung der gesprochenen Sprache bei, brauchte man sich in einigen Jahren nicht mehr darüber unterhalten ob dies nötig oder unnötig sei.

    Na? Welche grammatikalischen Strukturen habe ich in diesem letzten Satz denn verwendet?

    Wir brauchen diese Grammatik überhaupt nicht mehr weder im alltäglichen Leben noch in der Literatur.

  • Eben gelesen. generisches Femininum verquickt mit Inkompetenz von Frauen (in Finanzdingen):.

    Es geht hier ja gar nicht darum, ein komplexes System unterschiedlicher ETFs zu schaffen, das eine einzelne Anlegerin und deren Erbinnen - ich nutze hier mal als Reminiszenz an einen parallelen, denkwürdigen Thread das generische Femininum - tatsächlich überfordern könnte. Sondern es geht darum, eine bestimmte Summe zu partitionieren und in gleichartige ETFs zu verteilen, die allesamt einfach liegen bleiben.

    Und nein, da versteh ich keinen Spaß. Immerhin hat der User den Konjunktiv verwendet .....